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Webcam mit Raspberry Pi

Webcam mit Raspberry Pi

Rainer Kembügler (onki)

Allgemein

Es ist schon ungemein praktisch, sich vor dem Flugtag ein „Bild“ von den aktuellen Gegebenheiten am Fluggelände machen zu können. Besonders dann, wenn der Fluggelände einige Kilometer vom Wohnort entfernt ist, kann es passieren, dass das Wetter am Platz nicht so ist wie daheim. Hierzu leistet eine Webcam am Fluggelände gute Dienste, da man sich vor dem Fliegen nicht nur das Wetter am Platz anschauen kann.

Genau dies war der Grund für unseren Verein, eine Webcam zu realisieren. Nun gibt es zahlreiche käufliche Fertiglösungen, die sind jedoch zum Teil recht teuer und haben in der Regel auch nur VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel). Als Modellbauer unterliegt man zudem einem gewissen Trieb, solche Dinge selbst zu bauen, weshalb die Entscheidung zum Selbstbau schnell getroffen war.
Für dieses Vorhaben ist der im Augenblick sehr populäre und preiswerte Raspberry Pi Minicomputer (RPi) mehr als gut geeignet. Zudem wird für den RPi auch ein günstiges Kameramodul angeboten, das Bilder bis 5 Megapixel Auflösung erlaubt. Aufgrund einer gewissen „Linux-Kommandozeilen-Allergie“ war der Drang zunächst gering, den RPi als Kandidaten zu verwenden, aber man sollte seinen Horizont ja erweitern und daher war der Entschluss schnell gefasst.

Im Folgenden möchte ich die Realisierung beschreiben und so die Möglichkeit bieten, das Projekt nachzuahmen. Diese Anleitung soll nur einen Weg aufzeigen, die Aufgabenstellung zu lösen und erhebt einerseits keinen Anspruch, fehlerfrei zu sein, oder andererseits, das Optimum darzustellen. Auch hier führen viele Wege nach Rom von denen ich nur einen etwas genauer beschreiben möchte.
Es ist aber darauf hinzuweisen, dass schon ein paar Linux-Grundkenntnisse nötig sind, um das Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Dinge wie CHMOD zum setzen von Dateiberechtigungen und die Linux-Dateistruktur sollten einigermaßen bekannt sein. Damit es auch klappt, sollten alle Skripte ausführbar gemacht werden (chmod 0755).


Rechtliches
Der Betrieb einer Webcam ist ein relativ heißes Eisen in Zeiten von NSA & Co., kann es doch als Überwachungskamera angesehen werden. Persönlichkeitsrechte sind unbedingt zu wahren. Wird eine Webcam hingegen mit dem Zweck eingesetzt, die lokale Wettersituation zu erfassen, können nach üblicher Rechtsauffassung dort möglicherweise abgebildete Personen als „Beiwerk“ betrachtet werden. Es ist ratsam, sich vor der Inbetriebnahme der Webcam rechtskundig zu machen und das Projekt gegebenenfalls mit den Mitgliedern abzustimmen. Um Personen unkenntlich zu machen, wurde bei meiner Webcam, ein Teil des unteren Bildbereiches zusätzlich unkenntlich gemacht, damit keine eventuell am Platz befindlichen Personen erkannt werden können.


Stromversorgung
Der Raspberry Pi benötigt eine 5 V-Betriebsspannung. Diese wird üblicherweise dem Board über den Micro-USB Stecker zugeführt. Da der Platz im Webcam-Gehäuse jedoch begrenzt ist, wird diese Lösung etwas „sperrig“, da der Stecker recht viel Platz benötigt. Ein Blick auf die Pinbelegung des 26-poligen GPIO Steckers zeigt, dass auch hier 5 V eingespeist werden können:

Abb-01.jpg

Der 4,7 kOhm Widerstand ist der Pullup-Widerstand für den 1-Wire-Sensor. Die Betriebsspannung wird an Pin 2 (+5 V) und Pin 9 (GND) angelegt.


Gehäuseeinbau
Da eine Webcam meistens im Freien betrieben wird, ist ein entsprechend geeignetes Gehäuse notwendig. In meinem Fall fiel die Wahl auf ein Dummy-Webcam-Gehäuse, das sehr günstig ist, den Zweck gut erfüllt und entsprechend modifiziert werden kann.

Abb-02_720.jpg

Das Kameramodul wurde in die vordere Abdeckung eingebaut. Die eigentliche Kamera schaut durch ein kleines Loch, damit der Rest der Elektronik verborgen bleibt. Sollte die bei der Aufnahme rot leuchtende LED stören, kann dies durch den Eintrag „disable_camera_led=1“ in der Datei config.txt im Hauptpfad abgeschaltet werden.
Die Kabeldurchführungen sind in die hintere Abdeckung integriert und steckbar. Der Raspberry Pi hingegen befindet sich im Inneren des Gehäuses. Das Gehäuse ist mit Nuten versehen, in das üblicherweise Platinen eingeschoben werden. Mit einer Basisplatte werden diese Nuten genutzt und der RPi mit Abstandshaltern auf dieser Platte befestigt. Somit lässt sich alles leicht entnehmen. Die Anbindung an das Internet wird über einen kleinen WLAN-Dongle (im Bild das schwarze Teil mit kleiner Taste) und einen mobilen WLAN-Router (Huawei E5331) erledigt. Hier sind die örtlichen Gegebenheiten für die beste Internet-Anbindung ausschlagebend.

Abb-03_720.jpg


Raspberry Pi vorbereiten
Als Betriebssystem kommt „Raspbian Wheezy“ zum Einsatz, ein auf den Einsatz im Raspberry Pi optimiertes Debian Linux. Ein entsprechendes, aktuelles Image für die SD-Karte kann hier heruntergeladen werden:

http://downloads.raspberrypi.org/raspbian_latest

Mit einem geeigneten Programm muss dieses Image nun den Weg auf die SD-Karte finden (mind. 4GB). Hier ist unter Windows der Win32DiskImager das Tool meiner Wahl. Danach kann die Karte in den RPi und es kann losgehen.

Je nach Netzwerkanbindung bekommt der RPi nun üblicherweise eine IP-Adresse zugewiesen (DHCP). Diese gilt es herauszufinden. Entweder man schaut in das Webinterface seines Routers oder man nutzt einen IP-Scanner. Mit einem SSH-Tool kann man nun Verbindung mit dem RPi aufnehmen. Meine Wahl ist hier WinSCP mit PuTTY.

Da der RPi aber auch über einen HDMI-Ausgang verfügt, kann man alternativ einen geeigneten Monitor sowie eine USB-Taststur anschließen und die grafische Benutzeroberflache verwenden. Da die Webcam aber üblicherweise ohne Monitor betrieben wird, ist es ratsam, von vorneherein über SSH mit dem RPi zu kommunizieren.

Zuerst muss man den Raspberry einrichten und die Zeitzone etc. festlegen. Dies erreicht man durch Eingabe von
Code:
[I]sudo raspi-config[/I]
in der PuTTY Konsole (als Standardbenutzer „pi“ mit dem Standardpasswort „raspberry“)

Hier kann das Dateisystem expandiert werden (SD-Card komplett nutzen) sowie die Sprache eingestellt werden. Zudem wird damit die Kamera aktiviert (Punkt 5: „Enable Camera“).

Danach sollte alles noch auf den aktuellen Stand gebracht werden:
Code:
[I]sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade
sudo rpi-update[/I]
Hierzu ist natürlich ein Internetzugang vom RPi aus erforderlich. Es ist zweckmäßig, dies über den Ethernetanschluss zu erledigen. Alternativ ist auch der Internetzugang über einen WLAN-Dongle möglich. Hierzu gibt es im Netz zahlreiche Anleitungen, weshalb ich hier nicht weiter darauf eingehen möchte.

Folgende zusätzliche Pakete werden für die Webcam benötigt:
Code:
[I]sudo apt-get install ftp (FTP-Übertragung zum Webserver)
sudo apt-get install bc (Berechnung der Temperatur
sudo apt-get imagemagick (Text in das Bild einstempeln)[/I]

Temperaturmessung

Neben dem Wetterbild selbst, sollte die aktuelle Lufttemperatur am Platz noch in das Bild eingefügt werden, damit man einen Anhaltspunkt über die lokalen Bedingungen bekommt und seine Kleidung entsprechend aussuchen kann (Pulli oder T-Shirt). Weitere Wetterdaten wie Windstärke und –richtung, Luftfeuchte etc. sind zwar auch darstellbar, aber wegen unserer Platzlage in einer Waldlichtung nicht sinnvoll und daher nicht realisiert.
Zur Temperaturmessung wird ein sogenannter 1-Wire-Sensor verwendet, da er mit geringstem Aufwand einzubinden ist und sehr präzise misst. Der Sensor ist als diskretes Bauteil in Transistorbauform oder als komplett vergossenes Bauteil mit 3-poligem Anschlusskabel erhältlich. Diese 3 Anschlüsse verteilen sich auf die 3,3 V Betriebsspannung (Pin 1), Masse (Pin 6) und dem Datenport GPIO4 (Pin7).

Der verwendete 1-Wire Temperatursensor DS18S20 wird durch die folgenden Einträge in die Datei /etc/modules dauerhaft aktiviert:
Code:
[I]w1-gpio pullup=1
w1-therm[/I]
Wegen eines Bugs in der Software (das hat mir ziemlich Kopfzerbrechen bereitet) muss die Reihenfolge der Einträge genau stimmen, da es sonst zu einer nicht funktionierenden Kamera kommt. Meine modules-Datei sieht wie folgt aus und damit klappt es:
Code:
# /etc/modules: kernel modules to load at boot time.
#
# This file contains the names of kernel modules that should be loaded
# at boot time, one per line. Lines beginning with "#" are ignored.
# Parameters can be specified after the module name.

snd-bcm2835
w1-gpio pullup=1
w1-therm
w1-gpio
i2c-dev
i2c-bcm2708
spi-bcm2708
lirc_dev
lirc_rpi gpio_out_pin=7


Zusätzlich dazu muss noch die Datei „raspi-blacklist.conf“ im Verzeichnis /etc/modprobe.d modifiziert werden (ersten Eintrag auskommentieren).
Code:
# blacklist spi and i2c by default (many users don't need them)

#blacklist spi-bcm2708
blacklist i2c-bcm2708

Damit wird eine friedliche Koexistenz zwischen Raspberry Kamera und 1-Wire-Temperatursensor gewährleistet.

Zur Ermittlung und Umrechnung der Sensortemperatur kommt folgendes Skript (temp) zum Einsatz, das ins Verzeichnis /usr/bin kopiert wird und 0755 Rechte (Besitzer „root“) hat:
Code:
#! /bin/bash

# Temperatur des Sensors auslesen
tempread=`cat /sys/bus/w1/devices/[highlight]Sensorverzeichnis[/highlight]/w1_slave`
temp=`echo $tempread | egrep -o 't=[\-]?[0-9]+$' | cut -d= -f2`
temp2=`echo "scale=1; $temp / 1000" | bc`

# Wert ausgeben
echo ".........Temperatur" $temp2 "°C"

Der gelb unterlegte Teil muss auf die jeweils vorhandene, einzigartige Sensoradresse geändert werden, in der sich die Datei mit dem Temperaturwert befindet. Dieser Pfad muss über den Dateiexplorer ermittelt werden (in meinem Fall beispielsweise „10-000802c2ca6f“).
Die Ermittlung und Umrechnung erscheint etwas umständlich, ist aber wegen der Außentemperaturen und der damit verbundenen Varianz der Stellen nötig.
Die Eingabe von „temp“ sollte nun eine gültige Temperatur auf der Konsole ausgeben.


Bild aufnehmen und verarbeiten

Die Pi Kamera hat die Aufgabe, das Bild aufzunehmen. Hierzu wird der Befehl „raspistill“ verwendet. Das Skript „takeimage“ erledigt diese Aufgabe und speichert das Bild (Format 1024x768 Pixel) unter dem Namen „wc_image.jpg“. Dieses Bild wird dann noch verarbeitet, indem der untere Bereich weichgezeichnet wird, damit keine Personen zu erkennen sind (der Schritt kann gegebenenfalls entfallen). Das daraus resultierende Bild wird unter“ wc_image_sft.jpg“ zwischengespeichert.

Schließlich wird noch ein schwarzer Balken eingefügt, in den ein Text mit der Bezeichnung, das aktuelle Datum und die aktuell ausgelesene Temperatur eingestempelt wird. Dieses Bild wird als „wc_image_mod.jpg“ gespeichert (alle in /home/pi). Entfällt das Weichzeichnen, muss der Eingangs-Dateiname „wc_image_sft.jpg“ im Skript auf „wc_image.jpg“ angepasst werden.

Abschließend wird das finale Bild noch via FTP auf den Webserver übertragen, damit es auf der Vereinshomepage angezeigt werden kann.
Code:
#!/bin/bash

#Kamerabild aufnehmen und speichern
raspistill -w 1024 -h 768 -q 70 -t 3000 -sh 10 -ex auto -awb auto -vf -hf -o /home/pi/wc_image.jpg

#Kamerabild weichzeichnen
convert /home/pi/wc_image.jpg -region 1024x88+0+680 -blur 0x8 /home/pi/wc_image_sft.jpg

#aufgenommenes Bild mit Textstring versehen
convert /home/pi/wc_image_sft.jpg -geometry 1024x768 -quality 80 -gravity North -background black -extent 1024x788 -gravity SouthEast -fill white -pointsize 16 -draw "text 0,0 'Webcam Beschreibung und Ort                          
`echo $(date)`................................`echo $(temp)`
 '" /home/pi/wc_image_mod.jpg

#modifiziertes Bild via FTP hochladen
/usr/bin/ftpupload /home/pi/wc_image_mod.jpg /

Die entsprechenden FTP-Zugangsdaten sind in der Datei „.netrc“ in /home/pi vorab eingetragen:
Code:
machine ihredomain.de
login ihrlogin
password ihrpasswort

Wichtig ist, dass die „.netrc“-Datei die Rechte 0600 bekommt (Besitzer „pi“).

Ebenso muss der Zielserver in die oberen Zeilen des Skript “ ftpupload“ eingetragen werden, das zum Upload im Hauptskript verwendet wird. Dieses Skript ist wie die Temperaturabfrage in /usr/bin beheimatet und ausführbar (0755; Besitzer „root“).

Code:
#!/bin/bash
#
# login infos saved to ~/.netrc
#
srvIP="ihredomain.de"
srvPORT="21"


Automatisierung

Nun ist es recht schwierig, das Bild jedes mal von Hand aufzunehmen. Hier muss also ein Automatismus her, der in einem geregelten Zeitabstand diese Aufgabe durchführt. Diese Aufgabe übernimmt der Linux Daemon „Cron“, der genau für solche Aufgaben existiert. Über die sogenannte „Crontab“ wird ihm eine Aufgabenliste unterbreitet, die der Cron brav abarbeitet.

Durch die Eingabe (eingeloggt als „pi“) von
Code:
crontab –e
wird die Aufgabenliste angezeigt und kann entsprechend ergänzt werden. In meinem Fall soll im Zeitraum von 6 – 21 Uhr alle 20 Minuten ein Bild aufgenommen und hochgeladen werden. Als Crontab-Eintrag sieht das wie folgt aus:
Code:
*/20 06-20 * * * sh /home/pi/takeimage
00 21 * * * sh /home/pi/takeimage

Die neu erstellte Liste wird mit STRG + O gespeichert bzw. der Editor mit STRG + X beendet.

Nun müsste die Webcam alle 20 Minuten ein Bild, wie etwa dieses, aufnehmen, bearbeiten und hochladen. Die Einbindung in die Homepage erfolgte als eingebettetes Bild auf einer nur für Mitglieder zugänglichen Seite.

Abb-04_720.jpg

Die endgültige Position der Webcam ist auch bereits gefunden. Ein geschützter Platz unter dem Dachvorsprung ist ideal, da Regen und Schnee der Kamera nicht zu nahe kommen können. Probleme durch Kondensation sind bisher nicht aufgetreten.

Abb-05_720.jpg

Das graue Kabel stellt die Stromversorgung dar (Netzteil und WLAN/GSM Modem in der Hütte), das schwarze Kabel gehört zum Temperatursensor.

Referenzen:

http://sourceforge.net/projects/win32diskimager/
http://winscp.net/eng/docs/lang:de
http://jankarres.de/2012/08/raspberry-pi-raspbian-installieren/
http://downloads.raspberrypi.org/raspbian_latest
https://www.raspiprojekt.de/anleitu...emperatursensor-ds18b20.html?showall=&start=4
http://datasheets.maximintegrated.com/en/ds/DS18B20.pdf
http://www.watterott.com/de/Temperatur-Sensor-Wasserdicht-DS18B20
 

Kommentare

Hi,Ich habe im Januar ein ähnliches Projekt realisiert. Jedoch verschwende ich die Ressourcen des Rasp nicht so großzügig. ;)Bei uns am Platz gibt es weder Telefon noch 230V. Daher wird mein Rasp mit Solarstrom versorgt und verbindet per UMTS (bzw. GPRS weil schlechte Netzabdeckung).Zudem lese ich per USB eine Wetterstation aus und habe somit eine grafische Darstellung von Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Temperatur, Luftdruck etc.Weiter messe und überwache ich die Spannung des Solargespeisten Akkus und vermeide durch Selbstabschaltung des Rasp die Tiefentladung.In den beiden Türen am Platz sind Kontakte, die auf der Webseite erkennen lassen ob Personen am Platz sind oder nicht (Flugbetrieb - grade für den Nachwuchs interessant).Es wird ein kleines Kästchen mit Tastern geben die auf der Webseite "Schlepper am Platz - Segler gesucht" oder "Segler sucht Schlepper!" bei Bedarf erscheinen lassen.Der Rasp hat mit seinen GPIO viele Vorzüge und kann weitaus mehr als "nur Webcam" sein.
 
finde auch das man da noch einiges mehr rausholen kann... klar die idee is ja nicht neu, aber die umsetzung is eher halbgar. wenn schon dann richtig :):D
 
Finde ich grundsätzlich schon ein nettes gimmick so eine Kamera am Platz. Aber mich würde noch interessieren welche Unterhaltskosten das GSM Modem verursacht. Sind das normale Datentarife?
 
Hallo, in unserem Fall geht das sogar zum Nulltarif, wenn man einen normalen Tarif hat und die Lösung über eine Multi-SIM Karte realisiert. Ansonsten gibt es Tarife für um die 7 Euro / Monat. Das Datenvolumen / Monat liegt bei uns so um die 100-150MB. Sicher kann man jeden Furz über den RPi realisieren. Aber es geht hier primär um eine Webcam. Alles andere würde als Anleitung etwas zu weit führen. Zudem machen bei unserer Platzlage Windinformationen keinen Sinn, weil die nicht vernünftig messbar sind (große Waldschneise).
 
Ich habe es ebenfalls mit einer Milti-Sim (Also kostenlose zweite Karte zu bestehendem Vertrag) gelöst.Allerdings liegt mein transfervolumen bei etwas unter 1GB/mon. Ich erhöhe eben den Intervall der Bilder von 15min auf 5min sobald eine der Türen aufgeschlossen wird.Rainer, stimmt denn deine Urzeit immer? Oder bleibt der immer unter Spannung?Ich hatte das Problem, dass die Urzeit oft total daneben lag. Ich schalte den Rasp über Nacht spannungslos (weil eben Solar-Versorgt). Und wenn beim Booten noch keine Internetverbindung steht (Ist per GSM ein ganz eigenes Thema) erfolgt auch kein NTP-Update. Den ganzen Tag nicht.Also habe ich eine Quarzgestützte RTC eingebaut die als Zeit- Master den Ton angibt. Die RTC stelle ich täglich bei bestehender Verbindung übers Netz.
 
Hi zusammen, an der Stelle ein dickes Lob an Onki, dass er sich die Zeit genommen hat uns eine WEBCam am Platz zu installieren. Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen, bis alles funktioniert. Daher 5 Sterne von mir. Ich bin und werde ein großer Gewinner dieser Aktion sein :cool: Gruß Thomas P.S. Natürlich kann man immer noch mehr machen. Nur, wird sind damit erstmal zufrieden :D
 
Hallo, von mir auch ein großes Lob an den Autor! Es spart viel Zeit wenn man schon mal grob eine Richtung hat. Zudem macht es mehr Spass Linux zu lernen wenn man ein praktisches Beispiel hat. Klar kann man alles noch perfekter machen, aber warum wenn es seinen Zweck erfüllt .
 
Eckart, wäre es denn möglich das du mal noch etwas zu dem GSM Modem schreibst wie ihr das letztendlich ins Internet bekommt?
 
Hallo Thomas

Rainer ist der Autor. Eckart hat nur die Veröffentlichung freigeschalten.

@Raspberry-Bastler
Wäre schön wenn ihr den Bericht von Rainer mit Euren technischen Lösungen hier posten würdet. Also im Sinne von "Nachbaufähig". Das Thema wird über einen längeren Zeitraum aktuell für viele Vereine bleiben. Und da :rcn: ein ziemlich hohes Google-Ranking hat, werden im Laufe der Zeit nicht nur Modellflieger diesen Artikel finden. ;)

@Rainer
Schöner Bericht geworden. Danke. :)
 
Hallo, hier noch ein paar Hinweise, wie die Webcam letztlich ins Internet kommt. Wie im Text schon angesprochen ist unser Platz nicht gerade mit Netzabdeckung gesegnet. Es ist nur EDGE/GPRS Abdeckung vorhanden, was die Hardwareauswahl etwas einschränkt. Zunächst hatten wir ein älteres Samsung-Smartphone als mobilen Hotspot im Einsatz, das war aber langfristig zu instabil. Daher hab ich nach längerer Suche und einigen Fehlgriffen (z.B. Speedport HSPA ging nicht mit meiner "normalen" Multi-SIM-Karte) zu einem WLAN/GSM Hotspot entschieden (Huawei E5331): http://www.reichelt.de/?ARTICLE=122505;SID=31F@yiFawQAR8AAFzq-jg08f2311f4f6c31517a6e700838e0bb64 Damit kann man problemlos ein kleines WLAN aufspannen, an das sich der RPi mit seinem WLAN-Dongle anmeldet (das kann man auch über die grafische Oberfläche des Pi problemlos bewerkstelligen. Der Hotspot selbst wählt sich dann bei Bedarf ins Internet ein (wenn man PIN und APN konfiguriert). Wenn es wirklich eng wird, kann man nach einer leichten mech. Adaption noch eine next. Antenne an den E5331 anschließen (Buchse ist im Gehäuse vorhanden). Hoffe das ist als Info ausreichend. Gruß Rainer aka Onki
 
Warum hast du den Umweg über WLAN gemacht? Ich habe im Rasp direkt einen USB-Surfstick stecken. Da kann ich dann auch gleich die Internetverbindug prüfen (Ping auf Googles DNS-Server) und ggf. den Stick neu starten. Unter Windows war das immer der Knackpunkt. Der Surfstick hat den Vorteil weniger Energie zu brauchen und nicht noch ein weiteres 2,4GHz Gerät auf einem Modellflugplatz (!!) zu sein.Ich leiste gern Unterstützung wenn jemand zu dem Thema welcher bedarf :) Bei mir ist ach alles auf vorhandenen Bibliotheken ohne viel Zauber aufgesetzt.
 
Hallo, das ist soweit richtig und einfacher. Aber ein WLAN am Flugplatz ist nur theoretisch ein Problem und unsere Hütte hat ein Blechdach und der Startplatz ist knapp 100m entfernt also wirklich nicht das Thema. Zudem hat so ein WLAN-Hotspot den Vorteil, dass ich jederzeit via Tablet an den Raspi kann um nach dem Rechtenn zu sehen. Eine Ethernetverdrahtung ist zu aufwändig (wie bekomme ich eine trennbare Verbindung durch das Gehäuse) und daher die Lösung mit dem WLAN-Stick. Zudem ist ein Surfstik nur sehr schwierig in das vorhandene Gehäuse zu integrieren und erfordert wegen dem Aluprofil auch noch zusätzlich eine ext. Antenne (wie gesagt - wir haben sauschlechten Empfang am Platz). Das kann bei anderen Lösungen natürlich anders gelagert sein, mir war der einfache Zugriff via WLAN jedoch wichtig. Gruß Onki
 
Ja, stimmt. Ich sehe WLAN am Platz auch nicht wirklich als Problem an. Zumal ja auch jeder inzwischen ein Smartphone in der Tasche hat, dass permanent nach Netzen scannt. Und das meist wenige Zentimeter (Hosentasche) neben dem aktiven Sender fürs Modell. Also kein Thema.Ich habe auch eine externe Antenne verwenden müssen. Ich denke da haben wir ähnliche Verhältnisse am Platz was die Netzabdeckung angeht. Einfach unterirdisch.Hast du eine Möglichkeit zur Fernwartung? Ich teste im Moment eine VPN-Fernwartung. Die hat aber einen entscheidenden Hacken: Sie muss vom Rasp rückwärts aufgebaut werden, da per GSM keine eindeutige öffentliche IP besteht zu der ich einen Kanal öffnen könnte. Also schicke ich eine SMS an den Rasp, dieser baut daraufhin eine OpenVPN-Verbindung zu meiner heimischen Frizbox auf und ich kann via Telnet auf den Rasp. Bisher aber leider extrem instabil und unzuverlässig :(Gruß David
 
Hallo David, so eine Fernwartung hab ich derzeit nicht auf der Liste. Der Pi läuft wirklich sehr stabil und wird auch via Cronjob um 3 Uhr nachts neu gebootet. Die Wartung ist eine Nahwartung, meistens in der Hütte mit dem Tablet bei einem kühlen Bier:). Viel zu tun gibt es aber nicht wirklich. Gruß Rainer aka Onki
 
Hallo!Ich setze das rückwärts VPN (Raspi --> Fritz) mittels shrew erfolgreich ein. Läuft bisher total stabil. Hab ein cron script laufen, was alle 15min die Fritzbox anpingt und falls keine Antwort kommt das VPN neu aufbaut. Wartung am Platz ist ja kein Thema, aber wenn man weiterentwickeln will ist es schon ganz nett.Läuft mit putty oder dem Remotedesktop sehr gut.Wlan am Platz haben wir nun etwa ein Jahr, es haben sich keine Auffälligkeiten gezeigt. Von daher kein Thema. ;)Hab einen 1&1 Surfstick mit integriertem Wlanrouter am laufen.Das Volumen von 1gb langt für alle 5min ein Bild bei 800x600.Strom war eine meiner Sorgen. Unbegründet. 80W Solarpanel + 4s Lifepo 3200mAh reichen gut aus.Raspi an nem BEC, der Surfstick in nem KFZ-Usb adapter.Ich hab das Problem, das der 1-Wire Tempfühler ab und an 85°C ausspuckt.Die Bildqualität der Raspi Kamera ist wirklich ausgezeichnet.Ansosnten ist es halt schon recht viel Arbeit, bis alles läuft. Gruß, Andreas
 
Hi,Ich habe im Januar ein ähnliches Projekt realisiert...........verbindet per UMTS (bzw. GPRS .......... eine Wetterstation aus und habe somit eine grafische Darstellung von Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Temperatur, Luftdruck etc.Weiter messe und überwache ich die Spannung des Solargespeisten Akkus und vermeide durch Selbstabschaltung des Rasp die Tiefentladung.In den beiden Türen am Platz sind Kontakte, die auf der Webseite erkennen lassen ob Personen am Platz sind oder nicht (Flugbetrieb - grade für den Nachwuchs interessant).Es wird ein kleines Kästchen mit Tastern geben die auf der Webseite "Schlepper am Platz - Segler gesucht" oder "Segler sucht Schlepper!" bei Bedarf erscheinen lassen.Der Rasp hat mit seinen GPIO viele Vorzüge und kann weitaus mehr als "nur Webcam" sein.

WOW das interessiert mich !

könnt ihr das alles noch näher und genauer erklären .... Anleitung für Dumis bzw. wenn wer Null Ahnung hat :rolleyes:

wegen Internet da empfehle ich wer in Österreich lebt sich das besorgen Infos hier 20 MB am Tag GRATIS ! altes UMTs Handy als Modem hab ich schon :D nur ... der Rest- :rolleyes:
 
Irgendwie funktioniert bei mir der ftp upload auf meinen Server nicht, Adress ist richtig eingegeben, Pfad auch und benutzername auch. Der Raspi macht brav seine Bilder, läd sie aber nicht hoch. Momentan noch über Lan Kabel angeschlossen. die .netrc einfach in /home/pi speicher mit chmod 0600 ?
 

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