Webra 2,5 ccm Diesel mit Doppeldüsenstock

Hallo Verbrennergemeinde, hallo Modelflug -Veteranen.

Mir ist grad ein Webra-Diesel "Winner 2,5 S" mit Doppeldüsenstock zugelaufen.

Genau so einer wie der hier---- abgebildet (fast ganz unten links)

Für beide Düsennadeln ist auf der anderen Seite je ein Kraftstoff-Schlauchnippel vorhanden.

Das zugehörige Modell existiert auch noch irgendwo (ursprünglichmit Schaltstern für SR) , es war eine Eigenkonstruktion mit Dreibeinfahrwerk und ähnelt etwas einer Cessna.
RC- Anlage gibt es nicht mehr, war aber damals auch ein Eigenbau.
(und außerdem gibt es demnächst vieleicht auch noch einen 1,5er Webra-Diesel abzustauben...........)


Also zurück zum Zweieinhalber:

Sicher ist, er ist deutlich älter als 50 Jahre weil mein Vater so um 1958 bereits den Modellflug augegeben hatte und zur manntragenden Segelfliegerei gewechselt war.

Er lässt sich problemlos durchdrehen, ist also nicht verharzt und auch sonst gut in Schuss.
Wurde wohl damals schon nicht mehr viel benutz und sachkundig gereinigt vor seiner Einlagerung.
Kompression is auch vorhanden..................... schmatzende Geräusche.
Zuviel durchdrehen möchte ich ihn aber nicht, damit er sich nicht frisst.


Möchte das Ding gerne für gelegentliche Retro-Einsätze reaktivieren, hab aber in über 40 Jahren Modellflug nur Verbrenner-Erfahrung mit einem 0,8er Cox gesammelt--sonst nix.

Also wenn ihr dazu was wisst....z.B.

Wie Alt genau?
Welche Mixtur braucht er?
Was für eine Luftschraube wäre Stliecht und vor allem wie gross soll sie sein?
Wie könnte die richtige Einstellung der Kompessionsschraube sein?
Was ist sonst noch zu beachten?


und vor allem-----was genau machen diese beiden äh...... Vergaser???

War das Ding u.U. bereits RC-tauglich, und irgendwie drosselbar? Vieleicht mit Zwei-Wege Hahn ????????
 
Hallo,
als Kraftstoff wird eine Mixtur aus Petroleum, Ether und Öl verwendet. Es gibt eine "Allround-Mixtur", das ist 1/3 Petroleum, 1/3 Ether und 1/3 Öl. Als Öl wird meistens Rizinusöl verwendet. Das ist auch gut so. Ich persönlich bevorzuge eine Mischung aus 50% Rizinusöl und 50% 2-Taktmotorenöl von der Tanke. An Stelle von Petroleum geht auch unparfümiertes Lampenöl, allerdings ist die Leistung etwas geringer, dafür verbraucht der Motor etwas weniger. Ether ist als Zündhilfe ein muß. Wenn der Motor gut ist, sollte er mit einem 20x15cm Zweiblattprop über 15.000 U/min schaffen. Zum Starten auf keinen Fall die Kompression zu stark einstellen, das kann zu einem verbogenen Pleuel führen. Lieber die Kompression zurücknehmen, am besten ganz. Zum Starten solltest Du eine von den beiden Düsennadeln 2 bis 3 Umdrehungen öffnen, dann mit einem Finger die Ansaugöffnung verschließen und den Motor ca. 10 Umdrehungen durchdrehen, damit Kraftstoff angesaugt wird. Wenn der Motor schmatzende Geräusche von sich gibt, ist genug Kraftstoff im Kurbelgehäuse. Nun solltest Du die Düsennadel wieder schließen und den Motor, vom Kompressionsbeginn an kräftig durchdrehen. Es kann eine Weile dauern bis er die ersten Zündungen zeigt. Und nicht den DICKEN Handschuh vergessen. Die Diesel haben ein enormes Drehmoment, und somit einen kräftigen "Tritt" - dat macht viel aua. Vermutlich wird der Motor zuerst nur etwas "piff und paff" machen, das ist normal. Nach ein paar Umdrehungen geht er wieder aus. Dann die Kompression in kleinen Schritten erhöhen, so 1/8 bis 1/4 Umdrehung der Knebelschraube, und wieder von vorn anfangen, mit dem Finger Ansaugöffnung verschließen.... Wenn der Motor gut anläuft, dann schnell die Düsennadel 1 - 2 Umdrehungen öffnen - und er sollte laufen. Dann wechselseiteig mit Düsennadel und Kompressionsschraube den optimalen Lauf einstellen. Es ist übrigens ein Irrglaube, das man durch die Verstellung der Kompression die Motorleistung regelt. Mit der Kompressionschraube wird der Zündzeitpunkt des Motors eingestellt, d.h. wenig Kompression Spätzündung und viel Kompression Frühzündung. Daran kann man sehen was viel Kompression beim Starten anrichtet, der Kraftstoff zündet viel zu früh, wenn mann noch die Finger am Propeller zum Durchdrehen hat - autsch.
Die Leistung kann man mit der Kraftstoffmischung beeinflussen. Wenn Du das Anwerfen des Motors raus hast, kannst Du mit dem Kraftstoff experimentieren, mit welcher Mischung er am besten läuft. Dann kannst Du dich auch mit der zweiten Düsennadel befassen. Soweit ich das in Erinnerung habe, kann man mit der einen Düsennadel den Leerlauf einstellen, und die andere ist für den Vollastbetrieb. Welche von den beiden das ist kann ich momentan nicht sagen, am besten mal googeln.
So erst mal genug fürs erste.
Viele Grüße
Bernd
P.S. und nicht entmutigen lassen wenns nicht gleich klappt, um mit den Diesel Erfahrungen zu sammeln muß man sich ein paar Stunden Zeit nehmen. Ich kann da aus Erfahrung reden, zuerst bin ich auch verzweifelt (kann man hier im Forum nachlesen), inzwischen habe ich mich von den Glühzündern verabschiedet und habe nur noch Diesel.
 
Hallo,
P.S. und nicht entmutigen lassen wenns nicht gleich klappt, um mit den Diesel Erfahrungen zu sammeln muß man sich ein paar Stunden Zeit nehmen. Ich kann da aus Erfahrung reden, zuerst bin ich auch verzweifelt (kann man hier im Forum nachlesen), inzwischen habe ich mich von den Glühzündern verabschiedet und habe nur noch Diesel.
Danke Bernd.

Hab nochmal was gefunden bei den Motorensammlern.....



Quelle: www.meca-region16.de

Genau so sieht er aus.


Und nach Rücksprache mit meinem alten Herren scheint es wirklich schon ein Motor für den RC-Betrieb gewesen zu sein---mit Magnetventil welches die Zuleitung zur zweiten Düsennadel freigab.
Worauf der Motor dann total fett lief--wenn er nicht trotzdem stehen blieb.
 
Hallo Klaus,
das ist korrekt, der Motor ist die RC Variante des Winner.
Ob nun überfetten oder abmagern, jedenfalls eine Möglichkeit die Drehzahl zu verändern. Ich denke mal, beim Diesel ist abmagern für eine Drehzahlsenkung die beste Variante.
Ich denke die Zweite Düsennadel wird für den Vollastbetrieb benötigt.
Viele Grüße
Bernd
 
Hallo Klaus,
das ist korrekt, der Motor ist die RC Variante des Winner.
Ob nun überfetten oder abmagern, jedenfalls eine Möglichkeit die Drehzahl zu verändern. Ich denke mal, beim Diesel ist abmagern für eine Drehzahlsenkung die beste Variante.
Ich denke die Zweite Düsennadel wird für den Vollastbetrieb benötigt.
Viele Grüße
Bernd
Und dass es so um 1954/55 schon Motoren für regelbaren Betrieb gab................................... ev. auch für Fesselflug mit dritter Leine ???

Total wilde Sache---das Ding muss in die Luft.

Macht es eigentlich einen Unterschied, das Ding als Zug oder Druckantrieb zu verbauen, ich mein wegen der Ansaugöffnung?

So ne schicke Motorsegel-Ente mit Druckschraube könnt ich mir nämlich gut vorstellen, und da wär dann auch das Rizinus-Geschmiere nicht so schlimm.........
Oder die WiK12- Ein Nurflügel von Wilfried Klinger von 1956.
 

hastf1b

User
Ich bin mir nicht ganz sicher ob der Motor schon regelbar war. Auf dem obigen Bild kann man nicht erkennen ob eine Vorrichtung zum Anschluß eines Gestänges vorhanden ist ungefähr so wie bei dem Bild unten.
Du kannst den Motor auch mit Druckschraube einsetzen.
Mach doch bitte mal ein Bild auf dem man die Anordnung der Düsennadeln und einem evtl. vorhandenem Drosselsegment erkennen kann.
Wenn du deinen Sprit selbst mischen willst könnte ich mal eine Aufstellung der einzelnen Zusätze heraussuchen.

Gruß Heinz
 

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Drosselvergaser?

Drosselvergaser?

Hallo,
der Motor vom Klaus hat vermutlich keinen Drosselvergaser. Bei dem gibt es nur zwei Betriebsarten - Standgas oder Vollgas, welches per Magnetventile geschaltet wird (oder mechanisch mit einem kleinen Kraftstoffhahn?). Wie Heinz es schon geschrieben hat, einige Fotos, die im Detail den Vergaser von einigen Seiten zeigen wären hilfreich für eine genaue Bewertung. Ich denke, ich habe aber auch schon mal einen Winner mit zwei Düsennadeln und RC-Vergaser gesehen. Am besten mal googeln, es gibt einige Homepages von Motorensammlern im Netz.
Viele Grüße
Bernd

P.S. auf alle Fälle gehört so ein Motor in die Luft :-) mich begeistern die alten Diesel auch immer - schon auf dem Prüfstand machen die Freude, da man die in Sekundenschnelle ohne Hilfsmittel zum laufen bekommt, und den Sprit bekomme ich in jeder Drogerie um die Ecke und die Rizinusschmiererei kann man vemindern in dem teilweise 2-Takt Motorenöl verwendet wird, bei einigen russischen Diesel ist das sogar vorgeschrieben
 
Hallo,
der Motor vom Klaus hat vermutlich keinen Drosselvergaser. Bei dem gibt es nur zwei Betriebsarten - Standgas oder Vollgas, welches per Magnetventile geschaltet wird (oder mechanisch mit einem kleinen Kraftstoffhahn?). Wie Heinz es schon geschrieben hat, einige Fotos, die im Detail den Vergaser von einigen Seiten zeigen wären hilfreich für eine genaue Bewertung. Ich denke, ich habe aber auch schon mal einen Winner mit zwei Düsennadeln und RC-Vergaser gesehen. Am besten mal googeln, es gibt einige Homepages von Motorensammlern im Netz.
Viele Grüße
Bernd

P.S. auf alle Fälle gehört so ein Motor in die Luft :-) mich begeistern die alten Diesel auch immer - schon auf dem Prüfstand machen die Freude, da man die in Sekundenschnelle ohne Hilfsmittel zum laufen bekommt, und den Sprit bekomme ich in jeder Drogerie um die Ecke und die Rizinusschmiererei kann man vemindern in dem teilweise 2-Takt Motorenöl verwendet wird, bei einigen russischen Diesel ist das sogar vorgeschrieben
Nö Drossel is nich.... sind einfach zwei stinknormale Düsennadeln übereinander.
Leicht schräg versetzt, damit die Einstellmöglichkeiten nicht durch den Draht des jeweils anderen Teils behindert werden.
Hinten is nix außer der beiden Schlauchnippel.

Aber zu der Zeit gab es auch noch keine Servos, die eine Drossel hätten ansteuern können.

Von da her.


Entweder der eine oder der andere mittels Umschaltventil (hat jedenfalls mein alter Herr gesagt, dem ich das Ding abgeschwatzt habe)...

Oder (Könnt auch sein) entweder nur einer alleine oder dann Beide gleichzeitig in Betrieb.

Das Ansprechen auf diese art der "Regelung" dürfte durch längere Schläuche stark verzögert sein:D:D:D:D:D:D
 
Hallo Klaus,
habe ich so ja schon vermutet. Wenn Du ohne Ab- oder Umschaltung den Motor betrieben möchtest, solltest Du nur eine Düse nutzen, das lässt sich leichter einstellen. Aber am besten ist es, du probierst alle Möglichkeiten aus. Das ist bestimmt interessant und wird ein großer Spaß. Die länge der Schläuche hat vermutlich keine Auswirkungen auf das Laufverhalten des Motors. Bei meinen ist das jedenfalls so, egal was für ein Schlauch dran ist, laufen immer gleich.
Viele Grüße
Bernd
 
Hallo Klaus,
genau so habe ich mir das vorgestellt.
Für den Anfang solltest Du aber nur eine Düse verwenden, um Erfahrungen mit dem Motor zu sammeln. Welche von den beiden wird nur ein Test herausfinden, aber grundsätzlich wird das egal sein.
Ich sehe, das Du einen Holzpropeller verwenden möchtest. Davon würde ich Dir abraten, da eine Holzlatte viel zu leicht für einen Diesel ist. Ein Dieselmotor hat gegenüber einem Glühzünder oder Benzinmotor eine enorme Verdichtung. Da der Motor nur einen Zylinder hat, muß die Kraft dafür einzig aus der kinetischen Energie des sich drehenden Propellers (Schwungmasse des Gewichts des Propellers) gewonnen werden. Ein 20x15 cm Zweiblatt oder besser ein Dreiblatt aus Kunststoff sind besser.
Viele Grüße und einen fleißigen Weihnachtsmann wünsche ich.
Bernd
 
Moin,

das der Prop falsch rum drauf ist, das hast Du aber schon gesehen, oder???????????:D

Grüße
Karsten
Dieses Wunderwerk der Technik soll einen Antik-Nurflügel durch die Luft schieben................... Guckst Du "L" :)



Aber da muss ich wohl mal nach einem Plastik-Linksläufer suchen, wenn das Holzding zu leicht ist........

Bei Graupner gäbs noch graue "Nylon" der Grössen 20x15L, 23x15L oder 23x18L mehr is nicht......................"18" dürfte für so einen Langsamen Flieger eher unpassend sein?????
Oder isses bei diesen Motoren wurscht wie rum sie laufen?????

Frohes Fest allerseits..............
 
Propeller

Propeller

Hallo Klaus,
der Graupner 20x15L ist auf jeden Fall brauchbar. Der 23x15L und der 23x18L wird auch gehen. Ich habe einen russischen 2,5 Sokol, und der hat mit einem 23x18 Dreiblattprop kein Problem. Läuft damit sehr ruhig, wenig Vibrationen und nicht allzu laut. Kleiner wie 20x10 solltest Du nicht versuchen, dann wird er sicherlich zu hoch drehen und auch mächtige Vibrationen erzeugen.
Und noch eins, es ist nicht egal wie rum er läuft. Der Motor hat einen Einlaßdrehschieber, und die Einlaßzeit ist auf eine bestimmte Drehrichtung abgestimmt. Geht also nur linksrum, wenn man auf den Propeller schaut.
P.S. Drehrichtungsunabhängig sind nur Motoren mit Membraneinlaß
Viele Grüße
Bernd
 
Hallo Klaus,
der Graupner 20x15L ist auf jeden Fall brauchbar. Der 23x15L und der 23x18L wird auch gehen. Ich habe einen russischen 2,5 Sokol, und der hat mit einem 23x18 Dreiblattprop kein Problem. Läuft damit sehr ruhig, wenig Vibrationen und nicht allzu laut. Kleiner wie 20x10 solltest Du nicht versuchen, dann wird er sicherlich zu hoch drehen und auch mächtige Vibrationen erzeugen.
Und noch eins, es ist nicht egal wie rum er läuft. Der Motor hat einen Einlaßdrehschieber, und die Einlaßzeit ist auf eine bestimmte Drehrichtung abgestimmt. Geht also nur linksrum, wenn man auf den Propeller schaut.
P.S. Drehrichtungsunabhängig sind nur Motoren mit Membraneinlaß
Viele Grüße
Bernd
Danke Bernd.

Dann werd ich mal beim Marktführer ein paar Linksläufer bestellen. Für den noch in Aussicht gestellten 1,5er Webra sollt der kleinere Prop ja auch geeignet sein ????
 
Webra 1,5

Webra 1,5

Hallo Klaus,
der 1,5 er wird mit einem 20x15 fertig besser ist aber ein 18x15, vorallem wenn man erst mal testen möchte.
Viele Grüße
Bernd
 

Antares

User
Hallo,

die Diesel haben ein hohes Drehmoment und kommen mit den "großen" Durchmessern gut zurecht.
Daß sie mit Holzlatten nicht laufen,würde ich ins Reich der Fabel verweisen. Vor den Kunststoffprops gab es quasi nur welche aus Holz, also mit was bitte schön sollen die Motoren damals gelaufen sein?
Und der "Dieselpapst" Franz Ruppert hat immer Holzpropeller bevorzugt,wegen der Haltbarkeit (naja,damals waren Kunststoffpropeller nicht so robust wie heute).

Sehr interessantes Projekt! Tolle Sache.

Gruß,
Harald
 

hastf1b

User
Ich weis auch nicht wo die Leute immer ihre Erkenntnisse herholen evtl. vom hören-sagen.
Das es schon Dreiblatt Propeller gab als der oben genannte Motor auf den Markt kam ist nicht sehr wahrscheinlich.
Nur bei den kleinen Cox-Fesselflugmodellen gab es Dreiblatt.

Gruß Heinz
 
Komma fehlt

Komma fehlt

Hallo Klaus,
der 1,5 er wird mit einem 20x15 fertig besser ist aber ein 18x15, vorallem wenn man erst mal testen möchte.
Viele Grüße
Bernd
Meine Güte
was hab ich da geschrieben, so ist es besser:
der 1,5 er wird mit einem 20x15 fertig, besser ist aber ein 18x15, vorallem wenn man erst mal testen möchte.
Viele Grüße
Bernd

P.S. meine Tests haben ergeben, das die Diesel mit Dreiblattpropeller besser und ruhiger laufen als mit Zweiblattpropeller, genauso ist es mit Kunststoff- oder Holzpropeller,
egal ob es sowas früher schon gab oder nicht. Aber das kann ja jeder für sich selber entscheiden, was für ihn besser ist.
 
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