Webra 91 Speed Davis Diesel

Manchmal kriegt man ja plötzlich so einen Floh ins Ohr.
Jedenfalls ging es mir so, und unversehens hatte ich vor ein paar Wochen diesen "Big Block" ersteigert.
Ein paar kleinere Abenteuer haben wir schon miteinander erlebt, dieser Webra 91 und ich, so daß ich jetzt ganz gut gelernt habe, wie man z.B. einen Kolbenring kaputtmacht, wo man einen neuen dafür herkriegt, und wie man ihn einbaut ;-)

Bild 01.jpg


Aber vor allem soll er baldigst in einen passenden Fesselflieger!
Deshalb wollte ich heute erstmal sehen und hören etc., wie er so "tut".

Vorneweg und prinzipiell: er springt wirklich prima an. Fast immer auf den ersten Flip, und fast egal, mit welcher Kompressionseinstellung.
Aber... ich konnte ihn partout nicht zum Durchlaufen bewegen.

Davon gibt es zwei Videos (sorry für die stümperhafte Qualität, man kann aber wohl erkennen worum es geht...), das eine nur mit Primen (wie von Andreas Schütz sehr gut beschrieben), das andere dann mit verschiedenen Kompressions- und DN-Einstellungen.
Immer mit dem mehr oder weniger gleichen Resultat: es klingt, als ob er nicht genug Saft kriegte.

Am Schluß stand die DN frei im Venturi, also mehr als maximal offen. Das kann ja eigentlich nicht Sinn der Sache sein, zumal sie auch schon früher so locker sitzt, daß sie sich selbst verstellen oder gar einfach verloren gehen kann.

Bild 02.jpg


Den Tank habe ich zwischendurch schon angehoben, weil ich dachte, vielleicht mag er nicht bergauf nuckeln?
Aber kein Unterschied...

Bild 03.jpg


So habe ich das also getrieben, bis der Tank leer war und ich mich endlich um das Ausmisten des Hühnerstalls zu kümmern hatte.

Jetzt frage ich mich (und Euch): kann es sein, daß einfach der Düsenstock zu klein ist? Er ist ja eindeutig selbstgemacht und wahrscheinlich kein Original Webra Teil für diesen Zweck. Vielleicht hat sich der unbekannte Umrüster in der Größe vertan?

Bild 04.jpg


Die Nadel ist ungefähr 1,6 mm stark, der Venturi hat 11 mm Durchgang.
Sprit übrigens Modeltech D 2000, Propeller Super Nylon 14 x 7.

Oder habt Ihr sonst eine Idee, Empfehlung, Anregung?

Viele Grüße - Albrecht
 
Hallo Albrecht !
So ein Düsenstock kann auch zu klein sein, wenn die Bohrung > 1,5mm ist, sollte das aber eigentlich reichen.
Die Fläche an dem Auslass ist meiner Ansicht nach Schuld. Die darf nicht schräg sein, sondern am besten Winklig.
Wenn schräg, dann muss die Fläche Parallel zum Luftstrom sein oder etwas nach unten in den Venturi zeigen. So wie auf deinem Bild drückt der Luftstrom den Sprit in den Düsenstock, du müsstest Ihn also noch etwas im Uhrzeigersinn drehen. Ich würde aber, wenn die Nadel lang genug ist, die Fläche winklig feilen (schön scharfkantig lassen)
VG,
Sebastian

P.S.: Ich finde, der klingt auch noch rel. niedrig verdichtet..
 
Zuletzt bearbeitet:

Bernd Langner

Moderator
Teammitglied
Hallo Seb
Meinst du nicht das 11m Innedurchmesser für das Venturi nicht etwas arg zuviel ist.
Für mich hört sich das an als ob er nur den Sprit verbrennt der angesaugt wurde.
Der Nippel mit dem Saugschlauch könnte das Gewinde von Standart Düsenstock
der Webra TN sein. Webra hat bei den Speedmotoren ein Trichter verbaut und
auf der einen Seite ein TN Düsenstock eingeschraubt der vorn etwas abgedreht wurde.

Gruß Bernd
 
Ja, 11mm ist schon groß, müsste für einen 15ccm aber noch funktionieren, er sollte trotzdem Ansaugen. Man kann da z.B. den Durchmesser der KW-Bohrumg hernehmen. So lange das Venturi einen kleineren Durchmesser hat ist es eigentlich erstmal OK. Für Kunstflug ist der aber definitiv zu groß.
 
Also, er saugt an sich sehr gut an, finde ich.
Gegen Ende der Tankfüllung konnte ich sehen, wie vereinzelte Blasen während der kurzen Laufphasen hurtig Richtung Vergaser wanderten.
Ich meine, es kam nur trotzdem zu wenig an...?
Übrigens hatte ich im Lauf der Zeit auch die Kompression fast bis zum Anschlag drin.
Das hat in dieser Hinsicht keinen Unterschied ergeben.

Gruß - Albrecht
 
...nein, weder noch.
Ich habe ihn so gekauft wie in Bild 1, außer daß auf der Nabe noch ein kurzes Stück Messingrohr steckte.
Wegen Schalldämpfer habe ich früher irgendwo gelesen, daß ein bestimmter OS Dämpfer gut paßt, wenn man rechts und links ein Sackloch bohrt.
So ähnlich hätte ich das probiert, sobald ich mal mit dem Laufen an sich zurande komme.
Am liebsten hätte ich irgendwann einen Zungen-Müffler... ;-)
Warum fragst Du?
Gruß - Albrecht
 
Hallo Albrecht !
Mit dem Dämpfer könntest du halt einen Drucktank realisieren.
Mit dem Glühkerzenkopf könnte man schauen, ob er als Methanoler läuft, bzw könntest du Ihn mit dem preiswerteren Methanolsprit einlaufen lassen, und dann auf Diesel umstellen.
Falls das drehen des Düsenstocks ebenfalls fehlschlägt, solltest du wirklich den Ansaugquerschnitt reduzieren, z.b. versuchsweise durch dünnwandigen Silikonschlauch im Venturi.
Ich gehe davon aus, dass du den Düsenstock und Tankbelüftung auf Durchlass geprüft hast ... ;)
VG,
Sebastian
 

Bernd Langner

Moderator
Teammitglied
Hallo Albrecht
Er saugt gut an wenn du den Finger drauf hälst aber nicht wenn die Luft durch das Venturi strömt.
Deshalb meine Vermutung Vennturi zu groß oder Seb seine Vorschläge mit dem Düsenstock und dem Auspuffdruck.
Alles zielt daraufhin das Saugverhalten ohne zuhalten des Venturis zu verbessern bzw überhaupt erst in Gang zu bringen.

Gruß Bernd
 
Vielen Dank für Eure guten Beiträge!

Es läuft also darauf hinaus, daß er nicht genug Sprit bekommt.
Die Frage bleibt, ob er nicht genug saugt (weil Venturi zu groß und/oder Düsenöffnung falsch, schräg o.ä.), oder ob trotz ausreichenden Saugens nicht genug ankommt (weil Düsenstock zu eng). Ich argwöhne wie gesagt letzteres.
Aber ich kann ja das eine tun und brauche das andere nicht unversucht lassen!

Die Düsenöffnung gerade feilen ist vergleichsweise einfach - mache ich vor dem nächsten Probelauf.
Venturi mit eingelegtem Silikonschlauch verengen: vermutlich auch nicht weiter schwierig.
11 mm außen habe ich mit Wandstärke 1,5 mm gefunden, bleiben 8 mm Durchgang.
Den bestelle ich einfach, es sei denn, Ihr habt eine bessere Idee - Wandstärke 1 mm wäre vielleicht schon besser?

Aber jetzt, einen geräumigeren Düsenstock mit Nadel, wo kriege ich denn den her? So 1,8 oder 2 mm innen würde ich schon mal probieren.
Das größte, was ich da habe, ist für den PAW 60 - auch 1,6 mm. Hmmm...

Was hat denn der Webra 91 RC für eine Düsennadel, also die Dicke meine ich? Oder vergleichbare Methanoler?

Viele Grüße - Albrecht
 
Hallo Albrecht !
1,6 reicht. Das Problem muss woanders liegen.
Kannst die Schlauchseite ja auch noch ein paar Zehntel aufbohren, und dann mit dem 1,6er Bohrer noch mal die Nadelseite freimachen.
Dann kannst du sicher sein, das durchgang ist.
VG,
Sebastian
 
Hallo Albrecht,
wenn der Düsenstock nicht verstopft ist, reicht die Dicke. Die kurze einseitige Bauweise ist allerdings von einem Speedmotor entliehen. Dort willst du ja einen möglichst großen Querschnitt und spritzt den Sprit mittels Druck aus dem Gehäuse oder Reso ein.
Dein Motor saugt nicht! Dem musst du ordentlich die Gurgel zudrehen!

Hier mal ein Foto von meinem Hype 91 CL Umbau:

Hype91CL2.jpg

Hype91CL1.jpg

Außer, dass da noch die Reste vom Hammersbacher Flugplatz zwischen den Kühlrippen kleben, sieht man gut das Venturi. InnenØ auf letztlich 8mm reduziert, und mit einem 3mm Düsenstock quer durchgesteckt. Damit zieht er die 2,5kg an 21,5m Leinen einigermaßen durch die Figuren, macht sogar fast sowas, wie 4-2-4.

Also meine Empfehlungen gehen dahin:
• Wechseleinsätze für das Venturi in 7,5, 8,0, 8,5 mm
• einen 3mm AußenØ Düsenstock durchgehend
• viel mehr Propeller: 14x7-3bl, 15x8, 16x8
• Tonguemuffler aus einem selbst angepassten Rohr mit Schlauchklemmenstrapsen könnte hier reichen.

Es ist jedenfalls noch ordentlich Experimentierpotential vorhanden...
Weiterschrauben
Andreas
 

Bernd Langner

Moderator
Teammitglied
Hallo Albrecht
Du hast doch Düsenstöcke für den 2,5cc MVVS in Cl Version
Das kannst du doch durchstecken oder ist das zu kurz?

Gruß Bernd
 
Grüß Gott miteinander,

MVVS - nee, nicht daß ich wüßte...?
Dafür das hier, in der Mitte (Quax hat wohl schon wieder mehr Glück als Verstand):

Bild 05.jpg


Die Nadeln sind austauschbar (1,6 mm), die Befestigungs- und die Überwurfmutter passen.
Länge ist prima, vielleicht mit einem O-Ring auf der Spritseite, um die Düsenöffnung genau in die Mitte zu kriegen.
Die Gewinde im Venturi müßten wohl weichen, da paßt der Düsenstock (4 mm) nicht durch.
Die Düsenöffnung kann ich nicht genau messen, vielleicht 1,2 mm...?

Diese Kombo werde ich jedenfalls mal ausprobieren, in Verbindung mit einer Silikon-Verengung auf zunächst 8 mm Durchgang.
Das sieht doch ganz gut aus, oder?

Für die "stationären" Wechseleinsätze muß ich noch mal fragen:
Ich habe bisher landauf landab kein Rohrmaterial mit 11 mm Außendurchmesser gefunden, geschweige denn Wandstärke-Variationen.

Viele Grüße - Albrecht
 
Hallo Albrecht !
Das sieht doch gut aus..
Vermutlich musst du auf einer Seite im Venturi das Gewinde ausbohren.
Zu dem 11mm Rohr :
Ich würd da glaub ich 10er nehmen und etwas aufbördeln. Ansonsten kannst du auch das Venturi mit Trennmittel Behandeln und den Spalt zum Alurohr mit Epoxi oder JB Weld auffüllen. Da würde ich aber auch unten Bördeln, damit keine Materialabplatzer in den Motor kommen.
Nur so als Idee, vermutlich gehts aber sogar so, da das Venturi an sich ja dicht ist.
VG,
Sebastian
 

Bernd Langner

Moderator
Teammitglied
Hallo Albrecht
Nimm 10er Rohr und biege dir aus dünnem Blech eine Hülse.
So habe ich es beim 10cc MDS auch gemacht um die 13mm Vergaser von Webra/MVVS in das 14mm Loch
zu bekommen.
Der Düsenstock ist übrigens von MVVS den gabe es in zwei Längen für 2,5-4,6cc und für 6,5-10cc.
Das mit dem O-Ring klappt nicht wenn du das festziehen willst drückt es den O-Ring weg.
Etwas fest muß es sein sonnst kannst du die Nadel nicht drehen.

Gruß Bernd
 
Ne, ne, ne, ne, neeee!

Ich glaube ihr habt da ein Missverständnis. Den festen Sitz brauchst du zwischen Vergaser/Venturihals und Motorgehäuse/Vergaseraufnahme. Das sind beim 91er Webra übrigens Ø15mm. Albrecht soll ja nur den Saugquerschnitt innen im 11er Venturi drastisch verringern. Da reicht auch ein Stück 10mm Rohr, das an den Enden aufgeweitet wird. Kleber oder anderen Dichtstoff braucht es da nicht. Hauptsache die Wandstärke des Röhrchens reicht. Gehalten wird es ja durch den Düsenstock. Den übrigens besser nicht mit O-Ringen, sondern mit Unterlegscheiben positionieren.
Zum Ø: mein 91er Glühzünder läuft gut mit 8mm-3mmDS. Ein Diesel braucht ca. 20% weniger Luft. Also würde ich es mit 6,5-8mm Ø versuchen.

Gruß Andreas
 
Hab ich doch geschrieben ;)
Etwas gegen Vibrationen ist OK, Alu auf Alu gibt Abrieb. Da ist eine Zwischenlage sicher nicht verkehrt. Ich würde inzwischen das Rohr einfach einkleben.
VG,
Sebastian
 
Das kleinste was da ist und dann passend aufbohren. Zum Querschnitt herausfinden geht der Schlauch auch, den kann man ja erstmal testen und dann passend verengen. Zum ersten Laufenlassen reicht der erstmal aus.
 
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