Welche Software wird für CNC-Arbeiten benötigt?

Hallo zusammen

Aller Voraussicht nach, werde ich mir mit einem Kollegen zusammen eine Stepcraft 2/D600 (Bausatz) anschaffen. Neben der CNC-Anlage benötigt man ja auch noch den Fräskopf und die entsprechende Software. Zum letzteren Punkt habe ich nun ein paar Verständnisfragen, bei welcher ihr mir allenfalls weiterhelfen könntet:

Welche Software benötige ich?
Ich habe bereits herausgefunden, dass es mehr als nur eine Software benötigt. Was sicher notwendig ist, ist WinPC-NC und EstlCam. Daher auch gleich meine zweite Frage:

Was macht die entsprechende Software?
Meine Annahmen sind folgende:
EstlCam: Gibt die Konturdaten an die WinPC-NC weiter. Zusätzlich können hier wohl einige Einstellungen über die Fräsarbeiten vorgenommen werden (z.B. Frästiefe)
WinPC-NC: Steuert die CNC-Maschine (resp. deren Motoren)

Wo werden die Fräsdateien erstellt?
Passiert das in EstlCam oder benötigt man hier weitere Software für deren Erstellung?

Ich arbeite beruflich mit Adobe Illustrator, einem Vektorprogramm das auch dxf und svg-Grafiken exportieren kann. Liege ich in der Vermutung richtig, dass ich diese Dateien in EstlCam importieren kann?


Mit der CNC-Maschine, dem Fräskopf, dem Fräswerkzeug und der entsprechenden Software habe ich dann alle Teile um erste Schritte in der CNC-Welt zu wagen – oder vergesse ich hier noch eine wichtige Komponente, welche dazu zwingend notwendig ist?


Für eure Hilfe bedanke ich mich bereits im Voraus bestens.

Gruss Manuel
 

Bernd Langner

Moderator
Teammitglied
Hallo Manue


Also du brauchst bei Estlcam nicht mehr weitere Programme den
Estlcam: 2D / 3D CAM und CNC Steuerung...
kann beides die Cam Funktion und die CNC Fräse steuern.

Win PCNc ist eine reine Frässteuerung mit einer sehr abgespeckten Cam Funktion
die ich selber nicht nutze.

Als wenn du fräsen willst mußt du Vektordaten erstellen mit einem Cad System.
Das wird dann mit der Cam Software bearbeitet damit die Frässteuerung das verarbeiten kann.

Ich zeichen z.B mit Corel Draw und exportiere in DXF das ich mit Bocnc (Cam ) bearbeite.
Gefräst wird mit Win PCNC.

Das ist ein Weg es gibt verschiedene andere Möglichkeiten Programme und Lösungen.

Da mußt du deinen eigenen Weg finden.

Gruß Bernd


D
 

P38Fan

User
Hallo,
also Eslcam kann nur *.dxf für 2D/2,5D Teile und *.stl für 3D Teile. Prinzipiell solltest Du aber für Dich selbst festlegen was Deine Fräse hauptsächlich fräsen soll.

Als Software benötigst Du zum Fräsen


  • [-]CAD Programm für das Erstellen der Frästeilekonturen
    [-]CAM Programm für das Erstellen des NC Codes
    [-]Steuerungsprogramm für Deine Fräse

Sehr flexibel bist Du mit mit Fusion 360. Das kann sowohl DXF Dateien als auch STL Dateien herstellen. In Fusion 360 ist CAD und CAM integriert, somit benötigst Du nur noch die Steuerungssoftware für die Fräse.

Ich habe eine Sorotec Compactline und arbeite mit EdingCNC und Fusion 360. Klappt 1A.

Gruß Mario
 
Hi Bernd

Vielen Dank für deine Antwort. Wenn ich es richtig verstanden habe, brauche es eigentlich 3 Programme:

- CAD-Software -> Ein 2D- oder 3D-Programm für die Zeichnungen
- CAM-Software -> zuständig für die Umwandlung der 2D/3D-Daten in Fräsdaten
- CNC-Software -> Zur Steuerung der CNC-Maschine

Nun gibt es Software, wie EstlCam, die mehrere Sachen kann -> nämlich CAM und CNC.

Was ich hier aber nun nicht ganz kapiere: Warum liest man denn so oft, dass die EstlCam-Daten an WinPC-NC gesendet werden, wenn EstlCam auch direkt die Maschine steuern kann? Hat das irgendwelche Vorteile, oder warum sollte man so vorgehen?

Selbst wenn ich WinPC-NC nicht zwingend benötige, werde ich wohl das Starter-Paket bei Stepcraft mitbestellen -> weil andernfalls nur eine Parallel-Schittstelle an Bord ist (mit dem WinPC-NC Starterset gibt es die USB-Schnittstelle dazu).

Gruss Manuel


@ Mario: Auch dir besten Dank für deinen Beitrag; habe diesen erst nach dem Erfassen des obigen Posts gesehen. Dieser deckt sich ja erfreulicherweise mit meiner Auflistung was die Software anbelangt.

Bei EstlCam ist halt der Preis wirklich gut, während ich ungern auf eine (teurere) Abolösung zurückgreifen möchte. Geplant ist ausschliesslich 2D-Daten zu verarbeiten und auch diese eher in einem einfachere Umfang. Für mich sehr ausschlaggebend ist, dass die CAM-Software fähig sein muss eines der folgenden Dateiformate zu importieren: dxf, dwg oder svg. Das sind Formate welche ich aus Adobe Illustrator exportieren kann.
 

van3st

User
Im Grunde ist schon vieles gesagt.
Ich möchte nur noch einmal auf den Adobe Illustrator eingehen. Das ist kein CAD program im herkömmlichen Sinne. Du kannst aber, wie du schon vermutet hast, die Exportierten DXF/SVG Files verwenden.
Allerdings glaube ich zu wissen, das Splinekurven als Multilines ausgegeben werden, was störend sein kann.
 
Hi van3st

Danke für deinen Input. Die Verwendung eines anderen (resp. eines "richtigen") CAD-Programmes schliesse ich natürlich nicht aus – aber für die ersten Versuche würde ich schon gerne Illustrator benutzen, da ich mit dessen Arbeitsweise vertraut bin. Wenn ich dann merke, dass es umständlich ist so zu arbeiten, oder gewisse Dinge nicht funktionieren die das Arbeiten damit erschweren, wechsle ich gerne auf eine andere Lösung. Ich denke einfach, dass mir am Anfang sicherlich noch genug andere Stolpersteien in den Weg gelegt werden, dann konzentriere ich mich lieber auf diese, als auch noch gleichzeitig eine neue Software zu lernen.

Gruss Manuel
 
Moin
Estlcam kann DXF verarbeiten.
Ist sehr einfach in der Bedienung.
Als Maschinensteurung enbenso einfach.
Lade dir einfach Estlcam runter Kostenlos und probieren.
Gruß Jan Henning
 
Fusion 360 ist für hobbyanwender kostenlos !!!
Das ist aber zeitlich begrenzt – zumindest sagt das die Hersteller-Webseite. Eine kostenlose Vollversion gibt es nur für Schüler/Studenten (diese ist 3 Jahre verwendbar).

@ Jan: Vielen Dank für die Info. Werde ich wohl so machen – also die ersten Tests mit EstlCam (und Illustrator). WinPc-NC brauche ich ja offensichtlich wirklich nicht – höchstens eben die Starter-Version davon, weil damit die USB-Schnittstelle dabei ist (die Starterversion kostet im Set 20 Euro Aufpreis).

Gruss Manuel
 
Hi!
Ich zeichne mit QCAD und speichere als dxf ab.
In ESTLCAM die dxf-Datei hochgeladen, füge ich die Fräsparameter wie Fräserdurchmesser, Fräsbahn, Tiefe, Fräsgeschwindigkeit ... hinzu.
Dabei werden die G-Codes geschrieben,quasi das Fräsprogramm. Die Datei kopiere ich nun auf einen Stick und importiere sie auf den Rechner an der Fräse.
Referenzfahrt durchführen, entsprechender Fräser rein. Am Fräs-Rechner ist LINUX CNC installiert - und los geht's.
 

Paratwa

User
Fusion ist meiner Kenntnis nach für Hobbyanwender kostenlos, man muss es nur jährlich verlängern (war bisher jedenfalls so).

Du brauchst wie schon geschrieben:

- Ein CAD Programm, mit dem du deine Teile konstruierst. Im Prinzip ist es egal ob 2D oder 3D, Hauptsache die Zeichnungen können als DXF exportiert werden. Das können in der Regel alle CAD Programme.
Ich selber zeichne hauptsächlich 2D mit Draftsight und bin sehr zufrieden damit. Meiner Meinung nach ist Corel Draw und ähnliches nicht unbedingt für die Erstellung von technischen Zeichnungen geeignet. Damit bin ich persönlich nie zurecht gekommen.

- Ein CAM Programm für die die Erstellung der Fräsdaten, z.B. ESTLCAM oder BOCNC.

- Ein Programm als Postprozessor zur Steuerung deiner Maschine mit den Fräsdaten. Sehr bekannt ist MACH3, was meiner Meinung nach aber nicht so dolle ist.

- ESTLCAM ist meiner Meinung nach die perfekte Lösung für den Hobbybereich, es vereint CAM und Postprozessor in einem. Und das für einen sehr geringen Preis.

Gruß
Thomas
 

van3st

User
Es sei vielleicht noch erwähnt, dass nicht überall, wo DXF draufsteht, automatisch auch das gleiche drin steckt.
Wen man z.Bsp. in F360 (pers. Lizenz gilt immer ein Jahr und kann mit 2 Klicks verlängert werden) einen BezierSpline zeichnet, so wird dieser mathematisch anders in der DXF verarbeitet, als das z.Bsp. QCAD und viele andere tun.
Im Endeffekt fehlen diese Kurven dann in vielen anderen Programmen, wenn man die DXF einliest. ESTLCAM kann diese DXFs lesen.
Ich arbeite mit dieser Kombi: F360 + EstlCam und benötige vorerst auch nicht mehr. Preis Leistung stimmen einfach mal.
 
Hallo,

Warum liest man denn so oft, dass die EstlCam-Daten an WinPC-NC gesendet werden, wenn EstlCam auch direkt die Maschine steuern kann? Hat das irgendwelche Vorteile, oder warum sollte man so vorgehen?
es kommt drauf an ob die verwendete Elektronik direkt mit Estlcam ansteuerbar ist.
Ist die Steuerungselektronik kompatibel kann man die Maschine direkt ohne weiteren Zwischenschritt über Estlcam ansteuern, wenn nicht kann Estlcam nur den CAM Teil übernehmen.

Christian
 
es kommt drauf an ob die verwendete Elektronik direkt mit Estlcam ansteuerbar ist.
Das ist dann wohl der entscheidende Punkt, dass jene mit einer Stepcraft-Maschine trotzdem WinPC-NC verwenden. Nach kurzer Recherche können diese Maschinen nämlich nicht direkt mit EstlCam angesteuert werden – Schade...

Da ich demnach doch auf WinPC-NC angewiesen bin, ist wohl die Starter-Version doch nicht mehr ausreichend und es muss doch die Vollversion her.

PS: Bist du der Entwickler von EstlCam? Falls ja; hier hat im Stepcraft-Forum jemand ein paar Wünsche hinterlassen (*Klick*) und natürlich auch ein grosses Lob an deine Software; man liest praktisch nirgends irgendwelche negativen Dinge darüber. Es scheinen alle sehr glücklich und zufrieden damit zu sein :)

---

Danke auch für die Inputs betreffend F360 und die Info bezüglich der DFX-Datei. Ich denke bei letzterem werde ich einfach mal testen, ob Illustrator verwendbare DFX-Files schreiben kann.
 
Die Maschinen kann man soweit ich weiss auch direkt mit Parallelport anstatt USB bestellen.
Ja, wenn man die Maschine ohne Software bestellt, dann ist der Parallelport vorhanden (mit Software = USB). Heisst dann, dass ich das Parallelport-Modul nicht benötige, resp. den "Estlcam LPT / Parallelport Adapter" direkt an die Stepcraft-Maschine anschliessen kann, richtig? Und der EstlCam-Adapter wird dann via MiniUSB mit dem Rechner verbunden?

So würde ich mir dann ja wieder die Vollversion von WinPC-NC sparen. Persönlich wäre mir das ja lieber, da dann CAM und CNC-Software in einem Programm daherkommen würde.
 

rkie

User
Hallo,
du kannst das auch ganz mit kostenloser Software machen. Fusion 360 hat ein Cam mit drin. Der Vorteil ist auch, dass die Cam-Daten am Teil hängen und bei Änderungen mit gehen.
Als Steuerung kostenlos gibt's GRBL (USB) und LinuxCNC (Parallelport).

Gruß
Rudi
 
Im Grunde ist schon vieles gesagt.
Ich möchte nur noch einmal auf den Adobe Illustrator eingehen. Das ist kein CAD program im herkömmlichen Sinne. Du kannst aber, wie du schon vermutet hast, die Exportierten DXF/SVG Files verwenden.
Allerdings glaube ich zu wissen, das Splinekurven als Multilines ausgegeben werden, was störend sein kann.
Nee, das stimmt nicht. Bzw. das kann mal so gewesen sein, ist dann aber schon Jahrzehnte her. Mittlerweile (seit CC19) gibt Illustrator - für ein Grafikprogramm - regelrecht brauchbare DXF-Dateien aus (noch CC18 hat z.B. die X-Achse invertiert, super-lästig). "Regelrecht brauchbar" heißt aber nach wie vor, dass
- Bézierkurven nicht in editierbare Splines umgerechnet werden (die werden dann zu statischen Formen)
- Koordinaten-Offsets nur durch Hilfsobjekte in den Griff zu kriegen sind
- Illustrator keine Abhängigkeiten kennt und das DXF-Format auch eh keine transportieren könnte
- nur Umrisse verlässlich transportierbar sind (keine Radienbezüge, Bezugsobjekte etc.)
- die Ausgabequalität von DXFs immer zu einem guten Teil auch noch von dem Programm abhängt, das sie interpretieren muss
und so weiter... mit allgemein CAD-mäßigem oder gar parametrischem Konstruieren hat das Zeichnen in Illustrator genauso wenig zu tun wie die klassische Tuschezeichnung. Nichtsdestotrotz ist es ein hervorragendes Hilfsmittel, um z.B. einzelne Profile aus .dat-Koordinatendateien zu vektorisieren; für solche Aufgaben sind Béziers einfach um Längen besser geeignet als Splines. Daher benutze ich Illustrator ganz gern, um Fusion360 zuzuarbeiten, aber mehr auch nicht.
Illustrator als CAD zu missbrauchen und die DXFs daraus direkt ins CAM zu nehmen, halte ich dagegen a) für gewagt und b) für ungeheuer unkomfortabel. Wenn's wenigstens FreeHand noch gäbe...

Tschöö
Stephan
 
Hallo,
du kannst das auch ganz mit kostenloser Software machen. Fusion 360 hat ein Cam mit drin. Der Vorteil ist auch, dass die Cam-Daten am Teil hängen und bei Änderungen mit gehen.
Als Steuerung kostenlos gibt's GRBL (USB) und LinuxCNC (Parallelport).

Gruß
Rudi
Das ist wirklich interessant – schön das es auch komplett kostenlos gehen würde. Da weder ich noch der Kollege mit Linux-Systemen arbeiten, wird darauf aber wohl leider nichts. Ich habe zudem auch nichts dagegen, ein paar Euro in die Hand zu nehmen und dem Entwickler so auch Danke für seine Arbeit zu sagen (zumindest dann, wenn das eine Einzelperson, resp. eine kleine Gruppe, ist :).


@Stephan
Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag. Ihr werdet sicherlich alle Recht haben, dass sich Adobe Illustrator nur bedingt für den Einsatz als CAD-Software eigenet. Nichtsdestotrotz möchte ich gerne die ersten Kreise und Rechtecke testweise damit ausfräsen. Ich möchte einfach zuerst die Grunddinge verstehen und sehen ob das so funktioniert wie ich mir das vorgestellt habe. Sollte dies der Fall sein, werde ich mich gerne um eine bessere, resp. richtige CAD-Software kümmern und dessen Handhabung lernen.

Zurzeit tendiere ich also zu folgender Arbeitsweise:

1. In Illustrator die ersten, einfachen Testobjekte anlegen
2. DXF-exportieren und in Estlcam laden
3. In Estlcam die erforderlichen Einstellungen vornehmen
4. Direkt aus Estlcam die CNC-Maschine ansteuern

(CAD: Adobe Illustrator / CAM und CNC: Estlcam)

Das erscheint mir zurzeit der schlankste und preiswerteste Weg zu sein um die ersten Schritte mit einer CNC-Fräse zu erlernen.

In einer späteren Phase werde ich dann voraussichtlich Illustrator durch Fusion360 ersetzen und habe diesbezüglich folgende Frage: Arbeitet jemand mit dieser Kombi? Also Fusion360 als CAD und EstlCam als CAM- und CNC-Software?

Das müsste dann nämlich so funktionieren, da EstlCam bei mir die CNC-Anlage steuert (Fusion360 besitzt diese Funktion ja nicht, da es eine CAD/CAM-Software ist). Es stellt sich höchstens die Frage, wo der CAM-Teil abgearbeitet wird – denke aber, es macht mehr Sinn, dies in der Software zu tun, welche schlussendlich auch die CNC-Anlage steuert.
 
Oben Unten