Welche Spritzpistole?

printi

User
Hallo,

ich bin auf der Suche nach einer Spritzpistole für Modelle bis ca. 1,60m. Also nicht sehr große Flächen.

Habe schon eine Airbrush von Revell, die ist aber für etwas größere Flächen über 10x10 cm zu klein, da der Becher nur 2 ccm fasst. Auch ist sie so konstruiert, dass sie eigentlich nur nach unten strahlt.

Jetzt habe ich die Satajet 20B im Auge. Hat die jemand und hat damit Erfahrung?
Oder kann mir jemand eine andere gute Pistole empfehlen?
Kompressoren (einer mit 5l Kessel und einer mit 10l Kessel) sind vorhanden.

Gruß Stephan
 

onki

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Hallo Stephan,

das ist ein etwas schwieriges Terrain.
Es gibt hier Menschen, die mit einer 30 Euro China-Pistole sehr gute Ergebnisse erzielen, andere schwören auf ihre Sata MiniJet als Anschaffung fürs Leben.
Ich selber hatte auch eine Billig-Pistole und bin letztlich auf eine Minijet 3000B mit 1,2mm Düse umgestiegen. Entspricht etwa der heutigen 4400B
https://www.sata.com/index.php?id=minijet4400bhvlp#ad-image-0
Seither möchte ich nichts anderes mehr. OK - ich lackiere max. 1x pro Jahr aber meine Kumpels nutzen die Pistole auch (aber nur die, zu denen ich Vertrauen hinsichtlich der gewissenhaften Reinigung habe).
Zu der von dir genannten kann ich nicht viel sagen, mir scheint sie aber etwas klein, vor allem der Farbbehälter.
da bin ich mit meiner miniJet und dem RBS-Bechersystem bestens versorgt und möchte nichts mehr anderes nutzen. Anmischen mit Skala und Farbbehälter in einem.

Ein guter Lackierer kommt sicher auch (fluchend) mit einer nicht so tollen Pistole klar und eine gute Pistole macht noch lange keinen guten Lackierer. Das muss ich leider immer wieder selber feststellen.

Gruß
Onki
 
Ich benutze für Modelle bis zu 2,3m (größere habe ich noch nicht lackiert) die einfachste Airbrush mit dem Glas unten als Farbbehälter. Funktioniert nach dem Prinziep einer Flitspritze. Hat daher auch keine Nadel und ist sehr einfach zu reinigen. Ich verwende auch nur mehr Farben auf wasserlöslicher Basis aus dem Baumarkt.
Als Nachteil kann ich nur sagen: ich habe diese Airbrush bei keinem Modellbauhändler, auf die Schnelle, im Sortiment gefunden. Fürd lackieren von Flächen wäre diese Airbrush durchaus ausreichend.

Franz
 
Hallo,
ich muss mich der Meinung vom Onki anschliessen.

SATA MiniJet ist für unsere Anwendungen genau das Richtige. OK, die ist nicht ganz billig aber ein tolles Teil mit dem man 1A Lackergebnisse erzielt bzw. erzielen kann.

Es gibt bei SATA die Möglichkeit unterschiedliche Düsen einzusetzen. Ich verwende eine SATA Minijet 4400 HVLP mit 0,5er / 0,8er oder 1,4er für jeden Zweck die geeignete Düse. Das RPS Einwegbecher in denen man sehr genau die Farben mit Härter und Verdünnung mischen kann, ist auch genial. Es gibt die Becher in den Größen 300, 600 und 900ml je nach zu lackierender Fläche.

Die Minijets kommen auch mit ca. 120L/min Druckluft aus, das ist nicht ganz uninteressant wenn Du Dir eine Lackpistole anschaffen willst egal welche Art, denn gehört auch ein guter Kompressor dazu und lass Dich nicht von der Werbung irritieren wichtig ist welche Leistung der Kompressor auf Dauer (eff. Liefermenge) bringt und nicht welche Ansaugleistung er hat.

Gruß Mario

PS: Sehr günstig bekommt man die SATA Minijets beim Lackcenter Berlin, da habe ich meine gekauft...
 

printi

User
Hallo onki,

Dank für die Erläuterungen.
Ich sehe es auch so: ich spritze einmal im Jahr, bin also nicht geübt. Habe die letzte Sata-Pistole 40 (!) Jahre gehabt. Jetzt ist sie leider kaputt. Habe sie zu Sata (kostenlos) eingeschickt. Telefonisch habe ich die Auskunft erhalten, dass sie nur noch wenige Ersatzteile haben (bei so einem alten Modell verständlich). Aber auf jeden Fall wird sie wieder (auch kostenlos) zurückgeschickt. Das ist halt ein Kundenservice, den man im Ausland wohl schwer erhält. Darum will ich wieder eine Sata, auch wenn sie etwas mehr kostet.


Gruß aus Karlsruhe

Stephan
 

printi

User
Hallo,
ich muss mich der Meinung vom Onki anschliessen.



PS: Sehr günstig bekommt man die SATA Minijets beim Lackcenter Berlin, da habe ich meine gekauft...
Hallo Mario,

Dank für die Bezugsquelle. Habe ich auch schon gesehen. Es ist nämlich garnicht so einfach, eine Sata-Pistole günstig zu erhalten.


Gruß

Stephan
 

printi

User
Hallo,
Ich verwende eine SATA Minijet 4400 HVLP mit 0,5er / 0,8er oder 1,4er für jeden Zweck die geeignete Düse.

Gruß Mario
Hallo Mario,

nachdem ich jetzt von Sata die Mitteilung erhalten habe, dass meine alte Sata nicht mehr repariert werden kann, muss ich mich doch näher mit einem Neukauf beschäftigen.

Da Du die 4400 mit einer 0,5 mm-Düse hast, habe ich genau zu dieser Kombination eine Frage:
Kann man den Strahl so einstellen, dass auch sehr kleine Flächen, bei mir heißt das 5x5 cm, so gespritzt werden können, ohne dass man eine professionelle Absaugkabine braucht?
Oder anders gefragt: sprüht sie viel daneben?

Mit freundlichen Grüßen
Stephan
 
Hallo Stefan,
das kannst Du selbst regeln, abhängig davon, welche größe an Fläche Du lackieren willst. Du kannst die SATA Minijet mit Breitstrahl (bei größeren Flächen) oder Punktstrahl (für kleine Flächen) einstellen. Wieviel Farbe die SATA Minijet dann ausgibt, hängt vom eingestellten Druck und der verwendeten Düse ab, da musst Du etwas experimentieren bevor Du Deine Spritzobjekt bearbeitest, aber eine "Probespritzgang" solltest Du in jedem Fall tun.

Meine SATA Minijet 4400 ist vom Typ HVLP (High Volume Low Pressure) die benötigt nicht viel Druck. Ich stelle den Druck normalerweise auf 2,0 Bar und Breistrahl ein. Zur der Spritzpistole empfehle ich Dir noch ein Druckmanometer egal ob Analog oder Digital (z.B. SATA adam2).

Ich lackiere aber auch überwiegend größere Modelle und benutze selbst meistens eine 1,4er Düse. Lackiert wird bei mir in der Garage bei guter Durchlüftung. Die 0,5er Düse nutze ich seltener und wenn, dann mit einem Druck von 1-1,5bar. Das sind aber nur Richtwerte, denn das hängt auch von der Viskosität des Lackes ab.

Eine ordentliche Atemmaske sollte dabei immer Pflicht sein! Welche, ist abhängig davon, welche Farbe Du verwenden willst (Wasserlösliche Lacke oder Lösungsmittelhaltige), denn Du hast erheblich mehr Sprühnebel als mit einer Airbrushpistole. Eine gute Durchlüftung des Raumes indem Du lackieren willst, ist immer angebracht.

Gute Atemmasken gibt es von 3M, die um die 60 Euro kosten und diese Investition sollte Dir Deine Gesundheit schon wert sein ;)

Gruß Mario
 

printi

User
Danke Mario für die ausführliche und gute Antwort.

Das hat mir wirklich wieter geholfen.
Man kauft ja doch die Katze im Sack, da man eine Spritzpistole nicht vorher ausprobieren kann.

Ein schönes (Flug-) Wochende.

Gruß Stephan
 
Hi Stefan,
kein Problem dafür ist ja ein Forum da :D ... und mit einer SATA kaufst Du nicht die Katze im Sack, die verwenden die meisten Lackierer bei den Autolackern.

Noch eine kurze Anmerkung:
Ich habe in Deinem Eingangspost gelesen das Du über einen "Kompressor mit 5L bzw. 10L" verfügst. Bedenke, wenn Du mit einer SATA Spritzpistole (HVLP) lackieren will musst Du einen Kompressor haben, der mindesten 150l/min besser > 200l/min auf Dauer leisten kann. Die Leistungsbedarf hängt vom Druck und Düse ab.

Solltest Du Dir auch einen neuen Kompressor zulegen wollen, achte darauf was der an effektiver Liefermenge auf Dauer abgeben kann. bei > 200ml/min hast Du zumindest bei den kleinen Düsen immer Luft, denn nichts ist störender wenn Du beim Lackieren plötzlich einen Lufteinbruch hast, das siehts Du sofort am Lackergebnis.

In der Werbung wird meistens mit der Ansaugleistung geworben. Entscheidend ist aber die effektive Liefermenge, die der Kompressor bei einem bestimmten Druck liefern kann. Seriöse Hersteller geben diese beiden Werte an.

Ein Beispiel:
Ich besitze einen Güde 580/10/50/400V Kompressor. Der hat eine Ansaugleistung von 580l/min aber "nur" eine effektive. Liefermenge von 400l/min. Mein Zuleitungsschlauch zur Spritzpistole beträgt 10m.

Wenn ich z.B. Flächen grundiere, nehme ich meine SATA 100B mit einer 1,8er Düse. Die Druckeinstellung an der Pistole stelle ich auf 2,5bar über einen SATA adam2 ein. Der Kompressor wird auf 10Bar eingestellt und mein Druckminderer (SATA) begrenzt den Druck auf 4bar, denn die 10m Zuleitungsschlauch verursachen einen Druckabfall von ca. 1bar.

Wenn ich mit diesen Einstellungen Grundiere, habe ich auf Dauer bei einer Tragfläche von ca. 150x80cm keinen Druckverlust obwohl der Kompressor den Behälter in 3 Minutenabständen nachfüllt.

Lackiere ich mit den gleichen Einstellungen mit einer Minijet 4400 (HVLP) und einer 1,4er Düse bei 2bar Vordruck, füllt der Kompressor den Behälter erst alle 6-8 Minuten nach.

Du siehst wie unterschiedlich sich das System bei unterschiedlichen Viskositäten und Düsen verhält. Ich würde mal sagen das wenn man mit ner 0,5er Düse und < 2 bar lackiert würde sich der Kompressor wahrscheinlich erst nach 15 Minuten einschalten, aber das habe ich noch nicht probiert, ist nur eine Einschätzung.

Gruß Mario
 
Hi Stefan,
Ein Beispiel:
Wenn ich z.B. Flächen grundiere, nehme ich meine SATA 100B mit einer 1,8er Düse. Die Druckeinstellung an der Pistole stelle ich auf 2,5bar über einen SATA adam2 ein. Der Kompressor wird auf 10Bar eingestellt und mein Druckminderer (SATA) begrenzt den Druck auf 4bar, denn die 10m Zuleitungsschlauch verursachen einen Druckabfall von ca. 1bar.
Gruß Mario
Hallo Mario,

verstehe ich nicht ganz: Wenn du die Pistole mit dem ADAM2 einstellst, warum dann noch den Druckminderer auf 4 Bar? Den brauchst du doch dann nicht?
 
Hallo Jochen,
so fein kannst Du den Druck mit einem Druckminderer nicht einstellen wie mit dem Adam 2. Ausserdem liegen ja 10m Luftschlauch zwischen dem Druckminderer, der bei mir aus einer SATA Filtereinheit SATA 444 besteht und der Spritzpistole. Ausserdem unterliegt das System ab Druckminderer und Filtereinheit Druckschwankungen die ohne den Adam 2 von der Spritzpistole kompensiert werden müßten und das kann sie nicht.

Um ein sauberes Spritzergebnis zu erlangen musst Du sicherstellen, das an der Spritzpistole keine Druckschwankungen auftreten und bei dem Aufbau den ich gewählt habe, ist das nicht der Fall. Ich habe mir das auch nicht selber ausgedacht, sondern vor Installation meiner (Hobby)Lackanlage mich mit meinem Autolackierer darüber unterhalten und der hat mir diese empfohlen. Die Lackergebnisse jedenfalls sind entsprechend....

Aber das muss jeder selbst wissen wie er so etwas aufbaut, es führen eben viele Wege nach Rom.....

Gruß Mario
 
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