wie wahr.....

Stephan Ludwig

Moderator
Teammitglied
kam per mail :

Wir haben es tatsächlich geschafft!

Kaum zu glauben, aber es ist so.

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft, speziell was der Gesetzgeber und die Bürokraten, die Medien und die Informationsgesellschaft uns
täglich vorbeten und verbieten, müssten wir alle, die in den Sechzigern bis Anfang der Achtziger aufgewachsen sind, längst tot sein...

Unsere Kinderbetten waren mit bleihaltigen Farben bemalt und Formaldehyd sickerte aus jeder Pore. Ganz zu schweigen vom Tapetenleim, dem Kleber
des Linoleums oder den PVC-Dämpfen des Stragula. Wasserfeste Filzstifte hatten Ausdünstungen, die benebelten, und wer erinnert sich noch an den
leicht salzigen Geschmack des abzuleckenden Tintenkillers?
Steckdosen, Medizinflaschen, Schranktüren und Schubladen waren noch nicht kindersicher.

Messer, Schere, Gabel und Licht wurden uns zwar verboten, aber meistens mussten wir uns erst einmal daran verletzten, um es zu glauben.
Unsere Fahrräder, Roller und Rollschuhe fuhren wir ohne Schützer und Helme.
Die Risiken, per Anhalter in den nächsten Ort zu fahren, waren uns unbekannt!

Zum Thema Auto erinnern wir uns weder an einen Sicherheitsgurt, noch an Airbags, ABS oder ähnliche Sicherheitsvorrichtungen im Wagen des
Vaters. Man saß zwar hinten, aber an einem heißen Sommertag gab es doch nichts schöneres, als seinen Kopf aus dem Fenster (das man damals noch
komplett runterkurbeln konnte) des fahrenden Autos zu stecken und sich den Fahrtwind
ins Gesicht blasen zu lassen, sodass man kaum noch Luft bekam.

Wasser haben wir direkt aus dem Gartenschlauch getrunken und nicht aus einer Flasche.

Wahnsinn! Wir aßen fettige Schmalznudeln und frischgebackenes Brot mit fingerdick Butter drauf; dazu gab es überzuckerte Limonaden oder
künstlich gefärbtes Tri Top. Fett geworden sind wir deswegen nie, weil wir immer draußen waren. Wir haben zu fünft aus einer Limoflasche getrunken und es ist tatsächlich keiner daran gestorben.

Wir haben stunden- und tagelang an Seifenkisten oder ähnlichen Gefährten geschraubt, die wir aus rostigem Schrott und splitterigem Holz konstruiert
hatten. Dann sind wir den Hügel damit runtergebrettert, nur um festzustellen, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Nachdem wir ein
paar Mal in der Böschung gelandet waren, haben wir gelernt, auch dieses Problem zu lösen.

Wir gingen in der Früh raus und haben den ganzen Tag gespielt, höchstens unterbrochen von Essenspausen und kamen erst wieder rein, als es
dunkel wurde und man den Fußball nicht mehr richtig sehen konnte.

Wir waren nicht zu erreichen. Keine Handys! Wenn es regnete, spielten wir bei Freunden Monopoly oder Mensch ärgere dich nicht, Mühle oder Dame
und bauten mit Matchbox-Autos ganze Städte auf.

Wir hatten weder Playstations oder Nintendo, X-Boxen oder Videospiele, keine PCs, keine 50 Fernsehkanäle oder Surround-Anlagen. Ins Kino zu
gehen war ein Ereignis, für das man sich herausputzte und das einem vor Vorfreude
den Magen kribbeln ließ. Es gab noch Vorfilme, die immer eine Überraschung waren, weil keiner wusste, was zu erwarten war- und wenn zufällig ein
Donald-Duck- oder Micky-Maus-Film dabei war, hatte man das ganz große Los gezogen.

Wir hatten Freunde! Wir gingen raus und haben uns diese Freunde gesucht.
Wir haben Fußball gespielt mit allem, was sich kicken ließ, und wenn einer einen echten Lederball hatte, war er der King und durfte immer
mitspielen, egal wie schlecht er war.

Um im Verein mitspielen zu dürfen, gab es Aufnahmeprüfungen, die nicht jeder bestanden hat. Wer es nicht geschafft hat, lernte mit der
Enttäuschung umzugehen. Wir spielten Völkerball bis zum Umfallen und manchmal tat es weh, wenn man abgeworfen wurde.

Wir sind von Bäumen und Mauern gestürzt, haben uns geschnitten, aufgeschürft und haben uns Knochen gebrochen und Zähne ausgeschlagen.
Wir hatten Unfälle! Es waren einfach Unfälle, an denen wir schuld waren.
Es gab niemanden, den man dafür verantwortlich halten konnte und vielleicht sogar noch vor den Kadi zerrte.

Wer erinnert sich noch an Unfälle? Unsere Knie und Knöchel waren von Frühjahr bis Herbst lädiert, und ein Schienbein ohne blaue Flecke gab
es nicht. Wenn wir uns an Brennesseln gebrannt haben oder uns eine Mücke gestochen hatte, haben wir entweder drauf gespuckt oder den Nachbars
Hund drüber lecken lassen oder drauf gepinkelt. Geholfen hat alles.

Wir haben gestritten und gerauft, uns gegenseitig grün und blau geprügelt und gelernt, damit zu leben und darüber weg zu kommen.

Wir haben Spiele erfunden mit Stöcken und Bällen, haben mit Ästen gefochten und Würmer gegessen. Und obwohl es uns immer wieder prophezeit
wurde, haben wir kaum ein Auge ausgestochen, und die Würmer haben auch nicht in uns überlebt.

Wir sind zu einem Freund geradelt, haben an der Tür geläutet und sind dort geblieben, nur um mit ihm zu reden.

Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere, also haben sie eine Klasse wiederholt. Sie sind nicht durchgefallen, sondern wurden von den
Lehrern einfach zurückgestuft. Zensuren bei Proben wurden nie manipuliert, egal aus was für Gründen. Wir waren für unsere Aktionen selbst
verantwortlich.

Konsequenzen waren immer zu erwarten, wenn wir Scheiße gebaut hatten. Der Gedanke, daß ein Elternteil uns rauskloppt, wenn wir mit dem Gesetz
in Konflikt geraten waren, war undenkbar. Im Gegenteil: Die Eltern stellten sich auf die Seite des Gesetzes. Stellt euch das einmal vor!

Unsere Generation hat einige der größten Enterpreneure und Erfinder hervorgebracht. Die letzten 50 Jahre waren eine wahre Explosion an
Innovationen und Ideen. Wir hatten Freiheit und Zwang, Erfolg und Misserfolg, Verantwortung und Konsequenz. Und wir haben gelernt damit
umzugehen.

Erinnere Dich daran, wie Du aufgewachsen bist und Du wirst sehen, was unseren Kindern heute fehlt. Als die Eltern einmal ein Auge zudrückten,
anstatt die Kinder mit übergroßer Vorsicht zu erdrücken. Unsere Eltern trauten uns zu, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Meistens hat
es geklappt. Die paar Mal, die daneben gingen, zählen wir zu unseren Lebenserfahrungen.

Schick diese Mail an alle weiter, die du kennst, die sich auch zu dieser glücklichen Generation zählen dürfen, als Kinder noch Kinder waren,
und noch keine Anwälte mit Schadensersatzklagen und Regierungen mit kinderfeindlicher Politik unseren Alltag bestimmten.

(ob ihrs wirklich weiterschickt ist Eure Sache.)
 

Philipp Gardemin

User gesperrt
Nicht zu vergessen im Winter das Schlittenfahren: Mit morschen Holzschlitten sind wir bei richtig viel Schnee in den Harburger und Buchholzer Bergen kopfüber den Berg hinuntergesaust, immer auf der Hut, den "Gegner" von seinem Schlitten zu stoßen. Überschläge, Zusammenstöße, blutende Nasen und manch` gebrochene Schlittenstrebe waren an der Tagesordnung. Heute, nur 25 Jahre später, haben doch die Harburger und Bucholzer Berge schon lange keinen richtigen Schnee mehr gesehen und die Schlitten müssen TÜV/GS-geprüft sein, unterliegen strengen Vorschriften und das Schlittenmfahren wird von freiwilligen "Erziehungsberechtigten" reglementiert.

phg (70er-Jahrgang)

P.S.
Leztzhin fuhr ein T3-Bus vor mir her. Da stand auf der Rückseite: "No Airbag - Sterben wie echte Männer!"
 

heinzi

User
und erst das "schiifahren" :
der belag war eine rote farbe (was da wohl alles drin wahr?)! und jeder kannte den toko silber, rot und orange. die kannten waren mit kreuzschlitzschrauben angebschraubt und rosteten schneller als man sie putzen konnte. man wahr froh wenn am abend noch alle (schrauben und kannten) da waren. das wort "sicherheitsbindungen" hat damals noch gar nicht existiert.

ach, und in die ferien sind wir zusammen mit nachbarn so gefahren: im ersten vw-käfer die eltern alleine, ohne ihre drei kinder,jedoch mit gepäck für beide familien. und jetzt kommts: im zweiten vw-käfer dann meine eltern, meine schwester, nachbars drei kinder und ich. (da gabs noch platz hinter den hinteren sitzen)

[ 23. Juli 2003, 13:22: Beitrag editiert von: heinzi ]
 

Gerald Lehr

Moderator
Teammitglied
Hach waren das noch Zeiten als wir im Käfer ganz hintenrein gepaßt haben :D :D :D :D
 

Gerald Lehr

Moderator
Teammitglied
Mit nem Akustikkoppler ist jedes Netz langsam *duckundwch*
 

Christian Abeln

Moderator
Teammitglied
Ich glaubs nicht. Selbst bei solchen Threads finden sich noch Leute die drüber meckern.

*LOL* Das kann echt nicht wahr sein.

@Initiationsthread: Recht hatter (Grad zum Fleiß :p )
 
Es ist offensichtlich nicht alles anders geworden. Die grün/blauen aufgeschlagenen Knie und Knöchel hat mein Junge (8) auch den ganzen Sommer durch - ich hab manchmal schon Sorge die Lehrerin meint ich misshandel mein Kind ;)

Unsereins fragt sich heute - wie haben wir das nur überlebt :confused:
Dazu kommt ja noch das ganze eingeatmete Lösungsmittel, die Dämpfe von Lötzinn und Flussmitteln und nicht zu vergessen verbleites Benzin !!

Peace Jürgen
 

Mooney

Vereinsmitglied
Juergen,

da stehste nich allein :( :

Meine Tochter(8) sieht staendig so aus und seit dem sie Fussball im Verein spielt noch mehr.
Waer wohl besser ein Bub geworden :D .
Man traut sich gar nicht sie als Maedchen anzuziehen, bei den verranzten Graeten ;) .

Egal, lieber richtig gespielt, als viereckige Augen vom Fernseh gucken. :)
 
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