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Windenstart mit Scale Segler

Hallo zusammen,

ich möchte meiner ASK 18 (4,2m Spannweite, 5 kg Fluggewicht) jetzt nach Jahren der Hangfliegerei den Windenstart beibringen.

Nun hat so eine 18 ja einen sehr hohen Rumpf, d.h. der Schwerpunkt liegt etwa 15 cm über der Rumpfunterseite.

Man sagt ja, gundsätzlich kommt der HS-Haken ca. 10 Grad vor den Schwerpunkt.

Ist dabei auch das erhöhte Aufrichtmoment bei hohen Rümpfen berücksichtigt??? :confused:

Wie geht ihr bei höheren Rümpfen vor, um die richtige Position für den Haken zu finden?

Bin für Tipps dankbar!

Gruß Ralph
 

Claus Eckert

Moderator , Hangflug, GPS-Modellfliegen, Computer
Teammitglied
Hallo Ralph,

durch die Winkelvorgabe ist die Höhe des Rumpfes automatisch miteinbezogen. Manchmal ist nur das Fahrwerk oder Einziehfahrwerk im Weg.
Deshalb habe ich bei meiner ASW 19 mit 4,30 und 5,2 kg Fluggewicht zwei Haken angebracht. Und zwar jeweils rechts und links am Rumpf, allerdings bei ca. 13 Grad. Am besten sind die schraubbaren Haken von Kavan, die kann man beim Hangflug rausdrehen.
Ein V-Seil mit zwei Ringen, das ich über einen Karabiner im Hochstartring einklinke, hält die Fuhre dann in der "Spur".

Viel Erfolg und immer (eine) kräftige Winde.. ;)
 
Hallo Claus,

danke für die Info, hatte ich eigentlich bislang auch so verstanden, aber wie ich jetzt die Haken einbauen wollte, war ich mir doch nicht so sicher.

Werde berichten, ob es geklappt hat.

Gruß Ralph
 
Hallo Ralf

bei meinen Seglern mit hohem Rumpf ( SP 9 7 kg / B4 5 kg und ASW 22 6 kg ) liegt der Einzelhaken bei 34 Grad vorm dem Schwerpunkt. Beim Starten liegt der Segler dann auf dem kurzen Rasen und wird von einem Helfer am Seitenleitwerk festgehalten. Gleichzeitig wird etwas Tiefenruder gegeben. Wenn genug Zug auf dem Seil ist ( 2,4 PS Winde ) wird der Segler losgelassen und steigt nach meist 10-15 Meter Startstrecke flach weg .Danach lasse ich das Tiefenruder los und beginne in ~20 Meter Höhe langsam zu ziehen. Die Höhen von einem F3B Segler ereicht man so leider nicht, aber laut Höhenmesseruhr sind ~160 Meter möglich (Umlenkrolle bei 250 Metern) .Bei meinen ersten Startversuchen bei den vorbildgetreuen Modellen ohne Tiefenruderzugabe ( bei 34 Grad ) konnte noch ein erhebliches Aufbäumen beobachtet werden .

Viel Erfolg

Ludger
 

MTT

User
Fuer den Windenstart von scale-seglern wie der ASK18 wuerde ich Dir 2 seitliche Haken am Rumpf unter der Flaeche, und V-seil empfehlen.
Sehr gut beschrieben HIER

Ich habe mit dieser Anordnung, sowohl meine 1:4 Flair Ka8 als auch Multiplex ASH26 problemlos an der Winde gestartet.
 
Hallo zusammen,

erstmal danke für die weiteren Tipps! Jetzt bin ich aber doch einigermaßen verwirrt:

Claus geht 13 Grad vor den Schwerpunkt (scheint problemlos zu klappen?), Ludger geht 34 Grad vor den Schwerpunkt und muss immer noch Tiefe drücken, damit sich der Flieger im Start nicht zu sehr aufbäumt....

Ich glaube ich tendiere nun dazu, die Haken (2 hatte ich ohnehin vorgesehen wegen des Fahrwerkes)gem. der zuletzt beschriebenen Methode unter dem Flügel anzubringen, damit geht man der ganzen "Hebelei" m.E. am besten aus dem Weg.

Die Geschichte mit dem frei beweglichen V-Seil hat natürlich auch seinen Charme, bislang habe ich immer das Seil am Fallschirm verknotet und genau darauf geachtet, dass die beiden Schenkel bis zu den Ringen gleich lang sind....

Gruß Ralph
 

Oli_L

Vereinsmitglied
@Ludger: Moin Ludger! Hallo bei RCN!

Vorsicht mit dem V-Seil! Ich empfehle sicherheitshalber ein "Y-Seil" , bei dem das V noch unterhalb des Rumpfes zusammengeknotet wird! Da am Seil ab und zu Murphy zuschlägt, kann es bei vor der Rumpfspitze zusammengeführten Seilen sonst passieren, dass sich eine Seite vom V um die Rumpfspitze legt... Dann hat es der Ring schwer, auf der Seite rauszufallen :rolleyes:
Insbesondere beim Andrücken vor dem "Schuß" zur Höhenverbesserung besteht diese Gefahr!
Mit dem Y kann die Doppel-Seilschlaufe nicht mehr über die Rumpfspitze flutschen. Das sieht man auf der verlinkten Seite an der ASK18 auch ganz gut, ist aber im Text nicht explizit erwähnt.

Ansonsten kann ich Ludgers Empfehlungen nur bestätigen, 1000fach bewährt. Kommt nur nicht auf die Idee, einen 5kg Scale Segler mit hohem Rumpf per Handstart am Seil in die Luft zu lassen... Bodenstart ist sicherer.

Gruß,
Oliver
 

MTT

User
ein "Y-Seil" , bei dem das V noch unterhalb des Rumpfes zusammengeknotet wird
Also davon rate ich ab.
Gerade der Umstand, dass das V-Seil nicht verknotet ist, und frei durch den Ring laufen kann, ist ja was es ermoeglicht. dass es sich automatisch "zentriert"
Man muss nur das V so klein machen, dass die Rumpfnase nicht "durchfallen" kann.
 
Hallo,
was passiert eigentlich, wenn Murphy dafür sorgt, daß sich bei der Seitenwandkupplung im Windenschlepp eine Seite löst? Ich denke, in diesem Fall hat man mit einem festsitzenden Y die besseren Karten. Das Restseil würde zwar außer der Mitte ziehen, aber vor allem der zu erwartende kräftige Ruck bei einem durchrutschenden Seil wird vermieden.
Holm und Rippe!
 

MTT

User
Ich hab zwar keine Belege dafuer, aber ich glaube, in dem Fall haette man mit dem Y-Seil genauso schlechte Karten wie mit dem durchlaufendem V-Seil....
In dem Moment, in welchem der eine Haken abbricht, oder sich die Verbindung anderweitig einseitig loest, hat Du urploetzlich den vollen Zug nur auf einer Seite, und der Flieger wird hart, und wahrscheinlich unkontrollierbar ausbrechen.
 
Hallo

bei Verwendung eines V-Seils sollten die Hochstarthaken möglich unter der Fläche am Rumpf angebracht werden. Der Hebelarm ( Haken -Schwerpunkt ) an dem die Seilkraft wirkt ist damit kleiner.

Habe einige V-Seilstarts vor einigen Jahren mit einem kleineren Modell (3 Meter ) per Handstart durchgeführt ( die 2 Haken saßen direkt unter der Fläche ).Das Seil sollte sich dabei selber durch den Ring am Fallschirm zentrieren .
Meine Erfahrungen sind:
Seile klinkten selten gleichzeitig aus ( kein Schuss möglich ).Bei den Startvorbereitungen Fummelei am Boden. Ein Seil fiel oft beim Hochheben des Modells schon raus. Ein Aufbäumen beim Start ist nicht feststellbar gewesen. Einseitiger Zug im Schlepp schon. Habe dafür die geringe Reibung V-Seil mit dem Fallschirmring in Verdacht gehabt. Habe die ganze Aktion dann nach einem Nachmittag nicht mehr weiterverfolgt. Meiner Meinung nach müsste ein festes V-Seil oder Y-Seil besser als ein selbstzentrierendes loses V-Seil sein.

Viel Erfolg

Ludger
 

Claus Eckert

Moderator , Hangflug, GPS-Modellfliegen, Computer
Teammitglied
Hallo V-Seil Freunde,

hier eine kleine Bildsequenz von einem Start meiner ASW 19. Nachdem an diesem Tag drei V-Seile gerissen waren, habe ich den Hochstartring nur an einer Seite des Rumpfes eingehängt.
Dem Windenfahrer ist das Blut in den Adern gefroren.... :D

Weil´s so schön war, haben wir das dann noch mal gemacht.



 

Claus Eckert

Moderator , Hangflug, GPS-Modellfliegen, Computer
Teammitglied
Habe noch schnell ein paar Bilder gemacht:



Der Schwerpunkt befindet sich beim Flachstahl. An der ASW 19 habe ich die einfachen Graupner Kunststoffhaken verwendet.

Die abschraubbaren Haken von Kavan, sollten bei schönen Scaleseglern verwendet werden.

[ 25. Juni 2004, 17:47: Beitrag editiert von: Claus Eckert ]
 
Hallo zusammen,

so, ich habe eben die ersten 4 erfolgreichen Starts gemacht und bin echt happy, dass alles gut geklappt hat.

Der von MTT genannte Link war sehr gut, ich habe mich im wesentlichen danach gerichtet.

Verwendet wurden 2 KAVAN-haken, die jeweils 5 cm unterhalb der Fläche und rd. 1,5 cm vor dem Schwerpunkt angebracht wurden. Ferner kam ein Y-Seil zum Einsatz, welches unterhalb des Rumpfes ca. 10 cm vor der Rumpfspitze verknotet wurde.

M.E. erhält man mit dem fest verknoteten Y-Seil die meiste Richtungsstabilität, wenngleich man mal überlegen muss, wie klein der Hebel (=Abstand zur Rumpflängsachse) ist.

Wie auch immer, so hat es bestens funktioniert, der Übergang vom Rollen am Boden zum Steigflug ist ganz weich und muss eigentlich nicht korrigiert/übersteuert werden, eigentlich ging alles von alleine ;)

Danke an alle, die mir mit Tipps weitergeholfen haben!

Gruß Ralph
 
Hallo zusammen,

wie bereits gesagt bin ich bislang mit der beschriebenen Methode bei mehreren Modellen sehr gut zurecht gekommen.

Was aber machen die Experten bei einem Grunau Baby (beispielsweise)? Hier verlaufen ungefähr in Schwerpunktnähe die Streben vom Flügel runter zum Rumpf. Wenn ich da die Haken an der Rumpfseitenwand befestige, hat das Seil durch die Streben keine Chance zum Ausklinken.....??

Hat noch jemand einen guten Tip für solche Flieger?

Gruß Ralph
 
Hallo zusammen,

macht hier keiner nen Windenstart mit nem Grunau Baby?

Habt ihr alle F-Schlepp Möglichkeiten? :cry:

Vielleicht findet sich ja doch noch jemand, wir haben doch hier ein paar Oldtimer-Experten...

Gruß Ralph
 
Hi! Ich hatte bei meiner LS 8 von Graupner auch große Probleme mit dem Aufbäumen des Modells, da ein Start von einer Wiese nie möglich war.
Ich habe allerdings eine etwas andere Lösung für das Problem gefunden, indem ich eine selbstgebaute Schleppkupplung mit einer bereits eingebauten selbstgebauten Hochstartkupplung kombibiert habe.
Den Erstflug mit dieser Methode hatte ich erst vor ein paar Tagen, aber abgesehen davon, dass ich den Schalter noch nicht zielsicher finde, ist damit endlich wieder ein sicherer Hochstart für mich möglich.
Ich müßte auch morgen Bilder davon kriegen, wenn du Interesse hast (ob das für eine Grunau Baby in der Größenordnung noch machbar ist weis ich nicht, die LS ist nich mal 2 kg schwer) scan ich die Bilder mal ein und kann sie dir schicken.

Grüße,
Johannes
 
Hallo Johannes,

klar, interessiert mich das ;) Von der Methode habe ich auch schon gehört, auch im manntragenden Bereich. Gut zu hören, dass man das auch im Modellbereich offensichtlich umsetzen kann.

Bilder wären klasse!

Gruß Ralph
 
Der erste Film ist entwickelt, es kann aber sein, dass auf dem zweiten auch noch Bilder drauf ist.
Ich habe bei mir zum einen eine Kupplung für den Hochstart und nach dem selben Prinzip eine vorne eingebaut, wo der Vorbesitzer so ne ABS Graupner Schleppkupplung eingeklebt hatte.
img039.jpg img038.jpg

Beide Kupllungen werden von einem Servo angelenkt, wobei es so eingestellt ist, dass bei einem Schalter mit drei Positionen in der mittleren Stellung nur die Schleppkupplung ausklinkt.
Momentan habe ich noch zwei Probleme:
Zum einen komme ich schlecht an den Schalter ran (das dauert viel zu lange) und zum anderen muss ich noch das Seil zur Schleppkupplung verkürzen, damit von vorneherein ein höher Anstellwinkel möglich ist, denn zur Zeit öffnet sich noch der Fallschirm.
Das Fallschirmöffnen kann aber komplett eliminiert werden. Dazu muss ich den nur anders anbringen.

Beim ersten Bild ist das Seil bereits vorne ausgeklinkt, der Fallschirm aber noch offen.
img028a.jpg

img028.jpg
 

Tucanova

User
2 Hochstarthaken an der Seite müssen schräg nach unten zeigen

2 Hochstarthaken an der Seite müssen schräg nach unten zeigen

Hallo Freunde,
eine Erfahrung möchte ich hier weiter geben:
Meine 4,29 ASW habe ich mit 2 Haken bestück. Der Start war kerzengerade aber der Flieger wollte oben nicht aus dem Seil. Ich bin dabei mehrfach ins Schwitzen geraten. Bis der endlich frei war, waren bereits etliche -zig Meter an Höhe wieder verbraten.
Karl Vallant hat mir den Tipp gegeben: Die Haken müssen mit dem ersten Schenkel (der quasi aus dem Rumpf kommt) schräg nach unten zeigen. Dann rutschen die beiden Ringe nach unten und kommen gut frei. Im anderen Fall "kleben" sie förmlich am Rumpf mit den beschriebenen Problemen.
Jetzt klappts bei jedem Start.
 
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