Gründe für eine rucksacktaugliche, leichte Transportbox für den PBS-Sender Core/Atom
von Reinhard Morawietz.
von Reinhard Morawietz.
Zu unseren teilweise wertvollen RC-Sendern werden meist hervorragend dazu passende Senderkoffer oder sogenannte "'Softbags" angeboten. Sie sind sehr praktisch, wenn es darum geht, das RC-Equipment nur zum Modellflugplatz mitzunehmen. Das Modell und das weitere Startzubehör können dann vor Ort fix samt Koffer aus dem Fahrzeug entnommen werden.
Deutlich komplizierter wird es dann aber beispielsweise im Modellflugurlaub, wenn vielleicht ein mehr oder weniger langer Fußweg zur Startstelle zu bewältigen ist. Das Modell dann in der Hand oder unter dem Arm (oder in der Modelltasche), das unverzichtbare RC-Equipment und Sonstiges dann meistens im Rucksack. Schon stellt sich die Frage: Passt dort auch noch der Sender hinein? Bei Handsendern dürfte es mit einfachem Schutz oft noch klappen. Aber was macht man mit einem Pultsender? Hängt man sich diesen schon für den Transport um den Hals? Beobachtet habe ich schon vollbepackte Piloten, wie sie ihre wertvollen RC-Sender geschützt in oft voluminösen Senderkoffern (in der Hand oder umgehängt) zur Startstelle brachten. Um dies zu vermeiden, hatte ich mir schon für meine MPX Profi TX eine maßgeschneiderte GFK-Box hergestellt, in welcher der Sender auf dem Weg zur Startstelle geschützt mit im Rucksack verstaut werden kann. Einen mehr oder weniger schweren Senderkoffer dorthin mitzuschleppen missfällt mir jedenfalls. Auch deshalb, weil ja doch noch gegebenenfalls an den Klappstuhl zu denken ist, will man in den Flugpausen nicht auf dem Boden sitzen müssen.
Mit dem Wechsel des RC-Systems zu Powerbox Systems (PBS) stellte sich das beschriebene Problem des Sendertransportes auch für mich im Urlaub neu. Die ergonomisch gestalteten PBS Pultsender Atom oder Core brauchen schon im Senderkoffer reichlich Platz. Dass ich diesen Pultsender nur unzureichend geschützt lose in meinem Rucksack zum Hang tragen sollte, mit anderem, unverzichtbaren Equipment, wollte ich nicht akzeptieren. Eine neue größere Gfk-Box mit diversen Maßen zu laminieren, schien mir diesmal zu aufwändig. Den Senderkoffer in einen sehr großen Rucksack zu stecken, auch einen solchen überhaupt erst zu finden (Kosten?), schien mir erst recht nicht sehr sinnvoll zu sein. Gedanklich und unzufrieden sah auch ich mich also im kommenden Urlaub auf der Wasserkuppe schon mit dem schweren Sendekoffer in der Hand zum Südhang, Westhang oder zur Abtsrodakuppe pilgern.
Mindestmaße für eine Senderbox
Während der Modellflugpause im Winter kam ich auf die Idee, mal exakt auszumessen, wie groß, insbesondere wie hoch, eine leichte Holzbox (aus 6 mm Pappelsperrholz) sein muss, um meinen Sender Core darin geschützt unterbringen zu können. Eine nicht zu große Box könnte auch eher in einen ohnehin mitzunehmenden Rucksack hinein passen. Ich entschied mich, in den Deckel passende Aussparungen für die Steuerknüppel zu schneiden und dort 16 mm über den Deckel hinaus stehende Gf- Hutzen einzukleben. Wie schon bei meiner früheren GfK TX-Senderbox, ließ sich so mit einer geringeren Höhe der Senderbox deren Gesamtvolumen begrenzen. GfK-Hutzen lassen sich einfach im Positivverfahren aus Glasfaserresten laminieren oder man klebt andere passende Kunststoffkappen ein. Unter Verwendung der abgebildeten Hutzen reicht eine Senderbox aus 6 mm Sperrholz mit nur 115 mm Außenhöhe aus. Wenn man an den Bügeln der Gurthalter die Anschläge für das Anklappen der Bügel minimal nachfeilt, lassen sich die Bügel passend für den Transport noch etwas tiefer absenken. Mit 295 mm Außenbreite und 340 mm Außenlänge reicht eine Box aus, um einen Atom- oder Core-Pultsender darin unterzubringen. Da ich bei meinem Sender etwas schmalere Pultauflagen verwende, beträgt die Außenlänge meiner Senderbox sogar nur 320 mm. Ich erspare es mir, hier Modellbauern zu erklären, dass und wie man eine Holzbox grundiert und lackiert, damit sie auf feuchtem Boden keinen Schaden nimmt.
Bei den genannten Außenmaßen sind die 3 mm der Dicke der verwendeten selbstklebenden Filzauskleidung berücksichtigt. Als Anschlag für den Deckel und zur Stabilisierung der Seitenwände habe ich 10x5 mm Kiefernleisten und im Bereich der Scharniere eine Verstärkung eingeklebt.
Auskleidung mit 3 mm Filz
Durch leicht erhöhtes Lagern der Senderhinterkante in der Box (6 mm, mit unterlegtem, doppeltem Filzstreifen) senkt sich die Oberkante des Senderdisplays um etwa das gleiche Maß nach unten. Im Ergebnis reicht die dafür gefundene Innenhöhe von 103 mm der Box aus, um den Sender dort gut und sicher, gehalten durch den an diesen Stellen abgepolsterten Deckel, unterzubringen, stünden die schon erwähnten langen Steuerknüppel samt Schaltern nicht 22 mm höher hinaus. Diese Höhe mit eingerechnet, müsste eine Senderbox rund 140 mm hoch sein. Sähe sehr klobig aus, innen mit viel nicht nutzbarem Raum, sowie kaum in einen Rucksack passend. Deshalb habe ich mich für die Ausführung in der genannten niedrigeren Höhe (außen 115 mm) mit den Hutzen für die langen Steuerknüppel entschieden. Ein Paar geeigneter Scharniere zum Anschlagen des Deckels war rasch gefunden.
In eine solche Senderbox kann für den Transport praktischerweise neben einem der Gurtbügel auch noch der Sendergurt oder seitlich vom Display eine kleine Tasche mit einem Ohrhörer oder sonstiges Zubehör verstaut werden. Auch unter dem Display wäre noch etwas Platz. Für besseres Handling der Senderbox habe ich einen schmalen Riemen aus Rolladengurtband angebracht.
Passenden Rucksack gefunden!
Spannend wurde es dann, ob auf dem riesigen Sportartikelmarkt für meine Boxgröße tatsächlich ein passender Rucksack zu finden wäre, denn zwei meiner vorhandenen Wanderrucksäcke erwiesen sich als viel zu schmal. Erleichtert wurde meine Suche durch die hiesige Filiale eines internationalen Anbieters vom Sportartikeln. Dort durfte ich Rucksäcke für meine Box "anprobieren". Fast wie maßgeschneidert habe ich dort das abgebildete und sogar sehr preiswerte Rucksackexemplar gefunden (aktuell für 37,99 EUR, auch online erhältlich). Mit dem seitlichen Reißverschluss über die volle Länge des Rucksacks kann die Box sehr praktisch von der Seite hineingeschoben werden. In dem etwas schmaleren etwa 6 cm hohen Fußteil des Rucksacks ist sogar noch Platz für eine Werkzeugbox, die Flugakkus oder eine Proviantbox.
Test bestanden
Für mein Empfinden hat das gefundene Modell des Rucksacks, wie abgebildet gepackt, die für einen Männerrücken noch vertretbare Breite. Der Rollverschluss erlaubt es sogar, oben in den Rucksack noch mehr hineinzupacken. Ein Probetragen haben Box und Rucksack bei mir jedenfalls schon bestanden. Vielleicht sind meine Zeilen aber auch Anlass, über den Bau einer Rucksacksenderbox für Pultsender (oder auch Handsender) anderer RC-Hersteller nachzudenken, oder es gibt vielleicht solche schon. Denn der Ideenreichtum bei Modellbauern ist riesig.
...und damit mich keiner hier beim Lesen falsch versteht: Ich habe niemals etwas dagegen, wenn jemanden seinen Senderkoffer zum Hang bringt.
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