PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie Reparatur Holmverbinder vom Habicht ?



Walter Häberling
06.07.2008, 19:15
Hallo RCN-User,

Gestern ist bei meinem Habicht der Stummelholm an der rechten Fläche gebrochen.

Wetter top, leicht wechselnder Wind, aber nicht zu arg. Der Schlepp war perfekt. Zuerst wurde einige Gleiflugversuche und Neutrimmung durchgeführt. Einige einfache Kunstflugfiguren (Loopings, Turn) wobei ich nicht das Gefühl hatte irgendwie zu heftige Lastwechsel zu produzieren.
Der Landeanflug verlief eigentlich perfekt, jedoch frischte der Wind leicht in Landerichtung auf und der Habicht kam mit ordentlich Fahrt hinein. Mit Klappen voll gesetzt und Butterfly leicht gesetzt setzte der Habicht auf, sprang etwas weg um dann nach dem 2. Aufsetzen zum Stillstand zu kommen. Es sah bis dahin alles gut, jedoch als ich den Flügelspalt sah, wusste ich sofort was passiert war….

Der rechte Flügelholm ist an der Wurzelrippe gebrochen! Mein Kollegen hätten die Landung auch nicht so heftig eingeschätzt („einfach eine Landung mit etwas erhöhter Fahrt…“). Ich denke es ist nun müssig zu diskutieren, ob der Holm eigentlich bereits im Flug angeknackst wurde oder erst beim aufsetzen (meine Kunstflugkünste sind noch sehr bescheiden, gerade deshalb könnten hier auch schon erhebliche Kräfte gewirkt haben…).

175995

Aus meiner Sicht gilt es jetzt eine stabilere Lösung einzubauen.
Hauptsächlich stehen nun zuerst folgende Fragen an:
1. was für Material ?
2. Wie kann ich einen solchen Holm dimensionierien? Wie soll der neue Holm belastet werden.?
3. Was für eine Konstruktionsart ist sinnvoll? Steckung lose? Steckung fix? schwimmend?
4. wie realisiere ich einen nachträglichen Einbau?

Da ich in der Konstruktion von Modellen und erst recht nicht in der Dimensionierung KnowHow habe, gelange ich nun an euch alle mit der Bitte um Unterstützung.

Ein paar technische Eckdaten.
- Modellgewicht total: 10300 gr
- Rumpfgewicht total: 6600 gr
- Flächeninhalt: 128 dm2
- Spannweite 3.88 m
- Holm bisher: Holz 52x15 mm http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=9078&page=38 (Seite 22 #356 bis 368)
- ebenso Bilder Bilder 37 bis 39 zum Holmaufbau in meinem Baubericht www.haeb.ch/wh/bau_habicht/Bau_Habicht.html

Aus jetziger Sicht stelle ich mir auch folgendes vor:
- auf jeden Fall beide Seiten erneuern
- muss härteren Landungen und Kunstflug standhalten
- eher schmal (< 15mm)
- wenn möglich nicht auch noch Flächenoberseiten zerstören (aber wenns halt nicht anders geht…)

Als brennendste Frage steht nun im Raum: wie muss so ein Holm dimensioniert sein, dass er hält? Dann kann man sich der Frage widmen, wie man den Umbau realisiert.
So, nun hoffe ich Ihr könnt mir da etwas auf die Sprünge helfen, wie man da vorgehen könnte.

Gast_8624
06.07.2008, 23:34
Hallo Walter,
www.cb-roter-baron.de/
unter download findest du das Excelsheet zum Berechnen von Holmen.
Mach dich damit mal vertraut. Werkstoffwerte für Holz findest du da auch.
Ohne jetzt nachgeschaut zu haben in deinem Baubericht, auf dem Foto vom Bruch sieht es so aus als ob es oben und unten nur einen Holmgurt gibt? Das ganze Holz dazwischen ist nur der Querkraftsteg, der bringt für die Biegefestigkeit nix.
Rechne mit den Defaultwerten, Ca=1 und v= 40m/s.
Zur Reperatur wirst du wohl nicht drumrumkommen die Fläche auf zu machen.

toobo
07.07.2008, 11:36
Hallo Walter,
Der Schaden sieht nach einem zu starken Landestoß aus, da die Oberseite beschädigt ist.
Aus meiner Sicht kommst Du um einen Neubau nicht herum. Ich kann mir nicht vorstellen, dass über eine Reparatur eine vernünftige Krafteinleitung gelingt.
Der größte Schwachpunkt des Holms sind m.M. die einfach ausgelegten Gurte im Wurzelbereich. Die Maße des Holmes sind eigentlich ausreichend um genug Festigkeit zu erreichen. Ich würde die Holme von der Wurzel aus mit 3-lagigen Kiefern- oder Eschengurten (je 5x15mm) beginnend, zum Außenflügel auf 1-lagig aufbauen und im Wurzelbereich mit Birkensperrholz füllen (weich mit Schwalbenschwanz auslaufen lasen) und mit 2mm Fliegersperrholz verkasten.
Ähnlich ist der Holm meiner 5m Ka6e aufgebaut und die hat bisher alle freiwilligen und unfreiwilligen harten Manöver klaglos weggesteckt.

LUMO
07.07.2008, 12:18
Hallo Walter,
wie ich schon vor langer Zeit im Habicht Thread geschrieben habe, wurde mein Holm mit jeweils vier Kiefernleisten aufgebaut zwei unten und zwei oben, dazwischen ist alles massiv, bis ca. 15 cm über den Knick hinaus.
Das Gewicht habe ich dadurch wieder ausgeglichen das ich die Höhenruder- Servos nicht im Heck verbaut habe sondern soweit wie möglich nach vorne.
Das wird eine aufwändige Reparatur, Holm seitlich aufmachen und einen Alu-Steg implantieren.

Grüsse Lumo

MarkusN
07.07.2008, 12:56
Obwohl der Holm wahrscheinlich den Biegelasten gewachsen ist, würde ich die Steckung wegen der grossen Querkraft, die dort eingeleitet wird, nicht so auslegen. Es sieht auch so aus, als ob der Gurt dort von aussen etwas eingedrückt ist.

Die üblichen, härteren Steckungsmaterialien wie Stahl, GFK, CFK sind da robuster (obwohl vor CFK genau wegen diesr Kritischen Stelle wegen seiner Sprödheit auch immer wieder gewarnt wird. Ersatz durch ein konventionelle Steckung hätte auch den Vorteil, dass sie evtl "endoskopisch" in den Steg gebohrt zu realisieren ist.

So eine Flächenverbindung mit herausgezogenem Holm kann man schon machen, aber dann besser als klassische Zunge-Gabel Verbindung und mit Einleitung der Querkraft über Stahlbolzen (Schwimmende Steckung).

Gast_20230
07.07.2008, 13:34
Hallo,
ich befürchte mal mit Bohren und Rohr oder Rundholm rein wird das nichts. Mal davon abgesehen dass man den Bohrer kaum zentriert im Holm laufen lassen kann (der Durchmesser würde über den Holm seitlich rauslaufen) hat man nach vorne/hinten keine vernünftige Abstützung. Ich denke eine saubere OP mit Komplettersatz ist da der bessere Weg.
Ob es dann Carbon, Glas, Stahl oder wieder Holz wird ist nur eine Frage der Dimensionierung. Stahl hat da sicher noch seine Vorzüge wenn man auf der sicheren Seite sein will. Eine Überlastung führt dann normalerweise nur zu dauerhafter V-Form, nicht gleich zum Bruch.
Zu Deinem aktuellen Aufbau:
Welche Holmaufnahme hast Du im Rumpf? Was sich nicht mit Holzholmen verträgt ist z.B. 4-Kant Metallrohr. Die Kerbwirkung ist zu gross. Ebenfalls ungeeignet ist zu viel Spiel im Holm wg. Hebelarmen. Ich vermute vom Bild her irgend eine starke Kerbwirkung.

Und: Was ist "dazwischen Massiv"? Vom Hellen her tippe ich auf Pappel oder Birkensperrholz? Beide (und insbesondere Pappel) haben keine ausreichende Festigkeit. Kann aber auch täuschen, ist nur eine Vermutung mit dem Holz.

Das mit dem "Extragewicht" und den nach vorne verlegten Servos habe ich nun überhaupt nicht verstanden, der Holm sitzt doch genau im Schwerpunkt!?

Bis dann,
Ralf Schmidt

harly42
07.07.2008, 18:54
Hallo,
Das mit dem "Extragewicht" und den nach vorne verlegten Servos habe ich nun überhaupt nicht verstanden, der Holm sitzt doch genau im Schwerpunkt!?

Bis dann,
Ralf Schmidt

Hallo Ralf,
vorne weniger blei in der Nase, wenn Servos nicht hinten.:D :D :D

pie mal Daumen, ungefähr, drei mal weniger als des Gewicht der Servos.

zu dem Thema Holm kann ich nur sagen wenn ich Ihn mal bauen sollte, was ich schon ewig will, leider Beruflich zu oft im Ausland eingespannt, weiss ich jetzt das ich mir beim Bau gleich gedanken machen muss. Wenn die Bella XXL fertig ziehe ich beforzugt Habichte hoch.

Gruß aus Shanghai
Hagen

Walter Häberling
07.07.2008, 23:37
Hallo miteinander,
Erstmals Dank für Eure Feedbacks. Ich sehe, das wird noch eine Knacknuss. Dazu will ich mich speziell nochmals mit der Dimensionierung auseinandersetzen.
Ich hatte primär vor irgendwie vor wie einen Holmverbinder zu bauen, nicht mehr einen fixen Holmstummel wie bisher. Aufgrund Eurere Voten dürfte dann aber dann vor allem das Problem mit der Krafteinleitung bestehen.

@Lumo,
Ja leider hatte ich damals schon alles im Rohbau so weit, dass ich erstmal auf die Konstruktion vertraut habe. Da hat mir die eigene Erfahrung gefehlt.

Nun will ich mich auch mal mit dem Berechnungssheet von Christian Baron auseinandersetzen. Ich möchte herausfinden welche Dimension ein Verbinder haben muss, mal unabhängig von der Krafteinleitung in den Flügel.
Da brauche ich aber noch Zeit.

Ich werde mich sicher noch weiter Informationen, Meinungen und Einschätzungen von Euch allen einholen müssen.

Walter Häberling
07.07.2008, 23:41
hallo Ralf,
Ja der Holm ist mit mehreren Lagen Pappelsperrholz und nur einer Kiefergurte 10x5mm oben und unten ausgeführt.
Die Holmstummel werden in „Holztaschen“ gesteckt und mit 6mm Bolzen gesichert.
Ich habe dazu noch Bilder eingefügt. Ich kann mir durchaus vorstellen, den Holm neu schwimmend zu realisieren.

Gast_20230
08.07.2008, 09:01
Hallo Walter,
ich wage zu behaupten wenn Du den Holm nicht aus "Pappdeckel-Holz", sondern z.B. durchgängig aus "richtigem" Holz, z.B. Kiefernleisten, aufbaust hält das auch. So brauchte nur der obere Kieferstringer nen kleinen Knick und wech war's.
Kannst Du auch vorab probieren: Einen Testholm bauen (würde ich Dir nach diesem Beinahe-GAU sowieso raten) und mal Gewichte dranhängen um zu sehen was der hält. Dann hast Du auch ein besseres Gefühl beim nächsten Flug.
Zur Kraftverteilung eignet sich auch ein paar Rovings auf/unter den Holm zu legen um die Kraftspitze an der Wurzelrippe besser auf den Holm zu übertragen. Oder gleich nen Kohleholm bauen, ist nicht so sehr schwierig, und Du kannst Deine doch recht komplexe und massive Aufnahme im Rumpf beibehalten. Für Rundholm etc. müsstest Du ja komplett umbauen.
Nen einfachen C-Holm in der Form kannst Du z.B. in einer einfachen U-Form laminieren (drei glatte Bretter in der Höhe/Breite des Holmes), Rovings reinlaminieren und danach nen Deckel mit Schraubzwingen drauf pressen. Geht schnell, und hält alles.
Wie im Kochbuch: "Rezept: Einfach / etwas teurer" ;-)
Ich würde versuchen ausschliesslich von unten zu operieren. Was da so wie drin liegt musst Du wissen. Ggf. mit einer genau eingestellten Kreissäge den Holm Herausschneiden (von unten, Schnitttiefe=Holmhöhe, 2-3 Schnitte bis der Holm komplett entfernt ist. Danach Beplankung von unten gut einschäften, Gewebe rüber, fertig.

Gast_8624
08.07.2008, 14:33
Hallo Walter,

Holm bisher: Holz 52x15 mm


und nur einer Kiefergurte 10x5mm oben und unten ausgeführt

:confused: :confused:

Versteh ich das richtig:
der Holm hat die Außenabmessung 52x15mm, aber der Holmgurt ist oben und unten nur einmal 10x5mm?

MTT
08.07.2008, 14:46
Sieht so aus....

Gut auf dem 2. und 3. Bild zu erkennen...

kurbel
08.07.2008, 15:57
Hm, das is gaaanz schön wenig, wirklich etwas sehr zart, völlig unnötigerweise.

Kurbel

MarkusN
08.07.2008, 17:22
Ebenfalls unnötig: Der Holmstummel, der nur bis Mitte Rumpf geht. Das Verdoppelt glatt die nötige Querkraft, um das Moment an der Flügelwurzel aufzunehmen.
Die ganze Konstruktion scheint mir etwas stark an den Möglichkeiten der CNC-Fräse aufgehängt zu sein, statt an den auftretenden Kräften und optimaler Verwendung der Materialien.

Gast_20230
08.07.2008, 20:24
Hiya,
aber der Spant mit der Holmaufnahme dürfte auch einen mittelschweren Beschuss mit 9mm aushalten :D
Also, das Ganze ist an sich nicht schlecht, es ist halt noch viel Potenzial vorhanden....
Also Walter, mach' was draus, wäre doch echt schade um das schöne Modell.

Walter Häberling
08.07.2008, 21:51
Hi Ralf,
Danke für die Aufmunterung. Noch eine Nachfrage zu deinen letzten Ausführungen.
Denkst du beim beschriebenen C-Holm an einen losen Verbinder der irgendwie in den vorhandenen Holzholm eingelegt und die Kräfte eingeleitet werden muss (vielleicht in einer eigenen Tasche) oder an einen fixen Holmstummel wie bisher mit der selben Bolzenbefestigung?
Kräftemässig dürfte ein voller Kohleverbinder vom Gefühl her auch etwas kleiner als der Holzholm ausfallen (müsste aber noch berechnet werden).

kurbel
08.07.2008, 22:20
Also ich würde den Holm ansich nochmal überdenken.
Der ist ja schon so etwas mild ausgestattet.

Sind die Bolzenlöcher in der Holmtasche da nur zur Sicherung, oder sollen die da irgendwelche Querkräfte einleiten?

Kurbel

Walter Häberling
09.07.2008, 16:23
Salü Kurbel,
Die Bolzen werden sicher einen rechten Teil der Querkräfte aufnehmen müssen. Der Holmstummel sitzt ja nicht direkt "saugend" in der Rumpfaufnahme. Wieviel durch den Holm/Taschenverbund aufgenommen wird, kann ich nicht abschätzen. Wenn die Bolzen nicht gesteckt sind ist ganz minimales Spiel in vertikaler Richtung vorhanden.

kurbel
09.07.2008, 16:45
Wenn die Stummel in der Aufnahme anecken, dann würd's mich nicht wundern, dass es an genau der Stelle bricht.

Kurbel

Gast_8624
09.07.2008, 21:22
...genau an der Stelle ist es ja auch gebrochen, wie die Bilder zeigen...

Ich würde die Taschen im Rumpf als Aufnahme für die Holmstummel so lassen. Die Bolzen aber nur als Sicherung gegen herausrutschen nehmen. Wenn man das ändern wollte müßte man ja den ganzen Rumpf kpl. umbauen. Da kommt man ja nicht mehr richtig dran ohne die Struktur auseinanderzunehmen.

Der Querschnitt des Holm mit 52x15mm gibt genug her um oben und unten ausreichend dimensionierte Kiefergurte einzubauen (Rechnung nach CB).

Dann ist nur die Frage wie den Holm anschäften. Ich find den Vorschlag von RALF gut, den alten Holm von unten mit der Tischkreissäge heraus zutrennen und dann die Gurte anzuschäften. Schäftungsverhältnis 1:20, gibt bei 5mm Holmgurtdicke eine Schäftlänge von 100mm. Die zusätzlichen Gurte ausspitzen damit keine Querschnittssprünge auftreten.
Sollte für einen Holzwurm kein Problem sein :D ist nur Arbeit.

Gast_20230
10.07.2008, 08:35
Hallo,
ja, muss ich Rolf 1:1 zustimmen.
Und das Thema mit der schlabbernden Verbindung würde ich gleich mit erschlagen.
Holm wie beschrieben 1:20 anschäften, ggf. direkt als Carbonholm nass in nass in den Flügel laminieren, an der Wurzelrippe wie beschrieben mittels kleinem Kasten (Holm-Negativform) weiterführen.
Danach würde ich versuchen das Spiel in der Rumpfführung wegzubekommen und die Bolzen wirklich nur als Sicherung nutzen, entsprechend auch mit etwas mehr Spiel. Der alte Holm war eine Mischung aus Holmstummeln und schwimmend, nur eben weder auf die eine noch andere Bauweise ausgelegt.
Um das Spiel wegzubekommen könntest Du z.B. mit Rovings oder mit druckfest angedicktem Harz (Microballoons o.Ä.) in der Holmtasche arbeiten und danach den Holm reinschieben. Ist aber kritisch das wieder herauszubekommen, egal wie gut mit Trennmittel behandelt. Wenn Du keinen super ausgestatteten Werkzeugpark hast eine schwierige OP.
Mglw. könntest Du etwas Material herausholen und eine vorgefertigte Tasche einsetzen?
Die einfachste Variante dürfte sein den Holm passen zu bauen oder mit Übermass und dann vorsichtig runterschleifen. Umso besser die Passung umso besser die Kraftaufnahme.

kurbel
10.07.2008, 10:22
Ich würde nicht ohne Not CfK ins Spiel bringen, es geht sicher auch in Holz, da ist ein Material- und Bauweisengemisch nicht unbedingt ein Vorteil.
Die Verarbeitung von Holz ist sowieso schöner. :)
Die Stummel gut passend in die Taschen zu bekommen, halte ich für illusorisch, ich würde da eher die Bolzen nutzen.
Dafür würde ich die Bolzen etwas weiter von einander entfernt setzen, deren Größe ggf. neu wählen und die Löcher mit Messingbuchsen versehen.
Außerdem sollte der Bereich ggf. nicht mit Pappelsperrholz sondern wenigstens Birke oder sogar Buche gefüllt sein, genauso der Hauptspant in dem Bereich.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, die Flügel dürfen keine Möglichkeit haben, vor oder zurückzuschwenken.
Ist das gewährleistet?

Kurbel

Gast_20230
10.07.2008, 10:54
Hi Kurbel,
die Idee mit dem CfK kam einfach daher weil es in der Fläche einfacher einzuschäften ist, sprich in Lagen einzubringen. Einen Holm im Modell zu schäften (Holz/Holz) ist nicht eben trivial.
Liegt aber ggf. auch daran dass ich (damals...) bei Schleicher das alles nur in Faserverbund gemacht habe.
Ich finde Holz ebenfalls sehr schön, natürlich im speziellen bei so einem Modell, aber mit Maschinen und Möglichkeiten schnell am Ende bin.
Ausserdem muss man sich das genau am Objekt ansehen, mglw. geht es schneller den Holm (wenn er nicht durchgeht) komplett herauszuholen und neu zu machen.

kurbel
10.07.2008, 11:08
Also einiges an Arbeit ist es auf jeden Fall, wenn man nicht nur herumdoktorn will, sondern die Konstruktion verbessern und Schwächen ausmerzen will.
Ich würde vorher erst überlegen, wie weit in den Flügel man ohnehin reinhacken muss, weil er vllt ansich zu schlapp dimensioniert ist.
Mich persönlich würde es stören, wenn ich wüsste, dass mein Modell weniger Lastvielfache aushält, als das Original. ;)

Kurbel

toobo
10.07.2008, 11:09
3 Modellbauer - 5 Meinungen :D :D ...
... ich habe mir auch ein paar Gedanken gemacht.

Ich halte eine Reparatur nach wie vor für sehr schwierig, aber ein Versuch ist es allemal wert.

Obwohl ich GFK und CFK nicht zu meinen Lieblingsmaterialien zähle (das gilt aber nur wenn ich selber baue ;) ), halte ich sie aber für das geeignete Material um die Flügel zu retten.

Einen Holzholm in eine Fläche einzuschäften halte ich für fast unmöglich. Wie will man da eine saubere Schäftung hinbekommen?

Ich würde den Holm beidseitig auf einer guten Länge ausfräsen oder -sägen (mit der genannten Kreissäge). Die Tiefe der Schlitze an der Wurzel ca. 15mm und nach außen weich auf Null auslaufen lassen. Für den Stummel würde ich einen kleinen Formkasten bauen und eine Sperrholzfüllung einfügen. Dann Glas- oder Kohlerovings in die Schlitze einlaminieren. Das müsste eine gute Verbindung zum Außenholm geben und genug Festigkeit an der Wurzel. Außerdem kann der Stummel mit etwas Übermaß gebaut und den Taschen Später angepasst werden.

Edit: wer lesen kann ist klar im Vorteil :D das hat Ralf ja gerade schon alles geschrieben. Also hätten wir schon mal 2 Modellbauer mit 1 Meinung :)

kurbel
10.07.2008, 11:26
Hm, ich sehe beim Schäften der Kieferngurte kein Problem, man muss eben den Holm in dem Bereich freilegen.
Das ist eigentlich nichts anderes als state of the art.
Aber jeder hat da so seine eigenen Vorlieben, Ansichten und Fertigkeiten.
Ich arbeite viel und gerne mit Faserverbundwerkstoffen und würde hier auf FVK verzichten.
Wobei man eigentlich auch Holz zu den FVW zählen muss...

Kurbel

toobo
10.07.2008, 12:03
Das ist eigentlich nichts anderes als state of the art.
Kurbel

... klar, das Schäften ist des Holzwurmes Tagesgeschäft ;) aber in dem Fall müsste der verbleibende Holm ein Stück aus der Fläche herausgehoben werden um ihn vernünftig an den neuen Holm anpassen zu können. Außerdem muss die Verkastung wieder 100%ig mit dem neuen Holm verleimt werden. Den Druck dafür kannst Du nur seitlich ausüben und müsstest die Beplankung auf der ganzen Länge entfernen. Das würde bei der CFK-Lösung entfallen.

Gast_20230
10.07.2008, 13:02
Hallo,
nur so ne Idee, ist mir gerade durch den Kopf gegangen.
Schäften 1:20 auf der langen Holm-Achse.
Dazu zwei 1:20 Keile schneiden und auf der Fläche klemmen, rechts und links des Holmes, der auslaufende Teil an der Wurzel, der dicke Teil in richtung Flächenspitze zeigend. Dann mit der Kreissäge eintauchen und den Holm je einmal von oben und unten raussägen, wobei die Säge mit dem 1:20 Keil langsam aus der Fläche rausläuft.
Das ergibt ein langes 1:20 V das dann von oben und unten mit einem entsprechend anzufertigenden Holmstummel eingeschäftet wird. Druck drauf geben (Holzholm) ist kein Problem, mit der CfK-Lösung ebenfalls nicht, einfach die Rovings kurz beginnend einlegen und immer ein bischen länger werden lassen. Oder eben als Kombination mit (hochwertigem ! ;) ) Sperrholzkern und FVK verstärken.

HPR40
10.07.2008, 18:52
Auch Senf dazugeb.

Also Holz würd ich da schon wieder einbauen. Und zwar folgendermaßen:

Beplankung am Innenflügel Oben und Unten weg.
Mit ner Feinsäge, möglicherweis auch mit ner Stichsäge, im inneren Bereich des Holmes alles ( wo der Kiefergurt mit Sperrholz dazwischen ist ) raus bis ca Rippe 3 oder 4.
Ab da dann eine " Gabelschäftung " halbe Holmhöhe von Oben und Unten im Verhältnis 1:7 mit ner Feinsäge anschneiden und den Rest der Schräge mit nem scharfen Stecheisen ausarbeiten.
( Öhm das gibt im übrigen schon eine Schäftung ca. 180 mm Länge bei einem 52 mm Holm. 1 : 20 ist dann doch eher was für FVW. Und vor allem eine 520 mm Lange Schäftung? :confused: Ebenso Kreissäge von Oben und Unten? Das Gerät hat einen Knick im Flügel. )

Dann das verbliebene Sperrholz vom Holmkasten sauberschleifen.
Den Ober- und Untergurt aus Kiefer würde ich dann noch ca 10 cm weiter rausholen und ebenfalls ne Schäftung drannschnitzen.
An dem Flügel an dem der Holmstummel abgerissen ist würde ich dann die Sperrholzverkastungzwischen Rippe 2 und 3 Stumpf trennen und neue Sperrholzzungen auf das ehemalige Maß des Holmstummels anleimen und von Außen einfach ein Stück Sperrholz drüberleimen.

Nun beim Schreiner Feinjähriges Astfreies Kieferholz ( so ca. 10 Jahrringe auf 10 mm Material ) im Maß des ehemaligen Sperrholzeinleimers besorgen ( müsste 42 x 15 mm sein? )

Das Kiefernholz dann ensprechend mit der Gabelschäftung versehen und auf die volle Länge incl. Holmstummel mit Epoxi, im Bereich der Gabelschäftung mit Baumwolle angedickt damit es Kraftschlüssig wird, zwischen die Holmverkastung einleimen und verpressen. Natürlich den Platz für Ober und Untergurt berücksichtigen.
Zum Schluss noch die Holmgurte, die dann ja noch etwas Länger sind als die Kieferzwischenlage, drüber und in die Holmtasche einpassen.

Diese Konstruktion sollte dann allen Kräften die im normalen Betrieb auftreten gewachsen sein. ( Versucht mal 52 x 15 mm Kiefer hochkant durchzubrechen :D )
Angst vor Kerbwirkung am Flächenanschluss dürfte dann auch der Vergangenheit angehören.

Beplanken und lackieren haste ja schon geübt.

Und auch von mir Kopf hoch, wenn der Habicht wieder fliegt ist alles vergessen.:)

Gruß Horst

Sebastian St.
10.07.2008, 19:46
Hallo Walter ,

habe mir eben noch einmal die Baufotos angeschaut , ist die CFK-Verstärkung an der oberen Steckungsaufnahme so vorgesehen oder von Dir so gemacht worden ? In meinen Augen entsteht dadurch eine extrem scharfe Kante an der sich der obere Holmgurt recht schnell eine Einkerbung einfängt , weshalb der ober Holmgurt bei Dir wohl versagt hat .

Walter Häberling
10.07.2008, 21:55
Hallo miteinander,
Vielen Dank für Eure tatkräftige Unterstützung, Ihr seid super!
Da habt Ihr schon viele Überlegungen und Denkanstösse eingebracht. Ich werde da sicher nicht „dreinschiessen“ und gut überlegen resp. abwägen was am besten auch aus Sicht meiner werkzeugtechnischen Möglichkeiten in Frage kommt.
Ich muss nun die vorgeschlagenen Varianten noch genau studieren wies wirklich gemeint ist. Ich werde da sicher zum einen oder anderen Punkt auch später nochmals nachfragen müssen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, die Flügel dürfen keine Möglichkeit haben, vor oder zurückzuschwenken.
Ist das gewährleistet?
Die Wurzelrippe sitzt m.E. satt auf der Rumpfrippe auf. Die Fläche kann wegen der Bolzen nicht rausgezogen werden. Durch elastische Deformation der Spannten könnte evt. eine Bewegung der Flächen stattfinden. Ich würde das als sehr gering einschätzen.


habe mir eben noch einmal die Baufotos angeschaut , ist die CFK-Verstärkung an der oberen Steckungsaufnahme so vorgesehen oder von Dir so gemacht worden ? In meinen Augen entsteht dadurch eine extrem scharfe Kante an der sich der obere Holmgurt recht schnell eine Einkerbung einfängt , weshalb der ober Holmgurt bei Dir wohl versagt hat .

Zwischen dieser Lage Kohlefaser und dem Holm ist sicher 1-1.5mm Luft. Das habe ich so entsprechend im "Einlaufbereich" freigemacht um hier keinen Druck auf den Holm zu erzeugen. Ich werde das am intakten Holm nochmals prüfen.

kurbel
10.07.2008, 23:16
Die Wurzelrippe sitzt m.E. satt auf der Rumpfrippe auf. Die Fläche kann wegen der Bolzen nicht rausgezogen werden. Durch elastische Deformation der Spannten könnte evt. eine Bewegung der Flächen stattfinden. Ich würde das als sehr gering einschätzen.Dann ist es gut, das wollte ich wissen.

Kurbel

loetigel1
25.09.2008, 09:42
Hallo Alle,

gibts hier eigentlich was neues zu berichten?
Ich baue gerade den Habicht von Schneider. Mir ist aufgefallen, dass bei dem Habicht von Walter anscheinend nur ein Kieferngurt 5x10mm verbaut ist.
Bei meinem Bausatz sind je zwei Gurte also 10x10mm vorgesehen.
Ich überlege nun ob ich das so realisiere oder aufwändig mit Kohlerovings bauen soll. Ein Materialmix ( Kiefer mit Kohle unterstüzt) scheint mir wenig sinnvoll.

Walter Häberling
25.09.2008, 20:57
Hi Ingo,
An deiner Stelle würde ich den Holm genügend stabil aufbauen. Evt. abgestuft noch mehr Kiefernlagen (über die ganze Länge) oder allenfalls im Wurzelbereich einen massiveren Holzholm oder hochwertigem Sperrholzkern wie oben beschrieben (z.B. Horst). Als Möglichkeit scheint auch eine Steckung mit im Rumpf schwimmendem Kohleverbinder eine Überlegung wert.

Das Problem der in Landerichtung auf den Holm wirkenden Kräfte dürfte nicht unterschätzt werden.

Ich habe das Prfoblem etwas ruhen lassen. Ich bin zur Zeit noch am Überlegen nach welchem Prinzip ich das reparieren will. Ich habe dazu einieg Denkansätze erhalten. Wenn ich ein konkrete Vorstellung dazu habe, werde ich das hier nochmals aufbringen.

pfranz
25.09.2008, 22:57
Bei Voll-GfK/CfK-Modellen wäre das eine Möglichkeit:

http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=106341

Grüsse,
Patrick

Walter Häberling
27.09.2008, 17:20
Ciao Patrick,
Ja, diese Doku ist sehr aufschlussreich, ich kannte sie schon und versuche auch daraus Analogien zu erkennen.
Besten dank für den Hinweis.

Walter Häberling
27.12.2008, 16:55
Hallo zusammen

Ich melde mich endlich wieder einmal…..

In der Zwischenzeit habe ich mich zu einer Lösung durchgerungen. Etliche Überlegungen basierend auf Euren Hilfestellungen und Hinweise sowie auch andere Diskussionen ausserhalb des Forums haben mich dazu bewogen nun die einfachste Option zu wählen. Bitte schlagt mich nun nicht, wenn ich etliche Warnungen über Problempunkte nicht direkt berücksichtige....

Ich bin mir durchaus bewusst, dass damit nicht alle Schwachstellen behoben sind. Es soll primär der schwächste Punkt, nämlich der Holmaustritt aus dem Flügel, wo auch der Bruch aufgetreten ist, repariert werden. Wie schon jemand mal erwähnt hat, wird wo man auch immer etwas verbessert, potentiell es womöglich an anderer Stelle brechen. Ich praktiziere eher die weichere Flugweise. Deshalb habe ich mich durchgerungen nur eine Steckungsverstärkung mit 2 eingeharzten Stahlstiften einzubauen.

Die vorgesehene Lösung:
- Stummel wird stumpf wieder angeleimt (UHU plus Endfest)
- 2x Bohrung in Holm ca 25 cm lang d=6mm bis ca 13cm in Flügel hinein (ab Wurzelrippe)
(Stifte haben am Ende im Flügel ca 4-5 mm Abstand zu Kieferholm)
- 2x 6mm Stahlstäbe werden eingeharzt mit Laminierharz.
- 2x 3.2mm Flugzeugsperrholz auf äusserste, vorhandene Verkastung auf ganze Holmhöhe und 9cm Breite im Bereich Ende Stahlstifte im Holm (zwischen 2. und 3. Rippe)
- Beplankung der Flächen von unten wieder schliessen

Für die Bohrungen haben wir eine Lehre erstellt. Die Zentrierung hat so gut funktioniert. Zu den bisherigen Arbeitsschritten siehe Fotos.

Ich könnte mir noch folgende Massnahmen vorstellen:
- Stahl 5mm statt 6mm, damit Aufbau etwas elastischer (Bohrungen sind jedoch bereits 6mm diurchgeführt)
- Zusätzliche Sperrholzverkastung schwalbenschwanzförmig bis ins 3. Rippenfeld
Wären diese einfachen Massnahmen noch sinnvoll?

Falls jemand noch weitere Ideen, und Vorschläge als ergänzende Massnahmen hat, wäre ich froh darüber.

Walter Häberling
19.01.2009, 22:15
Hallo,
Ich habe mich für eine Variante entschieden und ausgeführt. Ich habe je 2 Stähle eingeharzt und im Bereich des Stahlstabes und der schwächsten Stelle im Holm beidseitig 3mm Sperrholz eingeharzt (weil auf eine kurze Strecke keine durchgehenden Zwischenlagen zwischen den Kieferngurten vorhanden).

Nun steht noch etwas Finish an und dann wird im Frühjahr der Habicht wieder „vorsichtig“ in Betrieb genommen.