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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Elektrisch beheizte Formen?



Claus Eckert
25.04.2002, 16:12
Hallo Formenbauer,

hat schon jemand eine elektrisch beheizte Form gebaut und könnte mir ein paar Tipps geben?
Meine Form wird ca. 2,6 m lang und bis zu 75 cm breit. Ich hätte diese aus bestimmten Gründen gerne beheizt. Als Heizquelle hätte ich Rowingbänder oder Rowings vorgesehen. Als Stromquelle steht ein 20V/25 A Netzteil zur Verfügung oder eben 220 V. Die maximal ereichbare Temperatur soll bei 40 Grad liegen. Der Aufbau der Form könnte mit Formenharz und Laminierkeramik erfolgen. Wird aber auf Grund der Größe der Form etwas schwer. Kann man auch klassisch gebaute Formen mit symetrischem Lagenaufbau beheizen? Einschlägige Ausbildung/Erfahrung im Umgang mit elektrischen Geräten ist vorhanden. Freue mich über jeden Tipp.

Christian_S
25.04.2002, 20:01
Hallo Claus, ich bin zwar fast ein Leichtfugzeugbauer, aber wir arbeiten ohne beheizte Formen...
Aber am Montag treffe ich KOllegen einer anderen Firma, die jeden Tag amit zu tun haben! Ich werd mir mal alles aufschreiben (wie es gemacht wird) und dir dann zusenden! Okay? Musst dich nur noch ein wenig gedulden ;)

Also, bis dann, Christian

Achrainer_Hansjoerg
26.04.2002, 08:17
Hi,
wenn du in deinem Keller Platz hast unter der Werkbank, dann mach dir doch dort einen Temperschacht. Unter meiner Werkbank der Schacht hat 3,5m länge ist 1,0m tief und knappe 0,9m hoch. 2-stufig beheizt, digitale Temperaturüberwachung (Steuerung) bei 50 Grad. :D

Sowas könntest du dann für alle deine Projekte verwenden und ist im Gegensatz zur Formenheizung reperaturfähig, wenn mal was wäre..!

Ein Kollege von mir temperiert seine Formen mit Wasser (Heizschlangen in der Form und Wasserkreislauf)

Claus Eckert
26.04.2002, 14:01
Danke für die ersten Antworten.
@Christian
Ich warte einfach mal auf Deine Antworten. Der Formenbau wird wohl erst in drei Wochen beginnen. Momentan muß ich das Urmodell noch schleifen.

@Hans Joerg
Ich habe auch einen "Heizschacht" unter meiner Werkbank. Leider ist der nur 1,90 m x 0,4m x 0,4m unter einem Teil der Werkbank, mehr Platz habe ich momentan nicht. Der Kasten hat ebenfalls digitale Temperaturüberwachung bis 40 Grad (Treibhaussteuerung aus dem Gartencenter) Die Idee mit der Wasserheizung klingt auch nicht schlecht.

Ein Grund warum ich eine beheizbare Form möchte liegt darin, dass beim Vakuumabsaugen warmes Harz fließfähiger ist und somit überschüssiges Harz besser vom Vlies aufgenommen wird. Auf Grund der Größe der Form hilft mir angewärmtes Harz nichts. Und eine vor dem laminieren beheizte Form verkürzt die Zeit bis zum Angelieren. Mein Gedanke ist also: Großflächiges Aufheizen der Form in möglichst kurzer Zeit, erst wenn die Absaugpumpe läuft. Ich hoffe, dass ich da nicht auf dem Holzweg bin.

Thommy
26.04.2002, 19:01
Hallo Claus,
ich kenne jemand der seine Formen durch eine Lage Kohlegewebe in der Form elektrisch beheizt.
Näheres zur Leitfähigkeit findest Du bei
http://www.swiss-composite.ch/
Der Chef treibt sich seit heute auch hier rum unter dem Decknamen Giotto (Herzlich wilkommen Rolf :D ).
Der weiß sicher auch was zu dem Thema, vielleicht läßt es ja die Zeit zu ;)
Gruß
Thommy

Claus Eckert
27.04.2002, 13:34
Hallo Thomas,

danke das war ein "heißer" Tipp. Vor allem bestätigt er ungefähr meine Messung, die ich inzwischen an einem 1 Meter langen 3600 tex Rowing gemacht habe.
Nebenbei habe ich unter dem Link noch die Lösung für das Kabinenhaubenziehen gefunden. Nicht das ich den Vorgang und die notwendigen Apparaturen nicht kennen würde. Aber der Tipp mit dem Gasgrill ist geradezu genial, vor allem wenn man so einen greifbar hat :)
So jetzt gehe ich vors Haus und werde mit einem Gummi meinen HLG in die Luft schießen. An Bord natürlich: das picolario. Funktioniert wirklich prima. Ab 30. Mai ist es dann für vier Tage im Dauertest auf der Gerlitzen im Einsatz...
Nochmals Danke und ciao

Claus

Thommy
27.04.2002, 23:17
Hallo Claus,
freut mich mal wieder geholfen zu haben.
Die Tips bei Swiss-composite sind immer einen Download wert. Noch besser ist es natürlich wenn Rolf Sutter zum Thema einen Vortrag hält, der Mann ist einfach kompetent ;)
Gruß
Thommy

Achrainer_Hansjoerg
30.04.2002, 12:55
Hi Claus!

Das mit dem Harz ist mir schon klar. Hätte vielleicht sagen sollen, daß ich in meinem Schacht zusätzlich zwei Anschlüsse zu meiner Vakuumpumpe habe. :D

Christian_S
30.04.2002, 19:50
Hallo Claus...

sorry, wurde doch was später aber wie ich sehe, bräuchte ich meine Tips gar nimmer abgeben :)
Bist ja schon bestens versorgt!
Aber jetzt will ichs trozdem loswerden...
also, im Flugzeugbau machen wir´s so:
Bevor die letzte Gewebeschicht in die Form kommt,
werden Kohle/Kevlar UD-Bänder längs aufgelegt. Alle gaaanz dicht an dicht! so,die Enden, die etwas länger als die Form gelassen wurden, werden jetzt einzeln mit Quetschülsen zusammengepresst. Dann werden an jeder Seite alle Hülsen miteinander verlötet.-->Anschlüsse für Strom legen!
So, ist das geschafft, wird alles auflaminiert und die letzte Lage für die Form kommt drüber...Dann halt noch Lack...etc...

So machen wir Leichtflugzeugbauer das :)

Tschüss, Christian

Gast_93
01.05.2002, 13:08
Bekommt man mit dieser Kohlerovingheizung auch 80 bis 90 Grad hin??
Ich will eine Depronplatte beidseitig auf diese Temperatur aufheizen um später tiefziehen zu können....

Christian_S
01.05.2002, 14:10
Ich denke 80 C° dürften drin sein...
musste nur ordentlich Saft drauf geben :o )

Oder was meinen die anderen?

Christian

Gast_93
03.05.2002, 16:27
Wäre nicht schlecht da einige Daten zu bekommen. Habe vor so eine ARt Waffeleisen zu machen...da ich nicht vor habe für jeden Test ne beheizte Form zu machen...
Dieses Waffeleisen soll eine temp. Länge von ca. 60-70 cm haben, Breite ca. 30 - 40 Centimeter.
Am Ende soll einfach ne Depronplatte die auf nen Rahmen gespannt ist oben und unten gleichmässig erhitzt werden (so um die 80 - 90 Grad)...dann hat man ca. 10 Sekunden Zeit, die Platte mittels tiefziehen zu verformen!
Was schlagt ihr mir vor, wie ich die Platten aufbaue?? Bin für jede Hilfe dankbar, auch gerne für neue Vorschläge die Depronplatte gleichmässig´oben und unten zu erhitzen!

Danke für die INfos..

Gast_93
15.05.2002, 23:05
Keiner nen Tip ?

Gast_93
15.05.2002, 23:05
Keiner nen Tip ?

steve
24.12.2011, 15:14
Hallo,
bin auch gerde dabei eine Flächenform zu bauen und wollte dabei gerne eine Formenheizung realisieren.

Dabei möchte ich eine 100W-Heizung pro Formenhälfte einsetzen. Formfläche ca. 80qdm. Habe dazu ein Heizkissen auseinander genommen und will die Heizleitung in die Blähglashinterfüllung einbringen.
Für die Form möchte ich ein Harzsystem von R&G mit dem 161er Härter verwenden. Wenn es sachgerecht temperaturgeführt wird, sollten auch Temp-Spitzen von 110° wegegesteckt werden können.

Die Heizleitung ist von der Temp. auf 45° begrenzt - zumindest erhitzt sie sich ausserhalb des Kissens nicht höher. Isoliert im Kissen sind auch schon mal 60° drin. Ich möchte es ca. 10mm über der Formschicht in der Hinterfüllung positionieren.

Meine Sorge sind aber dennoch ungünstige die Temp.- Spitzen und Harzerweichungen z.B. wenn der Holmsteg etwas knapp bemessen wurde.

Mach ich mir da zu viel Sorgen?

Grüsse

Gideon
30.12.2011, 21:02
Wenn Du nicht über die Tg des Harzes kommst, dann ist eine Erweichung nicht zu befürchten. Das Problem hier ist aber vielmehr, dass sich über kurz oder lang die Gewebestruktur an der Formoberfläche abzeichnet

Ich hab einen relativ guten Draht zu Prof. Funke, der an so etwas schon seit einiger Zeit dran ist (Stichwort: Fibretemp (http://www.yachtwerft-meyer.de/downloads/fibretech_flyer_080319.pdf)). Die Oberflächen der gezeigten Demoformen waren aber nie wirklich 100 % perfekt. Das verwendete Kohlegewebe zeigte sich immer noch leicht , und die äussere Deckhaut war wirklich perfekt per Vakuuminfusion gefertigt

steve
31.12.2011, 20:06
Hallo Stefan,
danke für die Info. Da weis ich ja, was auf mich zukommt. Evtl. hilft ja die Einbettung in der Hinterfüllung.

Grüße und einen guten Rutsch

Arne
02.01.2012, 21:50
Hi Steve,

mal anders gefragt, warum willst du denn diesen Weg? Statt einer einfachen, sicheren und bewährten Temperbox?

Gruß Arne

Flugass
03.01.2012, 17:32
Habe dir Mail gesendet!
Dazu wäre unser patentiertes Heizvlies unserer Firma ideal. (Fa. Schirmung 2000)
Es ist flexibel, und kann im Niederspannungsbereich betrieben werden!
Temperatur bis 120 Grad möglich.Werde dir mal Muster zukommen lassen!

Daniel

FamZim
03.01.2012, 21:47
Hallo

Ich habe im Keller immer kalte Füße gehabt und mir eine Fußbodenheizung laminiert.
Bestehend aus einer 2 cm Stero-Platte mit ~ 50 m Konstantandrat, in einem nach und nach aufgebautem Laminat.
Also 50 dm² und etwa 100 W Heizleistung.
Das wurde an der Oberfläche, auf die ich mich dann stellte, nur gut Handwarm mehr nicht! (45°).

Wenn nun eine Form geheizt werden soll dauert das natürlich, da die ganze Masse ja erst warm werden muß.
Zum Schluß erreicht sie dann, der kühlenden Oberfläche entsprechen, eine Enttemperatur.
Die ist nicht grundsätzlich überall gleich, sondern an kleinerer Fläche höher als an grösserer, wenn überall die gleiche Leistung reingeht.
Und an dicken Stellen wird sie später erreicht.
So kann auch "Wärmestau" an ungünstigen Stellen entstehen. (Grade bei Elektroheizung).
So 2 W auf 1 dm² müssen schon sein!

Gruß Aloys.

steve
03.01.2012, 23:02
Hi Steve,

mal anders gefragt, warum willst du denn diesen Weg? Statt einer einfachen, sicheren und bewährten Temperbox?

Gruß Arne

Hallo Arne,
die Frage selle ich mir auch des Öfteren - nicht nur bei der Form. Werde mal drüber nachdenken. Ich habe jetzt auch etwas mehr Platz und kann mir so eine Temperbox an sich mal vorbereiten. Fand das heit ziemlich platzsparend. Man kann alles so stehen lassen und alles ist nett temperiert. Aber ich habe gerade ein alte Idee wieder ausgegraben (Heizbare Glocke/Haube) aus Styo über der Werkbank die bei Bedraf über die ganze Werkbank abgesenkt werden kann)

Grüsse

vanquish
19.02.2015, 18:03
@Gideon: Rein interessehalber frage ich mal nach, obs schon irgendwelche brauchbaren Fortschritte bei diesem Thema gibt. Speziell bezüglich der Formoberfläche, welche keine Gewebeabzeichnungen haben sollte. Funke ist da ja mittlerweile schon relativ lange dran, so wie ich das verfolgen konnte (siehe Fibertemp).

Ich würde evtl mal ne kleine Form versuchsweise so aufbauen... Leider finde ich den detaillierten Formenaufbau von Funke nicht mehr an. Da gabs mal ein Dokument (wenns nicht sogar ne Dissertation war), wo das ziemlich genau beschrieben wurde. Ich kann mich nur erinnern, dass die Form mit Kernlagenvlies (Coremat?) in zwei Arbeitsschritten erstellt worden ist.

liebe Grüße,
Mario

Gideon
20.02.2015, 09:26
Nein, als Abstandshalter und thermischer Isolator wird hier eine Aramidwabe verwendet. Die formseitige Deckschicht sollte aber per Vakuuminfusion gefertigt werden, um Luftporen gänzlich auszuschließen. Was ich von Prof. Funke weiß, dass es nach einigen Zyklen quasi immer zu Abzeichnungen der Gewebestruktur an der Formoberfläche kam. Mein letzter Stand war hier, dass mittels Spritzpistole zu applizierende, stark metallpulvergefüllte Deckschichtsysteme verwendet wurden. Für Class A-Oberflächen, wie wir sie benötigen, ist das Verfahren aber eher weniger geeignet. Hier würde ich klassisch extern heizen oder aber metallische Formen einsetzen.

Ich sehe gerade, ich wiederhole mich.

vanquish
20.02.2015, 11:03
Danke für die Aktualisierung!
Ja, du hast dich wiederholt, aber hätte ja sein können, dass es Weiterentwicklungen gibt... :)

Liebe Grüße, Mario

Gideon
20.02.2015, 15:24
Ich bin demnächst auf der JEC in Paris, vielleicht gibt es da ja Neuigkeiten in der Richtung.

Junger allrounder
21.02.2015, 17:27
1305029
1305030

so mache ichs!

Temperatur von -15 bis ca 150°C möglich wenn du fragen dazu hast am bester per PN ;)

Variante cfk heizung:

lange UD Bahn ( ca 250g) wo vorne und hinten 2 flache anschlussbänder sind, als stromquelle nehmen wir das billigste schweißgerät ausm baumarkt, heizen damit von 20cm bis 8m große Formen

speedy573
21.02.2015, 22:00
Sieht sehr nach optimiertem quick-n-dirty aus.
Ordentlich verlegt wäre das Gespinst optisch nicht so grausam.

Von der Funktion mal abgesehen.

Junger allrounder
22.02.2015, 03:50
ganz genau,

ich baue etwa alle 2 woche eine form der art, ausprobiert habe ich schon viel, die kisten werden ja noch mit alugris und quarzsand, beides mit epo vermischt, gefüllt.

wie du vermutet hast funktioniert es aber einwand frei :)

attack
22.02.2015, 12:08
Hy!


Habe bei den neuen Formen zuerst auch an eingebauter Heizung gedacht!

Wollte Kupferrohre im Quarzsand einlegen und dann mit einem kleinen Wasserboiler heizen und das ganze mit einer kleinen Wasserpumpe bewegen!

Kosten ca. 150€!


Habs dann doch nicht gemacht, zu viel Aufwand, jetzt heize ich halt den Raum 3m *1,5m*1,8m voll auf .

In der Früh muss man halt lüften, sonst stirbt man!

Habe mal 47 Grad gemessen!:D

Die paar mal sind mir die Stromkosten egal!
LG


Hannes

Gideon
22.02.2015, 22:47
Ich möchte nur einmal an die Wärmausdehnung bei beheizten GFK-Formen erinnern. Ob die jetzt noch zusätzlich hinterfüllt sind, macht den Bock auch nicht fett. Das ist Stand von vor 30 Jahren. Wer sich einmal mit dem Konzept von Professor Funke befasst hat, merkt schnell, dass hier etwas durchdachter ans Werk gegangen wird:

1. Wärmeerzeugung direkt an der Formoberfläche durch ein der Kontur angepasstes, abgestuftes und elektrisch beheiztes Gewebelaminat

2. Thermische Isolierung und Abstandshalter aus Aramidwabe

3. Laminataufbau komplett aus CFK, um eine Wärmeausdehnung in allen Temperaturbereichen vollständig auszuschließen