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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : GFK im kalten Winter



Falco
10.12.2002, 11:36
hallo winterflieger,

muss ich mir um meine gfk-rümpfe bei minustemperaturen sorgen machen?
einige 'leicht frierende' :D :D fliegerkollegen wollen mir einreden, dass die gfk-rümpfe da leicht brechen.
wie sind eure erfahrungen?
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steht nun bei GFK
HWE

[ 10. Dezember 2002, 17:57: Beitrag editiert von: Heinz-Werner Eickhoff ]

-Bob-
10.12.2002, 11:49
Hi Falco,

ich hab' keine schlechte Erfahrungen (<=ist keine Theorie gell ;) )... Sonntag war ich noch Fliegen mit einem Voll-GFK micro-Spark am Hang, ging bestens auch bei der Landung.
thread 'Recklinghausen' (http://www.rc-network.de/cgi-bin/ubb/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic;f=4;t=000430;p=3)
Nur meine Fuesse... die waren irgendwann empfindlicher :D

Gruss aus Holland,

Bob

[ 10. Dezember 2002, 11:50: Beitrag editiert von: -Bob- ]

Dennis Schulte Renger
10.12.2002, 12:00
Moin!!

GFK ist da recht unempfindlich. Kannst auch im Winter fliegen.

Empfindlich auf Kälte reagiert ABS. Also solche Plastikrümpfe wie bei diversen Anfängerseglern wie dem Junior Sport von Graupner usw verwendet werden.

Diese werden bei Kälte richtig spröde und zerspringen in 1000 Teile.

Ich denke da haben deine Kollegen was durcheinandergeworfen oder wollten sich nur rausreden dass sie bei der Kälte nicht fliegen müssen :D :D

Yeti
10.12.2002, 12:19
Moin Falco,

Kälte ist nicht das Problem. Hast du z.B. schon mal beobachtet, dass sie im Winter an Windkraftanlagen die Rotorblätter abbauen und ins Warme bringen? :D Airbus fliegt mit CfK-Seitenleitwerken am Rand der Stratossphäre bei -50°C oder noch weniger.

Wenn überhaupt, sollte man sich im Sommer Sorgen machen. Bei hohen Temperaturen verliert das Harz Festigkeit oder beginnt zu kriechen. Hängt aber sehr von der verwendeten Harz-Sorte und von der Temperung ab. Pauschal kann man da gar keine Grenze angeben. Wenn man selber harzt -> vorher Datenblatt lesen!

Gruß Yeti

FlugFisch
10.12.2002, 13:35
Hi..

Das Problem wird eher sein, dass der Boden härter wird ;)
Mit den meisten Epoxidharz-Sorten sollte man bis -20 keine besonderen Probleme bekommen.
Vorsicht ist aber bei einigen Kunststoffsorten geboten. So zeigt z.B. der legenäre Günter-Prop ab -5 ein deutlich spröderes Bruchverhalten, und angeblich sind auch Nylon-Schrauben (nicht nur Props, sondern auch SChrauben.. Flügelbefestigung!) betroffen (da es wohl Sorten gibt, die Wasser als Weichmacher enthalten).
Das ist allerdings graue Theorie. Werd´son Ding mal ins Gefrierfach (bzw.auf den Balkon) legen und das ausprobieren.

mfg
andi

[ 10. Dezember 2002, 13:36: Beitrag editiert von: FlugFisch ]

Dennis Schulte Renger
10.12.2002, 14:03
Moin!!

Das mit den Nylonschrauben ist richtig.

Ein Vereinkollege fliegt den Acro Lift von Simprop. Dort ist das Fahrwerk eben mit diesen Kunststoffschrauben festgemacht. Bei Kälte brechen ihm die regelmäßig (mit regelmäßig meine ich 1 mal am Flugtag) Sobald es wirder wärmer wird gibt es da keinerlei Probleme mehr.

[ 10. Dezember 2002, 14:04: Beitrag editiert von: Dennis Schulte Renger ]

chaos-pilot
10.12.2002, 14:44
Hi @ all,

ein mus klar sein, alles wird bei Kälte härter und damit bruchempfindlicher. ABS bis hin zum Zerspringen bei nahezu normaler Belastung. GFK wird ebenfalls bruchempfindlicher. Bei bis zur Grenze belasteten Teilen kann das den Ausschlag geben, wenn genügend Reserven vorhanden sind, dann sollte es eigentlich gut gehen. Die Frage ist also, was kann mein Teil bei warmem Wetter ab und wieviel weniger bei kaltem?
Da es darauf keine Allgemeingültige Antwort geben kann, muss jeder für sich entscheiden, was noch geht und was nicht.
Im übrigen setzt auch hier in den meisten Fällen der Mensch die Grenzen! Spätestens, wenn Deine Finger keinerlei Gefühl mehr haben, weil eingefroren, dann ist es scheißegal was Dein Flieger aushält! :D :D :D

Gruß Andreas

FlugFisch
10.12.2002, 14:59
Hi...

weissnich, aber zu früheren (fanatischeren) Zeiten war das mit den Fingerabfrieren kein Kriterium. Ist ja keine Force-Feedback-RC-Anlage...
Heutzutage als bekennender Warmduscher ist bei -5 schluss...

Milan
10.12.2002, 15:00
@Yeti


Wenn überhaupt, sollte man sich im Sommer Sorgen machen. Bei hohen Temperaturen verliert das Harz Festigkeit oder beginnt zu kriechen. Hängt aber sehr von der verwendeten Harz-Sorte und von der Temperung ab. Pauschal kann man da gar keine Grenze angeben. Wenn man selber harzt -> vorher Datenblatt lesen!
Lass das Harz doch ruhig den ganzen Flugplatz abkriechen - Hauptsache, zum Fliegen ist es wieder da ! :D

mfG

Harry

plinse
10.12.2002, 15:09
Moin,

natürlich geht im Winter mehr kaputt, daran ist aber nicht das GfK schuld.

Irgendwann, wenn das Gefühl in den Fingern schwindet, ist auch mit dem Steuern schluß und die Bruchgefahr steigt ;) .

Und der gefrorene Boden setzt natürlich Seglern, besonders denen mit hoher Flächenbelastung ganz gut zu, wenn man so eine Gleitbombe landen will. Flieger mit Fahrwerk also bevorzugt ;) .

matteusel
10.12.2002, 15:22
Hallo,

solange ich in meinem ECO8 noch das Originallandegestell (Kunstoffspritzgußteil mit Glasfaseranteil) verwendete konnte ich die im Winter immer im Zehnerpack kaufen. Oft in Verbindung mit neuen Rotorblättern. Machte richtig spass :mad: :mad: . Ich verwende jetzt ein selbstgebautes aus Alu-Kohle-Composit. Seither ist Ruhe.

Matthias

Yeti
10.12.2002, 20:46
Original erstellt von matteusel:
solange ich in meinem ECO8 noch das Originallandegestell (Kunstoffspritzgußteil mit Glasfaseranteil) verwendete konnte ich die im Winter immer im Zehnerpack kaufen. Hi Matthias,

du hast recht, sowas darf sich auch GfK nennen, ist ja schließlich Kunststoff, der mit Fasern verstärkt wurde (oder sind es Fasern, die mit Kunststoff geschwächt wurden :confused: ).

Eins sollte ja klar sein: was aufgrund von extremen Temperaturen schlapp macht, ist nicht das Gf, sondern das K! Bei Epoxydharzen oder Polyesterharzen gibt es jedenfalls bei tiefen Temperaturen nichts zu befürchten, sondern eher bei hohen. Das heißt, stopp: Ich rede hier von üblichen Laminierharzen. Es gibt Hunderte oder Tausende unterschiedlicher Harzsysteme, die alle unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, so dass man für fast jede Anwendung das passende Harz findet.

Ein Beispiel nur aus dem Segelflugzeugbau: Die dort überwiegend eingesetzten Harze Scheuffler L285 mit Härter H285, H286, H287; Bakelite L20 mit Härter H91 oder SL; Epicote, Epicure (selten bis gar nicht mehr) sind bis +54°C zugelassen. Deshalb müssen Segelflugzeuge weiß sein. Nach unten hin sind mir keine Beschränkungen bekannt. Bei Höhenflügen fliegt man bei Temperaturen von -30°C oder darunter. Das ist zwar der Tod für den Lack (insbesondere die schnelle Erwärmung beim Abstieg), die Festigkeit der Struktur leidet aber darunter nicht.

Gruß Yeti

olli_oesterreich
17.12.2002, 19:20
Hallo :)
Von +25°C auf -76°C verbessern sich Zug,- Druck- und Biegefestigkeit sowie Zug- und Biege-E-Modul von Epoxidharz um rund 10%.
Im Bereich von -76°C bis -242°C werden nochmals um etwa 25% höhere Festigkeiten erzielt. (Quelle : Handbuch R&G (http://download.r-g.de/Handbuch.pdf) , Seite 32)
Mit lieben Grüssen
Olli Oesterreich

[ 17. Dezember 2002, 21:10: Beitrag editiert von: olli_oesterreich ]

Claus Eckert
18.12.2002, 13:39
Also dann,

Heizung aus und in der Tiefkühltuhe überwintern :D :D :D

Beste Grüße vom Chiemsee

Luft: + 2 Grad, Wasser: Brrr

[ 18. Dezember 2002, 13:40: Beitrag editiert von: Claus Eckert ]