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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ALEXA'S ARROW - Jet ohne Düse!



Holger W.
29.08.2014, 19:40
Guten Tag allerseits,

wie jetzt, Jet ohne Düse? Wie kommt denn einer auf die Idee?

Ganz einfach: wer direkt neben bewohnten Häusern fliegt, ist mit einem Impeller oder gar einer Turbine eher schlecht bedient.

Dieser Fred wird ein etwas längerer, er beschreibt die komplette Entstehung dieses voll auf meine ganz persönlichen Anforderungen zugeschnittenen Modells.

Und damit klar wird, wovon die Rede ist, kommt hier erstmal ein aktuelles Bild des Vogels. Ihr könnt ja dann entscheiden, ob ihr weiterlesen wollt


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Holger W.
29.08.2014, 19:52
Die Flugeigenschaften der Bugatti (der blauen) mit dem NACA0009 sind ganz hervorragend, allerdings ist der Einsatzbereich dieses Renners im wesentlichen auf schnelles Geradeausheizen beschränkt.
Das Profil kann aber viel mehr! Deshalb bau ich jetzt einen komplett aufs Wildfliegen ausgelegten Vogel. Damit fallen alle Tiefdecker ebenso aus wie Modelle mit Fahrwerk.
Grösser als ca. 80cm is auch nicht nötig, und so gings auf die Suche.
In den 70ern gabs vob Hegi das Skylab, einen 1.6m Schulterdecker mit negativer V-Form. Kann man heute noch googeln, sieht klasse aus!
Das Konzept als Kunstflug-Nicht-Tiefdecker hat mir damals schon gefallen.
Also hab ich das mal aufgegriffen und weitergesponnen. Wegen der geplanten positiven Pfeilung und der beabsichtigten Verteilung des Namens auf beide Flächen War der Name schnell klar:

ALEXA'S ARROW!

Nun ist negative V-Form beim Landen im hohen Gras eher hinderlich, deshalb bekommt der Arrow eine gerade Flügelunterseite. Als Ersatz dafür wird die Hinterkante auch gepfeilt, die war beim Skylab einfach gerade durch.
Ausserdem bau ich ein V-Leitwerk da dran, weil das normalerweise garnicht mit dem Boden in Berührung kommt..

Genuch nachgedacht, jetzt wird geschnitzt!
Wurzeltiefe ist 20cm, am Randbogen noch 10cm. Spannweite wie gesagt 80cm, und so kriegt man aus drei Brettern die Ober- UND Unterschale:

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Holger W.
29.08.2014, 19:57
Die zugeschnittenen Brettchen werden dann zusammengelegt und entlang der Teilfugen einseitig mit Tesafilm zusammengeklebt. Diese Seite wird später die sichtbare, weil es da keine Sprünge in der Oberfläche gibt, selbst wenn die Brettchen nicht genau gleich dick sind.

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Dann kann man die Schale umdrehen und die Brettchen entlang der Fugen ca. 45-60° aufklappen, ohne dass das Tesafilm sich löst. In den Spalt kommt dann Weissleim, sieht so aus:

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Holger W.
30.08.2014, 10:22
Achja, einen stark vereinfachten Plan mit der Flügel- und Leitwerksgeometrie habe ich kurz skizziert. Das wichtigste aber sind dabei die Rippen, die man im CAD ganz bequem hin und her skalieren kann:

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Rippen auf 2mm Balsa aufzeichnen (nach Papierschablone)...

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...ausschneiden...

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...und zuerst die leicht konisch gehobelte Endleiste, und dann alle Rippen mit Zack auf die untere Schale kleben:

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Holger W.
30.08.2014, 10:32
Die Nasenleiste wird auch auf der Unterseite konisch gehobelt, und dann mit Zack angeklebt. Für eine ordentliche Verbindung der Rippen zu Nasen- und Endleiste sorgen die guten, alten Klebeecken aus UHU-Hart!

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Wie ich da so vor mich hin klebe, fällt mir auf, dass diese Geometrie auch einen prima Nurflügel hergeben würde...

Und weiter:
Die Servofrage ist auch geklärt, es werden zwei QR Servos, und zwar vor allem, weil ich mit Landeklappen rumprobieren will. Ausserdem ist die nach hinten gepfeilte Fläche nicht so günstig für eine zentrale QR-Anlenkung wie z.B. bei der Bugatti.
Der Einbauraum für die Servos ist da:

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Wobei ich dann auch gleich die Löcher für die Kabeldurchführung reingemacht habe. Wenn man die vergisst, beisst man sich hinterher in den A.....

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Holger W.
30.08.2014, 10:35
Ab jetzt hält's genau: ich hab die 3mm Leiste auf den Bauplan geklebt, die die Verwindung der Fläche definiert. Die ist in diesem Fall Null, aber muss auch eingehalten werden.
Wenn man jetzt die Unterschale mit der dicksten Stelle des Profils aufs Brett legt und entlang der 3mm Linie gleichmässig auflegt, dann hat man hinterher eine verzugsfreie Fläche.
Die Bilder zeigen die 3mm Leisten und die mit Teasfilm auf dem Baubrett fixierte Fläche vor dem Aufbringen der oberen Beplankung.

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Holger W.
30.08.2014, 10:39
Die obere 1mm Schale wird auf die so vorbereitete Fläche mit Pattex Classic "halb nass-in-nass" aufgeklebt. So hat man zumindest theoretisch die Chance, noch zu korrigieren, wenn man die doch recht wabbelige Oberschale beim ersten Versuch schief ansetzen sollte.
Hier hat alles gleich geklappt, und deshalb muss der Klebstoff erstmal trocknen. Solange hab ich sie ordentlich belastet, so dass sie nicht raus kann aus ihrer vorgesehenen Lage!

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Holger W.
30.08.2014, 19:51
Uff,
die Fläche ist gut "aus der Helling" gekommen. Alles gerade! Die Nasenleiste ist schon verschliffen, und die Endstůcke in der Mitte sind auch dran.
Als nächstes kommen die Randbögen und Querruder, dann ist die Fläche schon fertig!

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Also erstmal Randbögen aus leichtem Balsa ankleben. Sieht ja noch nicht so elegant aus...

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Holger W.
30.08.2014, 19:54
Ha,
die Fläche ist fertig!
Ich gebe zu, dass das Schleifen von Randbögen für mich was Meditatives hat. Wenn aus so einem unförmigen Klotz ein perfektes Flächenende wird, dann lohnt sich jede Minute (und auch der Husten).

Als nächstes muss ich die Rumpfkontour auf einem Balsabrettchen aufmalen - ich weiss zwar die Werte für die EWD und den Leitwerkshebelarm, aber eine konkrete Form hab ich noch nicht. Mal gespannt: das Skylab steht immer noch im Hintergrund, also wahrscheinlich kommt die Fläche nicht auf, sondern oben IN den Rumpf. Da die Flügel nicht abnehmbar werden, bin ich da ziemlich frei.
Fest steht, dass es eine ordentliche, tiefgezogene Kabinenhaube geben wird. Da muss dann ein Teil des schönen 10mm Balsabrettchens für die Positivform dran glauben.
Wie bei der Bugatti wurd der Rumpf ziemlich rund.

Mehr weiss ich noch nicht:confused:

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Holger W.
30.08.2014, 19:57
Und schon hab ich ne Plan, wie immer in high-end Vektorgrafik::D

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Holger W.
30.08.2014, 20:00
Die Rumpfform steht!
Oben links im Bild sieht man den Motorspant. Die Lüftungsöffnungen liegen seitlich, weil die sonst zu leicht Dreck aufsammeln. Beim meinen anderen Fliegern muss ich regelmässig die Erde aus dem untenliegenden Luftschlitz pulen.

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Holger W.
30.08.2014, 20:03
1214000Sehr praktisch: aus einem Brettchen kriege ich beide Rumpfseiten raus, und es bleibt noch reichlich übrig!

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Holger W.
30.08.2014, 20:31
Jetzt hab ich mal den Motor ausgepackt, um die Anschraubmasse zu nehmen. Dabei musste ich feststellen, dass der Herr Jamara den nur für Frontmontage, also VOR dem Spant, vorgesehen hatte. Frontmontage geht ja nun garnicht, also musste ich die Welle einmal durch die Glocke drücken, damit sie an der richtigen Seite rausguckt. Hat mit einer 22er Sechskantnuss und nem Schraubstock prima geklappt.

Hier sind die beiden Spanten vor und hinter der Fläche schon ausgeschnitten. Der Motorspant ist auf 2mm Flugzeugsperrholz aufgerissen. Laubsägen macht Spass!

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Holger W.
30.08.2014, 20:33
Der Motorspant ist ausgesägt und mit allen nötigen Bohrungen versehen. Es fehlen noch zwei Dreikantleisten und dann wird aus den platten Teilen ein Rumpf!

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Holger W.
30.08.2014, 20:45
Jetzt die Spanten schön rechtwinklig auf die eine Seite kleben, dann das ganze auf den (völlig ebenen) Rücken legen und die andere Seitenwand ankleben:

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Holger W.
31.08.2014, 14:01
Die Dreikantleisten auf der Unterseite stehen vorne absichtlich über die Kontur der Seitenteile hinaus: die werde ich schräg anhobeln, bevor ich die Rumpfunterschale draufklebe. Die folgt nämlich nach vorne der Form des Motorspants und braucht deshalb etwas Auflagefläche.

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Holger W.
31.08.2014, 14:07
Ganz wichtig: wie kriege ich einen vernünftigen Rumpf-Flügel-Übergang?
Dafür habe ich die anfangs ausgeschnittenen Teile der Rumpfseitenteile verwahrt, und jetzt zusammen mit den oberen Dreikantleisten wieder eingeklebt (an der Flügelauflage selbst ist natürlich kein Kleber):

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Pappschablone der Wurzelrippe auflegen...

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...Profil Oberseite anzeichnen...

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...und dann geduldig, mit kleinem Vorschub, entlang der angezeichneten Linie ausschneiden. Das ist trickreicher, als es sich anhört, weil da drunter ja die Dreikantleiste verläuft. Deshalb ändert sich die zu schneidende Schichtdicke von vorne nach hinten.
Erst danach werden die oberen Dreikantleisten an der Flügelhinterkante getrennt, so dass wir nun zwei genau passende Übergangsstücke für die Flächenoberseite haben.

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Holger W.
31.08.2014, 14:09
Vielleicht wirds etwas deutlicher, wenn man die zusammengesteckten Teile als ganzes sieht:

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Holger W.
31.08.2014, 14:15
Hier sieht man, was ich mit den schräggehobelten Dreikantleisten meine.
Es ist schon alles mit Pattex Classic eingesaut, die Unterschale kommt gleich da drauf.

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Jetzt sind zwei Schichten à 2.5mm Balsa aufgeklebt, damit man das später anständig verrunden kann.

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Und verschliffen sieht das dann so aus:

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Holger W.
31.08.2014, 14:20
Um die Nase zu stabilisieren, hab ich die obere Seite auch schon fertig gemacht. Dann kann beim weiteren Hobeln und Verschleifen da vorne nix mehr abbrechen.
Der Spinner im Bild hat 30mm Durchmesser, es passt auch ein 40er. Das werden wir später sehen, wenn sich der am besten passende Prop rausgestellt hat.

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Holger W.
31.08.2014, 14:23
So, als nächstes noch schnell die Leitwerkshälften ausgeschnitten, angefast und auf 120° zusammengeklebt. Jetzt kann man das ganze Flugzeug sehen, und ich muss sagen: ich bin begeistert! So hab ich mir den Vogel vorgestellt.
Also "nur noch" fertigbauen, da brauch ich am Konzept nix mehr zu ändern.

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Holger W.
31.08.2014, 19:10
Zwischendurch etwas Detailarbeit:
Randbögen ans Leitwerk geklebt und verschliffen, Rudergrösse festgelegt und ausgeschnitten, konisch geschliffen und die oberen Flächenübergänge genauer angepasst.

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Nächster Schritt wird der Rumpfrücken. Dazu nehme ich die Fläche wieder raus und klebe den Rücken von vorne bis hinten in einem Stück drauf. Dann wird ordentlich verschliffen, und erst danach der Teil über der Fläche wieder abgetrennt.
Wenn dann die Fläche eingeklebt ist, kommt der Teil des Rückens wieder drauf und wird verklebt. So jedenfalls der Plan...

Holger W.
31.08.2014, 19:16
Also mal versuchen:
Brett drauf und obere Flügelübergänge reinkleben...

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...noch'n Brett drauf...

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...und das arg kantige Gebilde erstmal grob zurechthobeln.

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Hans-Jürgen Fischer
31.08.2014, 19:22
mit längerer Rumpfnase würde es noch besser aussehen

Gruß
Hans-Jürgen

Holger W.
31.08.2014, 19:23
Zwei Hustenanfälle später kann man schon eine gewisse Linie erkennen.
Ist aber noch nichtmal halb verschliffen...

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Weitere drei Hustenflashes später:

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Nach einer weiteren Hustenattacke habe ich jetzt das Verschleifen des Rumpfes für beendet erklärt.
Allerdings wars das noch nicht mit schleifen: aus diesem 7-fach verklebten Balsaklotz wird die Tiefziehform für die Kabinenhaube:

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Holger W.
31.08.2014, 19:30
Erstmal grob vorraspeln, und dann fertigschleifen: passt!

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Holger W.
31.08.2014, 19:34
Der nåchste Schritt tut ein bisschen weh: jetzt muss der Rumpfrücken über der Fläche abgetrennt werden. Also am Cuttermesser ne neue Klinge anbrechen und Schnitt anzeichnen.
Und dann mutig an der Linie längssäbeln, bis das Teil abfällt (vorne am Spant war das Brett nur mit zwei Tropfen Zack befestigt):

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Lohn der Angst: zum ersten Mal ist der Vogel mit allen formgebenden Teilen zu sehen!
Ist erstaunlich nah an der kühnen Handskizze, die weiter oben zu sehen ist.
Als nächstes wird das V-Leitwerk an seinem Platz festgemacht.

"Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!" (Hannibal Smith)

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Holger W.
31.08.2014, 20:45
Hallo Hans-Jürgen,
so ganz zufällig ist die Nasenlänge nicht: der Schwerpunkt passt ohne jeden Ballast ;)
In der Luft passen die Proportionen 100%.
H.

Holger W.
01.09.2014, 19:32
Damit das V-Leitwerk weiss, wo es hingehört, kommt dieses Klötzchen ins Rumpfende. Damit liegt die EWD fest, und zur korrekten Ausrichtung des Leitwerks muss als nächstes die Fläche eingeklebt werden.

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Holger W.
01.09.2014, 20:04
Etwas mehr Auflagefläche für den Flügel kann nicht schaden!

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Holger W.
01.09.2014, 20:10
Bevor ich die Fläche einklebe, muss ich endlich entscheiden, auf welcher Seite die QR-Anlenkungen sitzen sollen.
Schliesslich hat der Wildflug-Aspekt gesiegt, und die Ausschnitte liegen oben:

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Holger W.
01.09.2014, 20:18
Als nächstes kommt die Kabinenhaube. Der Tiefziehklotz wird mit einem Powerstrip auf einem Stück Vierkantholz befestigt, das wiederum im Schraubstock klemmt.
Daneben liegt schon das Stück Verpackungsmaterial, aus dem die Haube entstehen soll.

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Jetzt den Kunststoff schön mit der Heissluftpistole auf Stufe 1 durchwärmen und dann über den Klotz ziehen. Man merkt richtig, wie das Material fliesst, und wenn es abgekühlt ist, dann liegt es so stramm über dem Klotz, dass man es erst rundum freischneiden muss, bevor man es lösen kann!

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Und nachdem alle Holzteile zusammengeklebt und die Haube draufgelegt sind, sieht das so aus:

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Holger W.
02.09.2014, 19:20
Nächster Schritt: Detailarbeit am Leitwerk.
Die Übergänge zum Rumpf und zwischen den beiden Leitwerkshälften haben nicht nur optischen Effekt, sondern tragen auch noch kräftig zur Stabilität bei.

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Holger W.
02.09.2014, 19:23
Was fehlt jetzt noch?
Der Rahmen für die Kabinenhaube! Der besteht aus 3mm Balsa, und am hinteren Teil noch einer Lage 1mm Balsa, in der dann der Magnet versenkt wird.

Erstaunlicherweise ist es mir gelungen, die Haube ohne Schmiererei an den Rahmen zu kleben. Dazu hab ich den klassischsten aller Klebstoffe genommen!
Das muss jetzt erstmal durchtrocknen, bevor ichs endgültig anpassen kann.

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Holger W.
02.09.2014, 19:25
Und passt!

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Holger W.
02.09.2014, 19:29
Es wird wieder chirurgisch: für den RC-Einbau brauche ich einen Rumpfzugang.

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Die Stücke, die ich aus der oberen Beplankung rausgeschnitten hatte, hab ich verwahrt. Mit denen werden die Servoschächte jetzt wieder abgedeckt.

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Holger W.
02.09.2014, 19:49
So:

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Holger W.
02.09.2014, 19:51
Die Servos fürs V-Leitwerk haben richtig Platz im Rumpf.

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Holger W.
02.09.2014, 19:54
Die Ruderhörner und die Bohrungen für die Anlenkung des Leitwerks sind bereit.
Damit ist der Vogel fertig zum Bespannen!

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Holger W.
03.09.2014, 18:53
Jetzt wirds bunt!
Als ich die Folie mit der Grundfarbe von dem Flieger gekauft habe, sagte der Typ beim Händler meines geringsten Misstrauens, ich sollte bei seinem Kollegen bezahlen, so eine Farbe würde er nicht kassieren.
Was hat der nur gegen Milka-Lila?!

Das ganze Theater mit Bebügeln, RC-Einbau und Ruder anlegen erspare ich uns hier. Jedenfalls sieht es im Rumpf sehr aufgeräumt aus, weil die Kabel Hohlraum der Fläche verschwinden:

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Gewicht ohne Akku ist 376g!
Erstflug mach ich mit der 5.2*5.2 CamSpeed und nem 1350er 3S.
Das hört sich hier in der Garage nach ordentlich Schub bei wenig Anstrengung an.
Hier die Bilder gleich nach der Fertigstellung:

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Holger W.
03.09.2014, 19:01
Am Abend des 12.9.2013 war es dann soweit.

Er fliegt, der Arrow! Einfach so aus der Hand.
Der Überziehtest war sensationell: kein Abkippen, sondern so ne Art Sackflug wie beim Nuri.
Die Landung hab ich sicherheitshalber von der Seite mit mehr Platz gemacht, also eher mit dem Wind. Bei der Landung gabs einen Ringelpiez, aber konzeptbedingt ohne dass das Leitwerk den Boden berührt hat.

Das Flugbild ist wie geplant einmalig. Er geht tierisch los bei voll Rohr, kann aber auch richtig langsam. Mit der 5.2*5.2 CamSpeed kann er endlos senkrecht.
Mehr hab ich in 6 Minuten nicht rausgefunden.

Es gibt sogar echte Erstflugdokumente:

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Holger W.
03.09.2014, 19:22
Inzwischen haben wir uns gut aneinander gewöhnt. Die Geschwindigkeit bei Vollgas liegt bei etwa 120 km/h, was für ein 80cm Modell völlig reicht. Die Stromaufnahme liegt bei moderaten 15A, was mit dem 3S1300mAh Akku für sichere sechs Minuten reicht.

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Der Start ist unter allen Bedingungen völlig problemlos: einfach Gas rein und wegwerfen.
Alexa's Arrow fliegt wie erwartet neutral, die Manövrierbarkeit ist hervorragend und die Rollrate bei Bedarf extrem zackig.
Kunstflug sieht am besten aus, wenn er weiträumig und ruhig angesetzt wird. Langsame Rollen, hohe Turns, mächtige Loopings, Kubanische Acht, alles geht ganz easy und ohne Gezappel.

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Dank Zugprop ist der Vogel extrem leise und somit sogar "wohngebietstauglich". Seit dem Erstflug habe ich nichts verändert, er funktioniert einfach tadellos.

Landen ist dank der geringen Mindestgeschwindigkeit kein Problem. Wenn man die Landeklappen (Flaperons) reinklickt, kriegt man eine Lehrstunde in Sachen Negatives Wendemoment: ein QR Ausschlag ändert zwar die Lage, nicht aber die Richtung. Hat man sich aber schnell dran gewöhnt. Einfach mit etwas mehr Nachdruck um die Ecke ziehen und gut ist.
Mit gesetzten Klappen kann man extrem steil reinkommen, ohne schneller zu werden. Jede Art von unerwünschten Reaktionen ist ihm fremd.

Hat sich gelohnt!!
:D

Holger W.
03.09.2014, 20:55
Lustigerweise kann man Alexa's Arrow bei Bedarf auch mit dem Seitenruder steuern, also ohne QR.

Zum Ausloten der aerodynamischen und Festigkeitsgrenzen meiner Flieger habe ich eine einfache Methode: ich drücke einfach meinem Sohn den Sender in die Hand.
Seine Standardfrage lautet dann: "Ist der festigkeitsmässig limitiert?"
Ist die Antwort wie in diesem Fall "Nein", weist er in dem folgenden kurzen, aber heftigen Flug nach, dass sich Vollgas und Vollausschläge keineswegs ausschliessen. Der Arrow snapt, dass es einem schon beim Zusehen schwindelig wird!

Zum Schluss noch ein paar bewegte Bilder:

http://www.rcmovie.de/video/a5dbd46b0795eb7db51b/Selbst-gemacht-Teil-8-ALEXAs-ARROW800

Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit!

Gruss,
H.

Gast_60540
19.09.2014, 21:06
Hi Holger, habe grade mir großer Freude diesen Bericht gelesen. Ein tolles Modell,
eine Fusion aus MIG21 und FALKE?! Sehr gut gefällt mir diesmal auch das Design,
das "flasht" extrem und man kann es sicher sehr gut sehen. Flügel ohne Holm gebaut...
ja genau, Du hast ja Recht. Besten Gruss - Alemao

Holger W.
20.09.2014, 13:21
Hi Alemao,
freut mich, dass er dir gefällt, der Arrow. Ich denke, der würde dir auch Spass machen: er hat zwar auch reichlich "Engine", ist aber von der Auslegung her ganz eindeutig "fly by wing". Daher auch die Vorliebe für flüssige, nicht hektische Figuren.
Ich stehe nach wie vor zu der Farbgebung, aber, pssst! Eine bessere Tarnfarbe als Milka-Lila hab ich noch nicht gesehen;)
Gruss,
H.