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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Doppelstromversorgung mit Schotky-Diode



matteusel
13.06.2004, 20:23
Hallo,

bisher hatte ich zur Empfängerstromversorgung immer Schottky-Dioden des Typ´s 2045 oder 2545 sprich 20/25 A 45 Volt verwendet. Mein Elektronikshop hatte jetzt nur noch HBR6045WT also 60 A 45 Volt vorrätig.

Hat dieser Typ aus eurer Sicht für meinen Einsatzzweck irgendwelche Nachteile?

Jürgen N.
14.06.2004, 08:40
Sie sind (wahrscheinlich, finde sie nicht im Datenblatt) ein paar Zehntelgramm schwerer...
Was bei deinen Modellen sicher ein Problem ist ;)
Wenn da auch ein Paar im Gehäuse sitzt, kein Problem. Sonst musst du eben 2 nehmen.
Gruss Jürgen

h.eberbach
14.06.2004, 14:16
Hallo matteusel,

noch ein Hinweis: In irgendeinem Forum gab es einmal einen Hinweis auf ein Schottky-Diode mit besonders geringem Spannungsabfall von ca. o,2 V.

Es handelt sich um die 95SQ015 (bei Conrad nicht im "normalen" Katalog, aber unter Nr. 16 36 76 erhältlich), die ich unter Gleichstrombedingungen bis 2,5 A getestet habe (mehr kann mein strombegrenztes Netzgerät nicht): Spannungsabfall bei 2,5 A ist o,21 V, dazu im Vergleich die bekannte SB 550 mit 0,43 V.

Gruß H. Eberbach

Jan
20.06.2004, 21:41
Warum eigentlich immer Schottky-Dioden? Fliegt Ihr mit 4 Zellen? Ich fliege mit 5 Zellen. Bei mir haben sich Silizium Dioden bestens bewährt. Und ich habe außerdem noch ein gutes Gefühl, weil ich von der (Rest-)Spannung her eher noch im Bereich der Spezifikation bleibe.

mosi
21.06.2004, 12:53
Hallo,
bei Si-Dioden fliegt nur dummerweise mindestens die Hälfte des 5. Akkus umsonst mit (und das zweimal, also eine Zelle). Schottky-Dioden sind da bestimmt preiswerter als diese Zelle. Nicht zu verachten die Verlustleistung, bei 1A schon ca. 0,7W!
Gruß, René

Dieter Wiegandt
21.06.2004, 14:48
Ich fliege auch 5 Zellen mit Silizium-Dioden.
Worin liegt denn der Vorteil der Schottky?
Geringerer Spannungsabfall?
Andererseits bin ich bei den Silizium von der Spannungslage her immer auf der "sicheren Seite" für Servos und Empfänger.
Die Grundsatzdiskussionen, inwieweit die Garantie der Hersteller hinsichtlich der Spannung für deren Komponenten geht, kenne ich.

plinse
21.06.2004, 16:41
Moin,

ja, der Vorteil der Shotkydioden ist der geringere Spannungsabfall - etwa 0,2V und dann lastabhängig je nach Typ. Ausserdem sind es sehr schnelle Dioden, aber das ist hier egal.

Ist halt die Grundsatzdiskussionsfrage, wie du oben schon gesagt hast. Wenn ich mit 4 Zellen fliege, hat da aber in meinen Augen keine Diode mehr was drinne verloren. Wenn ich 2 mal 5 Zellen und 2 Dioden als "Weiche" verwende, kann man argumentieren, dass eine Si-Diode die Spannungslage in einen sichereren Bereich bringt, andererseits verschenkt man Spannung dabei und produziert mehr Verlustleistung, die verheizt werden muss.
Da ich auch 5 Zellen teilweise direkt fliege, interessiert mich persönlich die Frage der Verlustleistung mehr, denn eine höhere Verlustleistung steigert das Ausfallrisiko oder das Gewicht (grössere Dioden), weshalb ich zu Schotkydioden greifen würde, aber das muss jeder für sich wissen.

Der Spannungsverlust und dass man sogesehen dann zu viel mit sich rumschleppt, ist für mich kein Argument. 5 Zellen sind in meinen Augen bei Einsatz von Dioden ohnehin nötig. Ausserdem habe ich noch nicht erlebt, dass Empfängerakkus urplötzlich und ohne jede Vorwarnung gestorben sind. Deshalb bin ich immer noch davon überzeugt, dass man mit guter Pflege sich den ganzen Ballast einer Doppelstromversorgung schenken kann. Sogesehen geht es in meinen Augen dann nicht um 2 Zellen mehr oder weniger abhängig vom Diodentyp, sondern um ganze Packs, denn um eine glaubwürdige Doppelstromversorgung zu haben, müsste ja jedes einzelne Pack den ganzen Anforderungen gewachsen sein. Aber das ist wieder eine Art Grundsatzdiskussion, um die es hier eigentlich nicht geht, und wo sich jeder seine Gedanken machen muss, denn das Ergebnis hängt auch stark damit zusammen, wie man persönlich verschiedene Faktoren gewichtet.

matteusel
21.06.2004, 17:57
Hallo,

ich baue derzeit eine Doppelstromversorgung mit zwei 2s Lipo Packs die ich an eine Doppelschottky-Diode hänge. Nach der Diode sorgt ein Spannungsbegrenzer für die notwendigen 6V für die Empfangsanlage. Hierfür eigen sich Schottkys aus meiner Sicht besser als Silizium-Dioden. Ausserdem habe ich noch keine passenden Siliziumdioden gefunden die 15A oder mehr abkönnen.

plinse
21.06.2004, 18:04
Original erstellt von matteusel:


...

Ausserdem habe ich noch keine passenden Siliziumdioden gefunden die 15A oder mehr abkönnen.Ganz normale Gleichrichterdioden, irgendwann sind sie halt nur geschraubt und ziemlich schwer, das meinte ich oben mit Verlustleistung und Gewicht ;) .

matteusel
21.06.2004, 18:12
geschraubt und ziemlich schwer Das meinte ich mit passende ;)

[ 21. Juni 2004, 18:12: Beitrag editiert von: matteusel ]

plinse
21.06.2004, 18:39
Naja, wenn du die nominellen Leistungen der Dioden haben willst, wirst du irgendwann damit leben müssen, denn sonst wären es Aufbauten, die die Verlustleistung, die sie ja nominell können müssen, nicht mehr bringen würden.

"Ich will eine Diode, die super viel Strom kann in leichter Bauweise!" Ist halt nur begrenzt möglich. Diese geschraubten wären sogar "leicht", da sie den Kühlkörper für Dauerlast ja getrennt montiert bekommen und wir den für unsere Spitzenlasten ja nicht brauchen ;) .

Sogesehen sind dann aber die Shotkydioden einfach für uns geeigneter - qed

Dieter Wiegandt
21.06.2004, 20:23
Was geht dann an so einer Si-Diode ggfls. kaputt?

Jan
24.06.2004, 14:26
Original erstellt von plinse:

Da ich auch 5 Zellen teilweise direkt fliege, interessiert mich persönlich die Frage der Verlustleistung mehr, denn eine höhere Verlustleistung steigert das Ausfallrisiko oder das Gewicht (grössere Dioden), weshalb ich zu Schotkydioden greifen würde, aber das muss jeder für sich wissen. Die SI-Dioden bleiben kalt. Man kann auch nach einem 3-stündigen Hang- bzw. Termikflug mit der Hand keinen Unterschied zur Umgebung ermitteln. Ich habe 6 Servos in der Fläche, 4 davon digital, außerdem 4 weitere Servos im Rumpf...

Ich bin gegen Schottky. Die Spannung ist einfach irre hoch, bei vollgeladenen NiMhAkkus unter Umständen fast 7,0 Volt, gemessen NACH der Schottky-Diode. Mit Silizium-Diode kommt man in jedem Fall deutlich unter 6,5 Volt.


Original erstellt von plinse:

Der Spannungsverlust und dass man sogesehen dann zu viel mit sich rumschleppt, ist für mich kein Argument. 5 Zellen sind in meinen Augen bei Einsatz von Dioden ohnehin nötig.
...das sehe ich auch so, obwohl man erstaunlich oft Doppelstromversorgungen mit lediglich 2 mal 4 Zellen sieht.


Original erstellt von plinse:

Ausserdem habe ich noch nicht erlebt, dass Empfängerakkus urplötzlich und ohne jede Vorwarnung gestorben sind. Deshalb bin ich immer noch davon überzeugt, dass man mit guter Pflege sich den ganzen Ballast einer Doppelstromversorgung schenken kann.
Das sehe ich anders ;)
ich habe schon mehrere Abstürze in Folge defekter Empfängerakkus gesehen, wobei die Akkus nach meinem Eindruck gut gepflegt wurden. Wenn Dir so ein Mist passiert, dann wirst Du es auch anders sehen. Gerade bei Motormodellen mit großen Benzinmotoren haben Akkus ganz schön zu leiden...


Original erstellt von plinse:

...denn um eine glaubwürdige Doppelstromversorgung zu haben, müsste ja jedes einzelne Pack den ganzen Anforderungen gewachsen sein.
Das sehe ich auch so. Redundanz. Der Flieger muss mit lediglich einem Akku mindestens so lange in der Luft bleiben können, wie man maximal fliegt (doppelte Redundanz). Besser wäre doppelt so lange (dann hätte man wohl vierfache Redundanz, oder? rechnet man das so :confused: ).
Nach jeder Landung muss man abwechselnd den Betrieb des Fliegers immer nur mit einem Akku checken. Wenn es bei einem der Akkus einen deutlichen Unterschied bei der Spannungslage gibt, gilt Startverbot. Ich habe mal gemessen: Habe in meinem Flieger einen Stromverbrauch von ca. 300mAh pro Stunde. Ganz genau konnte ich es nicht ermitteln, da die noch neuen Akkus von Flug zu Flug zugelegt haben. Das heißt, ich habe mit zwei 1.600mAh Akkus bei einem 3-Stunden-Flug leider keine vierfache Redundanz. Fällt einer der Akkus nach dem Start aus, könnte ich nur ca. 5 Stunden fliegen. Besser wären also z.B. 2.000er Akkus. Naja, theoretisch halt...

Urlo
24.06.2004, 19:29
Und ein Akku muss ja nicht einfach nur so ausfallen:

mit ist mal bei meiner Schleppmaschine eine Schlauchschelle vom innen liegenden Auspuff aus unerklärlichen Gründen während dem Flug gebrochen. Man hats nicht wirklich am Geräusch gemerkt, aber das abgebrochene Stück hat durch die Vibration den Schrumpfschlauch eines Akkus durchgescheuert und ihn kurzgeschlossen. Ein Lob auf den zweiten Akku!