DES 448 BBMG dreht durch...

hi,
nach einer butterweichen Landung, Ausschalten und späterem wieder Einschalten drehte bei mir ein DS 448BBMG durch, und zwar im wörtlichen Sinn: Diese Servos haben ja keine Endanschläge, also rotierte der Servohebel endlos mit ca. 1U/sec, wobei sich das Servo mit seiner Kraft selbst aus der Verklebung hebelte (war auf QR in Flächenschale geklebt).
Jetzt nach dem ersten erneuten Einschalten auf der Werkbank stand der Servohebel zunächst still im off-limit-Bereich, also genau entgegengesetzt zur normalen Nulllage. Als ich es (unter Strom) etwa in den Arbeitsbereich drehte fuhr es aber auf Normal-Null und funktioniert seitdem auf dem Tisch absolut einwandfrei.

Was soll ich jetzt davon halten? Es hat keinerlei Karies, kein Spiel und läuft sauber. Kann die Servoelektronik/-mechanik - offensichtlich ohne Poti, sicher jedoch ohne mechanische Anschläge - mal dermassen aus dem Tritt geraten?

LG
Bertram
 
Hallo Bertram,

bei den 428 BB MG konnte durch Druck auf das Gehäuse (im eingebauten Zustand) der Schleifer des etwas zu eng eingebauten Potis einen "Wackelkontakt" bekommen, da durch das angelötete Kabel "angehoben" (Abhilfe des Herstellers: Fixierung aller Potikabel mit Kleber).

In diesem Zustand fand das Servo keine feste Position mehr... ich habe das einmal erlebt, es gibt dazu aber auch etwas im Forum.
Vielleicht ist das hier ein ähnliches Phänomen...

Viele Grüße,

Georg
 
hi Georg,

rätselhaft, ich muss das Servo mal aufschrauben. Potis haben i.d.R. einen Funktionsbereich von ca. 270° aber nicht 360°. Hier kann man aber im stromlosen Zustand den Servohebel in jede beliebige Stellung bringen (also auch in den von einem normalen Poti nicht abgedeckten Bereich), und nach Einschalten fährt das Servo schnurstracks in die Nullstellung. Mit einem echten oder scheinbaren Poti-Kabelbruch würde das Servo auch eher in eine der beiden Endstellungen fahren, nicht aber endlos weiter drehen. Bei einem klassischen Servo wäre "mein" Fehler nur möglich, wenn die Potischleiferkupplung z.B. in Stellung "-37%" gebrochen wäre und der Sender "Nullstellung" wünscht. Dann würde der Differenzverstärker den Motor endlos laufen lassen. Bei klassischen Servos käme dann der mechanische Endanschlag und in der Folge das Abrauchen des Servos. Das 448 kann aber endlos weiternudeln.
Also das 448 hat entweder neuartige Potis mit 360° Abdeckung und ohne mechanischen Anschlag oder es hat Hallgeber o.ä.

Dummerweise funktioniert es im Moment als ob nichts gewesen sei. Morgen werde ich es aber mal im Probelauf am Gehäuse drücken und zerren, Danke für den Tipp.

Bertram
 
Elektrisch kann das Poti ruhig eine 270° Schleiferbahn haben. Das schliesst nicht aus, dass man es konstruktiv 360° durchdrehen kann. Ist mechanisch kein Widerspruch. Dann läuft der Schleifer in den restlichen 90° halt "auf dem Trockenen".
Bei Verwendung solcher Potis kann der mechanische Anschlag im Getriebe entfallen.
Ein Kabelbruch kann also durchaus zum Endloslauf führen. Es gibt dann keine Stellung, bei der der Lageregler die Sollposition findet.

Claus
 
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