Elektrifizierung für Hercules

Hallo liebe Kollegen,

habe unlängst meine geliebte EPP-Hercules (SPW 2,8m) gecrasht - was sich dank eurer Hilfe als BEC-Problem entpuppte.

Bin nun dabei mir eine neue zu schneiden und möchte euch nun um Rat bitten.
Ihr habt sicher schon Erfahrungen mit mehrmotorigen Modellen, was würdet Ihr für mein Maschinchen empfehlen?

Bis vor kurzem mit folgenden Eckdaten geflogen:
* Abfluggewicht ca. 4500g
* 8 Zellen NiMh PANSAN 3800er (ca. 500g)
* 4xMotor SPEED 400 6V mit Getriebe 2.3:1 und 10x4,7 APC-SlowProp
* Bodenstart war möglich, Flugbild sehr sehr scale !!!

Frage 1:
Nun war der Start von der Graspiste eher zäh, und ich möchte bei der neuen Version ein anderes Getriebe-Propeller-Setup verwenden. Die Motoren sollen die gleichen bleiben. Abfluggewicht sollte max. 3,5 kg mit Akku betragen

Was könnt Ihr mir da empfehlen:

Vielen Dank für eure Posts
 

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wenn du die orginalen graupnergetriebe bzw aeronautgetriebe hast,
dann würde ich auf 400er 7,2v black race mit ring umbauen.
die 4motoren kommen auf ca 20,-€ bei hopf und sind günstiger wie ein getriebe.
diese mit 3lipos (das entspricht~10zellen) und somit 25% mehr leistung
bei gleichem motor-getriebe gewicht. die 10x4,7 kannst du lassen.
nun entweder 3700PQ oder 3200 kokam bzw einen 3s2p pack 4000mah.
mehr geht natürlich immer. ~250gr.
wenn es dann noch besser sein soll ,das kbm getriebe bei hh, 19,-
3,7:1 übersetzung.

gruß andreas
 
Vielen Dank für deine Tipps, hatte bisher das MPX PVC-Getriebe, ist auch nicht schlecht nur die Antriebswelle verbiegt sich halt sehr schnell, bei kleinster Berührung.

vielen Dank
Wolfgang
 
Hallo,

Für meine Hercules (Bild: http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?p=333532#post333532 ) habe ich verschiedene Antriebskombinationen mit Speed 400 vermessen. Die beste habe ich eingebaut und fliegt seit 2,5 Jahren problemlos:

Eckdaten Antrieb: 2x Speed400 7,2V mit Ring, Lagerschild entgegen der Laufrichtung 3,5mm verdreht, in Wasserbad eingelaufen, 4:1 Eigenbau-Getriebe, APC-Elektro 10x7, 12x2400Sanyo.

Standschub je Antrieb anfangs 7,7A bei 650g Schub, d.h. 84g/W. Strahlgeschwindigkeit gemessen 12,2m/s. Nach 1 Minute 600g bei 7A.
Flugzeit rund 35 min, da ¼ Gas ausreicht zum Fliegen. Aber auch eine längere Vollgaszeit ist problemlos, es gibt keine Kühlungsprobleme.

Keine Angst vor der doppelten Nennspannung. Das hebt den Wirkungsgrad und die Wellenleistung. Der Strom muss dabei schön niedrig bleiben. Ein derart „getunter“ Speed 400 hat heute immer noch seine Berechtigung bei Mehrmots, man spart gegenüber Brushless Geld und braucht nur einen Regler.

Zum Flugzeug:
Abmessungen: Semiscale nach Revellmodell, 203cm Spw.
6 Servos (2xQR,Flap,SR,Bugrad,HR), Rumpfröhre Depron, Flügel GFK-Positivbauweise mit Styrokern und einer Lage Glas 58g/45° belegt,CFK-Holmgurte,Profil HQ3.5/10 (d.h.3,5% Wölbung und 10%
dick), Leitwerke gleiche Bauweise. Rumpfnase und Motorgondeln GFK. Abflugmasse 1850g.

Ursprünglich wollte ich 4 Motoren einbauen, die Kabel (Kupferlackdraht) und Motoraufhängungen sind vorhanden. Aber senkrecht Steigen ist nicht scale. Mein nächster Brummer wird eine A400M mit 3,2m und gleicher Bauweise. Da passen dann 4 dieser Antriebe genau zu.

Torben
 
@wolfgang und torben:
die 400er von hopf sind neutral getimet,das 3,7:1 ist ein planetengetriebe.
den hopf fliegen wir normalerweise mit 10zellen 1,85:1 , 9x4,7(8x4slim)
bei 10amp in der aff-mustang.
! bei 12zellen (knapp 4lipos) besteht die gefahr des entmagnetisierens !

gruß andreas
 
Hi Torben,
wunderschöne Hercules die du da hast, wirklich sehr sehr gelungen, Respekt.
Werde dir noch ein Mail mit Fragen zum Bau schreiben.

Was meinst du übrigens mit "im Wasserbad eingelaufen", und was nützt das Verdrehen des Statorringes?
Hast du die APC10x7 Slow-Prop oder die "normalen" Elektro-Prop

Grüße
Wolfgang
 
Was ist mit den Longcan Motoren z.B. Jamara PRO480, die vertragen mehr Strom bei brauchbarem Wirkungsgrad und kosten fast nix.

RK
 
geierwaldi schrieb:
Hast du hiermit schon Erfahrungen gemacht? (in Verbindung mit Getrieben mein ich)?
Ich habe zwei mit 1:3,3 und 10x8" in einer Partenavia(Conzelmann, ~1,5kg). Damit ist die Maximalgeschwindigkeit eher begrenzt, der Schub aber recht gut. Ich hätte lieber mehr Drehzahl, aber ich wollte wegen des Einbaus ein Inline Getriebe, und da habe ich keine kleinere Übersetzung gefunden.
Mit einem (nur schwach belastbaren) 3s 6000er bin ich schon mal 43min geflogen (aber eher langsam) -> ca.8A.

Mit den 480HS hatte ich weniger gute Erfahrungen, da ist mir ein Motor eingegangen und hat auch noch den Regler mitgenommen. Muß aber kein prinzipielles Problem sein. Evt. war er einfach zu stark belastet.

RK
 
Geschwindigkeit brauch ich eh keine, sieht viel besser aus wenn die Maschine langsam fliegt, ist ja auch kein Jet.

Jamara Pro 480er um 6,50€ beim Schweighofer, meinst du den?
Kannst du mir beim Getriebe vielleicht auch eines empfehlen die der Schweighofer im Programm hat, sowie bei der Luftschraube ?

Vielen Dank
 
Hallo geierwaldi,

auf deinen Wunsch hin mal eine genauere Beschreibung des Flugzeugs mit Bildern:

Rumpftonne und Heckkegel aus 3mm Depron; jeweils 3 Depronspanten (6mm) mit 5min-EP verklebt. Habe zur Formgebung die Rumpfspant-Negative (vorher -3mm Beplankungsstärke abgeschnitten) übergeschoben. Quasi als Helling genutzt.

Die Flügel und Leitwerke sind in der „GFK-Positivbauweise“ engl. „Vacuum Bagging“ hergestellt. Man findet verschiedene Infos dazu im Netz. Ansonsten noch mal fragen. Kurz: Styrokerne wie oben beschrieben mit Gewebe belegt. Glatte Oberfläche erhält man durch eine aufgelegte0,5mm Vivak-Platte. Das ganze wird bei 0,1-0,2 bar Vakuum im Sack gepresst.

Das HQ 3,5-10 ist bez. Langsamflug und geringe Rezahlen schon recht weit am Maximum. Meine Hercules verhält sich ähnlich wie ein langsamer E-Segler. Auch 30min Thermikflug waren schon mal drin (da haben die Kollegen mit ihren Seglern im gleichen Aufwind ganz schön geguckt ;-). Es ist zu erwarten, dass deine Neue mit diesem Profil deutlich besser fliegt (langsamer, deutlich weniger Sachwebeflugleistung erforderlich). Guck mal bei www.aerodesign.de: Kernaussagen dort: bitte kein E205 und bitte Profil so dünn wie möglich. Für mein nächstes Projekt, einer 3,2m A400M, werde ich auf 8% Dicke gehen. Bei den geringen Geschwindigkeiten sind die Kräfte so gering, dass man trotzdem leicht baut. Man spart sogar noch 20% Styroporkerngewicht ein gegenüber 10% Dicke.

Ich kann die ganze Hinterkante als Wölbklappe fahren, für das normale herumfliegen stehen sie aber neutral. Für steile Abstiege (Flieger fällt dann so wie ein Federball senkrecht runter) habe ich die inneren WK 80° ausgeschlagen. Für langsamen Rückenflug habe ich die Hinterkante etwa 8° negativ ausgeschlagen.

Mit der Fahrwerksaufhängung habe ich lange getestet, und auch viel wieder rausgerissen, bis sie wie jetzt leicht und stabil ist. Die Stoßkräfte werden direkt ins Kraftzentrum des Flugzeuges, dem Hauptspant, übertragen. Dort ist auch der Flügel befestigt.

Die 6 Räder sind selbstgedreht aus EPP (Bohrmaschine+ Lötkolben) und wiegen alle zusammen 12g, etwa soviel wie ein Graupner Moosgummirad gleicher Größe. Die beiden Hauptfahrwerkswellen sind durchgehend und aus Kohlerohr 4mm.

Antrieb: Ich verwende den „normalen“-APC-E-Prop, da ich mit der Slofly-Version einen geringeren Wirkungsgrad gemessen habe. Das Getriebe besitzt eine 4mm Hohlwelle aus Stahl, das spart Gewicht.

Torben

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Vielen Dank für die sehr gelungenen Fotos.
Deine Hercules und der Bau dieser ist glaub ich nicht nur für mich sehr interessant.
Wieviel EWD hast du beim HQ-Profil?

Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

Zunächst hatte ich mich an die Angabe aus H.Quabecks Profilebuch gehalten. Dort heißt es 4,5° für das 3,5% gewölbte Profil (1° + 1° pro % Wölbung, soll für alle Wölbungen gelten). Das war hier in diesem Fall leider vollkommen fasch! Jetzt fliege ich mit 1,0° und so ist es gut. Der Schwerpunkt liegt wie von HQ vorgeschlagen bei 42%.

Den Einstellwinkel zum Rumpf würde ich beim nächsten Flieger um 3° erhöhen, da meine Hercules beim langsamen Herumfliegen mit dem Hinterteil etwas nach unten hängt.

Nochmal zum Antrieb: Sein Gewicht beträgt mit Speed 400 (mit Ring), Getriebe 4:1 (mit Hohlwelle), Meyer-Spinner, LS-Mitnehmer, Kondensator und Diode (Bei Schulze-Reglern für Mehrmots empfohlen) 127g (ohne Luftschraube).

Die Philosophie beim Bau des Fliegers war es, jedes Teil wirklich so leicht wie möglich zu bekommen. Die Hauptabmessungen sollten scale sein, so dass es im Flug wirklich wie eine Hercules aussieht. Auf gewichtserhöhende Details, die nur aus weniger als 3m gut erkennbar sind wie Hutzen, Fenster, Antennen,... wurde verzichtet. Der Eindruck im Flug, z.B. an einem ruhigen Tag im Gegenlicht des Sonnenunterganges ist wirklich ziemlich originalgetreu, vorallem auch weil die geringe Fluggeschwindigkeit dazupasst.
Mittlerweile fliege ich sogar lieber mit 12xSanyo 500AR (222g) bei dann 1510g Abfluggewicht. Später kommen auch nochmal Lipos zum Einsatz, will aber erstmal die alten Akkus aufbrauchen.

Torben
 
geierwaldi schrieb:
Jamara Pro 480er um 6,50€ beim Schweighofer, meinst du den?
Ja.
geierwaldi schrieb:
Kannst du mir beim Getriebe vielleicht auch eines empfehlen die der Schweighofer im Programm hat, sowie bei der Luftschraube ?

Ich hab das Inline Gear BB 400 3,33:1 (26,90€) mit einer Graupner 10x8.

Die MPJ Getriebe sind allerdings deutlich billiger und auch nicht schlecht. Übersetzungen von 2,33-4. Allerdings haben sie einen Achsversatz, den ich bei der Partenavia nicht haben wollte.

RK
 
Hallo thermik-torben,

mit großem Interesse habe ich Deine Beiträge zur Hercules gelesen.

Ich fliege selbst eine. Deren Größe und Gewicht sind ähnlich der Maschine, die Du oben bebildert hast.

Ich bin gerade dabei, eine möglichst leichte Hercules zu bauen.
Die Tragfläche ist nahezu fertig. Statt Bürstenmotoren Brushless und ansonsten Holz-Leichtbauweise. Das Gewicht der Tragfläche konnte ich so von 980 g (alte Fläche) auf 540 g (neue Fläche) drücken.

Der aus Styropor gefertigte „Altrumpf“ wiegt inkl. Elektronik ca. 750 g.

Das Zielgewicht für den neuen Rumpf ist 500 g.

Erste Versuche mit 3 mm Depron scheitern daran, dass die Rumpfröhre ohne Spanten etwa 190 g wiegen würde. Dabei verwende ich im Versuch ein Depron mit einer Dichte von ca. 0,1g/cm3. Das Depron ist auf einer Seite beschichtet.

Evtl. wäre eine dünne Styropor-Röhre eine leichtere Alternative. (?)

Kannst Du mir sagen (auch wenn`s lang her ist) was für eine Depron zu verwendest hast und woher Du es bezogst ?

Zur Rumpf-Form:

Meine jetzige Hercules hat eine echte Röhre als Rumpf.

Dein Rumpf hat einen speziellen Querschnitt. Sieht sehr scale aus.

Hast Du davon noch irgendwelche Aufzeichnungen, am besten noch digitalisierte ?

Gruß Matthias
 
Hallo,

habe nichts digital ausser einige Fotos vom Modell und eine umfangreiche Bildersammlung vom Original. Sonst nur einen Papierordner mit Unterlagen, Pappschablonen für Spante etc., Formen für Motorgondeln, Rumpfschnauze und Randbögen,Schneidrippen für Flügel, Leitwerk und Fahrwerksverkleidung und mittlerweile eine zerstörte Hercules, die Silvester 2008 nach geschätzt 300 Flügen /150h wegen eines Konstruktionsfehlers in der Flächensteckung beim Negativ-Loop auseinandergebrochen ist. 0,5g Glasgewebe an der richtigen Stelle haben gefehlt. Flügel reparabel, rumpf komplett zerstört, habe ich zur Dokumentation für die Nächste alles wieder mit Tesa zusammengeklebt und eingelagert.
Zur Rumpf-Bauweise: Halte die 3mmDepron-Bauweise immer noch für mit am leichtesten für diesen Anwendungsfall. Habe zum Vergleich auch mal 300x300mm Versuchsplatten aus 3mm Depron beschichtet mit 1x Glas 58g und 1mm Balsaplatte beschichtet mit 1x Glas 58g gebaut, als robuste Variante. Genaue Flächengewichte der 3 Varianten müsste ich nachgucken.

Gruß, Torben
 
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