"Günstige" Harzwaage

Hallo,
hab mir vor einiger Zeit mal eine digitale Küchenwaage von Tchibo gekauft. Zum Gewicht feststellen funktioniert die auch ganz gut. Wenn man aber das Mischverhältniss für kleinere Mengen Harz und Härter braucht, kann man das Teil glatt vergessen. Welche Waagen habt ihr, was für Teile funktionieren gut und sind preislich interessant?
Servus
Josef
 

Hans Rupp

Vereinsmitglied
Hallo Josef,

für wirkliche kleine Harzmengen bräuchte man eine Laborwaage mit 0,1gr. Empfindlichkeit. Die wiederum ist nicht billig.

Die erschwinglichen Briefwaagen mit 1gr. Teilung sind schon zu unempfindlich, zumindest meine von Maul. Die nehme ich erst ab 20gr. Harz + 8gr. Härter.

Alternativen sind:
- mischen nach Volumen mithilfe von Spritzen
- bei geeignetem Harzsystem mit "geradem" Gewichtsmischungverhältnis verwenden einer einfachen Balkenwaage

Mein Harzsystem hat ein Mischungsverhältnis von 100:40. Ich nehme eine kleine Latte und lege sie quer auf ein Stück 3mm Stahldraht. Darauf stelle ich auf eine Seite einen leeren, sauberen kleinen Joghurtbecher (vorzugweise Fruchtzwerge: glatter Boden und gute Form). Dann wird durch verschieben der Latte die Waage ausbalanciert.

Dann stelle ich ein Türmchen aus 5 gleichen Münzen dem behcer gegenüber. Den Becher mit Harz auffüllen, bis zur Balance, nochmal 2 Münzen gleicher Gattung aufs Türmchen und auffüllen mit Härter. Diese einfache Waage ist robust, günstig und sehr genau. Durch die Wahl der Münzen und/oder Entfernung vom Drehpunkt des Türmchens kann man die Menge steuern, nur weiß man eben nicht, wieviel Gramm man anmischt (wenn es einen interessiert, kann man die Münzen wiegen und mit den Abständen Becher - Drehpunkt -Türmchen es ausrechnen).

Hans
 
Hallo Hans,
der Tipp mit der guten alten Balkenwaage klingt super! Das werd ich gleich mal probieren, bin sicher, das haut gut hin.
Vielen Dank für die Anmtwort.
Servus
Josef
 

knitz

User
Hallo Allesamt,
also dann will ich mal meinen Tip preisgeben,wie ich seit Jahren Harz mische. ;)
Das mit den Waagen ist alles zu kompliziert und auch zu ungenau. :p
Man nehme 2 Reagenzgläser,die ja von den Laboratorien her in den Abmessungen genormt sind.Trotzdem schadet es nicht,die Gläser im Innendurchmesser nach zu messen,damit 2 genau passende hat.Nun ist alles ganz einfach: ;)
-Harz in das eine Glas,Härter in das andere.Von aussen mit Zollstock die Füllung der Gläser abmessen,damit das Mischungsverhältnis genau stimmt.Z.B.100mm Höhe Harz in einem und 40mm Höhe Härter in dem anderen Glas bei Mischung 1:0,4.Gemessen wird vom zylindrischen Teil des Glases ausgehend,der Rest unten in der Kalotte des Glases kann vernachlässigt werden.
-Die Reagenzgläser in dem Mischbehälter gut auslaufen lassen.Hierzu vorteilhaft, die Gläser aussen mit einer Wäscheklammer zu halten,damit sie nicht auf dem Boden aufsetzen.Mind. 10min die Gläser wegen der Zähflüssigkeit von Harz und Härter auslaufen lassen,dann füllt der durch die Benetzung des Glases verbleibende Rückstand nur noch die nicht gemessene Kalotte.
-Harz und Härter in dem Mischbehälter(gereinigtes Marmeladenglas) mit Löffel gut umrühren,u.U. Microballons dazu,fertig. :D :D :D
-Die Reagenzgläser kann man einpaar Mal benutzen,wenn man sie mit Tüte verdeckt hinstellt und möglichst das Härterglas mit einem Korken verschliesst.Womit dann auch gekennzeichnet ist,welches Glas man wofür benutzt hat.
-Ich mache so seit über 5 Jahren sämtliche Reparaturen und sonstige Harzungen bis zu den kleinsten Mengen 50mm Harz/20mm Härter,ohne dass mir eine Verklebung daneben gegangen ist.Reagenzgläser gibt es in jeder guten Drogerie.
 

bie

Vereinsmitglied
Knitz und haru,

klasse Methoden, wobei mir harus noch besser gefällt, weil nix übrigbleibt, was gepflegt werden muss (Reagenzgläser).

Ich benutze immer eine elektronische Maul-Waage (geht bis 2000 gr), die in 0,5 gr-Schritten anzeigt. Damit bin ich auch bei kleinen Mengen-Verhältnissen bisher immer gut gefahren (Gefäß drauf, auf 0 tarieren, 10 gr Harz rein und mit Härter auf 14 gr auffüllen +/- ein bisschen :D - gilt natürlich nur für das 10:4-Mischverhältnis ;) ).

Andy
 

knitz

User
Will noch hinzu fügen,ich hatte jahrelang alles Mögliche probiert,bis ich auf die Reagenzglasmethode gekommen bin.Der Vorteil ist,dass die in den Gläsern verbliebene Rückstandsbildung gering und kontrollierbar ist,womit die Methode gute Genauigkeit erlangt, und dass sie einfach und ohne grösseren Aufwand ist.Ein Reinigen der Reagenzgläser nach Gebrauch ist nicht erforderlich.Wichtig ist nur,dass man sie nach Gebrauch irgendwie senkrecht hinstellt,um Dreckerei durch Auslaufen zu vermeiden und nicht durch Staub verschmutzen lässt.Nach einigen Malen Gebrauch sind sie eh überfällig und durch neue zu ersetzen. ;)
 
Hallo zusammen,
meine Laborwaage kann noch bequem 0,005 Gramm. Aber bevor ich diese hatte, habe ich mit Einmalspritzen gearbeitet.
Wenn das Volumen-Mischungsverhältnis bekannt ist, gehen sogar Mengen kleiner 1 cm³ super. Damit habe ich 1 cm³ Harz mit 0,45 cm³ Härter gemischt. Im Labor nachgewogen stimmte es dann genau.
Solche Spritzen sind, wenn mit Spiritus gereinigt mehrfach verwendbar und sehr preiswert.
Gruss Wolfgang
 
Moin Jungs,

ich messe die kleinen Reparaturmengen auch schon seit Jahren mit Spritzen ab.
In meiner Harz/GfK/CfK-Schublade liegen immer ein paar Spritzen fertig befüllt rum. Auf Vorrat.

Für Harz nehme ich 20 und 50ml Spritzen, Härter ist in 20 und 10ml Spritzen.
Kleine Mengen sind kein Problem. Man kann sich gut an der Skala orientieren und auch bei den großen Spritzen kann man halbe ml gut abschätzen.

Achtung: Die Dichte von Harz & Härter ist nicht 1. D.h. Gewichtsprozente sind nicht gleich volumenprozente! Für mein Harzsystem gilt nach Gewicht 1:0,4 und nach Volumen 1:0,45.

Ich fülle die leeren Spritzen, indem ich einen Trinkhalm aufstecke und sie dann direkt aus der Harz- bzw. Härterflasche aufziehe. Dann werden sie durch eine zugelötete Kanüle verschlossen. (Schutzkappe natürlich drauf... :eek: )

Das hält mehrere Monate und die Spritzen kann man so 3 mal wiederbefüllen, dann sind sie zu verklebt, besonders die Härterspritze.

Neben meinem normalen Harzsystem habe ich auch eine kleine Spritze mit superschnellem Härter; ist manchmal auch sehr hilfreich.

Durch diese Vorratshaltung wird die Verarbeitung genauso einfach wie mit 5min-Epoxi, man hat aber mehr Zeit zum ausrichten & es hält besser.

Als Mischgefäß nehme ich kleine ausgespülte Kinderjoghurtbecher (Fruchtzwerge o.ä.).
Geht sehr gut und auch der Lütte freut sich :p
 

Walker

User
Hi,

ich benutze auch Spritzen, aber ich ziehe sie nicht auf, sondern befülle sie:

Spritze unten verschließen, den Kolben komplett rausziehen, dann Harz oben reingiesen bis zur gewünschen Menge, dann die entsprechende Menge Härter dazu. (Kann man wunderbar an der Skala ablesen)
Dann den Kolben wieder einsetzen und den kompletten Inhalt in ein Mischgefäß drücken.

Die Spritze kann man ganz leicht reinigen, indem man sie ein paarmal mit Spiritus aufzieht.

In dem Spiritus kann man anschliesend auch noch den Pinsel reinigen.
Wenn man den Pinsel danach noch mit Spülmittel durchknetet und mit Wasser ausspült, kann man diesen sehr oft wiederverwenden.

Tschau
Walker

[ 13. Juni 2002, 16:15: Beitrag editiert von: Walker ]
 
Ich benutze auch nur eine digitale Küchenwaage mit einer Auflösung von 1g. Hab' damit aber keine Probleme meine benötigten Mengen anzurühren.
Was ist denn für Dich überhaupt eine kleine Menge?

Gruß Christian

Bisher wurde das angerührte Harz immer hart und fest. :D
 
Hallo Christian,
mit kleinen Mengen meine ich so unter 10 Gramm.
Habs mal mit einer anderen (teureren) Küchenwaage probiert und da hats auch ganz gut funktioniert. Bin jetzt aber mit der Spritzenmethode sehr zufrieden.
Servus Sepp
 
zum Thema Spritzen:

Ich weiß ja nicht, wo Ihr Eure holt, aber manchmal kann es sein, dass Apotheken überlagerte kostenlos abzugeben haben.
Da sich wohl kaum einer -außer ein paar hartgesottenen Faserverbund-Jüngern :D - das Harz ins Blut spritzt, stört die nicht mehr garantierte Sterilität nicht und die Apotheke ist froh, dass sie die Spritzen nicht entsorgen muss.

Friedmar
 

Claus Eckert

Moderator
Teammitglied
Für kleine Mengen verwende ich seit langem ebenfalls Plastikeinwegspritzen. Wenn man den Kolben entfernt und von oben befüllt, anschließend den Kolben wieder einsteckt und dann bis zur gewünschten Menge den Rest ausdrückt, hat man garantiert das richtige Volumen. Ich verwende die Spritzen mehrere Monate. Da ich eine Harz und eine Härterspritze habe, sind diese markiert. Meine Spritzen bekomme ich in der Apotheke geschenkt. Scheint wohl der Vorteil des Privatpatienten zu sein, der immer in die gleiche Apotheke geht ;)
Übrigens gibts da auch Einwegskalpelle, Aceton und Latexhandschuhe...
Für größere Harzmengen (ab 50 ml) nehme ich natürlich eine Digitalwaage.

Viel Spaß beim Harzpanschen und nicht vergessen Volumen ist nicht gleich Masse. Wie im richtigen Leben...
 
Für kleinere Mengen nehme ich die durchsichtigen, milchigweissen Kleinbildfilmdosen. Male mir aussen immer eine mm-Skala auf, ist dann wie bei den Spritzen. Mische direkt in der Dose und wenn was übrigbleibt einfach aushärten lassen. Das Harz verbindet sich nähmlich nicht mit diesem Material und kann dann leicht wieder entfernt werden.
 

elwood

User
@Josef

ich verwende eine briefwaage mit 0.5 gr teilung. küchenwaagen sind bei mir bisher immer zu ungenau gewesen.

mit spritzen hatte ich auch schon negative erfahrungen gemacht, besonders wenn kleine mengen verarbeitet wurden und das VOLUMEN-verhältnis nicht bekannt war.

seit der elektr. waage keine probleme mehr

servus
thomas
 
Nach unzähligen Kleckereien mit Spritzen, gummiartigen Harzmischungen mit Schätzungen, einem missglückten Versuch mit Haushaltwaagen (zu ungenau, gleich wieder zurückgebracht) habe ich mir eine Korona-Digitalwaage geleistet, knapp 80 Euro im Mediamarkt, 0,1 g Teilung, Messbereich bis 500 g, sehr genau reproduzierbare Messwerte auch im Feinbereich, also ideal für meine Ansprüche. Für's Grobe nehme ich die Küchenwaage meiner Frau, für's ganz Grobe unsere Personenwaage (die ist eh speziell "justiert") ;).
Nebenbei bemerkt weiss ich erst jetzt, wo das Gewicht meiner Flieger herkommt. (Schalterkabel v. Robbe 9 Gramm, schon gewusst?)

Danny
 

RSO

User
Hallo Knitz,

deine Methode das Harz zu mischen finde ich ganz toll. Hat man doch ständig klebriges Harz irgendwo rumstehen und das Mischen geht extrem schnell. (Siehe Deine Beschreibung).

Ich benutze eine Feinwaage und mische ab 5gr.
Als Alternative würde ich eine Briefwaage nehmen.

Gruss, Raimund
 

Steffen

User
Für kleine Mengen gefällt mir die Methode mit den Spritzen gut. Kleine Mengen schnell angerührt, sehr praktisch.

Ganz fürher - ich hatte kein Geld für eine Waage - hatte ich auch das Balkenprinzip. Allerdings über Hebelarme.
Balken war ein einfaches Brett. Becher auf die eine Seite, mit kleinen Gewichten austarieren. Gewünschte Harzmenge einfüllen, mit einem beliebigen Gewicht austariert (durch schieben, nicht durch Gewichtsänderung). Dann das Gewicht nach aussen geschoben (Hebelarm im Mischverhältnis vergrößert, also für 100:27 einfach auf den 1,27fachen Abstand zum Lagerpunkt des Brettes geschoben. Härter dazu, bis die Waage in waage ist


War sehr präzise und sehr billig, nahm aber viel Platz weg.
 
Hallo zusammen,
also so penibel wie ihr bin ich noch nie gewesen!?

Ich nehme immer Einweg Schnapsgläser mit 0,2cl. Ich benutze ein Harz mit Mischungsverhältniss 100:40. Heist also ca. 1 Glas Härter + zwei Glas Harz. Bis jetzt hat das so immer funktioniert und ich hatte noch nie (12 Jahre) nicht ausgehärtetes Harz. Solls weniger sein mach ichs frei Schnauze, halbes Schnapsglas Härter + ganzes Schnapsglas Harz. Allerdings nehem ich immer etwas weniger Härter, halt nach Augenmass.

Es scheint allerdings auch von der Epoxyqualität abzuhängen ob das so funktioniert. Ich benutze nur R&G Harze. Neuerdings auch von Bacuplast aber da hab ich noch keine Ergebnisse.

Also nicht immer so kompliziert.
 
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