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Hoppertank

Hoppertank

Wenn ein Tank zu groß ist

Konrad Kunik

Erstveröffentlichung 12.12.2002

HopperT1.gif

Regelmäßig taucht die Frage auf, bis auf welche Entfernung vom Vergaser darf der Tank eingebaut werden, oder auch direkt nach der Bezeichnung "Hoppertank". Und bei der Suche nach dieser Anwendung wurde man fündig - oder auch nicht.


Anwendungsbereiche

  1. Vergaserbedingt muss der Tank so dicht wie möglich am Vergaser eingebaut werden, der Platz ist aber äußerst beschränkt.
  2. Für eine erforderliche Kraftstoffmenge ist der Platz zum Einbau eines Tanks zu klein, für zwei Tanks mit zusammen der gleichen Kraftstoffmenge ist aber ausreichend Platz.
  3. Aus Gewichtsgründen soll der Tank im Schwerpunkt positioniert sein, der Hoppertank löst das Problem der langen Kraftstoffzuleitung.


Funktionsprinzip


Das Betanken erfolgt am Hoppertank. Ist der Tank voll, so fließt der Kraftstoff über den Überlauf an der höchsten Tankposition zum Haupttank durch das dortige Tankpendel. Der Haupttank wird gefüllt bis zum Überlaufen. Wichtig für die optimale Füllung der Tanks ist die Position der Überläufe an der höchsten Stelle der Tanks, bei einem Zweibeinfahrwerk ergibt sich dieses von alleine - soweit vorn wie möglich. Bei einem Dreibeinfahrwerk empfiehlt sich die gleiche Anordnung, allerdings sollte man das Modellende beim Betanken leicht nach unten halten.

Wird während des Motorenbetriebs Kraftstoff aus dem Hoppertank entnommen (leichter Unterdruck entsteht im Hoppertank), so füllt sich der Hoppertank automatisch über die Verbindung zum Haupttank wieder auf. Wichtig ist dabei, dass die Belüftung des Haupttanks offen ist, das Nachfließen des Kratftstoffes vom Haupttank zum Hoppertank kann durch Druckanschluss unterstützt werden. Der Vorteil dieses Prinzips liegt auch mit darin, dass der Hoppertank immer gefüllt ist bis zur Leerung des Haupttanks, und damit stets sichergestellt ist, dass das Tankpendel des Hoppertanks sich lageunabhängig immer in Kraftstoff befindet, somit kann er durchaus quer oder stehend eingebaut werden. Der Hoppertank leert sich erst nach Leerung des Haupttanks, dann allerdings kann das Tankpendel schon mal "frei" fallen.
Da sich im Hoppertank gewöhnlich keine Luft befindet, kann auch kein Aufschäumen des Kraftstoffes erfolgen; damit ist auch eine blasenfreie Kraftstoffzufuhr zum Vergaser gewährleistet.



Vereinfachung


Bei Membranpumpenvergasern (z. B. Walbro) kann das Be- und Enttanken durch ein T-Stück in der Kraftstoffleitung zum Motor erfolgen. Diese Vergaserart verhindert im Ruhezustand ein Durchfließen des Kraftstoffes zum Motor; bei den anderen Methanolvergasern wird Kraftstoff durch den Befülldruck in den Motor fließen.
 

Kommentare

Toller Bericht :)

2 Fragen habe ich aber noch hier zu,
da ich mit der Materie nicht so bewandert bin.


1) Der besagte Unterdruck im Hoppertank führt ja dazu dass der Kraftstoff aus dem Haupttank angesaugt wird.
Dann habe ich doch auch wieder eine relativ lange, bzw. sogar eine noch längere Kraftstoffleitung ?
- Da sich ja dann die beiden Schläuche summieren. - oder habe ich da einen Denkfehler weil der Druckanschluss für genügend Druck sorgt dass der Leitungswiederstand aufgehoben wird ?

2) Bei einem längeren Abschwung mit ~ Halbgas bei halb vollem Haupttank,
wird doch unter Umständen auch Luft über das im Haupttank befindliche Tankpendel in den Hoppertank gesaugt.
Wie lässt sich dieses vermeiden ?
- mein Gedankengang:
a) im Pendel eine Art Ventil
b) ein voll bewegliches Pendel (auch nach vorn)
c) ein Plasmabeutel


Danke vor ab.


Gruß
Andreas
 
Der besagte Unterdruck im Hoppertank führt ja dazu dass der Kraftstoff aus dem Haupttank angesaugt wird.
Dann habe ich doch auch wieder eine relativ lange, bzw. sogar eine noch längere Kraftstoffleitung ?
Hallo Andreas,

du hast vollkommen recht - der Ansaugweg ist bei dem dargestellten Prinzip genau so lang wie bei einem einzelnen Tank.

Das Prinzip kann nur dann funktionieren, wenn erstens ein Druckanschluss oder eine Pumpe vorhanden ist und mit dem erzeugten Druck der Sprint vom Haupttank in den Hoppertank gepumpt wird. Aber - zweitens - von dort muss der überflüssige Sprint durch einen Überlauf wieder zurück in den Haupttank fließen! Der Überlauf muss in die Mitte des Hoppertanks führen, sonst wird in Rückenlage nur der Sprit (statt Luft) rückgeführt und der Hoppertank wird leer.

Damit wäre der Hoppertank quasi drucklos und hätte immer einen halbvollen Füllstand. Was aber kein Nachteil ist, wird damit wird im Stand vermieden, dass Sprit in den Vergaser läuft.
 
Hallo,
möchte mal eine andere und wie ich weiß, eine sichere Tankvariante erwähnen, für Methanoler.
Der Hopper Tank ist ja nicht für kleine Modelle geeignet, aus Platzgründen.
Die Japaner vertreiben einen Tank, den Tettra Bubbless Tank, (Blasenlos-bezogen auf Spritversorgung)
(Bild) In dem Tank ist eine Silikonblase, angepasst an die Tankgröße.
Vor Jahren wurden diese Tanks von Bruno Stücker vertrieben und ich habe das System ausprobiert, da ich mit normalen Tanks immer wieder Probleme hatte, vor allem bei Kunstflug zB. trudeln.
Man kann den Tank als ein geschlossenes System oder offenes einsetzen.
Ich habe die Variante von Stücker eingesetzt (geschlossenes System).(Physik: offenes – geschlossenes Gefäß)
Dabei wird mit einer Spritze (500ml) die Luft aus der Blase gesaugt, abgeklemmt und dann mit der
Sprit gefüllten Spritze die Blase befüllt. Klingt etwas kompliziert, ist es doch nicht unbedingt.
Und schon kann der Motor gestartet werden, der Sprit in der Blase kann nicht schäumen, da keine Luft drin ist und man kann bis zum letzten Tropfen Kunstflug machen, was ja mit keinem anderen Tank möglich ist! Oder? Die Motoren laufen von Anfang (Tank voll) bis (Tank leer) ohne abmagern.
Ein weiterer Vorteil ist die Positionierung im Modell, die Lage im Rumpf spielt eine untergeordnete
Rolle, also fest anbringen und im Schwerpunkt.
Das System funktioniert bei meinen Modellen seit vielen Jahren, habe nun auch wieder einen Vertrieb der Tanks gefunden.
Danke
Gruß
gerold
 
nachtrag

nachtrag

Hallo,
habe mir gerade das neueste Video von "Richter Tankverschluß" angesehen, dort wird ein Beutel mit Anschlüssen versehen und auch die Luft abgesaugt bevor betankt wird. Allerdings kann der Beutel nicht mit einem Druckanschluß betrieben werden, wie in meinem vorigen Beitrag genannten "Bubbless Tank", wo die Blase(Beutel) in einem Tank mit Druckanschluss liegt und damit auch noch vor Beschädigung geschützt ist.
Möchte noch ein Bild vom Tank einfügen
Bubbless_Fuel_Tank_1.jpg
Danke
gerold
 

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