Kieferleisten schäften

Sebi87

User
Hallo zusammen,

für mein neues Projekt benötige ich mal eure Erfahrung.

Es handelt sich um eine Piper J3 mit 3,6 m Spannweite. Das Rumpfgerüst wird größten Teils aus 8*8 mm Kieferleisten hergestellt.
Da es zwei sehr lange Rumpfstreben gibt, bin ich hier gezwungen die Kieferleisten in der Länge zu schäften.

Gibt es eine Faustformel, wie groß die Schäftlänge werden sollte?

Ich habe mal versuchshalber so eine Gärungshilfe genommen und die Enden auf 45° gesägt. Jedoch habe ich das Bauchgefühl, dass dies eine zu kurze "überlappende"Länge ergibt.

Bin mal gespannt, was ihr mir empfehlen könnt.

Schöne Grüße
Sebastian
 
Ich hatte auch mal das gleiche Problem und habe es dann nach Gefühl, so lang wie mit einer einfachen Handsäge möglich um zwei parallele Schnitte zu bekommen, geschäftet. Bei einem 5x5 mm Kieferholm waren es dann so ca. 5 cm. Verklebt wurde mit Ponal Express Holzleim.

Bei deinem 8x8 mm Kieferholm müssten dann 8 cm Schäftungslänge einfach machbar sein.
 
Bei den großen Brüdern gilt 1:15 sprich Materialstärke mal 15
Bei 8 mm müsstest Du auf 120 mm schäften.

So wird sogar eine gebrochen Tragfläche bei Manntragenden Segelflugzeugen wieder angeschäftet.
Am besten machst Du Dir eine Schablone mit der Du die leisten auf einer kleinen Kreissäge z.B. Proxon entsprechen zurichten kannst.

Viel Erfolg

Gruß

Robert
 
Hallo,

erstmal danke für die schnellen Antworten.

Ich habe mir mal die Links durchgelesen und meine Gedanken dazu gemacht. Eine 1 zu 15 Schäftung wüsste ich nicht, wie ich die praktikabel ausführen soll.

Ich werde heute Nachmittag mal versuchen eine 1 zu 5 Schäftung zu realisieren. Damit hätte ich eine Schäftlänge von 40 mm.
Ich habe den Sinn großer Schaftverhältnisse verstanden, glaube aber, dass bei meiner Anwendung ein kleineres Verhältnis auch zielführend sein wird.

Versuch macht Kluch.

Ich werde weiter berichten.

Schöne Grüße
Sebastian
 
Hallo Sebastian

Ich mache bei Flächenholmen 1 zu 10 in der geringen Dicke 2 mal 10 mm zum Beispiel, die 2 mm dann 20 mm lang.
Bei Rumpfgurten reichen da sicher auch 1 zu 5 da es nicht so auf Zug oder Druck ankommt.
Man kann auch 1 mm Sperrholz noch daneben kleben wegen Angstfaktor.
Ich mache die Schäftung flach an einem Brettende, alle übereinander.
Unterste bis an die Kante und die nächsten jeweils eine Schäftlänge weit versetzt darüber.
Sieht dann aus wie eine Treppe.
Dann mit Hobel und Schleifklotz die Treppe weg machen bis alle Holme spitz sind.
Die sind dann auch alle gleich.

Gruß Aloys.
 
Hallo Sebastian
Und mit einer solchen Krücke willst du tatsächlich fliegen. Wenn du die Holme nicht konform schäften kannst solltest solche Grossprojekte denen überlassen die das können.

Schöne Grüsse
René

Harte Worte für einen der mich und meine anderen Flieger offensichtlich nicht kennt.
Bislang sind noch alle meine Selbstbauten sehr gut geflogen und waren bei sichtbar höherer Festigkeit bedeutend leichter als kaufbare Alternativen.

Zudem haben es anscheinend auch nicht alle richtig gelesen. Es geht hier nicht um Flächenholme sondern um die äußeren Streben des Rumpfgerüstes.


Schöne Grüße
Sebastian
 
Ich werde heute Nachmittag mal versuchen eine 1 zu 5 Schäftung zu realisieren. Damit hätte ich eine Schäftlänge von 40 mm.
Ich habe den Sinn großer Schaftverhältnisse verstanden, glaube aber, dass bei meiner Anwendung ein kleineres Verhältnis auch zielführend sein wird.
Wenn Du mit weniger Schäftlänge auskommst, kannst Du auch dünnere Leisten nehmen, denn du bekommst die maximale Kraft der Leisten nicht übertragen.

Bei Holmen in Tragflächen würde ich auch anders vorgehen. Ich werde heute mal einen Versuch 1:5 machen und schauen, wie das so wirkt.
Ob die Leisten in Gurten oder in Fachwerken verbaut werden ändert nichts am Schäftverhältnis. ausser die Leisten sind viel zu dick gewählt...

Nachtrag:
So schwierig ist eine 1:15 Schäftung nicht, mach einfach mal ein paar, das geht sehr gut, gerade bei Leisten.
Besonders einfach mit einem Bandschleifer oder Schleifteller mit Tisch.
Schwierig ist das erst bei Reparaturen an ganzen Baugruppen...
 
Ob die Leisten in Gurten oder in Fachwerken verbaut werden ändert nichts am Schäftverhältnis. ausser die Leisten sind viel zu dick gewählt...


Danke Steffen so auch meine Meinung

Gruss René
 
Schäften ist ganz leicht

Schäften ist ganz leicht

Hallo Sebastian,

Eine 1:15 Schäftung ist Kinderleicht herzustellen. Du brauchst ein Grundbrett und darauf eine Leiste im entsprechenden Winkel befestigt. Mit dieser Lehre kannst du die Leisten mit Hilfe von Schleifleiste, Hobel, Oberfräse oder Kreissäge bearbeiten. Schau dir die Bilder in diesem Thema an:

http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/898-holm-sch%C3%A4ften-winkelberechnung
Viel Erfolg
Peter

Hallo,

erstmal danke für die schnellen Antworten.

Ich habe mir mal die Links durchgelesen und meine Gedanken dazu gemacht. Eine 1 zu 15 Schäftung wüsste ich nicht, wie ich die praktikabel ausführen soll.

Ich werde heute Nachmittag mal versuchen eine 1 zu 5 Schäftung zu realisieren. Damit hätte ich eine Schäftlänge von 40 mm.
Ich habe den Sinn großer Schaftverhältnisse verstanden, glaube aber, dass bei meiner Anwendung ein kleineres Verhältnis auch zielführend sein wird.

Versuch macht Kluch.

Ich werde weiter berichten.

Schöne Grüße
Sebastian
 
1:15 oder 1:10

1:15 oder 1:10

Hallo,

bei wikipedia -> Schäften findet man folgende Aussage für Holz:

Wikipedia-SchäftenBeiHolz.PNG

Hier ist die Rede von maximal 1:10. Wie passt das zu den hier kommunizierten Werten von 1:15 im Modellbau?

Albert
 
Hier ist die Rede von maximal 1:10. Wie passt das zu den hier kommunizierten Werten von 1:15 im Modellbau?
Haus vs. Flugzeug
statische Festigkeit vs. Betriebsfestigkeit


Man kann ja auch gerne ein kleineres Verhältnis anwenden, wenn man sich _sicher_ ist, dass der Kleber mehr kann, sowohl statisch wie auch dynamisch.
Aber die Kleber von heute sind gegenüber früher vor allen statisch fester, nicht dynamisch.
Klar, kann man alles weglassen, weil es ja nur Modellbau ist.
Aber nachher kommt dann wieder raus, dass das Flugzeug "weichgeflogen" ist.

Meine (Berufs-)Erfahrung sagt deutlich, dass die heutigen Kleber auf Dauer kein bischen besser sind als früher und man eher die Werte höherdrehen müsste, da man jetzt viel mehr über die Versagenskriterien weiss.
Vor 70 Jahren dachte man noch ein Flugzeug hält ewig, weil es ja sowieso nach ein paar Jahren kaputtgeflogen oder veraltet weggeworfen wird. Ewig war halt 10-20 Jahre.
Da hat keiner geglaubt, man fliegt die Holzflieger noch 70 Jahre später und freut sich daran.
 
Auch wenn das Festigkeitstechnisch stimmt: Bei einem Rumpfgerüst würde ich mir darüber auch keinen Kopp machen und der Einfacheit halber ca 1:10. Schäften. Die Dimension der Stringer hat da wohl mehr mit Dingen wie Grabbelfestigkeit zu tun.

Was bei den Grossen in Gitterkonstruktion "weichgeflogen" wird, sind regelmässig die Knoten. DA ist etwas Arbeit und Hirnschmalz reinstecken produktiver.
 
Auch wenn das Festigkeitstechnisch stimmt: Bei einem Rumpfgerüst würde ich mir darüber auch keinen Kopp machen und der Einfacheit halber ca 1:10. Schäften. Die Dimension der Stringer hat da wohl mehr mit Dingen wie Grabbelfestigkeit zu tun.
Genau, und weil ich mir auch keinen Kopf mache, schäfte ich einfach 1:15, weil der Aufwand nicht größer ist als bei 1:10

Übrigens auch für die Grabbelfestifgkeit wichtig...
 
Hallo

Warum klebst du deine Leisten nicht aus zwei Leisten 4 x8 zusammen
dann kannst du lang überlappen lassen?

Gruss Bernd

...und für die Optik noch mit einem Filzstift eine schräge Linie aufzeichnen, die eine Schäftung andeutet. ;)


Der Tipp mit den Leistenblock, beim dem man die Leisten wie eine Treppe übereinanderlegt, ist optimal und funktioniert.

Wenn dann noch 2 Reihen Leisten nebeneinander gelegt/bearbeitet werden und dann noch zwischen diese Reihen eine bißchen Opferholz für 20-30mm Abstand sorgt, kann man die Schäftung auch sehr winkelig und ohne Balligkeit herstellen.

Da müsste ich evtl. mal eine Fotoserie einstellen. Das ist eigentlich sehr einfach, lässt sich aber nicht so simpel beschreiben.

Wichtig ist auch die optimale Verklebung einer Schäftung. Ich nutze dazu bei Kiefernleisten immer Ponal und presse zwischen zwei Leisten.

VG
 
Hi!
Ich muss immer wieder schäften. Ich nehme dazu meinen Tellerschleifer und halte beide Leisten übereinander an den Schleifteller. Mit einem Bandschleifer sollte es auch funktionieren.
Die Ergebnisse sind perfekt. :D
 
Der Tipp mit den Leistenblock, beim dem man die Leisten wie eine Treppe übereinanderlegt, ist optimal und funktioniert.
Wenn Du wirklich eine Treppe aus vielen Schichten baust, ja. Beim Vorschlag mit der halbierten Leiste must Du mehr als zweimal überdimensionieren, um auf die gleiche Festigkeit wie mit einer idealen Schäftung zu kommen. (Nur der halbe Querschnitt trägt am Stoss, und die Kerbstelle verursacht Zusatzlasten.)
 
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