Mikro-Blasen

JB 359

User
Hallo, ich habe am WE ein CFK-Teil laminiert, in Positiv-Bauweise, also Kohlegewebe über Balsa-Kern.
Harz wurde mit gekürztem Pinsel aufgestrichen und entlüftet. Dann habe ich Rollglas aufgebracht für die glatte Oberfläche, und dann mit Vakuumpumpe angesaugt.

Problem: Trotz mehrfacher Versuche bekomme ich immer viele kleine Mikroblasen im Laminat.

Was mache ich verkehrt? Wie kann man besser entlüften ?
Kann ich nachträglich die kleinen Blasen wegbekommen, ohne das schöne Sichtlaminat zu verdecken?
 

steve

User
Hallo Jörg,
bin schon sehr auf die Antworten der Experten gespannt. Vorab würde ich 3 Maßnahmen in Auge fassen, die jede schon etwas Entlastung bringen sollten:

1. Bring das cfk nicht aufs Balsa, sondern auf das Rollglas auf. Erst dann auf das Balsa legen. Luftblasen sind erkennbar und beim Aufbringen des Rollglases werden ansonsten nur neue Luftmengen eingeschlossen. Sie werden mehr oder weniger nach aussen gedrückt, ist aber nicht optimal.

2. Laß eine dünne Glasschicht auf dem Rollglas 3-5 Std angelieren und laminiere erst dann das cfk drauf. So entsteht eine geschlossene Deckschicht.

3. Trage mit einem Spachtel dünn trixotropes Harz auf das Balsa auf und lass es anziehen. So kann kein Harz aus dem Laminat ins Holz ablaufen.

Ganz besonders mies wird das Ergebnis, wenn beim Absaugen der Druck deutlich nachgelassen hat. Das zusammengepresste Laminat richtet sich dann etwas auf, saugt dazu aber Luft aus dem Balsa. Dadurch entstehen Stellen mit unzähligen kleinsten Luftblasen.

Viel Erfolg und Grüsse
 
Hallo,

bin zwar kein Experte, kann aber trotzdem meine Erfahrungen dazu beitragen.;)

Also im Prinzip fallen mir momentan 2 Lösungen ein:

1. so wie Steve schon in seinem 2ten Punkt angesprochen hat, denn das Problem ist, dass du keine geschl. Deckschicht nur mit Harz und CFK gewebe hinbekommst. So hast du immer wieder zwischen den Gewebe kleine Hohlräume wo sich kleine Blasen befinden.
Abhilfe schaft dann ne Lage Glas. Am besten mit nem Gewicht um die 50 gr. , denn diese sind relativ dicht gewebt und keine Angst die eine Lage Glas siehst du nachher nicht mehr - stört also nicht die Optik.

und 2. vorher mit Klarlack das Rollglas lakieren oder mit farblosem UP-Vorgelat. So hast du einen geschlossene Aussenlage und die Pinholes sind Vergangenheit. Würde aber trotzdem wieder ne Lage Glas mit einlegen, sonst zeichnet sich eventuell das grobe CFK-Gewebe mit der Zeit ab.

Vielleicht hilfts.

Gruß
Jochen
 

JB 359

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steve schrieb:
...saugt dazu aber Luft aus dem Balsa. Dadurch entstehen Stellen mit unzähligen kleinsten Luftblasen.
Mir geht ein Licht auf. Vielleicht liegt es daran, dass Luft aus dem Balsa gesaugt wird? An der Harzmenge liegt es wohl nicht, da ich auch mit viel Harz das gleiche Ergebnis hatte, und das überschüssige Harz weggesaugt wurde und im Filz gelandet ist.
 

JB 359

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oh, jetzt erst gesehen.

oh, jetzt erst gesehen.

Also ich hab erst den Rohling aus Balsa mit eingebautem T-Träger, verschliffen und mit Leichtspachtel und Schablone verspachtelt (für das exakte Profil).
Dann dünn mit Harz eingestrichen, die erste Lage UD-Gelege drauf, entlüftet mit gekürztem Pinsel, dann die zweite Lage Kohle - Diagonal Gewebe aufgebracht+entlüftet. Dann nochmal dünn mit Harz übergestrichen und das auf Form geschnittene Rollglas (mit Trennwachs behandelt) aufgelegt, mit einem Tesa-Scharnier in der Mitte, damits nicht verrutscht. Dann zwei Filzrollen links und rechts der Länge nach neben das Rollglas und ab damit in eine Gefriertüte als Vakuumsack, Schlauch rein und mit Tesa und etwas Plastilin als Dichtung, und dann losgesaugt.
Die Pumpe hat einen Zeitschalter, damit sie nicht ständig durchläuft.
DsAs sah in der Tüte und zunächst nach dem Abformen richtig gut aus.
 
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