Motorsturz E-Segler: Bezugsachse, sinvolle Werte ?

Relaxr

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Hi - mein Discus 2a (Topmodel CZ) geht bautechnisch in die Endrunde, der Antrieb(Nase, Klappschraube, ca. 1kw Getr. Motor, 18x10) wird nun geplant. Dazu: was ist denn eigentlich nun wirklich die Bezugsachse für den Motorsturz? Man findet im Netz und auch hier alles von Rumpfmittellinie, Flächensehne bis HLW-Sehne ..... was stimmt den nun? Die Suchen liefern völlig unterschiedliche Theorien dazu. Der Unterschied ist jedoch beträchtlich. Und was wäre ein sinnvoller Sturz - so Pi mal Dauemen ? Etwas "Drücken" beim Start ist völlig ok, ich will dem Segler ja keine Hakennase verpassen. Zumal ein "nach oben wegziehen" bei einem geworfenen 5,2 kg Segler sicher kein Nachteil ist! Würde mich über Erfahrungen freuen, abgesägt ist meist (zu) schnell ...:rolleyes:

Gruss Markus:)
 
Hallo Markus.

Ob das Modell mehr oder weniger wegsteigt kommt meist mehr auf die Art der HLW-Anströmung an, bzw. auf das HLW Profil. Das ist manchmal recht schwer vorhersagbar. Ich nehme bei meinen größeren E-Seglern immer 2°-3° Motorsturz mit Bezug auf die HLW-Profilsehne und 0° Seitenzug. Ein leichtes anheben der Nase ist ja durchaus erwünscht. Die Details regle ich dann in der Praxis mit der Höhenruderzumischung.

Meine 6 Meter Ka8 als Beispiel.
 
Hi Axl - bei deiner K8 hast du auf jeden Fall diesbzgl. alles perfekt gelöst, die geht ja wirklich traumhaft aus dem Startwagen raus und verhält sich auch unter Motor in der Luft mustergültig. Zu den Gleiteigenschaften der grossen Phoenix braucht man eh nix zu sagen ! Die kreist ja wirklich so eng wie an einer Flächenspitze festgenagelt.

Bei meinem Discus ist es ja ein TLW, ich werde mal noch weiter suchen, evtl. finde ich ja nen "nasifizierten" grossen Discus, oder zumindest nen anderen klassischen T-Leitwerkler, wo ich Infos über dessen Sturz mitnehmen kann. Aber im Zweifelsfall werde ich wenig Sturz bzgl. Rumpfachse reinbauen, die besagten 2-3° auch aus optischen Gründen, und dann halt ggf. etwas "Gegendrücken" beim Aufstieg. Ich hab schon befürchtet, dass man es eh nicht perfekt vorraussagen kann.

Gruss+ Dank Markus
 
Hi Axl - bei deiner K8... die kreist ja wirklich so eng wie an einer Flächenspitze festgenagelt.

Liegt alles nur am Piloten. Hüstel... :cool:

Aber ganz ehrlich will sie im Vollkreis schon mit beherztem Einsatz von Seite und Quer zwischen Schieben und Schmieren gehalten werden.

Bei meinem Discus ist es ja ein TLW...
Deswegen hatte ich das mit der Anströmung erwähnt. Zum Gaskanal einfach einen Mischer zum Höheruder setzen. Wenn´s dann nach endgültigem Trimm im Kraftflug aus dem Strak steht, sieht man es ja während des Fluges nicht. :D

Bei meiner Pilatus B4 habe ich das auch so gemacht. 3° plus Mischer und sie geht super aus der Hand.
 
Servus,
ich habe bei meinem Discus 2a von Topmodell (3.75cm) die Sehne der Flächen als Anhaltspunkt genommen und HLW bei ca. max. 1,5 Grad. Habe den Segler gebraucht erworben und es war ein zu geringer Motorsturz vorhanden mit der Auswirkung, dass der Segler beim Start zu schnell u. zu stark nach oben gegangen ist und damit die Geschwindigkeit zu sehr verringert wurde (Strömungsabriss ...). Letztendlich sehr gut und ausgewogenen Flug. Rest mit Akkupositionierung optimiert.

Und noch ein wichtiger Tipp:
Achte auf sichere Verrieglung der Haube: Meine hat sich bei flotter Fahrt mit einem Krach gelöst, damit Geschwindigkeit stark verringert (Luftwiderstand durch sehr große Rumpföffnung, nicht mehr in der verbleibenden Zeit steuerbar, in reativ langsamen Kreisbewegungen Richtung Boden, konnte nicht mehr abfangen (war einfach zu überraschend) >>>>>>>>>>>> Krach ..... (Der Wies ist nichts passiert aber dem Segler?)

Gruß Hans
 
Hi Hans - das sind wertvolle Tips :)! Habe ich das richtig verstanden, daß du bei deinem Discus den Sturz dann nochmals vergrössert hast? Die Sache scheint doch nicht so ohne. Wenn du mir eine Seitenansicht des Cockpits mit Spinner posten könntest, wäre das Toll! Steht dein Spinner sichtbar nach unten geneigt, von der Seite gesehen?

Auch Danke für den Tip mit der Haube, werde gleich die Verriegelung prüfen. Wenn du Lust hast, beschreibe doch Bitte mal ganz kurz den Discus 2a bzgl. seiner Arten und Unarten, würde mir helfen, den Segler beser einzuschätzen. Bin echt froh bereits diese Infos von Dir erhalten zu haben.

1000Dank
Markus
 
hi Markus,

wir haben im Club zwei Ventus von Baudis (3m) elektrifiziert, einen mit normalem Sturz (4° bezogen auf "Rumpflängsachse" bzw. HR - nicht Flügelsehne!), den anderen mit heftigem Sturz (ich glaube 8° oder so).

Der mit dem "normalen" Sturz
- zieht heftig nach oben (erster Start beinahe direkt in den Strömungsabriss)
- wurde mit Tiefenzumischung verbessert
- macht beim Durchstarten deswegen eine "Beule" nach unten (HR sofort, Motor wirkt verzögert)

Der mit dem zu grossen Sturz
- zieht nach unten (erster Start beinahe in den Boden)
- wurde mit Höhenzumischung verbessert
- macht beim Durchstarten deswegen eine "Beule" nach oben (HR sofort, Motor wirkt verzögert)

Such Dir aus, was Dir bessergefällt... ;)
(Ich persönlich habe lieber zu grossen Sturz; es gibt auch Piloten, die knüppeln ohne Mischer alles weg)

Bertram
 
Markus,
der Motorsturz ist tatsächlich "lebenswichtig", aber hauptsächlich bei der Landung.
Meist/oft kommt man ja "auf dem letzten Zahn" herein, d.h. mit hohem Anstellwinkel und geringer Geschwindigkeit.
Wenn die Sache dann doch "zu kurz" wird, schaltet man den Motor ein...
Und wehe der Segler nimmt dabei die Nase hoch!
Habe so schon (d.h. in den letzten 20 Jahren...;) )2 Segler geschrottet. Denn ausgerechnet dann sind Steine darunter...
Gruss Jürgen
 
Hallo Marcus,

Motorsturz: Vom Vorbesitzer war fast kein Sturz vorhanden, deshalb habe ich diesen nachträglich ca. 1,5mm angepasst.
Haubenbefestigung war durch die ersten Startversuche mit nahezu null Sturz rechts bei den Befestigungsnasen (weg) beschädigt, daher habe ich diese provisorisch mit Klebeband befestigt - ging bis Sonntag gut.

Start: Stets mit etwas Gegenwind, ideal am zumindest leichten Hang, ohne Wind wirds allein sehr schwierig. Rückenwind ist tötlich, Seitenwind schwierig. Der Segler hat immerhin knapp 5kg - bis die Masse genügend Fahrt aufnimmt dauert es halt ein wenig .....
Landen: Mit genügend Speed reinkommen, wenn zu langsam kippt er.
Kunstflug: Einfacher Kunstflug geht wie Loopings, auch mal eine Rolle: Aber nicht übertreiben. Aber bitte Tragflächen mit "Multilock" und ggf. Tesa sichern.
Stabilität: Überraschend gut, hält auch mal eine harte oder verdrehte Landung mit etwas Glück aus

GRuß Hans
 
Hallo zusammen, vielen Dank für euren Input! Ja zunächst ist es mir lieber, dass der Segler beim Start eher nach oben weggeht, habe mich dran gewöhnt gleich gegenzudrücken und auch im Aufstieg kontinuierlich etwas Tiefe zu geben. Ein Segler, der eher nach unten wegzieht ist mir beim Start "unheimlich". Werde daher eher die ca. 4° Sturz reinbauen. Das kommt einem auch beim Durchstarten zugute, da er gleich hoch zieht. So sind alle meine Motorsegler ausgelegt, da ist auch "Gewohnheit" mit dabei. Ich hoffe mit meinen ca. 1kw Leistung und doch (leider) ner grossen Latte hier "gut wegzukommen". Den Videolink schaue ich mir heute abend noch an. Nochmals Merci an Euch ! Mal gespannt wie ich mit dem "Brocken" klarkomme, zuerst wirft ihn mir sicher ein Kumpel der da wirklich routiniert und kraftvoll ist :D

Grüsse Markus
 
Hi Christian - habe eben erst den Video geschaut. Super informativ mit optimaler Methodik, um schnell voran zu kommen. So werde ichs machen. Zumal es ja sogar auch ein Discus ist :D:D:D.

Ein Mustervideo zum Thema! Die traurige Musik passt zur Stimmung beim Absägen der Nase. Das ist beim ersten Steigflug aber schnell verschmerzt:)

Gruss+Dank
Markus
 
Ach ja - habe nun 2° Seitenzug und 2° Sturz eingebaut. Sobald Wetter ist, kommt der Maiden (...was noch dauern kann, bin "Frostbeule" :D). Bin wie in dem oben genannten Video vorgegangen, ging prima !
Danke an Euch
Markus
 
@Jürgen N

Es ist eigentlich auch kein Wunder, das du dann deine Modelle schrottest.
Fahrt ist das halbe Leben! Es ist grundverkehrt einen Landeanflug mit großem Anstellwinkel und geringer Fahrt auszuführen.
Das sollte man hier daher nicht so stehen lassen. Die Fahrt wird erst unmittelbar vor der Landung herausgezogen und dann braucht man (ausser im Fall eines unvorhersehbaren Ereignisses) nicht mehr durchstarten.


@Markus, keine Angst das passt schon.
Bei einem Segler ist das nicht so wichtig, da man keinen präzisen Motorkunstflug machen möchte.
Ich selber halte es so, dass ich den Motor so einbaue, dass sich der Spinner möglichst schön in die Rumpfkontur einfügt.


Michael
 
Hallo Markus.

Ob das Modell mehr oder weniger wegsteigt kommt meist mehr auf die Art der HLW-Anströmung an, bzw. auf das HLW Profil. Das ist manchmal recht schwer vorhersagbar. Ich nehme bei meinen größeren E-Seglern immer 2°-3° Motorsturz mit Bezug auf die HLW-Profilsehne und 0° Seitenzug. Ein leichtes anheben der Nase ist ja durchaus erwünscht. Die Details regle ich dann in der Praxis mit der Höhenruderzumischung.

Meine 6 Meter Ka8 als Beispiel.

Schönes Video !
Frage dazu: was macht denn dieses Servo in der Mitte (rot umkreist).
Danke & Gruß
robi Zwischenablage01.jpg
 
Na das wird die F-Schlepp Kupplung sein ! Warum nicht, ein echter Allrounder. Meine Nasenkontur vom Discus ist mit nem 42er Spinner (Reisenauer System) auch sehr schön, d.h. unauffällig geworden. An sich sieht der Discus nun mit der Sichtcarbonlatte richtig schick aus, wobei das wohl Ansichtssache ist.

Gruss Markus
 
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