Powerstart in die Wolken

Hallo Leute,

möchte demnächst mal meinen Brettnurflügel(1m, 600g) mit Gummi von EMC-VEGA in den Himmel schiessen.
Bei 8m Gummi kommt man auf eine Mindestbeschleunigungsstrecke von 15m bei 8kg Zugkraft.
Rein rechnerisch ist das soviel Energie, dass der Vogel 250m hoch ist oder aber 240km/h schnell - ohne Verluste gerechnet....

Was passiert ? Zerreisst es das Teil bei dieser Beschleunigung ?
Wie ist das mit den Verlusten ?

Was habt ihr an Erfahrungen ?

Bin gespannt auf Eure Antworten. :D
 
berechnet habe ich das folgendermassen:

Energie = Weg * Kraft

Energie = 15m * 100N = 1500 Joule

Epot = m*g*h

--> h = Epot/m*g = 1500/0.6*9.81 = 255m

Ekin = 0.5*m*v2

--> v = Wurzel aus (E*2/m) = SQR(1500*2/0.6) = 70.7m/s = 255km/h

Vielleicht sind auch Fehler drin ?
 

Steffen

User
Hi,

Was habt ihr an Erfahrungen ?
Meine Erfahrung ist, dass man mit einem Gummi mit 15m Spannweg und Endkraft 80N (~8kg) 600J speichert, mit denen man 0,6kg auf 161 km/h beschleunigen oder auf 101.9m heben kann.
Für 240km/h dagegen bräuchte man 1333J also 15m Spannstrecke mit einer mittleren Spannung von 88.8N oder 177,7N Endspannung, womit man allerdings auch auf 226,5m käme. Unerwähnt könnte bleiben, dass man für eine Schusshöhe von 250m dagegen 1471J benötigt, doch das führt nun zu weit :)

Ciao, Steffen
 

Steffen

User
Ach so, großzügig gerundet :)

Nee im Ernst: abgesehen davon, dass Du mit einer Spannkraft von 100N natürlich nur 15*100/2J speicherst, stimmt die Rechnung soweit.

Reibung, Masse des mitbeschleunigten Gummi fressen aber eh einen erheblichen Teil wieder auf.

Ciao, Steffen
 
ok,

hab euch mit meinen Rundungen etwas durcheinandergebracht.

Nochmal: Gummi 8m lang, Dehnung 500 % ( dabei ca. 11kg Zugkraft, Entspannung bis 300% gerechnet (dabei ca. 8kg) --> Entspannung 200% - 16m ; natürlich entspannt sich der Gummi noch weiter, aber irgendetwas muss man ja mal annehmen...
 

jwl

User †
die masse des gummis muss einfliessen wurde bereits erwähnt und die maxmale kontraktionsgeschwindigkeit des gummis. der luftwiderstand wenn gerade beschleundigt wird ist relativ gering je höher geschleppt wird steigt auch die winkelgeschwindigkeit also auch die schleppgeschwindigkeit im vektor. diese hat zu folge eine höheren seilwiderstand und mehr widerstand durch das modell -- höhere ca -- höhere induzierter widerstand. ein faktor ist noch die progression des dehnungsverhaltens des gummis.

wenn man kurz und schnell beschleunigt wird nehmen die meisten den gummi doppelt oder dreifach dann reisst der gummi besser und es muss weniger gummi beschleundigt werden. durch die kontraktion ändern sich ja andauerd die massenmittelpunkte des gummis .

usw.

gruss jwl

[ 09. Januar 2004, 11:59: Beitrag editiert von: jwl ]
 
Moin,

mit einem ganz popligen Gummi (3 mm Band aus der Medizin)etwa 5 m lang in Ruhe, kann ich einen Zagi auf ca. 40 Meter schießen.

Da sollte bei gutem Material noch erheblich mehr drin sein.

Gruß
 
Grenzen setzt nur die Belastbarkeit deines Fliegers,und die Risikobereitschaft deinerseits.
Ich hab auch mal nen Katapultstart gemacht bei dem Die Beschleunigung und der Energieinhalt des Herings samt Sicherungshering sehr beachtlich war.(10 mm Gummi, 12,5 m lang).Zum Glück kamen mehrere Faktoren zusammen: Flieger zwischen Heringen und mir, Flieger aus zähem Epp. Trotzdem hat es meinen Zack durchschlagen. Seitdem hab ich immer einen Sandsack dabei der noch mit dem Gummi am Hering verbunden ist.
 
Mein "Hering " war ein 45 cm langes Armiereisen. Nicht etwa ein Hering von einem Zelt oder so.
Ich hätte nie gedacht dass es so ein Ding herausziehen kann. Aber die Erde war feucht.
Gruß Jörg
 

Thermike

User
Hallo, ich habe diesen Sommer meinen Opus V von PAF in der DS-Version mit dem EMC Grosseglergummi (7,5m) hochgeschossen. Abfluggewicht ca. 2,4 Kg und wirklich stabil, bei guten Bedingungen, d. h. Gegenwind waren teilweise gute 100m drin!!!
Aber ich denke ein dünnerer Gummi ist da besser geeignet, denn der Grosseglergummi ist zu schwer und nicht so elastisch im Spannungsverlauf.
Aber passt auf die Verbindungen Seil-Gummi-Hering auf, sonst gibt`s im leichtesten Fall blau schwarze Flecken.

eine Thermikreiche Saison wünscht euch Michael
 
Und auch ein Gummiriß ist nicht zu verachten. Ich hab mal einen ausgezogenen Schlauchgummi der sich am Häring verabschiedet hat an prominenter Stelle zwischen die Beine gekriegt. Da klingen die Glocken schon ganz ordentlich :D
 

jwl

User †
ein hering ist ein bisschen dünn für so einen gummi
ich nehme ein 8mmm dicken 60cm langen federstahl.
dieser wird je nach bodenbeschaffenheit in die erde gerammt, in einem winkel von 45grad. dieser reicht immer um die kraft einens 12er gummis gegenzuhalten.
mit einem zweiten wird die rolle ausgerollt und dann damit der schrim am andern ende des feldes festgenagelt, fertig

gruss jwl
 
Hab heute meinen Gummi bekommen - nur noch Rumpf verstärken, Haken rein und los gehts...
Werde berichten !

Gruß

Markus

PS: weiß jemand wohin mit dem Haken - möglichst weit vor oder ?
 
Hallo Plastikbeutel,
ich will hier nicht die Spaßbremse spielen, aber die Höhe (255m) wirst du wohl nicht erreichen.

1. Hast du dich bei der Berrechnung der Energie verhauen.

Energie = Kraft X Weg so weit so gut.

Du hast aber mit der maximalen Kraft gerechnet, die nur bei voll gespanntem Gummi zur Verfügung steht. In einem Diagramm Kraft über Weg steigt die Kraft mit zunehmendem Weg an. Die Energie ist dann die Fläche unter der Geraden, also das Dreieck. Bei angenommenem proportionalem Verhalten ist die Energie genau halb so groß, wie du sie berechnet hast.

2. Sind die Verluste nicht ohne.

Das Gummi wird mit beschleunigt (ein Ende nicht, da es verankert ist, dafür das andere Ende auf die Modellgeschwindigkeit) dafür wird Energie benötigt. Außerdem gibt es "Reibungsverluste" im Gummi, so daß die Energie, die du in das Gummi beim ausziehen steckst, nicht wieder frei wird.

Der Luftwiderstand des Modells ist nicht zu verachten. Wenn du das Modell aus der Ausgangshöhe anstichst, kommst du ja auch nicht wieder auf die volle Höhe. Nimm mal ruhig einen "Wirkungsgrad" von 50-60% an.

Damit ergibt sich etwa ein Wert, der etwas mehr als einem Viertel deiner Berechnungen beträgt. Vielleicht so um die 70m.

Ich bin auf deine Erfahrung mit dem Katapult schon sehr gespannt. Ich habe jedenfalls bei Höhen von 30m schon sehr viel Spaß!
 
Hallo Skywalkair,

also bei der Berechnung habe ich mich sicherlich nicht verhauen. Bin eher noch zögerlich da rangegangen:

Also auf der Website von EMC-VEGA steht unter Mega-Rubber der Typ Alround mit folgenden Daten:
7,2/9,0/10,8 Kg bei 300/400/500% Dehnung.
Berechnet habe ich eine Beschleunigungsstrecke von 15m (das heißt nur bis 300% Dehnung!!! - Modell wird aber weiter beschleunigt...)
angenommen. In diesem Bereich ändert sich die Zugkraft von 10,8Kg auf 9,0Kg (im Mittel 10Kg - 100N) ---- > hab da nun wirklich nicht aufgerundet um auf große Zahlen zu kommen.

Hab mit dem Gummi mal nen Zugtest gemacht...
oh, oh -- da bekommt man fast Angst. Also vorstellen kann ich mir das noch nicht so ganz...
Fliger wirds schon aushalten - Test der Fläche hat ergeben, dass wohl 10g bei einem 300g - Rumpf locker ausgehalten werden....

Man wird sehen. Muß mal wie ich die Höhe bzw. Geschwindigkeit dann messen kann.

Gruß Markus
 
Hallo,

ein etwas anderer Powerstart in die Wolken passierte mir im Sommer 2002. Eine Front hatte sich genähert und löste die lange Trockenheit ab.

Da wollte ich noch schnell Luftaufnahmen von Bewuchsmerkmalen machen und der 1,6m Foto-Stromer-Nurflügel flog mit seinen 100g/dm² und Vollgas unter 45° nach oben. Plötzlich tauchte er in die niedrige Wolkendecke ein, war aber gerade noch in den Wolkenschlieren zu shen.
Im nachfolgenden Segelflug gelangen noch gute Aufnahmen unter der Wolke jedoch zeigten einige Fotos später, dass die Wolkenuntergrenze noch nicht ganz unterschritten war:

060702B23.jpg


Michael
 
Ansicht hell / dunkel umschalten
Oben Unten