Rizinussprit funktioniert nicht

dreischarpflug

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Hallo,

aufgrund von Empfehlungen aus einem anderen Forum, wollte ich meinen
Rossi R21 (3,5ccm Pylonmotor) auf Rizinussprit mit höhrem Nitroanteil umstellen. Bisher bin ich nur mit Synthetiköl mit bis zu 10% Nitroanteil geflogen, was für den Motor nicht viel ist. Der Motor wurde schonend einlaufen gelassen und hat schon einige Laufstunden hinter sich.

Ich habe ich mir folgenden Sprit angemischt:

- 18% Rizinusöl aus der Aphoteke (pharmazeutisch raffiniertes Rizinusöl, glasklar, Viskosität 984 mPA x s )
- 15% Nitromethan (neugekaufte Flasche aus dem Modellbaufachhandel)
- Rest neu gekauftes Methanol

Mit diesem Sprit traten folgende Probleme auf:

- Ich konnte den Motor nur Starten, wenn ich sehr viel Kraftstoff ansaugte
- Der Motor stellte stets nach kurzer Zeit wegen Kraftstoffmangel ab, sodaß ich die Hauptdüsennadel bis zur Gummidichtung herausdrehen mußte (4 Umdrehungen), damit der Motor überhaupt durchlief. Weiter rausdrehen ging nicht mehr.
- Beim Zudrehen der Düsennadel blieb die Drehzahl konstant (18TSD) und nach einer Umdrehung begann sie sogar abzusinken, sodaß ich sofort wieder fetter stellen mußte. (mehrmals ausprobiert)
- Die Leerlaufnadel mußte ich auch stark aufdrehen.
- Der Motor reagiert nicht auf das Verschieben des Resonanzrohres, ließ sich also nicht abstimmen ( montiert ist ein auf dem Krümmer während des Motorlaufs verschiebbares Resorohr, womit sich eine ungefähre Abstimmlänge sehr gut herausfinden läßt)

Anfangs hatte ich vorsichtshalber eine zusätzliche Kopfdichtung montiert, die ich dann aber wieder entfernt habe. Das Ergebnis war bei beiden Versuchen gleich.

Nach einigen Versuchen probierte ich es wieder mit dem alten Sprit ( Synthetiköl und irgendwas zwischen 1% und 10% Nitro, weiß nicht mehr genau)

- Obwohl der Sprit weniger Nitroanteil hat, ließ sich der Motor problemlos auf ein Drehzahlmaximum von 19TSD einstellen (ca. 1 Umdrehung magerer gedreht, normale Drehzahlzunahme)
- Der Motor reagierte deutlich auf das verschieben des Resorohres mit ca. 20 TSD Umdrehungen)
- Der Leerlauf mußte wieder deutlich magerer eingestellt werden.

Insgesamt muß ich sagen, daß sich der Motor mit dem montierten Original- Drosselvergaser ausgezeichnet einstellen läßt.

Da die Sache mit dem Rizinussprit nicht funktioniert hat, wollte ich hier einmal nachfragen, woran dies gelegen haben könnte, bzw. ob andere Leser schon ähnliche Erfahrungen machen mußten.


Mfg
 
Hallo Mfg,
meine laufen auch mit Rizinussprit einwandfrei. Allerdings benutze ich in erster Linie die Motoren mit Venturi. Ich vermute mal, dass der Druck vom Reso zu gering ist. Welchen Propeller benutzt Du? 20K upm scheinen mir ein wenig arg wenig. Meine drehen mit einer 6,5x6,5 APC am Boden 27-28000 und in der Luft dann bis zu 31000upm. Ich benutze allerdings ca 25%Nitromethan. 15% lohnen kaum, das ist der Bereich wo der Einsatz von NM erst spürbar wird. Wobei ich auch einen unterschied feststelle ob ich Nitromethan oder Synthetiköl als Schmierstoff verwende. Mir scheint es, mit S-öl gibt es eine weichere Verbrennung und auch ein paar upms mehr. Das liegt eventuell daran, dass das Synthöl zum Teil im Motor mitverbrennt.

Gruss

mm
 
Hallo midgetmustang,

schön, daß du was geschrieben hast.

ich muß noch dazu sagen, daß ich eine ältere Version des Rossi R21 benutze (wohl noch aus Gleichauf-Zeiten). Den Motor habe ich unbenutzt von einem F3D-Piloten aus dem Ebay ersteigert. Rein äußerlich sieht er exakt aus wie ein neuer Rossi R21 (identisches Kurbelgehäuse, 5 Überströmfenster, usw.).

Ich benutze eine normale APC 7*6 auf einem Club20 Racer (Dara20, 93cm Spw., Motor freistehend) mit Eigenbaukrümmer und gedämpftem Novarossi-Resorohr.
Mit der Drehzahl hat die Latte natürlich zu wenig Steigung, d.h. der Motor bremst im Stechflug. Das Ziel ist es höhere Drehzahlen zu erreichen, ich wollte mich da aber stückweise rantasten. Ich werde noch ein Bild von dem Modell einstellen.

Meine Vermutung ist, daß der Sprit durch das Rizinusöl zu dickflüssig geworden ist, d.h. daß der Motor einfach nicht genug Kraftstoff pro Lufteinheit saugen kann. Deswegen stellte er wohl ,wenn die Düsennadel nicht 4 Umdrehungen offen ist, immer nach ca. 20 Sekunden zügig den Betrieb ein. Wenn man dann kurz den Finger auf den Vergaser legte, lief er danach wieder für einige Zeit Vollgas weiter. Dieses Spiel konnte man beliebig oft wiederholen, weswegen ich ausschließen kann, daß der Motor wegen Überhitzung stehengeblieben ist.

Mehr Druck wäre natürlich eine Lösung, doch wie kann man das erreichen?
Der Druckanschlußnippel am Resorohr hat einen Innendurchmesser von 1,8mm und am Tank ( normaler Kunstflugtank) verwende ich ein normales Messingröhrchen (also mind.2,5mm). Des einzige was am Dämpfersystem nicht so ganz toll ist, ist daß der Krümmer recht weit ins Resorohr hineinsticht ( muß ihn noch absägen).

Mfg
 
Hallo,

der Hauptgrund war der Beitrag eines Lesers in einem anderen Forum der folgendes schrieb (Ich hatte gefragt, welche Ölsorte ich verwenden soll):


..............Die meisten Pylonmotore werden mit 20% Rizinus geflogen. Dieser Sprit ist zum einen auf den meisten Wettbewerben vorgeschrieben, andererseits kann nur Rizinusöl diese hohen Belastungen vertragen. Synthetiköl verbrennt ab einer bestimmten Temperatur (die in den Herstellertabellen wohlweisslich verschwiegen werden) aber Rizinus wird dicker bzw. wandelt sich in Molekülketten um, die eine Schmierung weiter hin ermöglichen.

25k mit Synthetiköl... das ist der sichere Motortod.

Das Synthetikmärchen wird, ähnlich wie bei den KFZ Ölen, von der Marketinglobby, die mit Presse, Herstellern und vielen meinungsbildenden Beteiligten verquickt ist, aggressiv vorangetrieben. Die Verbraucher sind darum quasi "gehirngewaschen"....................
 
Hallo,

Mehr Druck wäre natürlich eine Lösung, doch wie kann man das erreichen?
versuch doch mal den Auslaß zu verringern. Entweder etwas zudrücken oder aber erst mal nen Silikonschlauch drauf, wo man ja den Auslaß und damit den Druck variabel verändern kann.


PS. Hast Du den Motor damals von mir bei ebay gekauft?

Gruß
Stefan
 
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