Spanabsaugung - Feinstäube / Carbon

Teddito

User
Guten Tag,
ich fräse öfter mal Carbon und Faserverbundwerkstoffe mit Carbon und sauge diese lokal (an der Frässpindel) ab.
Allerdings pfeift mir der Ultrafeinstaub durch den Filter durch.

Hardware:
50mm Antistatikschlauch
Staubklasse H Filter eines Drittanbieters
Nilfisk Attix 30-01
Dust Deputy

Anbei ein Bild.
Wie kann ich das Problem beseitigen?
Ich bedanke mich im Voraus und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Marc
 

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Zum absaugen von Carbonverbundwerkstoffen empfiehlt Nilfisk diesen hier.
Nilfisk ATTIX 33-2H IC ASBEST BG-BAU Staubklasse "H" - InfiniClean

Einen normalen Sauger mit einen Staubklasse H Filter ausstatten funktioniert offensichtlich nicht.
Wird auch von Nilfisk bestätigt.

Gruß Marc
 
€dit:
so mit das günstigste und Leistungsstärkste mit solider Ausstattung ist der
Starmix Elektrowerkzeug-Sauger iPulse H-1635 Safe Plus für um die 730€.
Damit ist der gleichzeitig auch einer der günstigsten Staubklasse H Sauger.

Nilfisk lenkt ein und empfiehlt nun einen Ex-Schutzsauger.
https://www.nilfisk-alto-shop.com/s...-attix-40-0m-pc-type-22-staubklasse-m-ex.html

Carbonstäube in festem Zustand unterliegen der StaubEx Klasse Type 22 . d.h. auch dieser Sauger 33-2H ist hier nicht zugelassen.
Sie benötigen einen Ex-geschützten Sauger z.B. den ATTIX 40-0M-B1
 
Spanabsaugung - Feinstäube / Carbon

Hallo Marc,
ich versuchs mal mit "einfachen" Worten.

Beim Zerspanen zerfallen mehr od. weniger die "Späne".

Bei "richtigem" Feinstaub wirds richtig schwierig!!!
Größe: kleiner als 0,001 mm. Vergleich: (Körper) Zelle ist ca. 0,1 mm gross. Also 100, 1000... Mal kleiner.

Den können deine "Staubfänger-Häärchen in Bronchien und Lunge nicht "fangen" oder aufhalten. Bei den Filteranlagen bin ich nach jahrelangen Erfahrungen sehr skeptisch.
Der Feinstaub geht durchs Blut bis in die Zellen des Körpers. Was er da anrichtet kann man Bsp. Thema Stuttgart Innenstatt-Feinstaub ... vielfältig nachlesen.
Fachleute-Schätzungen schreiben von direkt und indirekt 10000-den Toten in Deutschland jedes Jahr!

"Normale" Staubsauger helfen da nicht. Den bläst es da einfach durch und verteilt es noch besser in der Raumluft.
Geeignete Anlagen kosten Tausende €.
Verantwortungsvolle Unternehmer rüsten ihre Anlagen auf Unterdruck-Betrieb um. D.H. die ganze Anlage wird unter Unterdruck gesetzt und dann erst betrieben. Die Abluft über geeignete Filteranlagen gereinigt.

Das Fräsen im geschlossenem! Wasserbad reduziert die Belastungen erheblich. Das ist aber auch nicht so einfach.

Wirkungsvolle Lösungen sind sehr schwierig, aufwendig und somit sehr teuer.


Und jetzt an alle die meinen dass das alles so nicht stimmt: Fräst einfach wie ihr wollt!!!
Erspart aber die Menschheit vor unqualifizierten Kommentaren.

Wirklich gewinnen tut nur der, der lange (über) lebt!


Grüße
Peter
 
Verstanden habe ich die Problematik schon.
Unterdruck ist zumindest bei dieser Maschine nicht so einfach möglich
Raummaße ca 1800x1200x2200mm.

Das ist übrigens die einzige Maschine die nicht gekapselt ist.
Bei den anderen beiden Maschinen wo kein Carbon gefräßt wird
gibt es eine Kabine in der man ohne weiteres die Unterdrucktheamtik sinnvoll starten könnte.

Ich war ja auch nicht ganz blind und habe mir eine Raumluftabsaugung mit einen H13 Filter
gebaut. Hat ca 1500€ gekostet. Allerdings suboptimale Lüfter. Die werden noch geupdated.
Nicht primär wegen Carbon, eher wegen Ölnebel. Partikelgröße 0.008µ - 1µ.
In der Filtertechnik meint man das bei Ölaerosole man mit H13 arbeiten kann. Also
habe ich mir mal 2 große Endfilter bestellt. Ich glaube ich habe knapp 70m² H13 Filterfläche.
Das hält ein paar Jahre... für meine 90m² bei täglichen Betrieb von nur ca 3h.

Beim Sauger hätte ich aber schon gedacht das der H den Dreck zurückhalten kann.
Offensichtlich nicht. Warum verrät Nilfisk nicht-.- Die sagen nur, spar ein paar
Monate und kauf für 2 riesen einen Ex-Schutz Staubklasse H Sauger.

Das Problem ist aktuell das nicht zu 100% lokal abgesaugt werden kann, trotz einigermaßen potenter lokaler Absaugung.
Das bedeutet dort bläst es durch die gesamte Werkstatt. + Der Sauger selbst der die letzten kleinen Partikel ebenso
in die Werkstat verteilt. Daher arbeite ich aktuell noch immer zusätzlich mit einer Atemschutzmaske mit P3R Filter.

Im Sommer schmeiß ich auch mal alles raus und dekontaminiere die Bude. Wird sicher ne Woche brauchen -.-
 
Soweit ich mich erinnere meint die DGUV das E-stats nicht so toll bei Cabonstäube sind.

Was allerdings auch strange ist das Nilfisk mit der Reinigung unter Wasser der Filterelemente wirbt.
Das ist gefahrgut und gehört speziell entsorgt. Die darf man gar nicht im Ausguss runterspülen O.o
 
Hier ist noch der Link zu einer Publikation mit konkreten Empfehlungen zum Arbeitsschutz:

http://www.dguv.de/medien/fb-holzundmetall/publikationen-dokumente/infoblaetter/infobl_deutsch/074_cfk_materialien.pdf

Hier wird Filterklasse M empfholen.

Markus

Endlich mal ein fundierter Bericht mit Quellenangaben. Dies relativiert doch schon mal die ganze Panikmache, wie sie in allen Foren immer wieder auftaucht. Und denkt daran, diese Empfehlungen sind für das professionelle, Industrielle Umfeld. Im privaten Hobbyrahmen kann man bedenkenlos etwas weniger Aufwand betreiben, so nach dem Motto "Die Menge macht das Gift". Bisher habe ich keine Berichte oder Studien gefunden, die die Gefährlichkeit von Carbonstäuben explizit bestätigen. Ich lese in vielen Berichten dazu immer nur Begriffe wie "wahrscheinlich", "möglicherweise", "man nimmt an", "Keine gesicherten Erkenntnisse", usw.

Im Umkehrschluss kann ich natürlich die Unbedenklichkeit von Carbonstäuben auch nicht bestätigen. Aber die Faktenlage ist definitiv sehr vage.

Für mich, wo ein paar Mal im Jahr mit dem Dremel ein Carbonröhrchen trenne, reicht der einfache Kärcher als Absaugung. Aber es muss es schlussendlich jeder selber für sich entscheiden.

Gruss Roger
 
Soweit ich mich erinnere meint die DGUV das E-stats nicht so toll bei Cabonstäube sind.

Was allerdings auch strange ist das Nilfisk mit der Reinigung unter Wasser der Filterelemente wirbt.
Das ist gefahrgut und gehört speziell entsorgt. Die darf man gar nicht im Ausguss runterspülen O.o

und diese Erkenntnis hast du wo genau her?

Gruss, Dietmar
 
und diese Erkenntnis hast du wo genau her?

Gruss, Dietmar

Seite 3 oben links.
http://www.dguv.de/medien/fb-holzun...aetter/infobl_deutsch/074_cfk_materialien.pdf

Entsorgung:
Hinweis:
http://www.afprofilters.de/tipps-in-bezug-auf-wartung-austausch-und-entsorgung/

Näheres zu den Umwektvorschriften der jeweiligen Landesregierung kann man sich für seine Region selbst ergooglen.

Darüber hinaus: Diese Stäube sind Lungengängig und können so klein sein das die auch direkt in die Blutbahn gelangen können.
Das bedeutet das diese Schadstoffe vom Körper aufgenommen werden können. Dabei gibt es 2 Unterschiede.
Einmal Stoffe die unser Körper verwehrten kann (Aufnahme, Abbau, Umwandlung), und einmal Stoffe die unser
Körper nicht verwehrten kann (Speicherung).

Bei anderen Stoffen weiß man das diese Krebs erzeugen können. Nickel z.Bsp. Vorwiegend Lungenkrebs. Warum?
Weil unser Körper das Zeug nicht verwerten kann. Es wird eingelagert und verändert das Erbgut. Carbon, ist nicht
gerade als ein natürlicher Stoff zu bezeichnen den unser Körper schon 100.0000 Jahre kennt und weiß damit umzugehen.
Hinzu kommt das das Krebserregende Bpa1 in den Laminaten durch den Kleber zu finden ist und ebenso aufgenommen werden kann.
Pfeift man sich jetzt pflanzliches Marihuana rein, kann das unser Körper verwehrten und erzeugt kein Krebs. Das Zeug wird abgebaut
und entspricht seiner Form eher dem natürlichen Vorbild anderer Stoffe die unser Körper seit Millionen von Jahren kennt.

@ Joeschi:
Die Empfehlung richtet sich natürlich vorwiegend an die Industrie. Aber nicht weil nur Berufsfähige mit dem Umgang damit krank
werden können sondern weil die BG für dich schlicht weg nicht zuständig ist. Zu Hause in den eigenen 4 Wänden kann sich jeder
vergiften wie er will. Deine Logik dahinter verstehe ich auch nicht ganz. In der Industrie können Carbonstäube krank machen,
zu Hause nicht? ... Nein... Wo ich dir jedoch recht geben muss ist das die Dosis das Gift macht. Allerdings ist die Dosis die krank
macht nicht bestimmbar. Jegliche Art von Angaben sind willkürlich... Allerdings beschreibt die BG wie der Umgang mit diesen
Schadstoffen auszusehen hat. Und zwar in Expositionskategorien und Dauer der Expositionskategorie.

Und dazu gehört das das immer lokal abgesaugt werden soll. Und das
sogar schon in Expositionskategorie 1 für eine Arbeitsdauer von unter 15min. Du zu Hause kennst jedoch nicht die Expositionskategorie.
Im Zweifelsfall sollte man der Gesundheit zu liebe immer vom schlimmsten Fall ausgehen. Mal Vorsichtig überlegt: Lieber jetzt mal 3-4tausend €
für Arbeitssicherheit ausgeben anstatt später an Krebs zu erkranken. Die Kosten dann sind dramatisch höher mit absolut eingeschränkter
Lebensqualität.

Ich bin auch überwiegend schmerzfrei. Aber gewisse Dinge sind absolut logisch und auch nötig. Mein Vater hat monatlich von der Bg Rente
bekommen als ehemaliger Berufsschweißer. War ja auch alles sicher damals. Heute sind wir schlauer. Eigentlich bedarf es einiger Themen
keine Forschung. Bei logischer Betrachtung kann man sich selbst die Frage stellen ob Substanzen wie Carbon oder generell Stäube die
Gesundheit gefährden können oder nicht. Die Menge spielt dabei auch keine Rolle. Den Theoretisch reicht ein Partikel aus um eine bösartige Zelle zu erschaffen.
Bei Bpa1 und Uran spricht von 1/1.000.000gr. Also Ein Millionstel Gramm.

Nebenbei erwähnt:
Habe ich mal in der Lüftungstechnik gearbeitet. Auch dort galten viele Filter als Sondermüll. Jetzt als Selbstständiger muss ich mich selbst um
den Arbeitsschutz kümmern und habe immer viel zu lesen. Nervt, aber gehört dazu und schaden tuts nicht!
Wenn man sich mal deutsche Dokus über Müllentsorgung anschaut wird einen auch einiges Klarer. Gerade wir hier in Deutschland sind die Kloake für die ganze Welt.
 
Heikel, Heikel das Zeugs. Ich denke die Absaugluft der CFK Stäube könnten in Wasser ausgewaschen und aufgenommen werden. Anschliessend müsste man das dann abscheiden, trocknen und am besten zu Kohlenstoffoxiden verbrennen. Der Partikel muss weg. Eingedrungene Partikel lösen im Körper Abwehreaktionen aus, die lange laufen, da das Zeugs nicht abbaubar ist. Wie bei Asbest. Dabei bildet sich eine Entzündungsreaktion aus, die wohl häufig zu zellulärer Entartung führen kann. Ich hab vor dem Zeugs nen Höllenrespekt. Da ich CFK nicht oft verarbeite, kein Problem. Wenn versuche ich es zu schneiden, nicht zu sägen und wenn sägen/fräsen dann mit viel Wasser oder im Freien mit dem Wind im Rücken. Die Stäube offen wie Holzstäube zu handhaben, ohne weiteren Schutz ist sicher eher unvernünftig. Eine industrielle Auffanganlage ist sicher extrem auffwendig und entsorgungsintensiv.
 
Hallo,
ich habe gestern nochmal mit Nilfiks telefoniert. habe aber eine wesentliche Frage nicht gestellt.

Wozu brauch man einen Ex geschützten Sicherheitssauger wenn als Zündquelle im Sauger nur der Motor in Frage kommt.
Der Motor vor Staub wegen den Filtern aber geschützt ist.

Soweit ich weiß braucht man eine Zündquelle Sauerstoff und Brennstoff.
Sauerstoff hätten wir zur genüge da, Zündquelle durch den Motor auch aber wo bleibt der Brennstoff in ausreichender Konzentration?
Der wird doch vom Filter zurück gehalten.

Ob auch bei sehr wenig Staub die Konzentration ausreicht um explosiv zu wirken steht auch noch im Raum.
Ich arbeite bei meinen Sandwichplatten mit 3mm Werkzeugen. Die Programme laufen je nur 60sek.
Da entsteht nicht viel Staub.

Gruß Marc
 
Du meinst Zone 20-22?
Habe ich vermutlich gar nicht da die konzentration der Stäube zu gering ist.
Mit Ausnahme im Zyklonabscheider, wo allerdings nirgendwo ein Funke entstehen kann.
GEnauso wie im Motorraum des Saugers wo das Brennstoff Luftgemisch fehlt weil der
Brennstoff durch Filter zurückgehalten wird.

Praxis:
Ich sauge seit über 1 Jahr ab, ohne sachgemäße Filterung und ich habe immer noch ein Dach über die Maschinen.
Wenn ich mir nun ein Sicherheitssauger der Klasse H Kaufe habe ich eine bessere Filterung mit gleichen Motor wo auch nur nichts passieren sollte.

Andersherum: es gibt keine Atex Dreiecke welche erfüllt wird was ein Exschutzsauger bei diesen Stäuben rechtfertigt. Oder doch?
Denn es fehlt immer min. eine Komponente um potentiell gefährlich zu werden.
 
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