T28-Trojan 1400mm von FMS, mein Pechvogel

kioto

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Hallo,

Vor einigen Jahren kaufte ich mir den Bausatz der T28-Trojan von FMS mit 1400mm, noch die Version mit Rumpf aus Hartkunstoff. Sie war wirklich sehr Vorbildgetreu und schön gemacht. Motor usw. besorgt und fertig gebaut, Kabine schön mit 2 Piloten und fotokopiertem Instrumentenbrett.
Nachdem ich sie fertig gebaut hatte, merkte ich aber, dass meine recht bescheidenen Flugkünste damit leicht überfordert waren.
Bei Erstflug zeigte sich der Regler als zu schwach, kurz nach dem Abheben stellte der Motor. Strömungsabriss und harte Landung. Das ungefederte Bugfahrwerk brach aus dem Sperrholzspanten. Nun merkte ich, bis jetzt immer Selberbauer, wie reparaturunfreundlich so ein Fertigflieger ist. Die Sperrholzstruktur mühsam wie ein Chirurg wieder aufgebaut. Die Brüche in der Kunststoffhaut wurden mit Lexankleber und den Plastikstreifen, die in Hemdkrägen stecken (Ein Bastler braucht alles), geflickt. Beide Kunststoffe verschweißten und wurden nachher wieder hart.
Nächster Start gelang, aber die Landung war wieder zu hart (Ich kanns halt nicht). Ähnliche Schäden wie zuvor.
Ein gefedertes Bugfahrwerk gebaut, Rumpf restauriert und Landeklappen eingebaut (damit sie langsamer wird).
Vor dem dritten Start alles geprüft und ausgewogen. Dann auf dem Platz, intuitiv (ist immer schlecht), den Akku leicht nach hinten verschoben, damit sie etwas langsamer fliegt. Gestartet, steigt schnell weg. Ausserdem löst sich die Kabinenhaube. Panik. Statt konsequent zu drücken, Motor runtergeregelt. Was bei einem Motorsegler ev. hilft, ist beim Tiefdecker tödlich. Totalschaden. Nur Leitwerk. Flügel und Kabinenhaube heil. :mad:

Nachdem ich leichenfledernde Kollegen abgewehrt hatte (Die Haube brauchst du doch nicht mehr), ab nach Hause. Reste entsorgt. Aufgeben? keine Option für den Modellflieger. Ersatzteile gibts nicht mehr. Selber bauen.

Auf outerzone Plan von Dave Platt gefunden, der hatte 1966 mit einem T28 Scale Model die Meisterschaft gewonnen. Allerdings mit 1560mm Spannweite. Haubenlänge original und Plan gemessen, Plan in PS passend skaliert. Spannweite wird 1400mm. Rumpfspanten ausgedruckt, Passt auch in der Breite bis auf Millimeter. Auch die Form stimmt gut überein. Ich könnte sogar die Fläche weiter verwenden, aber Platt hat dickes symmetrisch Profil und mehr V-Form. Damit sollte auch ich den Flieger fliegen können. Ist doch erstaunlich, wie gut der 50 Jahre alte Plan mit dem FMS Modell übereinstimmt. Der Bauwinter ist gesichert.
In der Hoffnung, euch nicht gelangweilt zu haben,
 
Hi Werner,
versprich Dir nix von dem dicken Profil. Es wird die Überzieheigenschaften nicht verbessern, sondern im Gegenteil in Richtung tückisch verändern.

Das einzige, was wirklich hilft: wenig Gewicht.
Viel Erfolg,
H.
 
Hallo,
Das mit dem dünnen Profil verstehe ich nicht. Ich habe einen Ugly Stick mit 1500mm Spannweite, nach altem Plan von Phil Kraft gebaut, auch mit 12% Profil Naca, der ist schwer, 2,5 Kg, und vollkommen unkritisch und kann auch recht langsam fliegen ohne abzuschmieren. Wo kommt den beim dünnen Profil der Auftrieb für schwerere Modelle her? Der Flieger von Platt hat 17% symmetrisch. Wie viel Prozent empfehlt ihr?
 
Der Auftrieb hat nix mit der Profildicke zu tun. Der kommt vom Anstellwinkel und/oder Wölbung.

Und bei kleinen Re-Zahlen ist ein dünnes Profil das Mittel der Wahl.
H.
 
Hallo,

Danke für den Tipp. Ich habe es jetzt verstanden. Ich hatte noch meinen alten Stick im FLZ Vortex definiert und habe das mal wieder vorgekramt und rumprobiert. Die Profildicke macht kaum einen Unterschied, das Dicke reißt etwas später ab. Alternativ wäre ein Clark Y mit 10-12% wohl besser, weil bei der selben Fluggeschwindigkeit der Flieger waagrechter liegt. Für solche Flieger, ist ja kein Kunstflieger, scheint das Profil recht egal zu sein. Dies 17% Profil macht wenig Sinn außer mechanische Stabilität und Platz für ein Einziehfahrwerk. Soweit zur Intuition.
 
Bau des Ersatzrumpfes hat begonnen

Bau des Ersatzrumpfes hat begonnen

Hallo,

Da ich meine gecrashte Trojan T28 von FMS nicht in die Tonne drücken will, habe ich mit dem Bau eines Ersatzrumpfes nach dem oben erwähnten Plan begonnen. Gebaut wird auf Spanten mit Helling. Dies ist mein erster Versuch mit dieser Bauweise. Deshalb brauche ich ein paar Tipps. Wie soll die Beplankung aus 2mm Balsa verklebt werden? Auf den Spanten mit Kaltleim? Pressen mit Klebeband oder Nadeln? Wie die Plankungsstreifen verkleben? Kaltleim, ev. angedickt, UHU Hart? Da der Plan gescannt und ungenau war und ich auch Anpassungen vornehmen musste, ist es nicht einfach, den Strack richtig hinzubekommen. Ev. PU-Leim, der Lücken ausfüllt?

Ich habe im Forum nicht viel gefunden.

Ein paar Bilder zur Einstimmung, die Pappschablonen werden noch durch 4mm Pappelspanten ersetzt.

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Trofan-1400mm-003-k.jpg

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Hallo,

Mein Projekt wird lagsam fertig. Der obere Teil der Beplankung ist angebracht. Die Motorhalterung und auch die Auflagen für Tragfläche und Leitwerk sind fertig. Da der Plan alt und gescannt war und nicht ganz exakt mit dem FMS Flugzeug übereinstimmte musste ich einiges anpassen. Die meiste Sorge hatte ich mit der Motorhaube. Laut Plan ist sie aus viertel Segmenten von 10mm Balsa gefertigt. Zum Glück hatte ich ein Brett, dass sehr leicht war 100g und fein gemasert. Ich verbrauche es nicht mal ganz, so dass die Haube doch leicht und gleichzeitig fest wird. Auch der Schleifaufwand war erträglich. Mit dem Finish bin ich noch nicht ganz klar. Ich wollte das Holz mit Schleifgrund und Treppenlack härten und da folieren. Die Beplankung ist zwar nur 2mm Balsa, aber durch die Rundformung sehr stabil. Bei den engen Krümmungen habe ich weiches Balsa genommen und angefeuchtet und gespannt. Nach Trocknung über Nacht dan verleimt. Alles mit Kaltleim. Hier noch ein paasr Fotos vom Bau. Sieht doch schon langsam nach Trojan aus.


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Hallo Lothar,
Entschuldigung für die späte Antwort. Das Bugfahrwerk ist Marke Eigenbau. Das Original war ungefedert.
Gruß Werner
 
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