torcman 765-40 : take me back 15 years !

Heute habe ich einen Torcman 765-40 auf die Werkbank bekommen.
Ich musste sehr schmunzeln: der ist unseren großen Druckerstatormotoren von vor 15 Jahren extrem ähnlich und hat sogar crocogrüne Isoschläuche!

Auf deren Webseite habe ich den Motor noch gar nicht finden können.

Offenbar hat sich auch Torcman nun von der SPS Wicklung abgewandt.
Gewickelt ist der Motor offenbar im Dreieck mit selten genutzten Wickelweise mit den Anschlüsse hinten am Stator und den Übergangsdrähte an der Frontseite.

Nenn-ns soll 180/V sein.
Der Eigner will ihn an 12S einsetzen mit einem Prop jenseits der 26" Durchmesser.

In den nächsten Tagen werde ich dem sehr großen 12N14P mal auf die Wicklung fühlen.
 

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Im Manual für die Torcman Motoren:

Ist der Motor auf Seite 10 zwar bereits gelistet, die Spalte der Tabelle mit der n spec ist aber für alle angebotenen Wicklungen noch nicht befüllt.
Auf dem Statorträgerboden ist eine 11 eingeschlagen - also ist der Kandidat mit hoher Wahrscheinlichkeit der 11 Winder.

Die Nachmessung der verwendeten Drahtstärke ergab 1,05mm mit Lack.
Somit wurde 1,0mm Draht verwendet. Die Wicklung hat 4 strands - also den gleichen Querschnitt wie eine 2mm Volldrahtwicklung.
Für die Dreiecksschaltung gibt Schmiddies empirische Tabelle eine maximale Stromstärke von 4 x 82A = gute 320A für eine Minute aus.
Allerdings bin ich mir sicher, dass der Syncloss der Niedrigdrehzahlbewicklung dem Spiel schon deutlich eher Grenzen setzen wird.
Ohnehin ist nur der Einsatz eines 160A Stellers an 12S geplant. Dafür sollte die Bewicklung locker ausreichen.

Es scheint, als könnte man den Motor relativ einfach mit Hallsensoren nachrüsten - wenn man denn einen Steller zur Verfügung hat, der mit dieser Option umgehen kann.

 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn man die 3 Madenschrauben am Propellermitnehmer löst, kann man die Glocke nach vorn abziehen.
Sie halten auch den ganzen Motor zusammen.
Eine der 3 greift in eine eingeschliffene Schlüsselfläche auf der Welle ein.

Die Welle ist - ganz wie in den 2000ern ein berbeiteter Auswerferstift.
Sein Kopf sitzt im hinteren Lager.

Die aus einem Stück gefertigte Stahlglocke ist mit 4 Schrauben am Propellermitnehmer befestigt.
Die Zwischenräume der 14 einteiligen Segmentmagnete sind komplett ausgefüllt.
Wuchtmasse ist nirgends zu sehen.
Das Abwerfen der Magnete wird durch einen Antiwandering am unteren Glockenende verhindert.

Das Statorpaket aus 0,35er Blechen sieht in der Tat genau so aus, wie ein überdrehter Laserdruckerstator, wie wir sie Mitte der 2000er verbaut haben.
6mm breite Hammerstiele und sehr schmale Hammerköpfe,
Es wurden GFK-Endscheiben und Wickelpapier zur Slotisolation verwendet.

Wie schon Früher bei Torcmann wird das Statorpaket durch eine "Mutter" auf dem Statorträger gehalten.
Um die zu lösen, muss man sich ein Spezialwerkzeug anfertigen, dass in die 4 3mm Löcher eingreift.
 

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@ Pierre
Ja. aber "haben ein Gewehr!" Also muss man sich was basteln. Ist billiger, als so ein Ding zu kaufen, zumal sehr unsicher ist, ob man es nochmal brauchen wird.

@ Gerd

Nene, der wird schon im Originalzustand gemessen.
Wie oben schon bemerkt, ist der Wicklungsquerschnitt sehr gut ausreichend für das, was er leisten soll.
Einziger Grund, die wicklung runter zu werfen wäre, wenn die Drehzahl nicht passt.
Der Motor wurde sehr preiswert unbenutzt aber second hand gekauft, die Ersparniss war deutlich höher, als das Umwickeln kosten würde.
Und wie immer: Am meisten würde sich mein Lieblingstierheim darüber freuen, wenn es nötig wäre......

2 Datengruppen mit 6S habe ich schonmal:
Leerlauf 23,08V - 6,14A - 4146rpm = 179,5 / V
26" x 10" 22,11V - 39,8A - 3661rpm. die eingeschlagene 11 am Boden ist also tatsächlich die Windungszahl. Wie da gezählt wurde, weis man aber damit auch noch nicht.

Der Rundlauf ist brauchbar, der Schlag am unteren Glockenende ist < 0,3mm.

So große Props bin ich nicht gewöhnt - da musste ich erstmal den Teststand entsprechend aufrüsten.
Trotzdem ist der Wind schon bei 880W Input ziemlich beeindruckend. Ob 12S-Messungen im Innenraum gehen werden? das gibt bestimmt sowas wie einen Tornado in der Werkstatt....
 

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Der Stator.
Das Paket wurde überdreht.
Die kleine Nut in der Mitte der hammerköpfe zeigt, dass der Stator normalerweise anders verwendet wird.
Beim Nachmessen ergaben sich 76,1mm Durchmesser.

Die Isoscheiben wurden an den Ecken der Hammerköpfe beim Wicklen ganz schön "strapaziert".
Die Überdeckung ist stellenweise unvollständig.
Die Bewicklung ist "chinalike" draufgeworfen.
 

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Die anvisierte 26" x 10" wird an 12S mit 6400rpm gedreht.
Also deutlich innerhalb der Spezifikation des Propellers.

Und Teststand und Werkstatt haben es auch ohne Schäden überstanden.
Damit habe ich nebenher auch eine Testanordnung gefunden, wo ich auch solch großen Motoren mal ernsthaft auf die Zähne fühlen kann - entsprechende Lasten mal vorausgesetzt. :)
 
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