Wer schraubt am Timing rum?

Ich muss zugeben, dass ich mein Lebtag noch nie mit dem Timing von E-Motoren experimentiert habe, einerseits aus Faulheit und andererseits "Never touch a running system".

Merkt man eigentlich schon einen signifikanten Unterschied bezüglich Temperaturen von Regler und Motor oder bezüglich Leistung, wenn man das Timing um 1 Stufe (z.B. von 18° auf 15°) verdreht? Ich logge genaue Temperaturen per Sensor, also nicht bloß per Fingergefühl, von daher wäre das schon mal interessant auszuprobieren (wenn es nicht grad 4 Wochen regnet).

Ist das Timing schon beim Anlaufen sehr wichtig? Zurzeit habe ich grad einen spuckenden Motor, naja kein Wunder bei dem provisorisch verwendeten Billigregler...
 

werwie

User
bei mir ist es gerade anders rum, hatte einen 80A Billigregler an einen Kora 20-14 und es lief einwandfrei. Habe auf einen Dymond 80A Profi Regler umgerüstet, und das schöne "Kreischen" im Flug mehrmals gehabt, darauf hin habe ich timing erhöht, nichts, timming verkleinert, nichts. Eine Funktion noch probiert, von Normal-Motor auf Spezial-Motor umgestellt, jetzt läuft er einwandfrei, kann auch das aktuelle timing vergergrößern und verkleinern, er läuft dabei immer einwandfrei.

Es gibt als noch andere Parameter, nicht nur die "Frühzündung".

Daher würde auch mich der Einfluß von Timing bei verschiedenen Motoren interessieren, so habe ich oft mit auch sehr guten Reglern bei Kontronik Motoren probleme gehabt, diese Regler habe aber billige Außenläufer der 1-1,8 KW Klasse problemlos betrieben. Ist also nicht auf schlechte Motorwicklungen etc. zurückzuführen - hoffe ich zumindest für meine diversen Kontronik-Motoren.

mfG

Werner
 
Hmm, no answer... Da scheinen sich nicht sehr viele Herren auszukennen mit dem Thema.
Ich glaube, wir müssen selber Hand anlegen. Wird aber eine nasse Geschichte, bei diesem Sommer. :)
 

Knexi

User
Das Timing ist eigendlich nicht zu verachten. Als Hausnummer kann man als Timing 2x Polzahl verwenden. Je höher das Timing ist desto höher ist auch die Motordrehzahl. Das ideale Timing ist hauptsächlich von der Polzahl des Motors und des Lastmomentes abhängig. Je höher das Lastmoment (je größer die Luftschraube ~ Strom) desto höher sollte das Timing gewählt werden.

Bsp:
bei einem Hacker B50 mit ca 1kW -> ~0° Timing ideal
B50 mit 4-5kW -> 5° Timing ideal

MfG Daniel
 
Timing

Timing

Hallo Daniel

Deine Aussage ist nur zum Teil richtig,das Timing hängt von der Polzahl(Anzahl der Magnete,Nord/Süd)ab.2-Polmotoren ca.2-5 Grad.Aber die Luftschraubengrösse hat damit nichts zu tun.Zb.ein B 40 FAI Pylon mit 5,2x5,2 LS saugt 60 Amp.ist ein 2-Poler-Einstellung 5°
Ein Acro-Competition mit 21x14 LS saugt 75 Amp. ist auch ein 2-Poler,welche Einstellung bräuchte der deiner Meinung ?
Sie haben alle die selbe Einstellung.

Gruss Rudi
 
Übrigens, was ich schon immer wissen wollte: :)

Wenn auf einem Regler 50 Ampere steht und 3 - 6s, gelten dann die 50 A sowohl für 3 wie auch für 6 Zellen oder sind das ohnedies nur so ungefähre Angaben, dass man das nicht so genau sagen kann?
 

B. de Keyser

Vereinsmitglied
Zufällig habe ich gerade gestern wegen der Timing-Einstellung ein bischen rumgemessen, allerdings nur mit kurzen Intervallen und ohne Temparaturmessung.

Motor: Turnigy 4250-580 14-poliger AL
Akku: SLS EP 5000 30C 4S1P
Regler: Dymond 80A Opto
Messung per Unilog mit 75A Sensor und BL-Drezahlsensor

Prop Dymond 13x8E Volt Ampere Leistung Drehzahl
Timing High 15,8V 36,6A 575W 7479
Timing Low 15,8V 32,6A 513W 7274

Prop Dymond 14x8E Volt Ampere Leistung Drehzahl
Timing High 15,8V 36,6A 578W 7519
Timing Low 15,8V 32,9A 520W 7300

Unter Timing High ist das ganz langsame Anlaufen nicht sauber möglich, der Motor knallt immer kurz mit Stillstand, um dann weiter zu drehen

Timing Mittel ähnlich wie Timing High mit Aussetzer beim langsamen Anlauf.

Mit Timing Low läuft er sauber an und durch, ereicht allerdings nicht die mögliche Leistung

Natürlich erhebt die Messung keinen Profi-Anspruch, alleine weill zwischen den Messungen der Akku nicht nachgeladen wurde. Aber die Tendenz ist klar. Messfolge 14x8 Low, 14x8 High, 13x8 High, 13x8 Low.

Obwohl nach der Lehre ich bei einem 14-Poler Timing High nehmen sollte, werde ich wegen des Anlaufverhaltens doch die Low-Einstellung nutzen. Oder sind da Probleme zu erwarten? Die gelieferte Leistung reicht mir mehr als genug.

Gruß
Bernd
 

FamZim

User
Hi

Er ändert ja nur das Timing , das geht nur am Steller!
Ich mache wenn möglich nur Autotiming, da stellt der Steller immmer das beste bei der momentanen Belastung ein, denke ich, der Steller sicher auch !

Gruß Aloys.
 

B. de Keyser

Vereinsmitglied
Hi Ron,

Motoranlauf war in allen Fällen auf "normal" am Regler gestellt. Es wurde nur das Timing geändert. Die harten Rucker kamen beim langsamen Gasgebe mit dem Knüppel. Der Servoimpuls mit 0 ist sicher eine Fehlmessung (Unilog 16x/s Messrate)

@ Aloys: Alles richtig. Auto würde ich auch lieber nutzen, diese Einstellung gibt es aber bei diesem Regler (von 2009) nicht. An einem AL 5065er war das noch krasse, da knallte es durchaus auch mal bei Halbgas. Erst mit einem Schulze-Regler mit Auto-Einstellung funktionierte es richtig.

Gruß Bernd
 

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Fritz

User
Hallo!
Ich habe mir einen Poly-Tec 490-33 mit 4,4:1 Getriebe für meinen Dragon gekauft. Ich betreibe ihn mit eine 15X8 Klapplatte womit er sich ca 40 Ampere einverleibt. Leider wird er sehr warm und das gefällt mir nicht.
Welches Timing sollte ich denn vielleicht mal einstellen? Es handelt sich um einen 2-Poler und ich habe im Moment Autotiming eingestellt.
 

Anderl

User
Hi

Ich mache wenn möglich nur Autotiming, da stellt der Steller immmer das beste bei der momentanen Belastung ein, denke ich, der Steller sicher auch !

Gruß Aloys.

Äh.. negativ!
Autotiming ist nicht gleich Autotiming.
Kommt auf den Regler an. Reden wir von der Klasse wie YGE, Kontronik und Co., dann stimmt es wohl, dass der Regler vor dem Anlaufen die Induktivität des Motors misst und das Timing darauf anpasst, sprich annähernd das Optimum einstellt.
Billigregler wie Turnigy und das ganze Chinagerümpel machen es sich da wesentlich einfacher.
Die gehen auf Nummer sicher und nehmen ein recht hohes Timing. Meistens das Maximum von 30°. Damit dreht der Motor dann zwar schön sauber und mit recht hoher Drehzahl, hat aber weniger Drehmoment.

Kann man ja ganz einfach ausprobieren. Stell den Regler auf sein 30° Timing und miss die Drehzahl.
Dann stell um auf Auto-timing und miss die Drehzahl nochmal. Wenns die selbe Drehzahl ist, liegt der Verdacht nahe einen Regler zu haben der sichs einfach macht.

Grüße

Anderl
 
dass der Regler vor dem Anlaufen die Induktivität des Motors misst und das Timing darauf anpasst
Heißt Autotiming denn nicht, dass das Timing während des Motorlaufs ständig an die Erfordernisse angepasst wird (angeforderte Leistung etc.)?
 

GC

User
Es gibt noch eine Regel:

Timing früher - mehr Leistung

timing später - mehr Wirkungsgrad.
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
Es gibt noch eine Regel:

Timing früher - mehr Leistung

timing später - mehr Wirkungsgrad.
Moin - wie immer, auch diese Regel hat Haken und Ösen.

Liegt der Lastpunkt weit hinterm ETA-max kann(!) es richtig sein
Liegt der Lastpunkt nahe dem ETA-max ist es nicht richtig

... genau: Mit steigendem Timing wird der Motor "Laststeifer" ... d.h:
Gesamteta sinkt zwar aber dessen Verlauf flacht ab und kann weiter
hinten durchaus Vorteile bringen!

... leider etwas komplexer ... hier hilft nur Probieren (mit Messen - Logger):rolleyes:
 

Bijei

User
Timing

Timing

... leider etwas komplexer ... hier hilft nur Probieren (mit Messen - Logger):rolleyes:

Also "probiert" habe ich zuletzt mit Mabuchi, Johnson & Co., durch drehen des Lagerschilds / Kohleträgers, bei gleichzeitiger Strom- und Drehzahlmessung.
Zu dieser Zeit hatte man für hochwertige Motoren, wie Keller, Geist, Graupner Ultra, ..., bereits
feste Werte, wieviel Grad das Lagerschild zu drehen ist, wenn man zB von Rechts- auf Linkslauf umstellte.
Heute sehe ich überhaupt keinen Bedarf, mit dem Timing zu probieren.
Die angegebenen Werte eingestellt, läuft immer alles bestens.

lG, BiJei
 
Hallo,

Könnte von euch bitte noch jemand diese Frage beantworten:
Heißt Autotiming denn nicht, dass das Timing während des Motorlaufs ständig an die Erfordernisse angepasst wird (angeforderte Leistung etc.)?
Die Antwort würde mich nämlich auch interessieren.
Wäre schade, wenn diese Frage am Ende unter all den anderen Fragen untergeht...

Grüße Timo
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
Hi Timo,

"echtes" Autotiming kenne ich nur von Kontronik-Stellern/Reglern.

Der Urvater war der Jazz, gefolgt vom Jive und Koby! Diese Regler haben abhängig von der Induktivität,
Lastpunkt und Drehzahl ein optimales Timing erzeugt. Der Rechenaufwand ist hoch, weshalb diese Regler auch zwei Prozessoren haben.

Von allen andern - die nennen sich auch Autotiming - weiß ich, wird mehr oder weniger "großzügig mit dem Begriff umgegangen um ein "sorglos" Paket
zu suggerieren.:rolleyes: Das kann dann so aussehen, dass nur in Teilbereichen zwei oder mehr Timingstufen (um)geschaltet werden ...
Typisches Beispiel war der PIX (auch Kontronik) dazu. Auch der hatte zwar Autotiming aber nur im oberen Drittel des Lastbereiches - zu mehr reichte
die Rechenleistung nicht bei einem Einprozessorsystem (damaliger Zeit ... !?).

Lasse mich auch gerne eines Besseren belehren, falls ich falsch liege bzw. auf einen alten Stand bin...

Ich schrieb schon mal dazu - Messungen sind meist zeitaufwendig und angreifbar, weil xyz das ganze natürlich anders gemacht hätte:
(Vor allem fahre ich auf die Killerphrase ab: Wer misst, misst Mist - blöder kann man nicht pauschalisieren)! :cool:
(...) ich habe es so gemacht, dass ich einen Betriebspunkt - meist 2/3 der Volllast des Reglers - genommen habe
und an meiner DC-Last (Wirbelstrombremse mit großem Lehnerinnenläufer) einen konstanten Lastpunkt definiert habe!

Die Differenz der Eingangsleistung ist der Wirkungsgradunterschied!

Dabei ist es entscheidend mit welchem Timing du arbeitest - hier kann man viel optimieren
weil der im Grunde "nur" eine Momenteinstellung für DIESEN einen Lastpunkt ist!


Bei mir waren die Regler mit "echtem" Autotiming mit Abstand die am Wirkungsgrad höchsten,
gefolgt von den anderen mit Festtiming! Ich habe aber nur vier Regler/ untersucht weil es einfach
zu aufwendig war.

JIVE-KOBY-JAZZ (max. Differenz 2%) - YGE und JETI waren fast gleich weiter abgeschlagen.

Differenzen bei meinen Messungen bis zu 2-5% beim 14Poler und 1-3% beim Innenläufer
bezogen auf die Eingangsleistung bei gleicher Abgabeleistung und optimalem Timing!

Schwachpunkt meiner Messung:

  • Die Messreproduzierbarkeit ist um die 1%-2%
  • Beim geeichten >Drehmomentprüfstand< würde man über endlich viele Betriebspunkte verfügen und könnte einen Eta-Graph zeichnen!
  • Keinen Absolutwert des Reglers - nur die Differenz

... und nun zum Wichtigsten - wir bewegen uns weit über 70% im Teillastbereich, eigentlich viel wichtiger!
Hierzu kenne ich keine Messungen bzw. verlässliche Aussagen.

Nur so viel, weniger angebrachte Kühlung und Erwärmung beim Regler zeugt von einem höheren Teillast-Wirkungsgrad!

... und noch einer: VIEL wichtiger wäre der "optimierte" Prop - hier kannst richtig Boden gut machen!

Erst aus der Kette, AKKU-REGLER-MOTOR-PROP wird das "Gesamt-Eta" und da nützen ein zwei Pünktchen
am Motor oder Regler wenig wenn Du bedenkst, bei so einem Antriebsstrang kommt man selten über 50%!

... soviel dazu ...
 
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