wie bastele ich mir eine Einblattluftschraube

FlyHein

Vereinsmitglied
Hallo Gemeinde,

vor meinem geistigen Auge ist in den letzten Wochen ein Klapptriebwerk für einen mittelgroßen Segler (3-3,5m Spannweite) entstanden, nicht zuletzt auch durch die vielen Informationen hier im Forum.
Aus Platzgründen (Minimierung des Rumpfschlitzes) soll das Triebwerk eine Einblattluftschraube bekommen. Aber kaufen scheint man die nicht zu können und die Infos bei den Speedfliegern zum Thema "selbstgebaute Einblattluftschraube" führen zum Aufrichten meiner Nackenhaare. Allerdings soll meine Einblattluftschraube nicht mit 40.000 U/min rotieren. Deshalb meine Frage:
  • Wie bastele ich mir aus einem Starrpropeller eine Einblattluftschraube?
  • Wie befestige ich das Ausgleichsgewicht SICHER an der Propellernabe?
  • ......
Da die Thematik "Klapptriebwerke" hier intensiv diskutiert wird, hoffe ich, daß auch schon Erfahrungen mit Einblattluftschrauben vorliegen, die "Exorbitantpreis KTWs" werden ja auch mit Einblattluftschrauben betrieben.

Laßt mich also an eurer Kreativität;) teilhaben.
 
Das Ausgleichsgewicht muss ja nicht an der Luftschraube befestigt sein, sondern nur auf der Welle. So gesehen ist auch eine Konstruktion denkbar mit einem einteiligen Gegengewicht aus z.b. Stahl, dessen Befestigungslaschen die Nabe der Luftschraube umgreifen und mit Bohrungen auf die Welle gesteckt sind. Dann musst Du lediglich durch passende Konstruktion (Verstiften, Stellschraube auf Anflachung) sicherstellen, dass sich das Gewicht nicht gegen das Luftschraubenblatt verdrehen kann.
 

Stony

User
Hallo ich habe das mal Probiert. War zwar nur ein 4 zoll LS dafür aber etwas mehr drehzahl :) War eine CAM Speed habe einfach mit etwas sekundenkleber blei angebracht damit sie in etwa gewuchtet ist (es hilft sehr wenn das gewicht nicht direkt an der nabe ist)
Dann habe ich wieder etwas entfernt und einen CFK Roving komplett über das gewicht und LS stumpf Lamieniert. Abschliesend mit der feile oder etwas Papier fein wuchten. Schon lief sie sehr ruhig und ohne das Modell zu zerschütteln. Wichtig ist nur das man ja nur auf eine drehzahk genau Wuchten kann. und das Blei in mittig zum andern Blatt sitzt.
Warscheinlich nicht Perfekt ist aber lange gut gegangen (das Modell hat die LS in den tot gerissen:D :D )

Viel Erfolg

Gruß Stony
 

FlyHein

Vereinsmitglied
Eine Bastelmöglichkeit

Eine Bastelmöglichkeit

Hallo Einblattbastler

ich habe wieder gesucht und folgendes Gefunden:
p1-ok.GIF
Das Ausgleichsgewicht ist mittels zweier Scheiben, die mit einem Steg verbunden sind, auf die Welle montiert. Das eigentliche Ausgleichsgewicht ist dann am Steg verschraubt. Mit Hilfe von CNC-Technologie sollte ein solche Konstruktion doch für jede Latte realisierbar sein.

Oder?
 

Wolfram Just

Vereinsmitglied
Umlaufende einseitige Zugkraft und Blattmoment beachten

Umlaufende einseitige Zugkraft und Blattmoment beachten

Hallo Leute,

da ich glücklicher und stolzer Besitzer zweier "Exorbitantpreis KTWs" mit Einblattprop bin, kann ich Euch sagen, dass die Sache mit dem Einblattprop nicht ganz so trivial ist, wie Sie vielleicht auf den ersten Blick scheint, auch wenn man mal ne Möglichkeit gefunden hat, das Gegengewicht zum statischen Auswuchten zu montieren. Das gleicht nämlich nur die auftretende einseitige Zentrifugalkraft des Blattes aus.

Es tritt aber am einzelnen Blatt eben auch eine einseitige umlaufende Zug-/Schubkraft auf (es soll ja vorwärts gehen), die an einer starren Blattaufnahme ein umlaufendes Moment an der Nabe erzeugt, sowie je nach Profil ein umlaufendes Profilmoment um die Längsachse des Blattes. Bei den kleinen Pylon-Luftschrauben scheint das wohl kein Problem zu sein (rel. geringe Zugkraft, steife Montage des Antriebs in der Rumpfschnauze), bei einer Größenordnung an Prop, wie wir es für unsere Großsegler benötigen, kommt das aber zum Tragen, vor allem wenn der Prop dann auch noch am Ende eines endlich biege- und torsionssteifen Tragarms montiert wird und nicht in der Schnauze.

Florian Schambeck hat das an seinen AFTs dadurch gelöst, dass das Blatt nach vorne und hinten schwenkbar gelagert ist, also wie bei einer Klapplatte, aber halt mit Drehpunkt in Wellenmitte. Dadurch kann an der Nabe kein Moment entstehen. Der Schwenkwinkel ist dadurch begrenzt, dass die quadratisch mit der Drehzahl steigende Zentrifugalkraft mit der näherungsweise linear mit der Drehzahl steigenden Zugkraft eine Resultierende bildet, die das Blatt in einen endlichen Schwenkwinkel drängt, so dass es nicht im Anschlag doch noch ein Moment erzeugt. Wie das mit dem Profilmoment gelöst ist, kann ich nur erahnen, nämlich dass die Blattlinie entsprechend vor bzw. hinter dem Drehpunkt zu liegen kommt (Pfeilung, Säbelform...).

In seinen Triebwerken steckt also eine ganze Menge Knoff-hoff und viele Stunden des Tüftelns und Experimentierens, sowie viel Liebe zum Detail. Die Teile sind sowohl in der Verarbeitung als auch in der Funktion wirklich allererste Sahne. Ich möchte jetzt hier keine Preisdiskussion losbrechen, aber ich bin der Meinung, die Triebwerke sind ihren Preis wert. Der relativiert sich auch, wenn man bedenkt, dass seine Triebwerke bis auf Regler und Akku Komplettangebote sind. Bei den meisten anderen "billigeren" Triebwerken ist ja oft noch kein Motor, keine LS und keine Triebwerkssteuerung dabei.

Ich möchte hiermit aber auch keinem den Wind aus den Segeln nehmen, eine solche Entwicklung mal selbst anzugehen, im Gegenteil! Ich stelle mir das extrem spannend vor, ein eigenes 1-Blatt-KTW auszulegen, allerdings fehlt mir dafür die nötige Freizeit.

Ich wünsche viel Erfolg! Und berichte bitte hier über Deine Fortschritte!


Gruß
Wolfram
 

FlyHein

Vereinsmitglied
KTW nicht für Großsegler

KTW nicht für Großsegler

Hallo Wolfram,

ich will mit der Einblattlatte keine Großsegler >15 kg in den Himmel befördern, sondern einen 3-3,5m Segler mit <5 kg. Sollten die von dir beschriebenen Kräfte nicht vernünftig beherrschbar sein, werde ich entweder auf Klapplatte oder auf einen 2-Blatt-Propeller umsteigen.

Ich hab mir jetzt ein Alu-Vierkant besorgt, der nach einer Gewichtsoptimierung als Ausleger dienen soll. Ein altes Graupner Zahnriemengetriebe (hat mal eine Krick Klemm in den Himmel befördert) liefert mir eine 5mm Welle sowie zugehörige Kugellager. Was noch fehlt ist ein Motor, Zahnriemen und Riemenscheiben. Beim Motor tendiere ich zur Zeit zu einem Torcman 350 nebst geeignetem Regler und 4 Lipos.
 
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