Wie konditioniere ich Lipos richtig?

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
Moin Martin,

ich muss dich enttäuschen - es gibt kein RICHTIG!

Es gibt aber einen Glauben daran und der versetzt Berge.
Hinzu kommt, dass es eine Fraktion gibt die es als Erwiesen ansehen, dass in den LiPos ein Substrat (Inhibitor)
enthalten ist um die Lagerfähigkeit zu verbessern. Diesen gilt es (schonend) die ersten Zyklen abzubauen!

... das Wichtigste: Siehe Beipackzettel des Lieferanten!

Macht ja Sinn aber und ich täte gerne daran glauben, konnte es aber bisher weder beweisen noch
wiederlegen und habe es bis heute nicht bestätigt bekommen von den Herstellern NICHT den ganzen
Konfektionierern (das ist ein großer Unterschied)!

Fakt ist, dass Du NIX falsch machst wenn Du die LiPo die ersten 2-4 Zyklen etwas schonender forderst
und nicht mit 5C gleich das erste Mal lädst!


Zum Test benötigen "wir" verlässliche Daten. Es hat sich herausgestellt, dass die sich einstellen wenn die Zellen
darauf vorbereitet werden. Obwohl dieser Effekt immer mehr schwindet bei der heutigen Zellenchemie und
steigendem C-Rating! Man erkennt es an der extrem kurzen CV-Phase heutiger LiPos!

Ich mache aus Prinzip folgendes:
3x0,5C laden - 3x1C entladen bis min. 3,4V/Z
1x1C laden - 1x5C entladen bis min. 3,3V/Z
1x1C Laden - 1xProbedurchlauf meines Lastdiagramms zur späteren Vergleichbarkeit!
... jetzt folgen die eigentlichen Messungen.
 

Crizz

User
Kommt auf den Hersteller an.... Gibt wohl nur wenige die es empfehlen, aber einige wissen auch zu wenig über ihr eigenes Produkt, sonst würde man bei modernen Zellen nicht hin und wieder noch über solch antiquierte Werte wie "Entladeschluß 2,75 V / Zelle" stolpern, die vor 2006 noch häufig Stand der Dinge waren.
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
Kommt auf den Hersteller an.... antiquierte Werte wie "Entladeschluß 2,75 V / Zelle" stolpern, die vor 2006 noch häufig Stand der Dinge waren.
Genau Chrizz - :D und zugleich :cry: siehe z.B. Dymond-Akkus - dort prangert noch 2,8V/Z als Umin.
Was soll ich sagen - ein Datenblatt habe ich nach Aufforderung nicht erhalten des Herstellers!
(... hast die doch auch mal getestet - hast du ein Datenblatt?)
Im Grunde verständlich, denn es gibt eben Händler die ihre Quellen nur äußerst ungern preisgeben ...

Äh - ich erhalte seit knapp zwei Jahren nur noch derart lautende Datenblätter zu den Testlipos.
Hier ein Beispiel eines 1,5J alten 50C-Musterlipos den ich spezifizieren sollte (ist heute weit
verbreitet, war ein echter 35C nach meinen Messungen und kommen meist ROT daher):
datenblatt.gif
PS: Von Konditionieren steht NIE etwas in den, meist mehrseitigen, Datenblättern! ;)

... aber wir driften - warum bloß immer - klar, Du bist schuld und hast das Stichwort angetriggert! :rolleyes::D
 
Zuletzt bearbeitet:

Crizz

User
Ohne weiter abschweifen zu wollen - Gerd, ich muß nachsehen, aber wenn ich mich recht erinnere waren bei den Dymond immer nur Angaben direkt auf den Akku gedruckt, bin mir wg. Datenblatt gerade nicht sicher, sehe aber mal nach.

Zum Topic : Wie Gerd schon schrieb gibt es da keine allgemeingültige Anleitung , wenn es Empfehlungen gibt gelten die i.d.r. für den jeweiligen Akkutyp, dem sie beiliegen - und sind dann i.d.r. auch ( zumindest teilweise ) begründet.
 

Muki

User
LiFePo4 einpflegen?

LiFePo4 einpflegen?

Hallo,

Ich habe schon öffter gehört das man Lipos einpflegen sollte, also die ersten 5 - 10? Ladungen nicht zu viel belasten, gilt das für den LiFePo4 auch? ich habe mir diesen hier beim HK gekauft, für 7,50 EURO - wirklich nicht teuer, trotzdem möchte ich für diesen Akku das Beste tun.

Und wenn ja einpflegen, sollte ich die ersten Entladungen mit dem Ladegerät (mit 1C) vollbringen?

ich Danke für Info.

Gruss Muki
 

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Muki

User
Ich mache aus Prinzip folgendes:
3x0,5C laden - 3x1C entladen bis min. 3,4V/Z
1x1C laden - 1x5C entladen bis min. 3,3V/Z
1x1C Laden - 1xProbedurchlauf meines Lastdiagramms zur späteren Vergleichbarkeit!
... jetzt folgen die eigentlichen Messungen.
Hallo Gerd,

Danke, ich dachte das es bei LiFePo4 etwas anders ist als bei Lipo....

Nach deiner Tabelle hier oben, würde ich das auch machen, aber bei LiFePo4 ist die Spannung bisschen anders, kannst Du mir da noch einen Tipp geben?
LiFePo4
3x0,5C laden - 3x1C entladen bis min. ?

Danke

Gruss Muki
 

Muki

User
Hallo Gerd,

Danke für deine Antwort.

Bin gerade beim konditionieren von den LiFePo4 Akkus und mir fällt auf das nach dem Laden (mit Robbe PP 1000W) wie vorgegeben im LiFe Programm bis 3,7V die Zellenspannung nach einer Ruhezeit von ca. 30 Minuten auf 3,35V fällt. Ist das normal?

Bei Lipo kenne ich das "etwas" anders, Zelle bis 4,2V geladen und da bleibt sie auch.....

Gruss Muki
 

Crizz

User
Ist normal, keine sorge. Dafür bleibt die FePo auch unter Last sehr stabil während die Lipo kontinuierlich abfällt. Bei A123 sieht es so aus das die unbelastete Zelle um 3,60 V zunächst rumdümpelt, bei geringer Last aber schon auf unter 3.2 V zurückgeht. Ist also alles im grünen Bereich, liegt an der Chemie.
 

Crizz

User
Hab ich bei dem Ding von Anfang an bemängelt, die einstellbaren Werte finde ich eh nichit zeitgemäß, keine Ahnung warum die das so auf den Markt gebracht haben. Normal wären 3,60 ... 3,65 V je nach Hersteller, bei 3,70 V kann es u.U. vorkommen das einzelne Zellspannungen gegen Ladeende sprunghaft ansteigen und dann wie blöde rumbalanciert wird. Solltest du den Effekt beobachten brichst du an dem Punkt den Ladevorgang am besten ab. Bei sowas kann es dann hilfreich sein, sich einen Adapter herzustellen, um die einzelnen Zellen am Balanceranschluß zu kontaktieren und einzeln einmal fertig zu laden. Aber das führt ein wenig weit, außerdem muß es nicht zwangsläufig zu dem Effekt kommen.
 

Muki

User
@Crizz

Danke für die Info.

Meinst Du das die LiFePo4 bei der Überladung von 0,1V viel leiden?

Gruss Muki
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
Moin,
das ist Frage - Studien darüber kenne ich keine aber gehe mal davon von aus, dass die
eher wegen der Hochlastanwendungen altern als wegen der "Überspannung" von 0,1V/Z!

Hier mein Testauszug - ist das eigentlich bei der FW104 beseitigt?:
Bei zwei Akkutypen wünscht sich der Autor noch eine
Feinabstimmung in den Spannungsgrenzen. Die LiFe-
Akkus waren pro Zelle mit 3,7 V geladen, optimaler wären
3,65 V gewesen.
http://www.elektromodellflug.de/files/av_1011_robbe_lader_a.pdf
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
... dieser Effekt ist schon ab 3,65V/Z zu verzeichnen bei einigen LiFe-Typen wie z.B. den Hacker!:(
Hier musste z.B. schulze extra ihre FW neu anpassen, um diesen Zellen (ab 3,6V/Z) zu zeigen wo
der Hammer hängt! ;)
 

Muki

User
OK Danke euch für die Info, da hab ich wohl bisschen Glück, die LiFePo4 werden bei mir ganz normal hoch geladen bis 3,7V ohne sprunghaftes ansteigen......ach da fällt mir gerade ein, ich könnte ja im Robbe PP 1000W die Ladeschlussspannung einstellen, also TCS auf 90% sollte passen oder?
Gruss Muki
 
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