Antriebsauslegung: wie geht's grundsätzlich?

Hallo zusammen!

Die Suche hat nichts Verwertbares ergeben oder ich hab' schlecht geschaut

Ich suche nach einem "how to", wie man einen E-Antrieb von Anfang bis Ende konzipiert. Also nach einer Anleitung der einzelnen Schritte, nicht eine konkrete Lösung (obwohl eine konkrete Lösung der Grund meiner Anfrage generell ist).

Im Detail:
ich habe noch keinen E-Antrieb zusammengestellt / berechnet und weiß nicht, wo ich überhaupt anfangen soll.
Das einzige, was vorgegeben sein könnte, sind einige 3300 3s1p 30C Akkus, die ich besitze.
Ein 8-10kg Scalemodell eines modernenTiefdeckers (Beechcraft Bonanza) soll betrieben werden.

Was ich noch glaube zu wissen sind die benötigten Watt, also rd. 150 Watt / kg.

Konkrete Frage: zuerst das Huhn oder das Ei? Also zuerst einen Motor wählen, dann aus dessen Datenblatt die [x]s[x]p ableiten und dann (aus was denn eigentlich?) die Schraube berechnen?

Danke schon mal für eure Anregungen!

Kurt
 
Oder z.B. im neuen Katalog (KLICK) eines namhaften Herstellers nachschlagen, um sich dort schon verschiedene Setups und Vorschläge anzuschauen :)

viele Grüße, Uwe

P.S. Das sähe dann ungefähr so aus:
 

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uwe,

messdaten mit steller, timing und taktfrequenz und luftschraubenangaben, dazu keine traumwirkungsgrade in der liste - also das ist hilfreich und kann wirklich gefallen! :)

da waren wohl endlich mal aktive modellflieger am werk und nicht kaufleute?

vg
ralph
 
in Englisch und muehsamen Einheiten: http://homepage.mac.com/kmyersefo/SCALE.PDF

Zusammenfassung:
1. erwartete Flugleistungen ergeben das noetige Leistungsgewicht
2. Flaechenbelastung ergibt Mindestfluggeschwindigkeit
3. aus der Mindestfluggeschwindigkeit (stall speed) und den erwarteten Flugleistungen ergibt sich die noetige Strahlgeschwindigeit (pitch speed)
4. die gewuenschte Flugzeit und Akkukapazitaet ergibt den Strom
5. Spannung ergibt sich aus Strom und noetiger Leistung
Daraus laesst sich dann ein Motor und Propeller aussuchen.

Eine andere Faustformel engt die Suche nach dem passenden Motor etwas ein: etwa 3Watt/Gramm Motorgewicht fuer Dauerbetrieb (Motorflieger).

Also fuer die Bonanza:
1. 150W/kg ergibt "power for good aerobatics"
2. nehme an etwa 100g/dm2 -> Abriss bei etwa 30km/h
3. Strahlgeschwindigekeit soll 3 bis 4 x Abrissgeschwindigkeit sein fuer gute Flugleistungen -> 100km/h (oder 30m/s)
4. nehme an die vorhandenen Akkus sollen in Serie geschaltet werden, Mindest-Vollgaszeit 4min -> max 50A
5. 1500W/50A=30V etwa 8 bis 9s Lipo (z.B. 3 Deiner Akkus in Serie) bei etwa 3.5V/Zelle unter Last
und dann noch aus der Faustformel: Motorgewicht etwa 500g

Ab jetzt helfen Die die Herstellerangaben (z.B auf www.modelmotors.cz) und/oder Drivecalc. Gemaess Drivecalc koennte ein Axi 4130/20 mit 16x8 etwa passen. Beachte, dass Drivecalc als Vopt eine Geschwindigkeit von etwa 3/4 der Strahlgeschwindigkeit angibt.

Hans
 
Interesante Frage

Interesante Frage

Evtl. darf ich auch noch eine Frage einwerfen.
Mein geplanter (Kult CME, ca. 4kg)Antrieb macht (nur)eine Strahlgeschwindigkeit von ca. 70km/h aber 7Kg Schub an 6S. Ist es Sinnvoll, mit einem Schub/Gewichtsverhältniß von 1,75:1 zu arbeiten?
Evtl. habe ich nen Denkfehler in meiner Überlegung:confused:

Gruß Frank
 
@Ralph: hast recht, da waren mal aktive Flieger am Werk :)

@ Hans: 500gr. Motor für 8-10kg Modellgewicht sind optimistisch wenig, für den harten Modellfliegeralltag würde ich deutlich größere Motoren empfehlen ( :) Tip aus der Praxis :) )

v.G. Uwe
 
wenns der flieger verträgt (!) und kein reglement zu befolgen ist, sollte man die leistungsdichte im motor immer so weit senken, dass der motor im normalbetrieb nahe seines besten wirkungsgrades arbeiten kann.
also im zweifelsfalle stets lieber mehr motorgewicht!

vg
ralph
 
Ah so, das kann sein :D.
Wobei dann aber diese Regel von der Technik überholt wurde.
Gruß
Hias
 
die 2W/g bezogen sich auf Motorgewicht, d.h. fuer 1500W etwa 750 Gramm Motor. Und die 150W/kg beziehen sich auf's Fluggewicht, 1500W fuer 10kg Flieger.

Ansonsten seid ihr mit dem Vorgehen einverstanden?

Gruss, Hans

edit: 150W/kg sind sicher nicht ballistisch, halt angemessen fuer einen Sportflieger
 
Sodele, jetzt habe ich mir dank eurer Hilfe schon mal einen Motor ausgesucht und im Drivecalc ein bissl gespielt.

Die Windungszahl bzw. die UpM geben einem da recht viel Spielraum, da kommt ja gleich mal eine doppelte Flugzeit raus. Was ja schön wäre, wenn nicht gleichzeiti die Trahlgeschwindigkeit drastisch sinken würde.

Die notwendige Strahlgeschwindigkeit würde ich gerne berechnen bzw. mich von Tabellen leiten lassen.

Hans gibt in seinem post an:

2. Flaechenbelastung ergibt Mindestfluggeschwindigkeit
3. aus der Mindestfluggeschwindigkeit (stall speed) und den erwarteten Flugleistungen ergibt sich die noetige Strahlgeschwindigeit (pitch speed)
[...]
Also fuer die Bonanza:
2. nehme an etwa 100g/dm2 -> Abriss bei etwa 30km/h

Ich habe jetzt lange gesucht, aber nix über die Stallgeschwindigkeit gefunden bzw. wie man sie berechnen oder schätzen kann.

Meine zukünftige Bonanza hat offenbar 125g/dm2 Flächenbelastung, damit würde sich gegenüber der Schätzung eine wesentliche Änderung in der Antriebsauslegung ergeben.

Kann jemand etwas zur Schätzung der Stall- bzw. Abrissgeschwindigkeit sagen?

:)

Kurt
 
aus dem vorher gelinkten Artikel: Stall speed (mph) = 3.7 x the sq. root of the wing loading (oz./sq.ft.)
in metrischen Einheiten etwa: Abrissgeschwindigkeit in km/h = 3.4 x Wurzel aus Flaechenbelastung in g/dm2
also etwa 38km/h in Deinem Fall

Gruss, Hans
 
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