Autogyro Eigenbau - interaktiver Baubericht

Hallo zusammen

Ich hab mir einen Rumpf gebaut und möchte versuchen ihn autorotierend zum fliegen zu bringen. Da ich leider überhaupt keine Ahnung von den technischen Eigenheiten eines Autogyros habe und mich auch nicht erst durch hundert Seiten lesen möchte um einen Durchblick zu bekommen, dachte ich mir, ich mach einen interaktiven Baubericht. Getreu dem Motto: Ihr sagt es, ich tue es. Ich glaub so etwas hat es noch nicht gegeben und da ich recht experimentierfreudig bin, probier ich das einfach mal aus. Wird sicher lustig, auch wenns schief geht.

Das Projekt nimmt sich selbst nicht sonderlich ernst und soll mit einfachsten Mitteln durchgeführt werden. Der Rumpf wurde von mir gebaut während ich auf dem Sofa vor dem Fernseher lag, alles ist nach Augenmaß gebaut. Hört sich wild an, man sieht es dem Modell aber nicht an. Hat den allseits beliebten Golden-Age-Look. Es kann jetzt mit der technischen Auslegung begonnen werden. Konstruieren und anordnen des Mastes, Aufbau des Rotors und der Anlenkung sowie die Konstruktion eines gefederten Fahrwerks stehen also als nächstes auf dem Plan. Alles sollte so simpel, effektiv und leicht gebaut werden wie möglich. Der Rumpf ist 94cm lang, vorne rund mit einem Durchmesser von 12cm und wiegt keine 50g. Ich hab leichtbaumässig also schon ganz gut vorgelegt. Jetzt seid ihr am Zug. Ich würd mich riesig über eine rege Beteiligung freuen und hoffe ihr habt Spaß daran, mir zu sagen was ich bauen soll. So eine Gelegenheit bekommt man doch auch nicht alle Tage.;)

Ich hab den Thread mit Absicht bei den Slow- und Parkflyern platziert, bitte nicht verschieben.;)

Hier noch ein grober Vorentwurf, den fertigen Rumpf fotografier ich bei Tageslicht. Wer Lust hat, kann auch gern den Entwurf farblich überarbeiten. Ich hätte gern eine klassische Farbgebung, inspiriert von Airracern aus den frühen 30er Jahren. Lasst euch gehen!!

Ihr sagt es, ich tue es!!!

Greez
 

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StephanB

Vereinsmitglied
Dann fang mal damit an, daß Du den Rotormast um 8-10 Grad nach hinten neigst, bezogen auf das Höhenruder. Wie willst Du steuern? Ich empfehle dringend eine Rollsteuerung am Rotorkopf. Ohne die geht es nach meiner Erfahrung bei einem einrotorigen Tragschrauber nicht.
Grüsse
Stephan
 

hastf1b

User
Hallo, ich habe hier etwas gefunden das schon älteren Datums ist (1953).
Vieleicht ist einiges auch heute noch gültig. Mein Scanner hat den Geist aufgegeben deshalb ein Bild mit der Digicam. Wenn du meinst das wäre brauchbar sage Bescheid dann bekommst du den ganzen Artikel. Aber erst dann wenn ich ein neues Gerät habe.

Schöne Grüße Heinz

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BILD0257.JPG
 
Hallo

Freut mich, dass hier Interesse besteht.

@Stephan:
Also Rumpf auf den Boden legen, das Höhenruder zum Boden parallel ausrichten und den Rotormast nach hinten neigen. Richtig so? Als Neigungswinkel nehm ich dann einfach mal 9 Grad, also die goldene Mitte.

@Heinz:
Wow, das ist ja ein altes Schätzchen. Ich weis nicht ob mir der Plan weiterhelfen würde. Mein Modell ist von den Maßen und Proportionen ganz anders aufgebaut und ich gehe stark davon aus, dass man in den 50er Jahren über weniger Steuerungsmöglichkeiten verfügt hat. Ich müsste den Plan sicher stark überarbeiten um ihn für meine Zwecke nutzbar zu machen.

@Peter:
Das ist natürlich klar, sonst kommt ja gar keine Autorotation zustande. Die Frage ist jetzt, wie muss der Rotor aufgebaut sein. Um wie viel Grad müssen die Blätter angestellt werden um einen hohen Wirkungsgrad zu erreichen. Müssen die Blätter am Rotorkopf fest fixiert werden oder brauchen sie eine gewisse Flexibilität, so wie bei Hubschraubern?

@All:
Steuerungstechnisch hätte ich es gern möglichst Vorbildgetreu. Also Roll, Nick, Höhe, Seite und Motor. Wie funktioniert das dann? Wird Nick und Höhe dann von einem Servo betätigt? Es gibt diesen Pitcairn mit zusätzlichen Tragflächen. Hat der dann auch noch Querruder, die mit Nick kombiniert werden? Ich wollte bei meiner Konstruktion auch nen Satz kleiner Tragflächen dran machen, dann hab ich mehr Spielraum für ein breitspuriges Hauptfahrwerk und die Lageerkennung würde sicher auch besser werden.

Fotos mach ich heut Abend, die Batterien haben grad die Grätsche gemacht und gleich geht´s erstmal für´n paar Stunden zum fliegen.

Bis später:)
 

StephanB

Vereinsmitglied
Du stellst viele Fragen. Ich nehme mal an, daß Du inzwischen merkst, daß die Sache nicht so ganz trivial ist. Auf deine Fragen gibt es auch x mögliche Antworten.

Mastneigung: Zwischen 8 ud 10 Grad ist so das übliche.
Steuerung:
-Seite, um bei Bodenstart exakt gegen den Wind rollen zu können. (wichtig für Drehzahlaufnahme) und zum Kurven
-Roll, Hauptsteuerfunktion, wichtig um allzugrosse Schräglagen in Kurven zu vermeiden.
-Höhe oder Nick.
-Motor, eh klar..
-Querruder an irgendwelchen Flügelchen eher nicht.

Rotorkopf: Das übliche ist ein sogenannter DC-Head, direct control. Der kann Roll oder Roll und Nick, dann über eine V-Ruder Ansteuerung. Schau mal nach dem User JochenK bei rcgroups und seiner Minimum/ Micromum Serie. Das sind sehr gut konstruierte Köpfe unter Verwendung eines RC-Car-Vorderachsenteils. Er hat detaillierte Zeichnungen hochgeladen.
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Ich empfehle Dir, auch wenn Du das eigentlich nicht willst, die Sticky-threads im Tragschrauberforum bei rcgroups zu studieren. Ebenfalls sehr viele grundlegende Infos findest Du auf Jim Baxters Seiten unter www.autogyro.com.
So, genug... Ich gehe jetzt Tragschrauber fliegen..:D
Grüsse
Stephan
 
Verdammt inne Ecke,
ich kann weder das Ladegerät noch irgendwelche Batterien für die Kamera finden...:mad:

Stephan:
Ja, ich weis. Viele Fragen. Dass die Sache nicht ganz unkompliziert ist, wusste ich vorher schon. Deswegen hab ich den Baubericht auch interaktiv gemacht. So kann jeder, der Ahnung und Lust hat, seinen Senf dazugeben und ich genieße "learning by doing". Da dieses Modell, bzw dessen Aufbau eher als eine Art Zeitvertreib begann, möchte ich da auch nicht so einen Hermann von machen. Ist mehr aus Spass an der Freude. Wenn´s im Endeffekt schief geht, wärs schade aber ich werde dabei trotzdem was gelernt haben. Es ist auch nicht so, dass ich von den Leuten die mitmachen erwarte, dass hier technische Zeichnungen oder sowas abgeliefert werden nach denen ich mich dann richte. Mir geht es hauptsächlich um gewisse Eckdaten, wie irgendwelche Neigungswinkel, Maße, etc. Den konstruktiven Part übernehm ich natürlich selbst. Ich bin zu sehr Tüftler als dass ich das jemand anderem überlassen würde/wollte/könnte. Ich hab mich natürlich schon durch diverse Quellen informiert aber ich habs nicht auswendig gelernt. Ich möchte halt keine fundamentalen Fehler machen, bloß weil ich mich mal irgendwo verrechnet habe. Hier im Forum gibt´s genug geballtes Wissen um ein Desaster zu vermeiden und ich denke, dafür ist es auch gedacht. Klar werden hier und da ständig die gleichen Fragen gestellt, aber wenn das nicht der Fall wäre, würds irgendwann sehr ruhig werden. Man bräuchte nicht mehr selbst zu diskutieren weil man es eh irgendwo anders lesen könnte. Langweilig, oder?

Ich werd jedenfalls auch meinen Teil dazu beitragen, damit alles klappt. Ich werd mich nicht zurücklehnen und den anderen komplett das Denken überlassen. Schließlich bin ich derjenige, der die gemachten Vorschläge konstruktiv umsetzen muss damit das Teil auch irgendwann mal funktioniert.

RC-Car-Achsenteile scheiden übrigens kategorisch aus, auch wenn das eine einfache und sehr gute Lösung ist. Meine grauen Zellen wollen lieber mit Eigenbau herausgefordert werden.:rolleyes: Aber danke für den Tip, werd ich mir auf jeden Fall mal anschauen. Als Inspiration.;)

Was mir ganz wichtig wäre, ist ein fachmännischer Tip zur Positionierung des Rotormastes im Rumpf. Ich werd, sobald ich wieder volle Batterien hab, ne Seitenansicht vom Rumpf zeigen damit Ihr ein "Feeling" für das Modell seine Proportionen bekommt. Ich hab mich nur vage an den oben gezeigten Entwurf gehalten und deswegen möchte ich, dass Ihr erstmal das Bild abwartet bevor Ihr mir eine Richtung vorgebt. Danach hättet Ihr dann erstmal eine kleine Denkpause. Ich kann ja nicht alles auf einmal bauen. Wenn der Mast dann fertig gebaut ist, geht´s beim Rotor weiter.

Bis in Kürze:cool:
 
Hi Mike,

ich habe da einen Link für Dich is zwar recht umfangreich, aber er beantwortet dir einige Fragen > Link

Viel Spaß
 
Danke für den Link, wird wohl Zeit mich dort auch mal zu registrieren.

Sorry, dass es so lange gedauert hat aber ich hab jetzt endlich ein Bild meines Modells. Ich bin soweit, dass ich mit der Auslegung des Rotormastes anfangen kann. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wo ich ihn genau hinsetzen soll. Ich würde ihn zwischen dem 5. und 6. Rumpfspant platzieren. Also im hintersten Feld der Bespannung. Meint ihr das ist ok?

Für die Steuerung des Modells wird Roll auf den Querruderhebel gelegt und der Rest ganz normal. Ich bin mir auch noch nicht sicher ob ich jetzt ein Höhenruder oder Nick verwende. Ich hätte gern die wendigere Variante, was ist da besser?

Wie man auf dem Bild sehen kann, ist hinten der eine oder andere Stringer relativ krumm. Das musste ich so machen damit der Rumpf gerade wird. Wenn der Rumpf nachher bespannt und lackiert ist, wird das nicht weiter auffallen. Der Rumpf ist soweit gan gut in Form. Länge ist wie gesagt 94cm und Gewicht ist genau 40g. Der bereits bespannte vordere Rumpf ist bereits bocksteif. Und da ist noch nichtmal Lack drauf, der bringt ja auch nochmal einiges an Steifigkeit. Ist stabiler als es aussieht, hätte ich nicht gedacht.

Also, wenn meine Mastposition von euch abgesegnet wird, geht sofort mit dem Bau weiter.

Greez und hier das Bild:
 

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Kopie die erste

Kopie die erste

Mike setze dich mal mit dem Jochen in Verbindung, der hat wirklich Ahnung von Tragschraubern und baut auch laufend eigene :)

Zu deinen Fragen habe ich mal was aus dem anderen Forum kopiert:

Original von JochenK

Daß ein Rotor sich dreht weiß jeder, aber meistens dreht er sich viel zu schnell, um genau sehen zu können, was da so im einzelnen passiert. Deswegen ein paar Bemerkungen in Zeitlupe zu diesem Thema, ganz langsam zum mitlesen. Dank an Mickey Nowell, von dem ich dies alles gelernt habe - jedenfalls die Teile, die richtig sind.

Werfen wir mal einen Blick auf den Rotor in Bild a. Der Tragschrauber steht zunächst noch still, und wir haben dem Rotor einen Schubs gegeben, damit er sich dreht. Wenn man sich jetzt auf die Blattspitzen setzen würde, bliese einem ein Wind (V-rotor, rot) ins Gesicht, der nur durch die Rotation erzeugt wird und bei beiden Blättern gleich groß und auf die Nasenleist zu gerichtet ist. Nun geben wir etwas Gas, und der Tragschrauber beginnt nach links aus dem Bild zu rollen. Jetzt kommt eine zweite Windkomponente dazu, der Fahrtwind (V-wind, blau). Beim vorlaufenden Blatt müssen wir V-wind zu V-rotor dazuaddieren um den gesamten auf das Blatt wirkenden Wind V-resultierend zu erhalten, beim rücklaufenden Blatt ziehen wir V-wind von V-rotor ab. Ganz klar, V-resultierend ist am vorlaufenden Blatt größer als am rücklaufenden, wir erzeugen also asymmetrischen Auftrieb.

Was dieser asymmetrische Auftrieb mit dem Rotor macht, behandeln wir später, im Moment werfen wir erstmal einen Blick auf Zeichnung b. Hier haben wir die Rotorachse nach hinten gekippt. Der vom Rotor selbst erzeugte Wind V-rotor steht immer noch senkrecht zur Rotorachse und hat deswegen mit dem Kippen auch seine Richtung geändert, der Fahrtwind bleibt unverändert. Wenn wir jetzt die beiden Komponenten für das vorlaufende Blatt ihren Winkeln entsprechen addieren, erhalten wir einen neuen Gesamtwind V-resultierend, der jetzt in ungefähr Richtung der Blattsehne gegen das Blatt bläst, also eine auch etwas höheren Auftriebsbeiwert bewirkt als in Bild a, wo er eher von oben kam. Noch stärker ist die aber Änderung des Angriffswinkels von V-resultierend beim rücklaufenden Blatt, hier kommt nach der Addition der Komponenten V-resultierend nun deutlich von unten (ca 4° zu ca. 0° beim anderen Blatt). So, wie ich das gezeichnet habe, gleichen sich jetzt die kleinere Geschwindigkeit mit dem deutlich erhöhten Auftriebsbeiwert am rücklaufenden Blatt und die höhere Geschwindigkeit mit dem nur gering gestiegenen Auftriebsbeiwert am vorlaufenden Blatt praktisch aus, der asymmetrische Auftrieb ist plötzlich verschwunden. Verblüfft? Gut.

Nun zu Bild c. Der Rotor steht wieder senkrecht wie in Bild a, aber er hat jetzt Schlaggelenke. Wenn das vordere Blatt nach vorne läuft steigt es durch den erhöhten Auftrieb an, und wenn man auf der Blattspitze sitzt, spürt man daß der Wind durch das Steigen auch von oben kommt (V-steigend, grün). Das rücklaufende Blatt fällt durch den geringeren Auftrieb derweil nach unten und sieht daher die zusätzliche Windkomponente V-fallend (grün), die von unten kommt. V-resultierend kommt in diesem Fall beim vorlaufenden Blatt mehr von oben als in Bild a, beim rücklaufenden Blatt kommt V-resultierend eher von unten. Resultat: kleinerer Auftriebsbeiwert und höhere Geschwindigkeit V-resultierend am vorlaufenden Blatt erzeugen den gleichen Auftrieb wie die kleinere Geschwindigkeit mit dem höheren Auftriebsbeiwert am rücklaufenden Blatt, und der asymmmetrische Auftrieb ist wieder mal verschwunden. Gelobt sei die Wissenschaft!

Das Fazit dieser Betrachtung: wir können asymmetrischen Auftrieb vermeiden, indem wir entweder die Rotorachse enstsprechend kippen oder indem wir Schlaggelenke einsetzen. Da erstere Methode nur immer für eine Geschwindigkeit und Drehzahl wirkt, ist die zweite Methode deutlich nützlicher.

Was sind aber nun die praktischen Auswirkungen des asymmetrischen Auftriebs? Dazu nochmal Bild c. Wie wir wissen - oder wissen sollten -, passiert beim Rotor mit idealen Schlaggelenken alles 90° später als man denkt - durch die Auswirkungen der Präzession. Wenn das vorlaufende Blatt den hintersten Punkt seiner Reise um die Rotorachse verläßt, bekommt es durch den Fahrtwind erhöhten Auftrieb und beginnt zu steigen - aber erst 90° später, wenn es quer zum Mast steht. Den höchsten Auftrieb hat das Blatt quer zum Mast, also wird es seine höchste Position erreichen, wenn es ganz vorne steht. Bis es dann wieder quer zum Mast steht, fällt es aufgrund des geringer werdenden Auftriebs auf dem Weg ganz nach vorne wieder in die Normalposition zurück. Inzwischen ist das Blatt ja auch zum rücklaufenden Blatt mit geringerem Auftrieb geworden, es fällt also wieter ab und erreicht ganz hinten seine tiefste Position. Asymmetrischer Auftrieb bewirkt also, daß sich die ganze Rotorebene nach h i n t e n kippt. Kennen wir das nicht schon aus Bild b? Immer noch verblüfft? Toll!

Was passiert denn, wenn wir die Schlaggelenke steif machen? Wird dann der asymmetrische Auftrieb dann endlich sein böses Werk verrichten und den Tragschrauber zur Seite des rücklaufenden Blattes umdrehen? Unter Vernachlässigung der Tatsache, daß der Phasenwinkel bei steifen Schlaggelenken etwas geringer ist als die oben erwähnten 90°, lautet die Antwort NEIN. Da sich jetzt durch die fehlenden Schlaggelenke der Rotor nicht mehr alleine nach hinten kippen kann, nimmt er gleich den ganzen Tragschrauber mit und dessen Nase zeigt plötzlich unangemessen in die Luft. Schon wieder verblüfft? Ganz prächtig!

Aber warum kippt ein Tragschrauber, der mit zu geringer Drehzahl gestartet wird, dann immer zur Seite des rücklaufenden Blattes um? Die ganzen Vorgänge, die ich eben beschrieben habe, funktionieren nur deswegen so gut, wiel das ganze System von der Flehkraft stabilisiert wird. Wenn Ihr Euren Tragschrauber mal im Stand an den Rotorblättern hochhebt, sieht das sehr viel anders aus, als wenn er sich im Flug rotierend an der Luft abstützen kann. Und das ist beim Start wohl das Problem: die Blätter schwingen ungedämpft von der Fliehkraft über, und in Zusammenhang mit einem Phasenwinkel von etwas weniger als 90° wird die Rotorebene jetzt nach hinten und zur Seite des rücklaufenden Blattes gekippt, bis dann die Fliehkraft beruhingend engreift. Erschlagen? Das wollte ich nicht.



Jochen
 
Kopie die zweite...

Kopie die zweite...

So noch einiges für deinen Tragschrauber ;)

Original von JochenK
Was passiert eigentlich, wenn wir am Steuerknüppel Roll nach links geben? Klar, der Tragschrauber neigt sich nach links. Aber wie kommt er dahin?

Betrachten wir mal Bilder in der ersten Zeile des Anhangs. Der Rotor is starr (1a), und auf den Roll-Befehl hin flexen die Servos kurz die Muskeln und wuchten den Kopf in die richtige Lage (1b).

In der nächsten Zeile ist das ganze für einen Rotorkopf mit Schlaggelenken (2a) dargestellt. Die Servos schaffen wieder und drehen den Rotorkopf nach links (2b). Aber was ist mit den Blättern? Aufgrund ihrer Trägheit verharren die zunächst mal in Ihrer ursprünglichen Lage, oder besser Bewegung. Wir warten einen Moment und schauen uns dann Bild 2c an. Die Blätter sind da wo sie sein sollten! Aber wieso? Während wir gewartet haben, hat sich die Fliehkraft, die immer senkrecht zur Drehachse wirkt, an ihre Pflicht erinnert und die Blätter in die richtige Position gehoben. Und da die Fliehkraft den Hauptteil der Arbeit übernommen hat, hatten die Servos im Vergleich zu vorher viel weniger zu tun.

In der dritten Zeile haben wir einen Rotor mit einem Pendelkopf, bei dem beide Schlaggelenke zu einem zusammengefaßt sind. Jetzt können die Servos richtig faul sein, denn sie brauchen nur noch die Rotorachse in die richtige Richtung zu stellen (3b), den Rest übernimmt auch hier die Fliehkraft (3c).

Fazit: die direkteste Übertragung des Servoausschlags auf den Rotor haben wir bei einem starren Rotor - man kann auch sagen, bei einem Rotor, bei dem die Schlaggelenke an den Blattspitzen sitzen -, aber wir brauchen dafür viel Kraft. Am indirektesten und mit dem geringsten Kraftaufwand verbunden ist die Befehlsübetragung beim Pendelkopf mit dem zentralen Schlaggelenk, der übliche Kopf mit den zwei Schlaggelenken liegt dazwischen.

Einen praktischen Nutzen hat die Sache auch. Wenn einem die Reaktion des Tragschraubers auf Steuerbefehle zu träge erscheint, vergrößert man den Abstand der Schlaggelenke zur Rotorachse. Wenig bringt dabei viel. An meinem zweiblättrigen Micromum v8 habe ich den Abstand von ursprünglich ca. 17 mm auf ca. 24 mm erhöht und die Reaktionen erschienen mir danach deutlich angenehmer.


Jochen
 
Wem sagst du das :)
 
Hi

Ja, ich weis...der Rotor. Das wird noch lustig. Über die Problematik des Ganzen bin ich mir durchaus im Klaren. Ich hab das auch schon gewusst bevor ich mich dazu entschlossen habe, dieses Fluggerät zu bauen. Aber ich musste es ja wieder mal wissen...:rolleyes: Ich werd mich mal über RCG mit Jochen in Verbindung setzen, mal schauen was er sagt. Mir liegt schließlich viel daran, dass er auch länger als dreieinhalb Sekunden fliegt wenn er fertig ist...also nicht von meiner Hand direkt in die ewigen Jagdgründe...;)

Greez
 

JochenK

User †
So, nachdem mich Stephan aufgescheucht hat, bin ich jetzt auch hier registriert. Hallo zusammen!

Kevin, wie schwer soll denn Dein Tragschrauber werden?

Jochen
 

StephanB

Vereinsmitglied
Stuntman Mike schrieb:
(..)Ich bin soweit, dass ich mit der Auslegung des Rotormastes anfangen kann. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wo ich ihn genau hinsetzen soll. Ich würde ihn zwischen dem 5. und 6. Rumpfspant platzieren. Also im hintersten Feld der Bespannung. Meint ihr das ist ok?
(..)
Also, wenn meine Mastposition von euch abgesegnet wird, geht sofort mit dem Bau weiter.

Greez und hier das Bild:
Hi,
also aus ästhetischen Gründen wäre mir das zu weit hinten. Schau doch nochmal dein eigenes Bild im ersten Posting an.
Du bist jetzt aber einen entscheidenden Schritt vorangekommen, weil hier jetzt nämlich geballte Kompetenz aufgetaucht ist..

@Jochen
Willkommen, schön daß Du hier bist. :)

Grüsse
Stephan
 
Ah super, der Experte ist gelandet.;)

Erstmal herzlich willkommen hier und besten Dank für die Hilfestellung schonmal im voraus.

Was das Gewicht angeht, ist nichts geplant, außer dass er möglichst leicht werden sollte. Der Rumpf liegt wie gesagt bei genau 40g im Moment. Vorne am Rumpf fehlt jetzt noch die Cowling, wird also im Endeffekt noch´n paar Zentimeter länger. Da, wo der Rumpf jetzt anfängt, soll später der Motor befestigt werden.

In meinem jugendlichen Leichtsinn hab ich erstmal einfach drauf los gebaut. Wenn der Kasten fertig ist, soll es sowas wie ein fiktives Scalemodell werden. Ich hab geplant noch ein paar kleine Tragflächen dran zu bauen, so wie hier: http://de.youtube.com/watch?v=s-tibm_dPFQ
Das Video hat mich zum Bau inspiriert. Das Fahrwerk kann ich dann auch so bauen, so ne breite Spur ist sicher nicht verkehrt.

Die Position (und die Höhe) des Mastes ist bisher noch völlig offen, diesbezüglich ist noch nichts strukturelles vorbereitet.

Greez
 

JochenK

User †
Kevin,

wenn Du keine Nick-Steuerung in den Rotorkopf einbaust, sollte das Blatt hinten so ca. 10 cm über dem Seitenleitwerk sein. Bei Nick-Steuerung entsprechend mehr.

Ansonsten schätze ich mal etwas über 300g mit 75 cm Rotordurchmesser.

Jochen
 
Hallo Jochen

75cm Rotordurchmesser? Ist das nicht viel zu wenig? Ich hätte jetzt mit min 1,5m gerechnet. Der Rumpf ist ja schon 94cm lang. Mit Cowling wird er an der 1m-Marke kratzen. 40 war das Gewicht in Gramm. Ich weiß ja nicht, ob Du Dich da jetzt vertan/verguckt/verlesen hast.;)

Ich denke, das wird ein ziemlich großes Ding.:eek:

Wie ist das denn mit der Position des Rotormastes? Hab ich da mehr oder weniger freie Wahl und muss dann den Schwerpunkt entsprechend setzen? Oder muss da ein bestimmtes Hebelverhältnis zwischen Motor und Rotor vorherrschen? Die Position des Mastes festzulegen, hat erstmal Priorität vor dem Rotordesign. Das ist auch der Punkt, vor dem ich die meiste Angst habe was falsch zu machen.

Ich habe mir jetzt gerade beim schreiben folgendes ausgedacht: Als nächstes baue ich erstmal die kleinen Tragflächen. Darin wird dann ein durchgehendes CFK-Rohr sein, an dem das gefederte Fahrwerk aufgehängt wird. Ich will ja nicht, dass die Tragflächen abbrechen wenn ich mal zu hart lande. Jedenfalls werde ich dieses besagte CFK-Rohr auch als Fundament für den Rotormast nutzen. Ist der beste Weg, um den Rumpf beim Aufsetzen zu entlasten. Ist ja alles bloß filigranes Depron mit Papierbespannung. Wenn ich die Tragfläche dann mit Fahrwerk und Mast fertiggestellt habe, wird der Mast von unten durch den Rumpf geführt und die Tragfläche fest mit dem Rumpf verbunden. Ich muss dann bloß eine kleine Aussparung für den Flügel in die Rumpfunterseite schneiden. Ich glaub, das mach ich so.

Ist das OK wenn ich den Mast genau mittig zwischen Cockpit und Motorspant platziere? Und den Mast etwa so hoch wie der vordere Rumpfdurchmesser?

Greez
 

JochenK

User †
Kevin,

kennst Du diese Seite:
http://www.autogyro.com/technic/specs.htm

Hier werden die grundsätzlichen Fragen zum Entwurf von Tragschraubern behandelt. Falls Du Schwierigkeiten mit der Sprache hast, schreib ich Dir eine Zusammenfassung.

Die Flächenbelastung eines drei- oder vierblättrigen Rotors sollte nach allgemeiner Meinung 15g/dm² auf keinen Fall überschreiten, weniger ist besser. Auf gut deutsch:
Mindestdurchmesser = Wurzel( 4 * Gewicht / 15 g/dm² / Pi)

Wenn Du in diese Formel das Gewicht mit 300 g einsetzt, bekommst Du einen Mindestdurchmesser von 5 dm. Für die 75 cm = 7.5 dm habe ich schon mit einer Rotorbelastung von nur 7 g/dm² gerechnet. Du kannst die Rotorbelastung natürlich noch weiter verringern. Meine Modelle fliegen so mit ca. 6 g/dm², das ergibt bei 300 g Gewicht einen Durchmesser von 80 cm. Andersherum, bei einem Rotordurchmesser von 100 cm und 6 g/dm² Belastung kann Dein Tragi fast ein Pfund wiegen.

Jochen
 
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