Bau einer größeren Expansionskammer

Hallo Gemeinde,

Motoren werden oft mit einer kleinen "Alu. - Tüte" ausgeliefert, die im Volksmund Schalldämpfer genannt wird. Viele von uns montieren diese erst gar nicht an den Motor.
Das macht durchaus Sinn, denn diese Scheindämpfer dämpfen nicht die Akustik sondern oft die Motorleistung. Der Grund ist denkbar einfach. Wenn ein Motor gut und mit hoher Drehzahl laufen soll, sollte das Auspuffgas schnell entspannen können. Das verhindert ein zu kleiner Expansionstopf. Wenn keine Leistung verloren gehen soll, muss die Kammer nahe am Auslass und möglichst groß sein.
In der Literatur finden wir Angaben bis zum 10-fachen des Hubraumvolumens. Das lässt sich oft nicht realisieren. Meine Meinung dazu ist: 3,5 x Hubraum sollte es mindestens sein wenn kein Leistungsverlust eintreten soll. Die Expansionskammer erfüllt noch einen zweiten Zweck. Beim Entspannen des Gases kühl dieses blitzartig ab. Ein nachgeschalteter Schalldämpfer muss nicht mehr so hitzebeständig gebaut sein.

Hier ein Beispiel für eine Eigenbaukammer. Die Bilder sollten für sich sprechen.

Bau einer Expansionskammer 04.PNG

oben im Bild die mitgelieferte "Tüte"

Bau einer Expansionskammer 05.PNG

Bau einer Expansionskammer 06.PNG

Bau einer Expansionskammer 02.PNG

Bau einer Expansionskammer 03.PNG

Bau einer Expansionskammer 01.PNG

Liebe Grüße
 
Auspuff / Druckadapter

Auspuff / Druckadapter

Hallo

Zu der Zeit als der Enyamotor ausgeliefert wurde
hieß das Teil nicht Auspuff sondern Druckadapter.

Das Ding war so eng gebaut um ein passenden
Druck im Auspuff zu erzeugen um damit den Tank
zu beaufschlagen damit der Motor stotterfrei
Kraftstoff bekommt.

Fast alle 4T-Motoren aus der Zeit hatten diese Adapter.
Merker hatte damals passende Schalldämpfer entwickelt
die auch wirklich Schalldämpfer waren.
Leider gibt es die Firma nicht mehr.

Heute sieht das anders aus in der Richtung und es werden teilweise
richtige Dämpfer geliefert.

Gruß Bernd
 
Hallo Bernd,

du hast Recht, Druckadapter wurde das bei einigen Motoren genant. Bloß, bei dem Enya 80 war an der Tüte gar kein Druckanschluss vorhanden. Für ein neues Projekt greife ich nach Jahrzehnten wieder auf dieses Teil zurück. Prof. Demuth war voll des Lobes für diesen Motor und ich bin es auch!. Seine Testerfahrungen überbot mein Enya 80 sogar noch. Bin fast verliebt in dieses Teil, jetzt soll er nochmal zu Ehren kommen.
Aber eben nicht mit diesem Gegendrucktopf, sondern mit einer anständigen Expansionskammer und zusätzlich noch einem Flüstertopf!
Werde das auch auf meinem neuen Prüfstand testen und darüber berichten.

Einen lieben Gruß
 
Hallo

Das Rohr gehört auch zum 15cc der später herauskam.
Der 13cc war ein aufgebohrter 10cc und verwendete auch den
Druckadapter vom diesem Motor.

comp_Bild-1.jpg

Gruß Bernd
 
Ja das stimmt, aber der 80er kam erst auf den Markt als ich den 90er schon hatte. Die besten Motoren aus dieser Reihe sind der 80er der 46er und der 90er, mit denen war ich sehr zufrieden. Der 60er war für seine Größe und das Gewicht einfach zu schwach. Den 120er hatte ein Kollege, aber der lief so rauh, dass er seine RC-1 Kiste fast zerlegte.
Das gute am 80er war die damals größte Leistung pro ccm Hubraum von allen Motoren welche am Markt waren. Peter Demuth hatte damals jeden neuen Motor getestet. Der 80er bringt die hohe Leistung ohne Nitro und ist super zu drosseln; für mich ein kleines Wunder.

Na, das waren noch Zeiten....
 
Hallo Metallbastler,

habe ja zur Zeit den NHG GF 30 im Test und der hat meiner Meinung nach auch eine zu kleine Expansionskammer. Werde deshalb auch für den so ein Teil bauen und hier darüber berichten.

Bis dann

liebe Grüße
 
Hallo,

Die neue Exp. kammer soll ein Volumen von ca. 4 x 30ccm haben. Hier der Größenvergleich mit dem kleinen mitgelieferten Topf. Ich versuche die Kammer so nah wie möglich am Motor zu platzieren, um sie später auch unter einer kleinen Motorhaube unterbringen zu können.
Hier schon mal die Alu-Halbzeuge.

Auf bald :)

Exp für NGH GF 30 01.PNG

Exp für NGH GF 30 02.PNG
 
Hallo Gemeinde,

ich möchte eine Lanze brechen zum Bau von selbstgestrickten Dämpfertöpfen.

Wir bekommen in den verschiedenen Märkten alles was wir da brauchen und löten oder schweißen muss man auch nicht können. Bei Alu ist das sowieso ein Problem und nur etwas für Schweißer-Experten.
Ich baue einfach alles formschlüssig und Dichtmaterialien gibt es vielerlei.

Hier eine Auswahl, auch an Farben und Klebern.

schall2.PNG

Dichtsilikon.PNG

Viel Erfolg bei eigenen Versuchen :)

MfG Werner
 
@Thesta Moto

Den Thermostabil 2K-Kleber von Simprop gibt es mW schon lange nicht mehr, hast Du da noch eine Quelle?
 
Nein Pit,

aber ich hatte :cry: große Vorräte.
Zum Glück kommt aber immer wieder etwas neues auf den Markt, ich probiere alles aus.

Doch der von Simprop ist echt Klasse, habe damit sogar am Autoschalldämpfer mit Erfolg repariert.
 
Hallo,

hab heute an der größeren Exp.-Kammer für den NGH GF 30 gewerkelt. Das Feilen und Schleifen der komplizierten Form dauerte doch etwas länger, aber der Topf ist hübsch anzuschauen und wiegt ca. 205 g. Ich denke das ist nicht zu schwer für die große Kammer.

Hier erste Bilder, werde das dann am Prüfstand testen und hoffe auf höhere Drehzahlen. :rolleyes:

bohren.PNG

Exp 01.PNG

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Exp 05.PNG

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Liebe Grüße

Werner
 
Bevor einer schreibt, der Topf hätte keinen Auslass..... :eek: :confused: :D

Beim letzten Foto war die Abschlußscheibe im Bohrstand und der nebenliegende Auslaßstutzen wird morgen montiert und dann der hintere Teil noch schwarz lackiert.

:) :D ;)
 
Puff?

Puff?

Hi!
Deine Theorien zur Auspuffgrösse sind interessant, nur beim viertakter weitgehend wirkungslos.
Verändert wird beim viertakter eigentlich nur der klang. Hier sind materialdicke, krümmerlänge und auch volumen ausschlaggebend.
Beim zweitakter sieht die Sache natürlich ganz anders aus....

Allerdings hab ich festgestellt das alle meine benzinviertakter mit schalli (egal wie gross) etwas mehr leistung hatten als ohne.

Bin gespannt was bei dir rauskommt....
 
Dieses herzförmige Endstück am 2. Bild von oben, ist das wirklich nur geklebt? Denn wie du sagst, am Löten etc. sind bisher meine Ambitionen für Schalldämpfer gescheitert.

Grüße
Andi
 
Hallo Andi,

nein... nur auf Kleber können wir uns da nicht verlassen. Der 1100 C° beständige Kleber ist aus dem Ofenbau und verträgt auf Dauer keine Vibrationen. Die Auspuff-Paste wird sehr fest und härtet im Motorbetrieb noch weiter aus. Aber die verbrennt, wenn sie direkt vom Abgasstrahl getroffen wird.
Meine Herangehensweise ist folgende: erst die Teile mit Ofenkleber verbinden, dann Klebestelle ruhen lassen bis Kleber völlig durchgetrocknet. Danach alles gut verschtauben und mit Auspuff-Paste großflächig zusparteln.
Das herzförmige Frontstück ist mit 3 Schrauben (zwei überkreuz) angezogen.
Im ersten Bild bohre ich die entsprechenden Gegenlöcher. Die zwei Schrauben, welche die Kühlrippen anpressen, gehen quer durch die Kammer und sind in einer Kerbe gegenüberliegend gekontert.
Bild 3 hilft zum Verständniss. Die dritte Halteschraube liegt zwischen den Kühlrippen und ist nahe beim Stutzen gekontert.

Hallo Tangotubes,

Die Leistung eines Motors berechnet sich aus Drehmoment x Drehzahl. Erst wenn das Drehmoment auf Grund innerer und äußerer Widerstände schneller sinkt als die Drehzahl ansteigt, fällt die Leistung wieder ab. Ich versuche durch die richtige Auswahl der Luftschraube den Motor im Optimum zu betreiben. Am inneren Widerstand kann ich nichts ändern. Der ist baulich gegeben.
Da bei zunehmender Drehzahl die Auslasszeit für das verbrannte Gas immer kürzer wird, versuche ich durch eine größere Expansionskammer den Gegendruck möglichst klein zu halten.
Bei niedrigen Drehzahlen spielt das noch nicht eine so große Rolle, wie du richtig bemerkst. Doch ich möchte das Leistungsoptimum ja weiter zu höheren Drehzahlen verschieben. Und da bringt auch beim Viertakter m. E. ein niedriger Gegendruck etwas, sonst könnte ich mir den Aufwand ja sparen.

Bitte gebe mir an, woher du deine Informationen diesbezüglich hast. Ich bin dankbar für alle neuen Hinweise, besonders aus der Forschung.

Mit freundschaftlichen Grüßen

Werner
 
Puff 2

Puff 2

Informationen hab ich vom selber ausprobieren. (Keine forumsweisheiten) Mir machts einfach Spass schalldämpfer hartzulöten und hab schon einige hergestellt.
Und da die benzinmotoren eigentlich immer etwas mehr leistung mit schalli haben, liegt der schluss nahe das etwas abgasgegendruck hilfreich ist. (Ist meine meinung und erhebt keinen anspruch auf absolute gesetzmässigkeit)
Besonders beim roto 85 fs boxer war die zusammenführung der abgase in einen schalli recht effektiv sowohl in leistung als auch schalldämpfung. (Da hab ich sogar gelochte prallplatten eingeschweisst.)

Zum schalldämpferbau. Nach einigen versuchen bin ich auf die möglichkeit gestossen schallis aus alten ölfiltern vom auto zu löten. Die gibts in vielen grössen umsonst in der autowerkstatt. Das material ist dick genug, lässt sich gut verarbeiten und klingt sehr kernig.

Beim 35 fs wirkt der über engel modellbau zu beziehende roto dämpfer sehr gut. War jedenfalls nicht schlechter als mein selbst gemachter, obwohl der mehr volumen hatte.
Um es nochmal klarzumachen, leistungssteigerungen sind immer sehr gering ca. 5 prozent, also eigentlich lohnt sich der aufwand kaum. Den klang und die lautstärke kann man allerdings sehr wohl in hohem maße beeinflussen.

Leider funktioniert auspufftuning beim zweitakter viel besser, z.b. Mit nem resonanzrohr-da gehen die teile ab...

Aber mach mal weiter, ich bin gespannt....
 
Hallo Tangotubes,

das ist gut hier einen "Selbstbauer" anzutreffen. Ich komme aus der Theorie und möchte meine Kenntnisse nun in der Praxis umsetzen.
Würde mich also freuen hier mehr von deinen Erfahrungen zu lesen, vielleicht auch mit entsprechendem Bildmaterial...

Eine Auspuffanlage besteht ja aus der Expansionskammer und nachgeschalteten Schalldämpfern. Zum Thema Schalldämpfer komme ich hier auch noch, aber zuerst will ich den Teil "Verbesserung des Auslasses" austesten. Zum Thema Schalldämpfer hier schon mal ein Tipp: Schau dich schon mal nach günstigen Kartoffelreiben um... zum Bau eines Absorptionsdämpfers aus Edelstahl! ;)

Ein Trompetenrohr macht den Schall lauter, viele umgedrehte...... (siehe Detail)

küchenreiben.PNG

küchenreiben2.PNG
 
Ja hallo erstmal,
ich weis nicht ob sie es wussten, aber..... :)

die neue 115cl Ex-Kammer für den NGH GF30 gestern Abend lackiert, ist nun fertig und fotografiert.

Kein Industriestandard - aber kann sich sehen lassen. :D wenn das Ding jetzt noch etwas bringt... Habe ja bisher den Eindruck, dass der NGH sich mit der moderaten 16 x 8 Sonic Schraube doch schwer tut. Mit der sollte er doch deutlich über 8000 drehen können.:rolleyes:

wir werden es erleben.....
Gruß Werner

NGH GF 30 Ex-Topf 115cl.PNG
 
Hallo,

es ist Zeit für eine erste Beurteilung der Klebe - Dichtungs - und Farbmaterialien.

Zum einen ein Lob an: tesa für ihr Dicht- und Klebeband "extra Power Extreme Repair". Das hält ausgezeichnet, wird zwar etwas weich bei Hitze, aber hält dicht.

tesa super.PNG

Auch Ceresit Hochtemperatur Silikon bis max. 315 °C verdient ein Lob! Nur schade, dass man es so schnell aufbrauchen muß.

Dichtsilikon.PNG

Der " Hochhitzebeständige Senothermlack" - Firefix - dunkelgrau von Kleining eignet sich gut als Anstrich für die hochhitzebelasteten Stellen am Auspuffsystem.

Der Hitzebeständige Kleber von fermit bis 1100 °C versprödet schnell und die Klebekraft ist eher gering.

Die Auspuff - Montagepaste von presto wird sehr hart und druckfest, ist aber für Zugbelastungen nicht einsetzbar! (von den dreien sind Fotos hier schon vorhanden)

Von dem recht teuren Schwarz - Lack LV - 65 (glänzend bis seidenmatt) bin ich nicht wirklich überzeugt! Der soll bis 400 °C aushalten, wird aber schon wesentlich früher klebrig und ist dann nicht mehr abriebfest. (Bilder hier schon vorhanden)

Neu im Test: der Auspuff - Spray von Auto K ; der Bremssattel - Lackspray von Auto K ; und von Boldt Turbocoll das 2-K System Turbo Mix Kleber Elastic bis 200 °C in den ich große Hoffnung setze.

neu.PNG

Liebe Grüße Werner
 
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