Flugzeitabschätzung und Hallenhöhe

Hallo Theoriegläubige und Schätzpraktiker,
Eine einfache Abschätzung der Flugzeit im Saalflug kann man wie folgt vornehmen (dabei spielt die Hallenhöhe zunächst keine Rolle):
Energieinhalt FAI-Gummi 8 Ws/g (nach meiner Messung bei linearer Dehnung). Die Widerstandsleistung des Modells ist Widerstand x Fluggeschwindigkeit W * V. Da sich die Fluggeschwindigkeit während des Fluges drehmomentabhängig ändert, wäre das Integral über die Zeit zu bilden. Ersatzweise kann man eine mittlere Geschwindigkeit annehmen.

Beispiel: TH35- L mit einer Gummimasse von 1 g und Gesamtmasse M von 3g. Der Widerstand ergibt sich experimentell aus der Gleitzahl A/W = 4
Also W = A/4 Der Auftrieb A entspricht dem Gewicht des Modells also G=M*g = 0,029 N und damit W= G/4 = 0,007 N Der Wirkungsgrad der Luftschraube mit 26 cm Durchmesser ergibt sich nach dem Larrabee Programm mit ca. 0,50. Mit den Lager- und Gummi-Reibungsverlusten kann ein Gesamtwirkungsgrad von 0,40 angesetzt werden. Die mittlere Fluggeschwindigkeit liegt bei 1,5 m/s (Geschwindigkeit im letzten Drittel wurde gemessen zu 1,2 m/s) . Es ist also eine Propeller Eingangsleistung P = 0,0175 * 1,5 Watt aufzubringen. Die Gesamtflugzeit errechnet sich dann zu T = 8/0,026~ 307 s

Dabei spielt es zunächst keine Rolle wenn das Modell an der Decke kratzt, da Widerstand und Geschwindigkeit etwa dem normalen Horizontalflug entsprechen.
In einer hohen Halle kann die Deckenkratzenergie jedoch in Höhe (potentielle Energie) umgesetzt werden.
Diese beträgt in unserem Fall bei einer Deckenerhöhung um 10 m (vorausgesetzt die Höhe wird erreicht) Mg*10 m = 0,029*10= 0,29 Ws. Im Sinkflug verliert das Modell etwa 0,2 m/s an Höhe und baut die Zusatzenergie von 0,29 Ws wieder ab. Das bedeutet bei 10 m Höhenabbau gegenüber der niedrigeren Halle eine ca. 50 s längere Flugzeit.
Ich bin auf die Versuche in der Halle gespannt. Sie werden zeigen ob die rechnerisch abgeschätzten 5-6 Minuten Flugzeit realistisch sind.

Euer Longgrain
 
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