Frage an die Experten

Wolfgang Fleischer

Vereinsmitglied
Ich habe einen gebrauchten Heli Vision 90 SFX mit einem 25ccm Saito FA-150. Der Heli geht mit dem Motor wirklich klasse. Entscheidender Nachteil, wenn man länger wie 6min fliegt, brechen die Zähne der Nockenwelle. Das Gehäuse der Nockenwelle ist trocken. Durch die Einbaulage des Motors, KW nach oben, wird der Nockenwellenantrieb wohl nicht geschmiert. Kennt jemand das Problem und hat vielleicht einen Tipp für mich.
 
Hallo Wolfgang,

klingt garnicht toll. Wieviel Öl ist im Treibstoff?
Ich kann die Einbausituation und die Motorbelastung nicht beurteilen, aber wäre auch ein thermisches Problem denkbar das u.U. zu (zeitweiser) Schwergängigkeit des Ventiltriebs führen könnte? Ich kenne nur 2T-Methanoler für Hubschrauber mit extra großem Kühlkopf, gibts das auch für 4T-Motoren?

Viele Grüße, Kay
 
Hallo Wolfgang,

17% Öl klingt für micht erstmal nicht zu wenig. Wenn du auch Wärme als Ursache vermutest, müßtest du dort ansetzen. Für mich hört sich das nach viel Testen an, daher kann ich leider anstelle Antworten nur Fragen liefern...
Was lässt sich an der Kühlung opimieren? Strömt die Luft wirklich durch die Kühlrippen oder geht ein Teil am Motor vorbei ohne Wirkung? Sind die Kühlrippen sauber?
Ginge die Übersetzung anzupassen um den Motor in einem anderen Drehzahlbereich zu betreiben? Wo hat der Motor sein Maximum von Leistung und Drehmoment? Liegst du aktuell drunter oder drüber?

Viele Grüße, Kay
 
Hi Kay,
ich denke, ich habe im Heli-Forum den Grund für den Ausfall gefunden. Der Motor ist für diese Einbaulage wahrscheinlich ungeeignet, obwohl von Saito die stehende Einbaulage nicht explicit ausgeschlossen wird.
Relativ konstante Drehzahlen, mit häufigen Lastwechselmomenten und unzureichende Schmierung der Nockenwelle, in dieser Einbaulage, führten immer wieder zu Ausfällen. Darum wird wohl der Heli mit diesem Motor auch schon lange nicht mehr angeboten. Der Vorbesitzer hat mir wohl einen Schrott-Heli verkauft....:cry:
 
Hallo Wolfgang,

deine Aussage, daß die Nockenwelle trocken läuft, ist doch schon mal hilfreich. Da der Ölanteil generell ausreichend sein dürfte, und die Nockenwelle selbst im Heli nicht höher belastet wird als im Flächenflieger, könnte tatsächlich die Einbaulage der Grund für die Defekte sein. Es sei denn, der Motor war schon leicht defekt... Hast du mal Temperaturen gemessen? (Zylinderkopf, Kurbelwellenlager)

Nun hatte ich bei einem 80er Magnum ebenfalls das Problem einer zu trocken laufenden Nockenwelle; der Motor ist über Kopf in einem Modell installiert. Die Ursache war allerdings der Kraftstoff, da ich den Motor mit demselben Sprit betreibe wie meine Zweitakter - und da ist sehr wenig Öl drin. Für den Ventiltrieb reicht der Leckölanteil offensichtlich nicht. Daher habe ich eine Art Trockensumpfschmierung installiert: ein kleiner Öltank ist mit dem Nippel der Kurbelgehäuseentlüftung verbunden. Einen zweiten Nippel am Ventildeckel habe ich an einem Anschluß am Vergaser angeschlossen, um den Unterdruck im Vergaser zur Förderung des Öls zu nutzen, das aus dem Tank ins Kurbelgehäuse und von dort durch die Stößelrohre gesaugt wird - dabei wird auch die Nockenwelle geschmiert.
Pro Flug liegt der Ölverbrauch bei 1 bis 2ccm.
Auf den ersten Blick mag der Aufwand hoch erscheinen. Aber abgesehen davon, daß ich nicht mehrere Spritsorten brauche, wird der Kurbel- und Ventiltrieb ständig mit unverbranntem Frischöl versorgt, was auch von Vorteil ist. Der Aufwand beschränkt sich auf einen Minitank unter der Haube, den ich ab und zu nachfülle.

Gruß,
Harald
 
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