GFK Fahrwerk verstärken

Hallo,
leider ist das KHK Fahrwerk für meinen Flieger zu weich. Im Moment habe ich es über einen Gummipuffer abgespannt. Gefällt mir aber nicht besonders. Hält es dauerhaft, wenn ich auf der Innenseite mehrere Lagen Gewebe unter Druck auflaminiere? Geht das ohne Tempern?

Gruß Heiko
 

gofi

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Hallo Heiko,

Wenn Du die Oberfläche vorher leicht anschleifst (Körnung 400-600) und anschließend gründlich mit Aceton reinigst sollte das ohne Probleme gehen.

Wenn Du nicht tempern kannst oder willst dann benutze am besten ein kalthärtendes System (z.B. R&G Harz L + Härter L)

Besser wäre natürlich trotzdem ein Laminieren mit z.B Harz L und Härter EPH 161 mit Härtung 24h bei 20°C und anschließendem Tempern von 10h bei ca. 50°C. (es reicht im Prinzip schon wenn Du das Teil einen Tag lang auf einen voll aufgedrehten Heizkörper legst)

Denke auch daran die einzelnen Gewebelagen diagonal mit +45° / -45° abwechselnd aufzulegen, sonst bringt das Ganze keine zusätzliche Festigkeit sondern nur zusätzliches Gewicht.
 
Hallo gpfi,
vielen Dank. Geht das auch mit L285? Reicht die Heizungsmethode da auch zum tempern? Ich wollte 163iger Köpergewebe dafür verwenden und zum Abschluß eine Lage 80iger. Wieviel Lagen würdest Du empfehlen?
Gruß Heiko
 

gofi

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Heiko Meyer schrieb:
Hallo gpfi,
vielen Dank. Geht das auch mit L285? Reicht die Heizungsmethode da auch zum tempern? Ich wollte 163iger Köpergewebe dafür verwenden und zum Abschluß eine Lage 80iger. Wieviel Lagen würdest Du empfehlen?
Gruß Heiko
Hallo Heiko,

das L285 sollte zwar soweit ich es in Erinnerung habe 15 Stunden mit 60°C getempert werden, aber eine deutliche Verbesserung der mechanischen Eigenschaften wirst Du sicherlich auch mit den ~50°C der Heizungsmethode schon erreichen.
- Bau Dir dazu am Besten ein einfaches "Temperzelt" indem Du eine PE-Folie locker über das Bauteil hängst und so das "verpuffen" der Wärme im Raum vermeidest.

Wieviele Lagen Du brauchen wirst kann ich so aus der Entfernung kaum beurteilen...
Ich würde bei Deiner Beschreibung aber davon ausgehen, dass eine Aussteifung im Bereich von ca. 30% der vorhandenen Materialstärke den gewünschten Erfolg bringen dürfte.
Die Laminatstärke bei einem 163er Gewebe beträgt ca. 0,18mm je Lage. Das wären beispielsweise bei einer vorhandenen Materialstärke von 4mm dann also aufgerundet 7 zusätzliche Lagen + 80er Schlichtlage.

...um möglichst wenig Gewicht zu verbauen würde ich Dir empfehlen die ganze Geschichte progressiv auszulegen.
Die größten Deformierungen unter Last entstehen direkt am Rumpfansatz. -Also wäre es naheliegend hier auch am meisten Material aufzubauen.

Ich persönlich würde den Zuschnitt der Lagen in der Länge dementsprechend abstufen. -> erste Lage: Rumpfbreite + 20%, die Zweite: +30%, die Dritte: + 40%; usw.
Als Abschluss würde ich noch eine Bahn Abreisgewebe darüber legen. - Damit saugst Du ein wenig das überschüssige Harz auf und erhälst nach dem Abziehen eine schön homogene, leicht raue Oberfläche die sich ohne viel Aufwand weiter bearbeiten lässt (Lack o.ä.)
 

PIK 20

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Hallo Olaf,

grundsätzlich hast Du mit deinen Ausführungen recht.

Heiko ist sein Fahrwerk zu weich.

Deshalb an der Innenseite, also Zugseite des Fahrwerks mit UD-Band verstärken.
45 Grad Ausrichtung von Gewebe ist nicht erforderlich, bringt sogar weniger als in Längsausrichtung.
45 Grad-Ausrichtung verbessert die Torsionssteifigkeit, die reicht Heiko aber offensichtlich aus, bemängelt hat er sie jedenfalls nicht.
Also Verstärkung nur längs.
Heinz
 
Hallo,
@Olaf Mit dem Abstufen hatte ich mir auch schon überlegt. Mit dem Abreißgewebe ist eine gute Idee.
@Heinz Torsionssteifigkeit ist völlig ausreichend. Der Fahrwerksbügel ist nur zu weich. Ich habe bei der Bestellung 8-9 kg Gewicht angegeben. Am Ende war der Flieger dann doch bei 10Kg.

Gruß Heiko
 

gofi

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Hallo Heiko, allo Heinz,

Ups,-...das war jetzt natürlich ein klassischer Fall von "Betriebsblind";) ...

Anstatt noch mal kurz zu hinterfragen bin ich einfach davon ausgegangen, dass es sich ähnlich verhält wie bei dem KHK-Fahrwerk meiner Extra.
Da ist es nämlich so, dass die Kiste nicht nur am hüpfen war wie ein Kanickel, sondern auch noch die Räder in Längsrichtung gependelt haben, wodurch die ganze Geschichte beim Landen natürlich noch unangenehmer und unberechenbarer wurde...

Wenn es in dieser Art keine Probleme gibt, dann hat Heinz natürlich völlig recht und es reich eine UD Ausrichtung der Fasern.
 
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