Leistung - HF-Modul - Antennenlänge?

Hallo,

als bekennender Elektronik-Laie, der sich mit einer Senderneuanschaffung auseinanderzusetzen hat, ist mir etwas aufgefallen wofür ich eure Hilfe benötige.

Die infrage kommenden Sender wären die Handsender MX-22, FF-9 (persönlich würde ich Handsender vorziehen) oder die FC-28 bzw. die MC-22.

Beim Studium der Kataloge habe ich festgestellt, dass zb. die MX-22 eine Antennenlänge von 115cm hat, eine MC-22/24 hingegen eine von 147cm, also eine Differenz von nicht ganz 30%. Soweit so gut.

Erstaunlich finde ich aber (als Laie) die Tatsache, dass die MX-22 und die MC-24 dasselbe HF-Modul haben (die MC-22 hat aus irgendwelchen Gründen als einziger Graupnersender ein anderes HF-Modul). Ich meine da könnte man doch theoretisch auf die Idee kommen, dass der Sender mit der längeren Antenne auch mehr Abstrahlleistung und damit eine höhere Reichweite hat, oder?

Noch ungewöhnlicher ist dann der Vergleich bei Futaba: dort hat scheinbar jeder Sender ein eigenes HF-Modul, was eine Anpassung an den jeweiligen Sender nahelegen könnte, oder?

Mir geht es darum: Obwohl mir die MX-22 an sich gut gefällt, möchte ich natürlich in dieser Preisklasse keine Kompromisse eingehen. Aber vielleicht könnt ihr ja etwas Licht in die Sache bringen.

Grüße Werner
 

Spunki

User
Hallo Werner

Eine kürzere Antenne muß nicht unbedingt auch schlechtere Leistung bringen! - wichtig ist deren exakte Anpassung egal ob nun kürzer oder länger ...

Ich vermute falls keine speziellen zusätzlichen Maßnahmen bei der MX-22 vorhanden sind die Anpassung bei der einen Antennenlänge eben besser passt - bei der anderen halt eben schlechter (bei identem HF-Modul, also selber Bestell-Nr!) ...

Auf welche Anlage nun die Anpassung ab Werk aus standardmäßig hingetrimmt wird lässt sich event. mit der Frage beantworten "Wer war zuerst da? - MX-22 oder MC-24?"

Grüße Spunki
 

ide

User
Ich vermute mal, dass die Antenne aus Handhabungsgruenden bei den Handsendern kuerzer ist. Ich habe einen Handsender und einen Bauchladen. Der Handsender mit der langen Antenne waere ja furchtbar unhandlich. Dass es in der Praxis da grosse Unterschiede in der Reichweite gibt, glaube ich weniger. Die ganze Welt ausser Deutschland fliegt Handsender, und ich habe noch nicht gehoert, dass die anderen oefter runterfallen als wir. Einen Zustand gibt es aber, der empfangstechnisch sehr problematisch ist: Mit der Senderantenne auf das Modell zielen, bei dem dann die Antenne auch noch Richtung Sender zeigt. Also wenn man auf sich zu- oder wegfliegt. Und mit dem Handsender zielt man vermutlich doch oefter auf das Modell.
Die verschiedenen HF-Module bei Graupner liegen wohl am einem Geneationswechsel der Sender. Die MC22 hat ein neues Gehaeusedesign, bei der MX22 wird ein aehnliches Gehaeuse wie bei der X3810 verwendet, und die haben das Standard Graupner HF-Modul.

Gruss Ide
 
Hallo,

verwunderlich ist für mich als Laien vor allem die Tatsache, dass Futaba für jeden Sender offensichtlich ein eigenes HF-Modul anbietet. Da könnte man ja auf die Idee kommen, dass das HF-Modul für die FF-9 auf die Antennenlänge und ev. das Gehäusematerial oder andere Reichweitenspezifischen Umstände abgestimmt ist, oder?

Grüße Werner
 

bie

Vereinsmitglied
Werner,

wenn du einen Handsender fliegen willst, dann solltest du sowieso die Becker-Kurzantenne als mögliche Alternative zur Standard-Antenne in Erwägung ziehen.

Die Becker-Antenne hat zwar offenbar weniger Abstrahlleistung als die Originalantenne - aber es hat bisher noch jedesmal für das Großseglerfliegen in der Ebene und am Hang gereicht.

Diskutiert worden darüber ist hier schon des öfteren - die Suchmaschine hilft.
 

Marcus M

User
Naja die antennenlänge hängt von der Sendefrequenz ab.

Die Antenne muss(sollte) immer ein vielfaches von Lamda (der Wellenlänge) oder ein teilbares wie 1/2 3/4 1/10 usw.

27 MhZ hat ne wellenlänge von 11m , also wäre ne mögliche antennenlänge 5,5 meter (halbwelle) oder 1,1 meter .

Gruß

Marcus

[ 27. Juni 2003, 00:24: Beitrag editiert von: Marcus M ]
 

axman

User
Hallo,

Hallo Werner1,

Dein Gefühl trügt Dich nicht ! Je weiter sich die Antennenlänge 1/4 Wellenlänge annähert, desto besser strahlt sie ab. Es gibt noch bei sehr kurzen Antennen einen kleinen Vorteil, wenn die Antenne eine Spule ca. in der Mitte der Antenne hat (Center Loading Coil), aber der verschwindet, wenn man die Länge weiter in Richtung 1/4 Wellenlänge steigert. Voraussetzung ist aber immer eine auf die gerade benutzte Antenne abgestimmte Senderendstufe. Einfach was längeres dranschrauben ist Unsinn, es könnte sogar weniger HF rauskommen und andere unerwünschte Nebenwirkungen auftreten ( bis zu wilden Schwingneigung der Endstufe und damit Störung im gesamten Band bzw. Abrauchen des Enstufentransistors ). Also Finger weg ! Man hört immer wieder Wunderdinge über Kurzantennen, die aber technisch nicht begründbar sind.

Ansonsten könnte der Senderhersteller theoretisch die schlechte Abstrahlung einer kurzen Antenne durch erhöhte Leistung der Endstufe ausgleichen. Er darf ja 100mW ERP nicht überschreiten, also inklusiv Antennengewinn. Der nicht abgestrahlte Teil dürfte sich an Verlustwiderständen in Anpassungsnetzwerk, Antennezuleitung und dem Antennenstab selbst in Wärme verwandeln. Die aufgeführten Beispiele mit gleichen HF-Modulen bei verschiedenen Antennenlängen zeigen aber, dass dies mindestens bei diesen Herstellern nicht der Fall ist. Es ist auch immer die Frage, wie optimal kann man eigentlich die Antennenanpassung eines Senders machen, der unter den unterschiedlichsten Verhältnissen betreffend Gegengewicht (meist kapazitiv über die Hände des Piloten) bzw. kapazitive Einflüsse im Nahfeld ( der Bauch des Piloten, :D ) arbeitet ? Ich halte dies für kritisch, so dass man weniger optimal angepasst aber dafür auch unempfindlicher gegen Fremdeinflüsse dimensionieren wird. Solche kritischen Fälle habe ich bei Eigenentwürfen im hobbymässigen und beruflichen Umfeld schon produziert...

Ansonsten halte ich Aussagen wie 1/10 Wellenlänge oder Antennenleistung längenunabhängig für unhaltbar. Habt Ihr irgendwo eine Literaturangabe in einem Fachbuch dazu, o.ä. ? Mein Studium der Nachrichtentechnik hat dafür keine Anhaltspunkt erbracht.

Reichweitenässig gilt lt. Naturgesetzen, dass sich z.B. 50% mehr abgestrahlte Leistung mit nur 22.4% mehr Reichweite darstellen (1/x²), also bei relativ geringen Längenunterschieden schwer zu erkennen. Daher, wenn nicht irgendein Hersteller absoluten Blödsinn verzapft hat, sollte der Längenunterschied nur wenig auffallen.

Grüsse

Axel

P.S. Meine Hauptanlage hat eine schön lange Antenne von 0,148 Wellenlängen !

[ 28. Juni 2003, 22:49: Beitrag editiert von: axman ]
 

Spunki

User
Hallo Axel ;)

>>50% mehr abgestrahlte Leistung mit nur 22.4% mehr Reichweite<<

So mancher Pilot hätte sich diese 22% gewünscht wenn sein PCM-Empfänger im Grenzbereich einfach dicht gemacht hat ;) ...

Grüße Spunki
 
Hallo,

interpretiert man den Artikel von Axel richtig, wenn man sagen würde, dass die Unterschiede die sich durch die Antennenlänge ergeben (bei nicht extra darauf abgestimmten HF-Modul) zwar vorhanden sind, aber in der Praxis kaum eine Rolle spielen?

Trotzdem fragt man sich, warum sich Futaba den Aufwand (gerade in Zeiten der Gleichteilestrategie) mit den vielen verschiedenen HF-Modulen antut?

Grüße Werner
 

Spunki

User
>>interpretiert man den Artikel von Axel richtig, wenn man sagen würde, dass die Unterschiede die sich durch die Antennenlänge ergeben (bei nicht extra darauf abgestimmten HF-Modul) zwar vorhanden sind, aber in der Praxis kaum eine Rolle spielen?<<

Genau das meint Axel! ... werden Dir alle HF-Techniker immer wieder unter die Nase reiben ;) ... am Papier isses auch so!

Trotzdem macht es einen riesen Unterschied um bei obigem Beispiel zu bleiben ob mein Turbinen-Jet bei 1000m Sichtweite außer Kontrolle gerät oder eben erst bei 1200m! (20%) ...

Grüße Spunki
 
Gestern flog ein Kollege gemessene 1000 m Höhe mit einem 4,5m Segler. Wie klein ein Modell da ist, kann man sich kaum vorstellen...
Ich möchte den kennenlernen, der einen Jet in gemessenen 1000 m Distanz noch sicher steuern kann!!
Gruss Jürgen

[ 30. Juni 2003, 18:18: Beitrag editiert von: Jürgen N. ]
 

Spunki

User
Hallo Jürgen

Ich sprach von 1000m Sichtweite! - das kann zb. bedeuten eine Höhe von 700m bei 700m Entfernung ...

Und glaub mir, ich sehe Gott sei Dank noch gut, Augenärztin will mir justament trotz meinem Verlangen keine optische Brille verpassen! (beidseitig 0.25 Dioptrin) - sie meint wenn ich meine Flieger nimma sehe soll ich sie doch größer bauen! ;) - Brille will sie mir aber keine geben!

Und mal ganz ehrlich: fünf Sek zu lange am Schubhebel und das Ding ist soweit weg, so hoch das man das nicht mehr "auf Sicht" Fliegen nennen kann - die Routine, die Coolness machts dann aus - man fliegt das Ding "nach Gefühl" und holt es zurück! ...

Solche Situationen wird Dir jeder Turbinenflieger bestätigen - und gerade in diesen Situationen muß man sich 100%tig auf seine Anlage verlassen können - ein "FailSave" ist dann garantiert der Anfang vom Ende ...

Grüße Spunki

PS: Dachte immer ich sehe noch gut! - es gibt aber hier im Forum Jeti´s dagegen bin ich ein blindes Huhn! ;) ...
 
OK, auch Münchhausen flog auf einer Kanonenkugel....
Und bei uns im Verein einer der vielleicht besten Show-Jetpiloten der Schweiz.
Ich habe also Vergleichsmöglichkeiten.
So, das wars
Gruss Jürgen
 

axman

User
Hallo,
was `ne Dynamik plötzlich, kaum guckt man mal nicht hin, schon wächst der Thread kräftig.

Ich vermute, dass die unterschiedlich langen Antennen weit weniger als 50% Differenzen in der abgestrahlten Leistungen bringen. Wenn der Hersteller nicht total daneben gegriffen hat bei der Abstimmung, ist der Unterschied vermutlich geringer als die genannten 22% Reichweite. Die Meldungen über Reichweitenprobleme bei den neuen Handsendern lassen mich allerdings auch staunen. Generell bevorzuge ich Sender mit langen Antennen.

Ich muss mal schaun, ob bei uns in der Firma der Spektrumanalyzer noch auszuleihen geht, dann könnte man am Hang mal vergleichende Felkstärkemessungen mit mehreren zufällig anwesenden Anlagen machen.

Ansonsten halte ich es auch für gefährlich die beschriebenen Differenzen in der Reichweite planmässig auszunutzen. Mich hatte gestern eine Wolke in ihren Thermikschlauch gesaugt und mitgenommen. Ich musste in ca. 1000m Entfernung und 500m Höhe kämpfen, dass ich ihn wieder rausbekam. Die Lageerkennung eines 1.6m-E-Seglers beim Trudeln und Höhenabbau war extrem schwierig und nur durch die mit unterschiedlichen Tagesleuchtfarben bespannten Flügel überhaupt möglich. Mit viel Glück konnte ich ihn dann in 100m Höhe elektrisch nach Hause fliegen.

Ich denke eine Freifeldmessung mit eingermassen professionellem Equipment würde ein Ende der Diskussion senderseitig bringen. Ich finde es erstaunlich, wieviel Energie und Mühe hier so in Diskussionen über behauptete Vor- und Nachteile gesteckt wird.

Gruss

Axel

P.S. Das wäre doch auch mal eine nette Leistung z.B. des DMFV. Wenn soviel Geld da ist, um eine Hochglanz-Clubzeitschrift rauszubringen, sind doch die Leihgebühren für einen Messempfänger und ein paar Feldsonden sicher kein Problem :D

[ 30. Juni 2003, 22:20: Beitrag editiert von: axman ]
 
Hallo,

"....Reichweitenprobleme bei den neuen Handsendern...".

Gibt es die bzw. welche Sender sollen davon betroffen sein?

Wenn man sich hier umhört, hört man zu den neuen Sender immer nur, dass alles wunderbar ist.

Also je mehr man sich mit der Materie beschäftigt um so mehr tendiere ich zu Pultsendern bzw. wenn schon Handsender dann die FF-9. Wenn ich 500-700 EUR für einen Sender ausgebe, ist das ja eine Inverstition für lange Jahre und so nett die Softwarefeatures sein mögen, primär geht es halt doch um Reichweite und Ausfallsicherheit.

Grüße Werner

P.S. übrigens danke für eure bisherigen Bemühungen Licht ins Dunkel zu bringen. Bin schon gespannt, was noch ans Tageslicht kommt.
 
Bezüglich "...Reichweitenprobleme bei den neuen Handsendern...":

Ich glaube, das ist ein Mißverständnis !

Es stellte sich nur die Frage, ob Handsender mit doch deutlich geringerer Antennenlänge auch die gleiche Reichweite wie ein anderer Sender mit eben längerer Antenne (bei gleichem HF-Modul) haben.

Von erwiesenen Problemen war bis jetzt keine Rede.

Grüße
Ernst
 
Hallo,

da der Axel vorher bereits zu den unterschiedlichen Antennenlängen Stellung bezogen hat, denke ich dass der Satz

Die Meldungen über Reichweitenprobleme bei den neuen Handsendern lassen mich allerdings auch staunen
sich schon auf etwaige Probleme bei aktuellen Handsendern beziehen könnte. Vielleicht kann Axel seine Aussage etwas konkretisieren.

Grüße Werner
 
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