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Polikarpov I-16

Motivation

Der Wunsch, eine Polikarpov I-16 als Modell zu fliegen, ist mindestens schon 10 Jahre alt. Gescheitert ist es zunächst daran, dass es aus meiner Sicht keine geeigneten Modelle am Markt gab und gibt. D.h., sie sollten nicht zu groß (ich habe keinen wirklich große Bauplatz) und zu schwer sein aber auch nicht zu klein wie z.B. die Modelle von
  • TDM Models: zu klein
  • Modellbau Muder: zu groß
  • RC Europe: ebenfalls zu groß
Da es nun keine anderen Modelle oder Baukästen zu kaufen gab, musste der Flieger wohl selbst „geschnitzt“ werden. Erste Idee war, den Bauplan von PEWO Modelltechnik (P. Kriz) von 1982 vom Maßstab 1:3,8 auf 1:7,6 zu reduzieren. Das wären dann eine Spannweite von 1,28 m und ein Gewicht von ca. 3 kg gewesen, was schon mal ungefähr meinen Vorstellungen entsprochen hätte.
Ich habe dennoch lange gezögert wegen des Aufwandes und der Tatsache, dass eine Maßstabsänderung ggf. problematisch sein könnte (wurde mir so gesagt - ob das richtig ist, kann und will ich nicht beurteilen).

Lösung

2018 bin ich dann zunächst auf den Short Kit von Monzano Laserworks aus den USA gestoßen. Spannweite ist 60 Zoll. Für einen Short Kit ohne Bauplan ist der Preis allerdings beachtlich. In ungefähr gleicher Höhe kommen dann noch Kosten für Versand und Zoll hinzu.

Das Stichwort „Short Kit“ hat mich aber zum Short Kit von Bulconcept aus Lille (Frankreich) gebracht, der mit einer Spannweite von 1,44 m genau meine Vorstellungen entsprach und daher beim Lieferanten Guixmodel bestellt wurde. Die Entstehung dieser Polikarpov ist im Folgenden beschrieben.

Ein paar Worte zu Bulconcept: dahinter steht der in Frankreich recht bekannte Modellbauer und Autor Laurent BUISSYNE, der seit ca. 1990 ungefähr 50 verschiedene Short Kits entwickelt hat.

Namensgebung

Vor dem Baubericht noch eine Anmerkung zu der weit verbreiteten Bezeichnung Polikarpov I-16 „Rata“ (Ratte). Dies ist der Namenszusatz der spanischen Faschisten, die im Bürgerkrieg mit deutscher Unterstützung eine demokratisch gewählte Regierung beseitigt haben. Daher sollte aus meiner Sicht auf diesen Zusatz entweder verzichtet oder der Zusatz der spanischen Republikaner („Mosca“ / Fliege)) oder der der sowjetischen Piloten („Ishak“ / Esel - wegen der kritischen Start- und Landeeigenschaften)) gewählt werden.

Baugeschichte

Die Baugeschichte wird in den nächsten Wochen (oder Monaten?) Stück für Stück ergänzt, abhängig davon wieviel Zeit ich zum Bauen und für die Dokumentation habe.

8. Juni 2019 - Aufbau des Rumpfes

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Disese Bild ist das erste überhaupt, denn davor gab es nichts wirklich Interessantes zum Zeigen. Wie zu sehen handelt es sich um ein klassisches Holzmodell. Der Short Kit liefert dazu nur die Rumpfspanten, die Profilspanten für Flügel und Leitwerk, sowie einige Sperrholzteile für Motor- und Fahrwerksbefestigung (an den braunen Schnittkanten zu erkennen). Alles andere muss selbst beigesteuert werden.

9. Juni 2019 - Anlenkung für das Höhenruder und vormontiertes Seitenruder

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Nachdem der Rumpf soweit fertig war musste zunächst die Verbindung zwischen den Höhenruderhälften eingebaut werden. Zu sehen sind hier auch die Öffnungen für die Anlenkung von Höhen- und Seitenruder.

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Nachdem die Verbindung vollständig eingebaut war konnte schon mal das Seitennruder zur Probe montiert werden.

15. Juni 2019 - Beplankung

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Und dann ging es los mit der Beplankung. Entsprechend den Vorgaben von Bulconcept habe ich 1,5 mm Balsabretter verwendet. Andere haben das für zu dünn gehalten wegen der notwendigen Nachbearbeitung (Schleifen etc.) und 3 mm empfohlen. Problem wäre aber die Formbarkeit gewesen, da es doch einige schwierige Stellen gibt. Daher habe ich eine Mischung zwischen Abtragen und Auftragen (Spachtelmasse) gewählt. Glücklicherweise gibt es dafür light-weight Spachtel, der auf dem Bild deutlich zu sehen ist.

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Nicht immer konnte vermieden werden, dass sich die Längsverrippung durch die Beplankung hindurch abzeichnet (Beispiele zeigen, dass hier auch eine dickere Beplankung keine Vorteile hat). Das wurde so weit und so gut wie möglich weggeschmirgelt oder eben durch Spachtel ausgeglichen. Das sollte allerdings nicht übertrieben werden. Auch die Originale sind nicht immer schön rund bzw. ebenmäßig.

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An dieser Stelle noch ein Hinweis: wie auf dem Bild zu sehen habe ich hier und bei anderen Modellen viel und erfolgreich mit Klebeband gearbeitet. Benutzt werden sollten allerdings Markenartikel und keine Billigprodukte aus irgendeinem Baumarkt.

27. Juni 2019 - Höhenruder

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Beim Höhenruder wurden für die Aufnahme der Höhenruder-Verbindung (siehe oben) Alurohre eingeharzt. Dies verhindert eventuelles Ausschlagen im Balsaholz.

29. Juni 2019 - Leitwerk

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Provisorische Komplettmontage des Leitwerks.

13. und 14. Juli 2019 - Flügel

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Dann war es Zeit für den Flügel. Zunächst wurde der Plan kopiert und als Vorlage auf ein stabiles Montagebrett geklebt. Darauf wurde der Flügel kopfüber montiert. Die Spanten haben hier noch Montagestützen.

Zu sehen sind im Hintergrund übrigens weiße Töpfe. Das sind eigentlich Dosen für Bleichmittel, deren Verwendung die folgenden Bilder zeigen. (Auf die Idee ist meine Frau gekommen.)

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Dieses Bild zeigt die Aufnahme für die Einziehfahrwerke sowie die aus den Bleichmitteldosen gefertigten bzw. zugeschnittenen Radkästen, die für die vorgesehenen 80 mm - Räder genau passend sind. Das Fahrwerk ist übrigens schräg eingebaut, damit die Räder bei Start und Landung weit genug vorne sind (wie beim Originalflieger).

19. - 31. Juli 2019 - Beplankung der Unter- und der Oberseite des Flügels

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Auf der linken Seite wird bei der Beplankung ein ca. 10 mm breiter Streifen nicht abgedeckt. Wie später zu sehen, werden die Querruder nach Montage der Flügelenden herausgetrennt und Flügel und Querruder mit 5 mm Balsaholz versteift.

Für die Beplankung der Unterseite müssen natürlich erst die Montagestützen (s.o.) entfernt werden. Auf weitere Details, wie z.B. Verstärkungen für Ruderhörner und Verschraubung, aber auch auf die Beplankung der Oberseite und die Montage der Flügelenden gehe ich nicht weiter ein. Da gibt es eigentlich nichts Besonderes zu berichten. Und wer wirklich daran interessiert ist kann gerne nachfragen.

3. August 2019 - Befestigung des Flügels im Rumpf

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Zur Vorbereitung der weiteren Arbeiten musste dann zunächst der Flügel im Rumpf montiert werden. Dabei ist bereits die Unterseite der Höhenruder zu sehen und zwar in der Farbgebung des Originals bis Mitte 1940 (erst danach war die Unterseite in Himmel- oder Lichtblau gehalten, wie auf vielen Fotos vom Original und von Modellen zu sehen ist).

Dazu ein Hinweis:Es gibt Farbsets von der Firma HATAKA mit den Originalfarben aus dieser Zeit: HTK-127 (AE-9 Light Gray) für die Unterseite und HTK-128 (A II Green (Protective)) für die Oberseite. Diese Farbsets sind natürlich für 1:32-Modelle vorgesehen. Für größere Flächen muss wegen der benötigten Farbmenge nach anderen Möglichkeiten gesucht werden.

Orientierung war für mich dabei der HEX- und/oder der RGB-Code. Für fast alle Modellfarben lässt sich über https://www.scalemates.com/colors/ der HEX-Code ermitteln. Bei Bedarf kann der RGB-Code dann bestimmte werden z.B. über http://www.rechnr.de/farbenrechner

Wichtig ist ferner, dass die Lackierung bei Militärflugzeugen dieser Zeit immer matt war. Damit kam eine Bügelfolie für die Unterseite nicht in Frage, da es sie einfach nicht gibt.

Ich habe mich dann als erstes umgesehen bei MONTANA CANS und der Produktlinie MONATA Gold, da ich mit diesen Farben sehr gute Erfahrungen gemacht habe, der Preis mit ca. 5 Euro für 400 ml recht günstig ist und ein entsprechender Künstlerbedarfs-Supermarkt praktisch vor meiner Haustür zu finden ist.

Gewählt wurde für die Unterseite die Farbe MARBLE mit RGB 225 226 226. Zum Vergleich HTK-127 hat die Werte 224 225 231. Da gibt es praktisch keinen Unterschied mehr. Gesprüht wurde dann auf vorher aufgebrachter transparenter Bügelfolie.

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Auf diesem Bild ist auch schon die Farbgebung der Oberseite zu sehen. Bei gleicher Vorgehensweise habe ich dann eine fast passende MONTANA-Farbe gefunden, mich dann aber für ORACOVER Tarnolivgrün matt entschieden. Dazu noch der Vergleich der RGB-Codes:
  • 60 60 31 für HTK-128
  • 73 79 31 für MONTANA Olive Green
  • 80 83 60 für ORACOVER Tarnoliv (soll ungefähr RAL 6003 entsprechen)
Bei direktem Vergleich können durchaus Unterschiede bei der Helligkeit sichtbar werden: die Originalfarbe ist die dunkelste der drei Farben. Aber hier hat dann letztlich der Pragmatismus entschieden: Bügeln ist halt einfacher als gleichmäßiges Sprühen und ich bin außerdem kein Sprüh-Profi.
 

ewing

User
Rata

Rata

Hallo Bambusbomber,
schöner Baubericht über ein noch schöneres Modell !
Weiter so-ich lese gerne mit.
Grüße Robert
 

Christian Abeln

Moderator, E-Impeller, RC-Drachen
Teammitglied
Sehr schön :) Eine I-16.
Ganz kurze Frage: Warum machst Du nicht statt dem Höhenruderverbinder zwei getrennte Anlenkungen (inkl Servos) ? Stichwort Redundanz. Ist ja gewichtstechnisch mit den heutigen Komponenten kein Thema mehr.
Und noch ein kleiner Hinweis: Die Korrosion die man an dem Höhenruderverbinder sieht (es sei denn ich täusche mich) hat mich mal ein Modell gekostet weils schlicht und ergreifend durchgegammelt war.

Sauber gebaut bis jetzt! Ich bin auf das finale Ergebnis echt gespannt und vor allem auf die Flugeigenschaften :)
 
Eine I-16, egal in welcher Größe ist ein geniales Modell !
Habe eine 'kleine' in 1:12 gebaut und die macht unglaublich Spaß.
Eine in 1:5 (176cm) ist gerade im Bau, Rumpf in Styro, Leitwerke und Fläche in Holz ;).

Gruß an alle Rattenfreunde

Michael
 
Hallo Bambusbomber,

habe erst jetzt deinen Baubericht entdeckt. Ich habe ebenfalls diesen "short kit" von damals RC-Pilot der Rata aus Frankreich erstanden. Habe dabei die Konstruktion auf ein mechanisches Einziehfahrwerk (mit Servo) und auf den Einbau eines 15ccm³ Viertakters angepasst - hier ein paar Bilder:

p.s.: mit Gewicht unter der Motorhaube musst du nicht sparen:D:D:D

wünsche dir gutes Gelingen!

VG aus Salzburg
Markus
 

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Polikarpov I-16 - Teil 2

Polikarpov I-16 - Teil 2

zunächst eimal

Kommentare zu den Kommentaren

@ewing
  • Ja, es ist in der Tat ein sehr schönes Modell. In amerikanischen Foren habe ich dazu u.a. Folgendes gefunden: "Coolest fighter ever built." oder "The cutest fighter ever." - kann so gesehen werden, muss es aber nicht.

@Christian Abeln

  • Der Rost sieht auf dem Bild schlimmer aus als in Wirklichkeit. Aber Danke für den Hinweis. Ich werde noch mal draufschauen.
  • Zwei Servos sind sicher eine gute Alternative. Ich habe aber mit dieser Art der Verbindung bislang keine schlechten Erfahrungen gemacht und daher auf Gewohntes zurückgegriffen.
  • Zu den Flugeigenschften: da bin ich auch gespannt. Das Original hat ja wohl so seine Macken aber der Produzent des Short Kits meinte, dass das Modell einfach zu fliegen bzw. recht gutmütig ist. Mal schauen.

@rollover

  • Sehr schön. Ich hoffe meine I16 wird auch so.
  • Interessant ist die veränderte und aus meiner Sicht bessere Seitenruderanlenkung. Von den Franzosen ist zwar eine andere Lösung vorgeschlagen, die mir nicht so montage- und wartungsfreundlich erscheint. Entschieden, wie ich das letztlich realisiere, habe ich mich aber noch nicht.
  • Bei der Motorhaube tendiere ich zu einer 3D-Drucker-Lösung (mein Sohn hat so ein Gerät). Der Aufwand ist dafür aber recht groß, da vorab erst einmal ein entsprechendes CAD-Modell erstellt werden muss. Da kann die von Dir realisierte und von den Franzosen vorgeschlagene Lösung ggf. weniger aufwändig sein. Bis ich soweit bin geht allerdings noch einige Zeit ins Land.
  • Als Antrieb habe ich einen G60 von dieser bekannten chinesischen Firma mit 5 Lipo-Zellen und einer 15 x 10 Schraube vorgesehen. Das sollte reichen.
  • Wenn Du außerdem nichts dagegen hast, werde ich den Franzosen den Link auf diesen Bericht schicken. Die werden sich sicher freuen, auch von uns ein Feedback zu bekommen.

und jetzt weiter mit der

Baugeschichte - Teil 2

4. August 2019 - Trennung der Querruder

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Wie im 1. Teil erwähnt, werden die Querruder mit dem Flügel gebaut und dann herausgetrennt. Im Bild sind bereits die 5 mm Balsaholzverstärkungen eingepasst und das Querruder selbst schon bespannt.

9. - 10. August 2019 - Vervollständigung der Rumpfbeplankung

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Zunächst musste die Unterseite des Rumpfes beplankt werden. Dies ist Voraussetzung für den schwierigsten Teil der oberen Rumpfbeplankung.

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Hier die zu füllende Lücke.

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Ein feucht vorgeformtes Balsabrett wurde eingepasst und entsprechend fixiert (von den kleinen Klammern kann es für diesen Fall nicht genug geben).

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Und so sieht die fertig beplanke Oberseite des Rumpfes aus.

11. - 17. August 2019 - Unterseite des Flügels


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Ferner musste die Unterseite des Flügels aufgebaut werden. Wichtig war dabei Übergang zur Unterseite des Rumpfes. Die Leiste ist übrigens einem Versehen meinerseits geschuldet: der Mittelspant wurde irrtümlich auf der Unterseite um 2 mm abgeschnitten.

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Wie zu sehen geht die Unterseite des Flügels über den Radkasten hinweg. Dies erforderte eine spezielle Vorgehensweise: zunächst wurden die Planken montiert, wobei der Spant über den Radkästen nur zur Positionierung verwendet und nicht eingeklebt wurde. Anschließend sind dann die Planken gegenüber dem Flügel abgestützt worden und danach so aufgeschnitten, dass die Radkästen noch oben verlängert werden konnten.

Zu sehen ist übrigens auch einer der beiden Flügelverbinder zur Verstärkung (vor der dritten Rippe). Grund ist, dass der untere Mittelholm des Flügels durch die Radkästen aufgebrochen wurde. (Dies könnte als Konstruktionsfehler angesehen werden.)

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Hier der fertige Unterteil des Flügels.

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Nach der Montage von Flügel und Rumpf waren noch ein paar Spachtelarbeiten zur Angleichung der Konturen erforderlich.

11. - 15. August 2019 - Akkuschacht

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Ursprünglich ist der Flieger für einen Verbrennerantrieb konzipiert worden. Ein Akkuschacht war daher nicht vorgesehen. Da ich nur elektrisch fliege war ein kleiner Umbau erforderlich bzw. die beiden Spanten hinter dem Motorspant mussten aufgebrochen werden. Zu sehen ist hier die Unterseite des Akkuschachtes.

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Und so sieht er von oben aus ohne Abdeckung.
 

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Polikarpov I-16 - Teil 3

Polikarpov I-16 - Teil 3

Habe nun die Zeit gefunden für die

Baugeschichte - Teil 3

7. Oktober - 30. November 2019 - Einziehfahrwerk

Nachdem endlich ein passendes Einziehfahrwerk geliefert wurde, konnte der Bau fortgesetzt werden.

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Dabei hat sich als Erstes herausgestellt, dass die Radkästen - wie im Bild zu sehen - etwas ausgearbeitet werden mussten. Wegen der Schrägstellung der Einziehfahrwerke wären sie sonst beim Einklappen hängen geblieben.

Bei einer vorhergehenden und offenbar ungenauen Probe ist das leider nicht aufgefallen. Am Ende hielt sich der Aufwand für diese Korrektur aber in Grenzen.

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Hier nun die eingeklappten und …

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… ausgefahrenen Einziehfahrwerke.

5. November - 7. Dezember 2019 - Motorhaube

Parallel zu den Arbeiten am Fahrwerk wurde die Motorhaube gebaut. Nach Abwägen aller Vor- und Nachteile habe ich mich doch gegen einen 3D-Druck entschieden und die Motorhaube in Holz ausgeführt. Wie sich später herausstellen sollte, war dies die bessere Lösung, da doch eine ganze Reihe von Anpassungen an Flügel- und Rumpfgeometrie erforderlich waren. Dies wäre bei einem 3D-Druck nicht so einfach möglich gewesen.

Vorab noch eine weitere Anmerkung: die Länge der Motorhaube ist im Vergleich zum Original zu kurz. Da ich aber keinerlei exakten Angaben gefunden habe, wurden die Maße des Short Kits unverändert übernommen.

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Zunächst wurde die Grundform aufgebaut mit der Herausforderung, dass die Propellerseite im Durchmesser ca. 6 mm größer ist als die Rumpfseite. Die exakte Zentrierung der Beiden Seiten wurde dadurch etwas aufwendiger. Ferner hat sich herausgestellt, dass die Länge unterhalb des Flügels ca. 1 cm kürzer ist. (Auch beim Original ist die Unterseite kürzer.)

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Hier das Grundgerüst vormontiert zur Prüfung. Zu sehen ist auch schon Motor, der aber wahrscheinlich durch einen anderen ersetzt werden muss, da er für einen 5-zelligen Lipo und einer 15 x 10er Schraube wohl doch etwas unterdimensioniert ist. Dazu später mehr.

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So sieht der Korpus der beplankten Motorhaube aus.

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Er ist genau angepasst an Rumpf und Flügel.

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Schließlich kam noch der Deckel auf den Topf und wurde verrundet. Da ich hier keine entsprechende Maschine habe wurde das per Hand getan. Dazu habe ich eine entsprechende Schablone angefertigt und damit nach der „Grobformung“ mit Leichtspachtel dort ausgeglichen, wo zu viel Material weggenommen worden war. Auch für den finalen Feinschliff habe ich eine passende Schleifschablone angefertigt. Wie im folgenden Bild zu sehen bin ich beim Korpus ebenso vorgegangen.

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In den Deckel wurden dann die Frontöffnungen eingearbeitet. Leider gab es auch hier keine Unterlagen mit exakten Maßen. Glücklicherweise habe ich im Internet die Frontalansicht einer originalen Motorhaube gefunden und daraus die entsprechenden Maße abgenommen (siehe übernächstes Bild).

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Auch für die Form und Lage der Auslassöffnungen für die Auspuffrohre gab es keinerlei exakte Information. Erschwerend kommt hier hinzu, dass selbst beim Original zumindest Form und Anordnung über die verschiedenen Flugzeugtypen hinweg ständig geändert wurde. So gibt es Typen der Polikaropv, die 2, 4 oder gar keine sichtbaren Auslassöffnungen auf der Unterseite haben. Ich habe mich dann für 2 entschieden.

Die Lage der Auslassöffnungen auf der Oberseite ist beim Original immer so, dass die Vorderkante der Öffnungen in einer Flucht liegt mit der Vorderkante des Flügels. Ich habe das versucht, musste sie aber etwas weiter nach vorne legen, da ich sonst mit den Öffnungen im Rumpf gelandet wäre. Dieser Kompromiss ist aber tragbar - auch im Vergleich zu anderen Modellen, wo die Lage deutlich stärker abweicht (z.B. beim Modell von Muder).

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Hier ist nun die Motorhaube inklusive der Öffnungen auf der Vorderseite, eingebauten Auspuffrohren und Bordkanonen zu sehen. Die Auspuffrohre sind im Original flacher angeordnet, aber das war mir weniger wichtig. Wichtig war für mich der Gesamteindruck.

Begonnen wurde hier auch schon mit der Farbgebung. Näheres dazu folgt im nächsten Teilbericht, der aber etwas auf sich warten lassen wird, da ich erst einen passenden Ort für die Lackierung der Flügelunterseite finden muss.
 
Polikarpov I-16 - Teil 4

Polikarpov I-16 - Teil 4

Dieses Mal nur ein relativ kurzer Bericht, aber mit einer Antwort auf die Frage von Timo Starkloff.

Baugeschichte - Teil 4

Januar 2020 - neuer Motordom

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Nachdem sich herausgestellt hatte, dass der ursprüngliche eingeplante Motor für eine 15 x 10er Schraube zu schwach ist, musste die Motorhalterung verändert werden. Ich habe mich dieses Mal für einen Motordom entschieden, der die Einstellung von Motorsturz und Seitenzug deutlich erleichtert und an dem auch sehr einfach die Motorhaube mit nur einer Schraube befestigt werden konnte (siehe im nächsten Bild die Bohrung oberhalb der Motorverschraubung).

27. Februar 2020 - Fertigstellung Motorhaube

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Hier die fertige Motorhaube. Der Korpus wurde mit Folie bespannt und Frontseite sowie Unterseite gesprüht. Dabei hat sich herausgestellt:
  • MONTANA Olive Green (s.o. R73 G79 B31 ) ist zu hell. Ich bin daher umgestiegen auf
  • MONTANA Nato (R70 G67 B43 )
Auch wenn die RGB-Werte nur unwesentlich voneinander abweichen ist der optische Eindruck wesentlich besser bzw. ein Farbunterschied im Vergleich zur Bespannung ist fast nicht mehr zu sehen.

Die Attrappen der Bordkanonengehäuse wurden übrigens aus einem dickwandigen Kunststoffrohr durch sehr schräges Abschneiden hergestellt.

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Eine weitere Ansicht mit dem zur Probe montierten Propeller. Der halbkugelförmige Spinner ist noch in Produktion bei meinem Sohn (per 3D-Druck).
 
Hallo !
Das wird schön - ich hab hier auch noch ein Plan vom Neckar-Verlag zu liegen, wenn es zum äußersten kommen sollte, kommt da bei mir ein 13ccm 4Takter rein.
Hier noch mal ein link zu einer guten Quelle für scale-Zeichnungen
http://www.airwar.ru/enc/fww2/i16-10.html
Ich dachte, das kannst du gebrauchen, hast ja ab und an geschrieben, dass dir die Unterlagen fehlen.
Du solltest dich auch für eine Version entscheiden , es gab ziemlich viele
http://www.airwar.ru/fighterww2.html - ist recht weit oben bei Поликарпов И-16
Da gehts auf der seite bis Version 29

Da sind auch sonst viele Flieger da, man muss nur etwas mit dem Kyrillischen klarkommen..

Viele Grüße,
Sebastian
 
Polikarpov I-16

zunächst eimal wieder

Kommentare zu den Kommentaren

@rennsemmel

Vielen Dank für die beiden Links. Das hat mir einerseits die Gewissheit gegeben, dass meine Farbgebung für die Unterseite doch nicht so selten bzw. fast häufiger verwendet wurde als das helle Blau. Andererseits wird deutlich, dass die Vorderkanten der Auslassöffnungen für die Auspuffrohre eigentlich nur bei den späten Typen mit der Flügelvorderkante abschliessen. Von daher ist mein "vermeintlicher" Kompromiss gar nicht so falsch gewesen.


und jetzt weiter mit der

Baugeschichte - Teil 5

2. April 2020 - Beschriftung

Vor allem im 2. Weltkrieg aber auch davor wurden die Maschinen mit Parolen beschriftet. Dafür habe ich für meinen Flieger das russische „Tod dem Faschismus“ zunächst auf dickem Papier gedruckt und die Buchstaben ausgeschnitten.

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Mit einem Borstenpinsel wurde dann dickflüssige (!) Acryl-Farbe auftupft. Ist die Farbe zu dünnflüssig läuft sie hinter das Papier. Korrekturen können anschließend von Hand erfolgen. Wenn doch Farbe hinter das Papier gekommen ist, kann sie nach dem Trocknen recht gut mit einem stumpfen Flachschraubenzieher von der Bespannfolie gelöst werden ohne Kratzspuren zu hinterlassen.

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14. April 2020 - Spinner

Auf dem vorherigen Bild ist bereits der Spinner zu sehen, der aber erst angepasst und montiert werden konnte, nachdem mein Sohn den Spinner auf seinem 3D-Drucker hergestellt hatte.

Dazu einige zusätzliche Infos: modelliert wurde der Spinner auf Basis der folgenden Zeichnung.

Polikarpov I-16 Spinner.png

Auch hierfür gab es keinerlei exakte Vorlage und außerdem unterschiedlichste Formen. Ich habe mich für die Form entschieden, die ich am häufigsten gefunden habe bzw. wo ich recht gut die Proportionen abgreifen konnte.
(Zu diesem Bild noch eine Anmerkung: aus Powerpoint werden Grafiken leider nicht sauber exportiert (weder PNG oder JPEG und TIFF sowieso nicht). Deswegen ist die Darstellung hier möglicherweise nicht ganz sauber. Außerdem stellt beim Schreiben eines Beitrags die Vorschau hier im Forum Grafiken anders dar (Hintergrund weiss) als nach dem Abspeichern (hintergrund grau). Das macht die Kontrolle nicht einfacher.).

2020_04_14__1065_klein.jpg

Die Basis ist von einem 3-zölligen Spinner einer allseits bekannten chinesischen Firma. Hier ist schon die Anpassung der Ausnehmungen für den Propeller zu sehen.

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In montiertem Zustand mit Lackierung.

26. April 2020 - Kabinenhaube

Auf dem Bild mit der Beschriftung ist auch bereits die Kabinenhaube zu sehen, die aber ersetzt wurde, da aus Unerfahrenheit mehrere Fehler bei Herstellung und Montage begangen worden sind (zu dicke PET-Folie, kein geeigneter Kleber, unzureichende Befestigung, . . .).

Daher habe ich nochmal von vorne angefangen.

2020_04_26__1093_klein.jpg

Zunächst wurde aus Balsaholz eine Form hergestellt, die einen Überstand von ca. 1cm hat.

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Die Form wurde in einer Einweg(!)-PET-Flasche festgeklemmt . . .

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. . . und das Ganze mit einem Heißluftfön bearbeitet. Das mag jetzt nicht so toll aussehen, aber das war mein erster Versuch mit dieser Technik. Es wäre wahrscheinlich sinnvoll gewesen, die Flasche vorher zu kürzen (beim nächsten Mal).

2020_04_26__1098_klein.jpg

Nach dem Ausschneiden wurden Streifen von Bespannfolie aufgebügelt. Das hat sich als einfacher herausgestellt als eine Bemalung von Hand und das Ergebnis sieht auch besser aus.

2020_05_13__1128_klein.jpg

Zum Abschluss wurde die Haube mit 3 dünnen Stiften auf dem Rumpf fixiert und der Übergang mit Bespannfolie „zugebügelt“. Die Kontur des entsprechenden Folienstücks ist auf dem Foto recht gut zu sehen

Einstellung des Schwerpunktes und Zusatzgewicht

Bei der Einstellung des Schwerpunktes hatte sich herausgestellt, dass lediglich 70g zusätzlich ganz vorne auf dem Motorträger angebracht werden mussten. Ein Verschieben des Akkus nach vorne wäre also nicht verhältnismäßig, da dafür ein Hauptspant hätte durchbrochen werden müssen.

Insgesamt wiegt der Flieger inkl. Akku 3,3 kg.

Antrieb

Eingebaut wurden
Joker J5060-5.5 V3 von Planet-Hobby
Drehzahl/min/V: 470
Akku: 5-Zellen LiPo mit 4500 mAh
Luftschraube: APC Sport 15 x 10​

Die Leistungswerte bei Vollgas sind
Strom (A): ~ 57
Standschub (kg): ~ 3,7​

und noch ein vorläufiger Kommentar

Sobald es das Wetter zulässt und sofern mich der Mut nicht verlässt findet demnächst der Erstflug statt. Bericht dazu folgt an dieser Stelle.

Ferner möchte ich noch betonen, dass der Flieger mit recht einfachen Werkzeugen hergestellt wurde. Als Elektrowerkzeuge wurden nur ein Schrauber von Proxxon, eine normale Bohrmaschine, ein Heißluftfön und ein Folienbügeleisen verwendet. Lediglich der Spinner erforderte zusätzlich einen 3D-Drucker.

Die Abdeckung des Fahrwerks wurde erst einmal nicht realisiert, da dies doch einen recht aufwendigen Mechanismus erfordert. Eventuell kommt das noch später und wird dann natürlich ebenfalls an dieser Stelle dokumentiert.

Auch habe ich nicht immer das letzte Detail ausgearbeitet und auch nicht versucht einen bestimmten Typ der Polikarpov exakt nachzuempfinden. Wichtig war mir, dass der Flieger wiedererkennbar ist und die wesentlchen Merkmale vorhanden sind. Denn wie hat eines unserer Vereinsmitglieder mal scherzhaft gesagt: "In 2 m Abstand sind Ungenauigkeiten sowieso nicht mehr zu sehen.".
 

Peppino1

User
....sehr schönes Modell, toller Baubericht!

Ich habe aus einer Kellerräumung auch eine Rata mitgenommen. Leider ist nur der Rumpf vorhanden. Es fehlen Motorhaube, Fläche, Plan. Hat jemand eine Idee, von wem dieser Flieger stammt? Oder woher ich einen Plan bekommen könnte? Die Rumpflänge vom Motorspant bis Ende Höhenruder sind ca. 100 cm.
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Danke im Voraus für Eure Tipps!

Gruß, Frank
 
i-16 aus dem Keller

i-16 aus dem Keller

Hallo Peppino1,

leider habe ich bei meiner langjährigen Suche weder eine Modell mit dem gezeigten Aufbau noch ein einen entsprechen Plan gefunden, zu dem der dargestellte Ausschnitt passt. Ich fürchte, dass die Suche danach im Internet sehr schwierig wenn nicht sogar vergeblich sein dürfte. Die einzige Hoffnung besteht darin, dass jemand den Plan irgendwo bei sich im Keller oder auf dem Dachboden hat.

Wenn die Länge ab Motorspant ca. 100 cm ist, dann dürfte die Spannweite bei ca 160+ cm liegen, also Maßstab ~ 1:5,5. Viellicht hilft das bei der Suche etwas.

Gruß
Heinz
 

Bernd Langner

Moderator, Fesselflug, Antikmodelle, Retro-Flugmod
Teammitglied
Hallo

Falls es intressiert ich habe noch den Plan einer I16/24
mit Spannweite 2,03m und 1,36m Rumpflänge Plan stammt von
Jürgen und Hans Dieter Ide.
Fläche in Styrobalsa und Rumpf in Styrobalsa (Rumpfröhre) Rest
übliche Bauweise

Rata.jpg

Bild aus der Bauanleitung entnommen

Gruß Bernd
 

Peppino1

User
Hallo Heinz,

ja, das könnte helfen. Danke für den Tipp! Muss ich mal gezielt suchen.

Falls jemand einen Plan zu einer Rata in 1:5.5 bzw. mit ca. 1,60 m SPW findet, freue ich mich über eine Nachricht.

Gruß, Frank

Hallo Peppino1,

leider habe ich bei meiner langjährigen Suche weder eine Modell mit dem gezeigten Aufbau noch ein einen entsprechen Plan gefunden, zu dem der dargestellte Ausschnitt passt. Ich fürchte, dass die Suche danach im Internet sehr schwierig wenn nicht sogar vergeblich sein dürfte. Die einzige Hoffnung besteht darin, dass jemand den Plan irgendwo bei sich im Keller oder auf dem Dachboden hat.

Wenn die Länge ab Motorspant ca. 100 cm ist, dann dürfte die Spannweite bei ca 160+ cm liegen, also Maßstab ~ 1:5,5. Viellicht hilft das bei der Suche etwas.

Gruß
Heinz
 

Peppino1

User
Danke, auch ein guter Tipp. Plan könnte man skalieren. Wobei ich so was noch nie gemacht habe.

Allerdings würde ich viel lieber eine Fläche nach Plan in Rippenbauweise bauen, als in Styro...... :rolleyes:

Hallo

Falls es intressiert ich habe noch den Plan einer I16/24
mit Spannweite 2,03m und 1,36m Rumpflänge Plan stammt von
Jürgen und Hans Dieter Ide.
Fläche in Styrobalsa und Rumpf in Styrobalsa (Rumpfröhre) Rest
übliche Bauweise

Anhang anzeigen 2306007

Bild aus der Bauanleitung entnommen

Gruß Bernd
 
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