Sicherheit bei leistungsstarken E-Antrieben

Hallo zusammen,

bin kurz vor der Fertigstellung einer 2m Super Decathlon, welche mit einem Aussenläufer > 1.200 Watt bestückt ist. Als Controller kommt ein Jeti Opto 77 plus zum Einsatz, der ja keinen Schalter hat (was normal für die Leistungsklasse ist).

Der Schalter für den Empfänger hat keinen Einfluss auf den Motorstromkreis.

Welche Lösungen setzt Ihr ein, um ein unbeabsichtigtes Anlaufen des Antriebs während der Auf-/Abbauarbeiten zu vermeiden (steckbare Kabelbrücken, fertige Lösungen, Sizzen, Bilder?)

Gruss

Armin
 
Moin!

Der Antriebsakku ist beim Aufbauen doch gar nicht drin.

Bei mir läuft das so:

Modell aufbauen...............Empfänger einschalten.............Antriebsakku einlegen............Antriebsakku einstecken.................fliegen.
 
Ja ist schon richtig...

aber hier handelt es sich um einen abgestrebten Hochdecker, der seine Akkus vor der Flächenmontage eingepflanzt bekommt.

Ich denke, dass ich eine Kabelbrücke von aussen steckbar vorsehen werde.
 
es gibt 2 möglichkeiten den motorstromreis zu unterbrechen.

1) 2buchsen an der rumpfwand,motorhaube,....etc innen nebeneinander
angebracht und mittels 2 miteinander verbundenen steckern von außen einstecken
und somit den antrieb scharf machen.

2) eine buchse an die außenwand an einem holzklötzchen anbringen oben und unten
akku/regler anlöten. das ganze dann mit dem dremel mittig durchsägen.
nun kann mit einem stecker von außen das ganze scharf gemacht werden.

-solche schaltungen siehtst du häufig bei den booten.
z.b.Holle,....hopf...., usw

gruß andreas
 
Hallo Andreas,

an Lösung 1 habe ich gedacht.

Lösung 2 ist genial. Diese werde ich umsetzen.

Danke für diesen guten Tip!

Gruss

Armin
 
elo-gustel schrieb:
2) eine buchse an die außenwand an einem holzklötzchen anbringen oben und unten
akku/regler anlöten. das ganze dann mit dem dremel mittig durchsägen.
nun kann mit einem stecker von außen das ganze scharf gemacht werden.

Funktioniert das bei diesen hohen Werten ( >1200 Watt) wirklich zuverlässig??

Ich hab' da so meine leisen Bedenken, lass mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. ;)

Gruss
Roger
 
wir haben hier 40 bis 50 Amps max.

Ich glaube, dass Rennboote vielleicht auch in diesem Bereich operieren.

Aber danke für den Hinweis. Werde vor der festen Installation in den Rumpf diese Lösung testen.

Gruss

Armin
 
Moin,

solange du ein Stecksystem hast, was am Akku funktioniert, kannst du es auch dafür verwenden.

Bei den Booten sind diese Trennungen für Wettbewerbe vorgeschrieben, da die Besatzungen des Bergebootes geschützt werden sollen, wenn sie mehrere dieser kleinen Raketen rausfischen, die ggf. Störungen haben.

Was auch interessant wäre, sind die Steller von BK. Bei denen wird teilweise die Treiberstufe der Endstufe aus dem Empfängerakku versorgt. Mit abgeschaltetem Empfänger kann nichts anlaufen, weil die Fets nicht angesteuert werden können. Brauchst dann zwar einen größeren E-Akku aber hast den Rest an Stress nicht.

Ein geregelter Anlauf des Antriebes ist aber auch mit den üblichen Stellern sehr unwahrscheinlich. Auch wenn die Spannungsversorgung für die Treiber gegeben ist, fehlt ein PWM Eingangssignal. Muss aber auch sagen, dass ich einen gesunden Respekt vor meinen Hotlinern habe und aufpasse, wo ich meine Finger habe, wenn die scharf sind ...

Eine Steckbrücke ginge mir wegen der verdoppelten Stecker und verlängerten Zuleitungen massiv gegen den Strich. Ich würde eher einen Zugang zum Akku am Modell vorsehen, der praxistauglich ist, Klappfenster oder was auch immer.
 
Servus Kollegens,

es gibt mir ein ungutes Gefühl, ohne Stromtrennung, an einem geladenen/scharfen Modell zu hantieren. Sollte irgendwo eine Doppelbelegung sein, sind die Finger ab. Darum habe ich immer einen Ein-Ausschalter.

Im "neonbeleuchteten" Bastelraum, hatte ich schon selbst erzeugte Störquellen.

Sicher ist sicher
 
Hallo
Ich habe bei mir den Regler auf einen Hauptschalter am Sender programmiert.
So kann ich ungewollt den "Motor-Knüppel" bewegen, ohne dass der Motor anläuft. Erst beim Startcheck lege ich dann den Hauptschalter um, so dass der Regler aktiv wird...
 
Dr. Lagu schrieb:
Servus Kollegens,

es gibt mir ein ungutes Gefühl, ohne Stromtrennung, an einem geladenen/scharfen Modell zu hantieren. Sollte irgendwo eine Doppelbelegung sein, sind die Finger ab. Darum habe ich immer einen Ein-Ausschalter.

Im "neonbeleuchteten" Bastelraum, hatte ich schon selbst erzeugte Störquellen.

Sicher ist sicher

Hallo Dottore....

das ist vollkommen richtig, die Frage, die sich nur stellt (wie immer bei solchen Threads)... kann ein Regler definitv NICHT durchschalten, wenn die Empfangsanlage ausgeschaltet ist.
Sicher, es gibt innerhalb des Reglers entsprechende Schaltungen, aber garantieren sie diese Sicherheit ?
 
Hallo
bei den modernen Drehstromstellern kann man davon ausgehen, dass bei ausgeschaltetem Empfänger der Motor nicht anlaufen kann.
Die Endstufe muss ja mit sinnvollen Pulsen angesteuert werden, um ein Drehfeld im Motor zu erzeugen.
Bei einem Defekt der Endstufentransistoren gibts nur einen Kurzschluss. das raucht und stinkt aber der Motor läuft nicht an. :D
Ich habe aber schon gesehen, dass beim Einschalten des Empfängers der Motor mit Höchstdrehzahl anlief, obwohl das eigentlich nicht sein dürfte.
Drum habe ich bei meinen Kunstflugmodellen immer eine Sicherheitssteckvorrichtung dran. Kabel mit Buchse geht zum Steller, fest eingebauter Stecker ist im Rumpf und schaut nur wenig aus der Bordwand vor, man kann den Stecker auch bündig setzen.

Ich hoffe, man kanns am Bild erkennen.

Cocaine_Motor_Akku_2.JPG

Grüße

Gerhard
 
Sicherheitsstecker

Sicherheitsstecker

Nochmals Hallo

so siehts am fertigen Modell aus, nicht schön, aber sicher! ;)

Cocaine_3b.JPG


ich hab das Bild ausgetauscht, war nicht zu erkennen

Gerhard
 
Dr. Lagu schrieb:
Servus Kollegens,

es gibt mir ein ungutes Gefühl, ohne Stromtrennung, an einem geladenen/scharfen Modell zu hantieren. Sollte irgendwo eine Doppelbelegung sein, sind die Finger ab. Darum habe ich immer einen Ein-Ausschalter.

...

Da reicht aber auch der Schalter für den Empfängerstromkreis, ist der aus, gibt es keine Empfangsstörungen, ...

Gerhard_G schrieb:
Hallo
bei den modernen Drehstromstellern kann man davon ausgehen, dass bei ausgeschaltetem Empfänger der Motor nicht anlaufen kann.
Die Endstufe muss ja mit sinnvollen Pulsen angesteuert werden, um ein Drehfeld im Motor zu erzeugen.
Bei einem Defekt der Endstufentransistoren gibts nur einen Kurzschluss. das raucht und stinkt aber der Motor läuft nicht an. :D
Ich habe aber schon gesehen, dass beim Einschalten des Empfängers der Motor mit Höchstdrehzahl anlief, obwohl das eigentlich nicht sein dürfte.
Drum habe ich bei meinen Kunstflugmodellen immer eine Sicherheitssteckvorrichtung dran.
...

Abschalten des Empfängers würde auch reichen.

Wenn ich einen Hottie scharf mache, liegt er mit aufgeklapptem Prop und abgeschaltetem Empfänger auf dem Boden. Wenn da was anlaufen würde, würde es blockieren und abbrennen aber keinen verletzen. Ist noch nicht vorgekommen. Pylonmodelle habe ich beim einschalten des Empfängers in der Hand, Prop ist frei, würde der anlaufen, wäre es auch egal, Empfänger wieder aus und gucken was war, wie gesagt, immer wenn man an sowas rumhantiert, fass ich nicht in die Propellerebene oder aber so fest dort hinein, dass ich den Antrieb blockiere. Das ist beim Tokoloschi beim Aufstecken der Motorhaube beispielsweise nötig. Wenn da was schief geht, muss man sich halt vom Steller verabschieden. Der dürfte das schwächste Glied in der Kette sein. Ist aber auch ein Direktantrieb ohne Getriebe, den blockiert es recht leicht. Hotliner mit Aufsteckhaube kommen für mich aus eben dem Grund als Modell bereits nicht in Frage, weil ich deren Antriebe nicht mit dem Wissen betreiben möchte, dass ich da den Prop blockieren müßte, zumal der nicht starr ist.

Ich mach mir da recht wenig Sorgen, da ich mein Vorgehen entsprechend überdacht habe. Wenn ich aber mal ein Modell aus der Hand gebe, weil beispielsweise einer "mal eben gucken möchte" und ich drauf hinweise, dass er scharf ist, wird mit den Modellen vor Neugier teilweise rumhantiert, da ist mir nicht wohl bei. Mach ich entsprechend auch nicht mehr aber es waren auch schon "Forensicherheitsbeauftragte" mit dabei, die hier gerne 100%ig sind ;) , aber in der Praxis, ... nun ja. Der Umgang mit sowas machts halt aus.

Bei meinem alten Verein war der Umgang mit F3A-X Modellen Alltag und entsprechend mit großen Benzinern. Die meisten Sicherheitsmaßnahmen lassen sich wunderbar übertragen und wenn so ein Motor durchgeht, weil sich ein Gestänge gelöst hat, bekommt man den auch nicht in 2 Sekunden aus. Sicher können sich jetzt wieder die 100%igen austoben aber wer ist wirklich fehlerfrei? Natürlich ist eine sichere Technik wichtig, das Bestehenbleiben von Mißtrauen aber auch.

Ansonsten ist die BL-Technik wesendlich sicherer, weil es einer gesteuerten Kommutierung bedarf und die ist bei Fehlfunktionen nicht gegeben. Der Motor mag vielleicht in eine Position springen wie ein Schrittmotor, er läuft aber nicht mal eben an wie ein Bürstenmotor, der sich selbst kommutiert.
 
Hallo Armin,
guckst du:
Tucano111.jpg
Tucano112.jpg
tucano 014.jpg
An der Rumpfwand habe ich eine Steckbrücke, bestehend aus 2 Buchsen und einem Stecker angebracht.
Der Akku ist auf dem Minuspol mit dem Regler dauerverbunden, wobei ein Abzweigung zum Stecker an der Rumpfwand besteht.
Die Plusleitung zum Regler ist an der Steckung unterbrochen.
Werden nun beide Buchsen miteinander verbunden, ist der Motor scharf. Werden stattdessen die mittlere Buchse (+) und der Stecker(-) an's Ladegerät gesteckt, kann der Akku "onboard" geladen werden ( siehe Detailfotos).

Gruß, Klaus
 
Moin Klaus,

an sich ein gutes System, ich hoffe mal, dass die Kabellänge am Pack und Steller abgezogen wurde und dort nahe null ist. Für die diskutierten Leistungen hat alleine die abgebildete Verkabelung eine Länge nahe der maximal verträglichen Verbindungslänge zwischen Akku und Steller. Mir hat es mal im Hotliner die Elkos am Steller und als Folgeschaden die Spannungsversorgung auf dessen Controllerboard zerschossen, einfach nur weil die Hochstromstecker abgenutzt waren, die sicherlich höher einzustufen waren als die MPX Stecker. Zumindestens als sie neu waren ;) . Hoffe mal du hast ein "Hochspannungssetup" mit geringen Strömen. Gut, ich hantiere da etwas größere Leistungen als 1200W aber dafür sind die Kabel zwischen Steller und Pack auch nur 7cm lang, eine einfache Steckverbindung, keine dreifache in Reihe, nur ein mal Teillast pro Flug ganz kurz beim Start, danach nur noch Schalter an/aus. Sollte man eigentlich von einer überschaubaren Elkobelastung ausgehen, hat ja auch mehrere Jahre gut funktioniert. Unterschätze also nicht, was du deinen stellerseitigen Elkos alleine durch die 3 Stecker in Reihe antust.

Ist so ein bischen der Widerspruch zwischen technischen Notwendigkeiten bei der Verkabelung von Hochleistungsantrieben und dem Sicherheitsdenken bezüglich externem Unterbrecher. Deshalb halte ich das mehr mit Zugang zum einzigen Stecker, oder hantiere das Modell so wie oben beschrieben.
 
Hallo Eike,
die restlichen Leitungen am Akku/ Regler sind ziemlich kurz.
Außerdem bin ich in diesem Modell von 1200 Watt meilenweit entfernt, habe darin 16 Zellen und eine Standstrohmaufnahme von 43 Ampere, also nur ungefähr 700 Watt Eingangsleistung. Ich denke, das dürfte bei diesem System für den Regler ( JAZZ 55 6-18) kein Problem darstellen.
Trotzdem reichen mir schon 700 Watt, wenn die mir auf die Finger klopfen, bleibt nimmer viel übrig! Drum hab ich mir diese Steckbrücke gebaut. Bei höherer Abgabeleistung muß das ganze selbstverständlich größer dimensioniert werden.
Gruß, Klaus
 
Hallo,

so sieht das bei mir aus. Ist eine einfache Brücke in der Leitung Akku-Regler.

Ich würde mich nicht darauf verlassen dass der Motor bei Störungen nicht anläuft. Daran erinnert mich immer eine (Gott sei Dank kleine) Narbe am Schienbein.

vg
Gerhard
 

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@alle

vielen Dank für die vielen Beiträge. Als Urheber dieses Threads versuche ich mal eine Zusammenfassung:

Technisch gesehen ist man der Meinung, dass ein Brushless-Motor nicht anlaufen darf/kann, wenn der Controller kein (Stör-)Signal dazu erhält bzw. die Verbindung Controller - Empfänger unterbrochen ist bzw. der Empfänger ausgeschaltet ist. Probleme könnte es beim Einschalten geben, indem der Motor unkontrolliert auf Vollgas geht.

Falls eine externe Unterbrechung vorgesehen wird, muss diese passend für die entstehenden Ströme ausgelegt sein (Kontakte, Kabellängen, etc.).

Lösungsvorschläge:
* nichts vorsehen, da nichts passieren kann
* Von aussen steckbare Kabelbrücken unterschiedlichster Ausführung
* Kabelbrückensysteme, die auch zum on-board laden der Akkus geeignet sind
* Zugang (Klappe, etc.) zum Modell, um auch im aufgebauten Zustand den Akku normal anschliessen zu können.

Persönliches Resümee:
Entweder Lösung 2 von elo-gustel oder die Lösung von Liporacer mit der Möglichkeit on-board zu laden. Zur Dimensionierung muss ich nochmal in mich gehen (siehe Hinweise von plinse)

Zum Schluss darf ich mich outen: Ich bin in meinem anderen Leben (neben dem Modellbau) u.a. für Arbeitssicherheit verantwortlich und habe schon Dinge gesehen, die niemand erleben sollte. So bin ich der Meinung, dass der Aufwand für eine Kabelbrücke im Vergleich zur industriellen Arbeitssicherheit sich Rahmen unseres heissgeliebten Hobbys bewegen dürfte.

Nochmals danke an alle für die interessante Diskussion und viel sicheren Spass mit Euren Hi-Amp-Vögeln.

Gruss

Armin
 
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