Welche EWD-Waage für V-Leitwerk ???

Tobias Reik

Moderator
Teammitglied
Hallo zusammen,

ich will mir eine EWD-Waage für T und V-Leitwerke zulegen.

Welche verwendet Ihr ?

Danke für eure Antworten.
Tobi


P.S.: Und wenn es euch überkommt dürft Ihr mir gerne erklären wie das ganze Funktioniert, denn mir ist überhaupt nicht klar aufgrund welcher Parameter eine EWD-Waage an einem VLW ausgerichtet werden soll. Es ist doch nicht zwingend die Endleiste in genau 90Grad zur Fläche ausgerichtet, oder ?
 
Hallo Tobi,

ich kenne keine EWD-Waage, die an einem V-Leitwerk funktioniert. EWD (also die Winkeldifferenz zwischen den Profilsehnen von Flügel und Leitwerk) messe ich immer so, dass ich das Modell auf eine absolut plane Unterlage lege (bei mir ein Türblatt), den Rumpf so unterlege dass das Leitwerk zum Türblatt 0° EWD aufweist und dann die EWD der Fläche zum Türblatt messe.

Wichtig beim V-Leitwerk ist, genau in gleichem Abstand zur Rumpfmittelachse die Höhe der Nasenleiste und der Endleiste zu messen. Ich mache das mit parallelen Strichen auf dem Türblatt für Rumpf und Messpunkte und einen Winkellineal (das wiederum mittels Geodreiecke rechtwinklig aufgestellt wird).

Allerdings überprüfe ich die EWD nur grob (auf +/- 0,5° schätze ich meine Messgenauigkeit, beim V-Leitwerk eher schlechter). Der Rest wird erflogen.

Hans
 
Hallo Hans,
Hallo Jürgen,

den EWD-Rechner kenne ich breits.

Mein Problem ist, wie ich bei einem VLW diese gedachte Mittelachse bestimme.
Über den Hersteller erfragen welchen winkel die Leitwerkendleiste zur EWD hat und dann 2 kleine Striche auf LW malen um das als Bezugspunk hernehmen ?

Hans: Ich glaube nicht, daß Du auf eine Tiefe von vielleicht 15cm 0.5° genauigkeit hinbekommst. Machst du das Ablesen an der Tragfläche dann mit dem Rechner oder mit einer normalen EWD-Waage ?

Das Thema treibt mich noch zur verzweiflung... :cry:
 
Ich habe die EWD-Waage von Simprop Robart, mit der Verlängerungsschiene auch für Großmodelle zu verwenden. Hatte noch nie ein Problem mit der Genauigkeit, auch beim V-Leitwerk nicht. Solange die Nadel freigängig ist und nicht "klemmt", ist auch die vielleicht minimale Abweichung bei VLW unerheblich. Ich habe bislang etwa 35 Modelle mit dieser Waage vermessen und eingestellt und noch nie gabs Probleme, die auf eine fehlerhafte EWD zurückzuführen waren.
Gruß
Klaus
 
Ich nutze die EWD-Waage vom MPX. Da die Prismen, in denen die Nasen- und Endleiste zur Messung eingelegt werden, verstellbar sind, habe ich auch keine Probleme mit V-Leitwerken.

Gruss Carsten
 
Mein Problem ist, wie ich bei einem VLW diese gedachte Mittelachse bestimme.
Ich sehe dein Problem nicht... ;)
Einfach wie bei einem "normalen" Leitwerk beim Rumpf die Verbindungslinie "Nasenleiste-Endleiste" nehmen:

HLW.jpg

Ob dabei das Leitwerk waagrecht ist oder 50° in die Höhe geht ist doch egal.
Und ob es ein Brettleitwerk ist wie oben oder "Naca 009" ebenfalls.
Gruss Jürgen
 
Jürgen N. schrieb:
Ob dabei das Leitwerk waagrecht ist oder 50° in die Höhe geht ist doch egal.
Gruss Jürgen
das ist der vermeintliche Denkfehler.
Wenn die Endleiste nämlich nur ein Paar Grad von der EWD-Achse+90° Senkrecht (also leicht nach vorne oder hinten gepfeilt ist) abweicht haben wir schon einmal den ersten Meßfehler und das "einrechnen" der V-Form des Leitwerkes (bei 110° V-Form müßte ja von der gemessen EWD 55% abgezogen werden) halte ich dann für den nächsten Schmu, denn der Winkelmesser (Libelle einer Wasserwaage) Vergrößert ja seine ungenauigkeit um 55%, oder :confused: ;)

Also ganz so einfach ist es dann, glaube ich, doch nicht...

Oder die Welt ist wieder viel einfacher als in meinem Kopf... :rolleyes:

P.S.: Was ist das auf dem Bild?
 
Hallo Tobi,

ich mache einen Strich auf die Unterlage. An diesem Strich richte ich den Rumpf aus, so dass dieser parallel liegt.

Dann mache ich parallel zum ertsen Strich einen zweiten Strich in einem Abstand, dass ich das Lot sowhl von der Nasen- als auch der Endleiste des Leitwerks auf den Strich fällen kann. Entlang des gefällten Lotes messe ich die Höhen zur Unterlage.

Ob das Leitwerk V-Form hat oder nicht ist dabei unerheblich.

Also nichts mit Winkel zur Endleiste.

Hans
 
Hallo Hans,

das habe ich begriffen !!!
Ist ja total einfach und damit es da nächste mal einfacher geht mache ich mit wasserfestem Stift einfach eine kleine Markierung !!!

Genial !!!

Danke für den tollen Tipp !
 
Nie mehr...

Nie mehr...

...soll ein :rcn:-User das schreiben müssen:
Das Thema treibt mich noch zur verzweiflung... :cry:

Deshalb gibt es ab sofort im :rcn:-MAGAZIN einen Beitrag zu dem Thema, das zumindest einen Weg zeigt, welche billigen Hilfsmittel und einfache Verfahren zuverlässig zum gewünschten Ergebnis führen.
Mir ist klar, das es noch viele andere Möglichkeiten gibt. Die Beschriebene habe ich erfolgreich selbst ausprobiert, deshalb kann ich sie uneingeschränkt empfehlen.

Sollten mir trotz aller Sorgfalt Fehler unterlaufen sein, bin ich für Hinweise dankbar. Konstruktive Kritik ist ebenso erwünscht. Absolut verzichten kann ich jedoch auf solche Meckereien nur um des Meckerns wegen, mit denen sich der Verfasser abreagieren, aber nichts Positives auf die Reihe bringen will!
 
Zuletzt bearbeitet:
Eckart,
man merkt, dass wohl wahrscheinlich längere Zeit kein Flugwetter mehr war... ;)
Eine tolle, aufwendige Arbeit. Gratuliere!
Ich würde höchstens noch ergänzen (in etwa sinngemäss):
"Auch wenn die EWD genau nach Vorgabe eingestellt wurde, eine Garantie für ideale Flugeigenschaften ist dadurch nicht gegeben.
Die endgültige EWD und der dazugehörende Schwerpunkt müssen anschliessend durch mehrere Testflüge erflogen werden."
Aber wahrscheinlich ist das für die meisten von uns selbstverständlich.
Gruss Jürgen
 
Tach Eckart,

sehr gut, der Artikel. Beachtet man Alles, wird man auch irgendwann mit der Messung fertig. Egal ueber diese Boshaftigkeit, ich wuerde folgendes "Fehlerhandling" empfehlen:

Macht Kontrollmessungen auf beiden Seiten des Rumpfes. Einstellwinkelmessungen also fuer beide V-Leitwerksflaechen. Systematische Abweichungen von Symmetrien fallen sonst eher nicht auf.

Vielleicht stehts ja auch drin im Artikel, nur ich habs wieder nicht gelesen...
;) Wolfgang
 
Hi Eckart,

nach ausgiebigen Studien Deines Berichtes würde ich Ihn noch um folgende Punkte erweitern:
1. EWD der Tragfläche (wenigstens kurz anreißen)
2. Was mann jetzt messen kann (Winkelmesser an Tragfläche und LW, od. mit dem Softwareprogramm...)
3. Schmeiß bild 4 raus.
4. Bild 6 löschen oder irgendwo einen 90° windel in die Zeichnung setzen. Das solltest Du bei allen Bildern, die den Messfehler visualisieren...

Trotz allem, da ICH ja schon weiß wie´s geht - Tolle arbeit !!!


MFG Tobi

P.S.: Die Geschichte mit dem Piekser halte ich für überzogen, denn da wo der Winkel anstößt ist vorne...
Der Pikser verwirrt nur und bringt weniger als nix...
 
Vielen Dank für die Anregungen! Ich werde mal darüber nachdenken, vergleichen und dann eine Entscheidung treffen... :rolleyes:
 
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