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Wie kann man Ausbrechen beim Hochstart verhindern?

Hallo!

Ich habe heute meine 3 m Pilatus B4 an die Hochstartleine gehängt. Anfangs ist sie nur ein wenig ausgebrochen, was bei B4s ja nicht ganz unüblich ist. Nachdem ich aber immer mehr Blei aus der Schnauze raushabe (war zu kopflastig), sind die Hochstarts immer kniffeliger geworden. Am Ende brach ich die Flugversuche ab, da es mir zu heikel wurde:cry: Hängt das Ausbrechen mit dem veränderten Schwerpunkt zusammen oder kann das auch an anderen Dingen liegen?
Hinweis: der Hochstarthaken ist ca. 10 grad vor dem alten Schwerpunkt, allerdings ist der SP aufgrund der Gewichtsentnahme nun bestimmt mehr als 10 Grad hinter dem Haken.

Bitte gebt mir ein paar Tipps, ich bin echt ratlos:confused:

Grüße,

Matze
 

migru

User
Hallo Matze,

je weiter der Haken vor dem Schwerpunkt ist, um so sicherer/stabiler wird der Hochstart.

Machst du den Hochstart mit Gummi oder Winde? Startest du vom Boden oder aus der Hand? Beschreib doch mal deine Vorgehensweise.
 

Hans Rupp

Vereinsmitglied
Hallo,

das Problem an der B4 ist, dass der Haken durch den bulligen Rumpf sehr tief sitzt und man beim Start ein stark aufrichtendes Moment hat. Je weiter der Schwerpunkt hinten liegt, desto agiler wird das Modell um die Querachse und umso stärker wirkt sich das aus.

Abhilfe schafft eine Gabelseil mit zwei Hochtstarthaken links und rechts höher am Rumpf (ideal) oder die Vorverlegung des Hakens (kostet etwas Hochstarthöhe) oder drücken in der ersten Startphase.

Ich programmiere bei meinen Modellen eine Flugphase Start1 für den ersten Teil. Sobald das Modell freigegeben wird schalte ich mit einer programmierten Verzögerung von ca. 1 Sec auf Startphase 2 um (MC24).

Hans
 

Mefra

User
Hallo Matze,

Abhilfe schafft eine Gabelseil mit zwei Hochtstarthaken links und rechts höher am Rumpf
Ich kann mich der Aussage von Hans voll anschließen. Auch ich hatte beim Hochstart meiner B4 das gleiche Problem.

Bei Modellen, die einen "recht hohen" Rumpf haben, wie eben die B4 ,ist es ratsam die Haken rechts und links am Rumpf anzubringen und mit einem V-Kabel den Hochstart durchzuführen.


Versuche es ruhig, es klappt dann sicherlich besser ;)
 

Peer

User
...und so steil abwerfen, wie Du dich traust, dann ist das vorher beschriebene Moment auch schon kleiner....

Peer
 

migru

User
Interessante Technik, Peer!

Beim Start mit Gummi-Hochstartseil halte ich den Segler hinter der Tragfläche am Rumpf und über Kopfhöhe. Mit leicht nach unten geneigter Rumpfspitze gebe ich den Segler mit einem Schubbs nach vorn frei. Dies funktioniert mit allen Seglern, die ich gewichtsmäßig so über Kopf halten kann (bis Spannweite um 3,5m und max. 4kg). Hierbei gab es - auch bei Schulterdeckern - nie Tendenzen zum Ausbrechen.
 

Hans Rupp

Vereinsmitglied
Hallo Michael,

die von Peer angeführte Abwurftechnik wird auf jedem F3B und F3J-Wettbewerb praktiziert.

Das Problem ist ja die Rotation, in die das Modell um die Querachse versetzt wird. Je größer der Zug im Moment des Loslassens ist, desto höher das aufrichtende, das Modell in Rotation versetzende Moment bei konstantem Abwurfwinkel.

Wirft man steiler, wird der Hebelarm kleiner.
Aufrichtemoment.gif

Problem:
hat man zuwenig Zug bricht das Modell auch aus, weil es zulange dauert bis die Strömung sich anlegt.

Hans
 

Gast_4749

User gesperrt
am besten ist das wer noch vorschlägt ! Hacken nach vorne geben.

Denn wenn man Höhe gibt kompensiert man das locker der Zug und damit der beschriebene Hebel verändert sich und es wird sicherer.
 

migru

User
Ja Hans, die Startmethode ist mir bekannt. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass Peer genau das Gegenteil empfiehlt, was ich empfehlen würde ;)

Die F3B/F3J-Starts sind eine 'andere Liga' und würde ich hier nicht unbedingt zum Vergleich oder als Empfehlung heranziehen.

Deine Bilder zeigen genau das Problem, wenn der Flieger mit großem Anstellwinkel freigegeben wird. Nur mit ordentlich Power (F3B-Winde) wird der Start gelingen. Hat man nicht so viel Power (Gummi / kleinere Winde) hält man besser den Flieger waagerecht (oder leicht nach unten geneigt) und hilft mit einem Schubbs nach. Die Strömung liegt sofort an und der Flieger ist gut steuerbar. Selbst wenn bei einer B4 zwei Haken seitlich und höher angebracht werden, könnte ein Start mit zu hohem Anstellwinkel und nicht ausreichender Power kritisch sein.
Ich würde den Haken noch mal 10 oder 20mm weiter vorne anbringen und nach meiner Methode starten.
 

Börny

User
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=60942&highlight=haken
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=8678&highlight=Hochstarthaken
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=65526

...da gibt's noch 'n bißchen was zum Thema....:cool:

Ich jedenfalls bevorzuge bei Scalemodellen einen Haken rechts und links unter der Fläche und starte, vorallem die Großen, an der Winde vom Boden weg.
Praktiziert ebenfalls ein befreundeter Verein hier in der Nähe jedes Wochenende mit großem Erfolg....

Holm & Rippenbruch,
Börny
 
Besten Dank für die Beiträge soweit!

zu der Frage von Migru: ich starte mit dem F3B Megarubber von EMC. Dabei halte ich den Vogel über Kopf, li. Hand von unten an die li. Nasenleiste/Wurzelrippe, re. Hand umfasst den Rumpf hinter den Flächen. Freigabe des Modells erfolgt dann mit leicht angestellter Schnauze. Was mich bei meinen Versuchen so ratlos gemacht hat war, dass die B4 immer mehr ausbrach, obwohl ich den Schwerpunkt immer weiter zurückverlegte - und damit theoretisch der Haken immer weiter vor dem (neuen) SP lag. Scheinbar wirkt sich die erhöhte Agilität um die Querachse durch den zurückversetzten SP dann immer stärker aus (Danke an Hans für den Tipp). Nun, ich werde die Methode mit den zwei seitlichen Haken ausprobieren und hoffe dann, auf unfreiwillige Kunstflugeinlagen beim nächsten Hochstart verzichten zu können!

Grüße,

Matze
 
Alpenflieger schrieb:
Was mich bei meinen Versuchen so ratlos gemacht hat war, dass die B4 immer mehr ausbrach, obwohl ich den Schwerpunkt immer weiter zurückverlegte - und damit theoretisch der Haken immer weiter vor dem (neuen) SP lag.
Das ist ein Denkfehler. "Schwerpunkt" steht in diesem Fall eigentlich für "Druckpunkt" (auch wenn dieses Konzept nicht mehr so Mode ist.)

Du willst ja, dass der Seilzug in Bezug auf die Luftkräfte an einem sicheren Ort angreift. Und die Luftkräfte sind nur von der Geometrie abhängig, nicht von der Masseverteilung.

Da SP und (Gesamt-) DP für stationären Flug zusammenfallen, ist die Vereinfachung zulässig. Aber Verschieben des Schwerpunktes ändert die relative Lage des Hochstarthakens zu den Luftkräften nicht.
 
Hallo Migru!

...das Modell brach immer kurz nach der Freigabe aus, d. h. sobald es einen merklichen Anstellwinkel einnahm. Mal brach es links weg, mal rechts und schoss dann bei meinen letzten 2 Versuchen nach einem unfreiwilligen U-Turn sogar Richtung Boden. Wie gesagt, je mehr Blei ich aus der Schnauze entfernte, desto krasser wurde diese Tendenz. Am Ende brachte ich Höhen von gerade mal 20 m zusammen und das Modell klinkte mit einem unbeabsichtigten Schuss ca. 30 m neben der Spur aus - nicht viel Platz um ein Modell aus einer suboptimalen Fluglage zu befreien...glücklicherweise hatte ich an diesem Tag mehr Glück als Verstand und konnte den Flieger kurz überm Boden abfangen.
 

migru

User
Mmh, so wie es MarkusN beschreibt, vermute ich mal, hat Matze direkt nach dem Loslassen des Modells die Probleme. Durch die Verlagerung des Schwerpunktes nach hinten wird es schlimmer, da das Heck schneller nach unten kippt.
 

migru

User
Jetzt haben sich unsere Antworten überschnitten :D

Nach deiner Beschreibung hat der Flieger einen zu großen Anstellwinkel bei zu geringer Geschwindigkeit. Mit der Verwendung von zwei Haken auf der Seite wird es bestimmt besser. Aber ich würde das Modell nicht mit der Nase nach oben frei geben. Es kommt auch sehr auf den Zug des Gummis an. Des Segelfliegers Spruch: Fahrt ist das halbe Leben!
Ich würde das Modell wenigsten waagerecht halten und einen Schubbs geben.
Wenn die Strömung anliegt und das Modell an Höhe gewonnen hat, kannst du etwas Ziehen, um eine größere Ausklinkhöhe zu erreichen. Wenn das Modell nach der Seite ausbrechen will, wieder leicht nachdrücken.
 

axman

User
Hallo,

genau wie migru sagt :

- Modell flacher freigeben
- Modell richtet sich selbst auf, wenn Fahrt da ist
- falls nicht steil genug: etwas ziehen

Hat sich jahrelang bewährt !

Grüsse

Axel
 
axman schrieb:
- Modell flacher freigeben
- Modell richtet sich selbst auf, wenn Fahrt da ist
- falls nicht steil genug: etwas ziehen
Stimmt beim hohen (und zu allem Überfluss auch noch kurzen) Rumpf des B4 eben nur bedingt, weil:

-Modell flach freigeben
-Modell richtet sich wegen des hohen Nickmoments des tief angreifenden Seils heftig auf (sowohl Massen als auch Widerstände liegen deutlich höher als das Seil) und überschwingt.
-Anstellwinkel wird zu schnell zu gross und Strömung reisst ab.
 

axman

User
Hallo,

Markus, wie hoch ist denn Dein Rumpf um Himmels willen ? ALso mein höchster war ca. 8cm bei 2m Spannweite. Da war nix zu merken.

Aber man lernt nie aus...hängt vielleicht auch von Flächengeometrien und Grundgeschwindigkeit ab.

Grüsse

Axel
 
Hallo nochmal!

Ich habe jetzt meiner B4 zwei seitliche Haken verpasst (ca. 5 cm unter Fläche & 12 Grad vor SP) und getestet - und ich bin voll zufrieden!!!!!! Das Teil ging hoch wie auf Schienen, kein Ausbrechen o. ä. Leider klinkt die B4 ein bischen früh aus, was vermutlich an den etwas nach unten ausgerichteten Haken liegt. Wie dem auch sei - es funzt einwandfrei und ich möchte mich noch einmal für Eure Anregungen bedanken.

Grüße,

Matze
 
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