Anlaufstrom von Digi-Servos für NiMh-Akkus zu hoch ?

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Hallo Kollegen,
wollte euch von einer Erfahrung mit einem neuen Modell von mir berichten.
Habe einen F3J-Segler gebaut, mit 6 Digi-Servos.
Als Empfängerakku hab´ ich die Sanyo Twicell 1700 NiMh eingebaut. Dann beim Erstflug, nach ca. 30min flog ich an mir am Hang vorbei und habe deutliches Ruderzittern hören können, also Landung.
Fazit: nach den 30min Flugzeit war dem Empfängerakkue der Anlaufstrom der Digi-Servos einfach zu groß, der Akku war noch nicht leer, das Entladen mit 1A Belastung hat dem Akku noch über 1000mAh entlockt.

Anscheinend ist der Innenwiderstand der Zellen doch deutlich höher als bei NiCd-Akkus, habe daher vorerst mal auf NC-Zellen umgestellt.

Wer hat ähnliche Erfahrungen oder hat eine andere Lösung ?
 

Ulrich Horn

Moderator
Teammitglied
Hallo Markus,

zwei Gründe lassen mich an Deiner Schlußfolgerung zweifeln:
- korrekt, die Twicell haben deutlich höheren Innenwiderstand als vergleichbare NiCd. Selbst bei 10 oder 12A wirkt sich das aber mit nicht viel mehr als 0,1 V/Zelle aus, und damit solltest Du immer noch sicher fliegen können.
- wäre das Ruderzucken Ergebnis einer zu niedrigen Spannung, würdest Du sofort in einen Teufelskreis geraten, denn zuckende Servos haben eine sehr hohe Stromaufnahme. Außerdem müsste sich ein so bedingtes Ruderzucken auch nach der Landung fortsetzen, davon aber schreibst Du nichts.

Bei AAA Zellen könnte ich mir sowas vorstellen, aber bei den AA Twicell scheint mir das doch unwahrscheinlich.

Grüße, Ulrich Hoen
 

plinse

User
Moin,

bevor 1700er Twicells an ihr Limit kommen, hast du eher Probleme mit den dünnen Leiterquerschnitten, die bei Empfängerverkabelungen normal verwendet werden.

Außerdem haben digitale Servos durchaus mal das Problem, die Neutralstellung sicher zu halten. Habe auch schon mal ne X-Maschine da stehen sehen, die gezittert hat wie Espenlaub.

Digitalservos haben die Eigenschaft, sofort mit sehr viel Kraft gegenhalten zu können. Bezüglich der Regelung ist das sehr interessant und kann kritisch werden, da es sich aufschaukeln kann, wenn die Anlenkungen/Klappen, ... sich dafür anbieten. Das muß nicht an leeren Akkus liegen, außerdem gibt es inzwischen NiMh Zellen, die strommäßig fast das gleiche verkraften wie NC. Nicht umsonst ist das leistungsfähigste Setup in F5D momentan eines mit NiMh-Zellen, auch wenn es nicht lange lebt.
 
Also liebe Leute,
das "Zittern" äußerte sich folgendermaßen (auch nach der Landung):
Bewegt man den Querruderknüppel ein wenig (wobei dann alle 4 Flächenservos anlaufen), beginnen sich alle Digiservos zu bewegen, wie wenn der Empfänger nicht genug Strom bekäme um zu arbeiten.

Und, wieso funktioniert das ganze mit den Sanyo RC 2400 dann einwandfrei !?

So ganz schlau werd´ ich nicht daraus, Tatsache aber ist, länger als 30min kann ich mit den Twicells nicht fliegen in dem Modell und das ist mir für einen F3J-Segler eindeutig zu kurz.
 
Hallo Gunter,

1) wie ist das eigentlich mit dem Ladestromstoß ohne seriellem Ladewiderstand (bezw. nur der kleine Kabelwiderstand und die Summe aller Widerstände vom Akku+ bis wieder retour zu Akku- und Akku-Innenwiderstand, der ganze Kreis eben) bei so hohen Kapazitäten?

2) Ist der schleichende Spannungsabbau beim Ausschalten völlig unkritisch? Denke da besonders an Schaltungen mit Prozessoren (PCM, Digiservos), denen möglicherweise abklingende Unterspannungen durch Betrieb in einem nicht zulässigen Versorgungsspannungsbereich Probleme verursachen können?

Bei zB 4 derartig stabilisierten Servos ist die Summenkapazität doch schon ziemlich groß. Und die Zeitkonstante bei RX und Servos ohne Ruderbewegung wohl vermutlich auch.

Da wäre mal 1) ein Stromstoß-Oszillogramm bei üblicher Akku-Kapazität (nicht quasi-unendlich durch besondere Stromquellen) und 2) ein Spannungs-Abklingschrieb samt Stromrauschen durch die angeschlossenen Schaltungen interessant.

Leider habe ich keinen Speicheroszi für 2).
Und wenn Du zu 1) schon was weißt, brauche ich mich nicht herumzuspielen.
 
Hallo Markus,

ich würde mal versuchen, in jede Tragfläche nen Pufferkondensator einzubauen.

So 4700µF/16V sollte reichen.

Das hilft auch bei sehr langen Servokabeln und sollte bei Seglern mit Digitalservos in den Flächen eigentlich immer gemacht werden. Wenn es in der Fläche zu eng ist, ist die zweite Wahl ein Elko am Anschlußstecker im Rumpf.

Ich bin sicher, daß dann Ruhe ist.

Gruß, Gunter
 
Hallo,

ich wollte es einfach halten, aber notfalls werde ich auch konkret und hinterher weiß dann wieder keiner, wie er es nun anstellen soll, aber seis drum.

Einschaltstromstoß: Ist ein Thema, speziell bei Schiebeschaltern aber unkritisch, gibt halt ein kleines Fünckchen und gut ist. Je länger die Kabel, um so weniger funkts und um so wichtiger ist der Kondensator. Daraus könnte man auch die Dimensionierung genauer herleiten, 4700µF sind nur ein Richtwert. Nicht pro Servo, sondern pro Fläche oder pro Modell. Pro Servo würde ich eher nur, direkt am Servo, 1000µF einsetzen.

Abschaltverhalten: Das sollte der Elektronik nichts ausmachen, sie überlebt ja auch ne Tiefentladung des Akkus, wenn die ganze Fuhre in einem Baum landet und die Bergung etwas länger dauert. Wir reden hier auch nur über wenige dutzend Millisekunden.

Im vorliegenden Fall geht es auch noch einfacher: Da das Problem mit einem dicken NiCd-Akku nicht mehr auftritt, wäre auch denkbar, einen Elko (10000µF oder so) direkt über den Akku zu löten. Automatiklader sollten dadurch nicht irritiert werden.

Noch eine einfache Möglichkeit: Einen Elko mit Standardservoanschlußkabel an einen freien Empfängersteckplatz anschliessen, mit kurzer Leitung natürlich.

Bevor nun Elektroflieger auf dumme Gedanken kommen: Das ganze bewirkt natürlich keinen niedrigeren Innenwiderstand des Akkus, es hilft nur, die starken pulsförmigen Ströme von Digitalservos zu puffern.

Patentrezepte gibts wie immer nur gegen Details :)

Gruß, Gunter
 

Ulrich Horn

Moderator
Teammitglied
Markus,

am Typ der Zellen liegt es sicher nicht, die müssen das können.

Nimm doch einfach mal ein Voltmeter und miss die Spannung am Akku, wenn die Servos bewegt werden. Wenn Sie deutlich einbricht, kann man immer noch überlegen, was mit den Akkus nicht stimmt. Vielleicht hat eine Zelle 'nen Schaden oder es gibt ein Problem mit der Verlötung oder oder..

Grüße, Ulrich Horn
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
Hi,
ich möchte mal leicht korrigierend eingreifen.
Bitte keine "Tendenzmessungen" mit einem Digi-Voltmeter! Diese haben Messzykluszeiten von 0,4s
mit einer Anzeigträgheit von mindestens 1s!!!
Dann schon ein Analoges Instrument, das läßt Tendenzen w e s e n t l i c h besser erkennen!
Meine Messungen ergaben mit einem Speicherscope Spannungseinbrüche bis 4,1V am Akku (!!! - am Servo noch wesentlich mehr). -> siehe Link unter!
... auch ...
Liegt wie immer - meines Erachtens - in der Summe der Übeltäter - bzw. Herr Ohm! (Reihenschaltung, hier addieren sich alle Widerstände)

Nur durch verstärkte Leitungen, die Hochleistungsstecker von JR und saubere Kontakte ...

Ich habe hier mal einen Versuch mit vier Digitalservos und externes BEC gemacht: >> BEC << -> Seite 2!

[ 03. September 2003, 06:35: Beitrag editiert von: gegie ]
 
Hi Gerd,

wichtiger Beitrag !!!!

Das geht nur mit Oszi, wie schon vorher von mir erwähnt.

Nur für Diejenigen, die noch nicht wissen, wie man mit einem Oszi Ströme messen kann:

Stromspitzenmessung durch Spannungsabfallmessung an einem möglichst kleinen Shunt, zB 0,01Ohm, erspart Rechnerei.

[ 03. September 2003, 09:20: Beitrag editiert von: Rudy F. ]
 
Och Leute,

ich wollte dem Mann helfen, er will fliegen und nicht ne Diplomarbeit schreiben.

Natürlich sind die Elkos die zweitbeste Lösung, aber wenns damit geht, dann ists doch gut, oder nicht?

Natürlich kann man auch den Akku austauschen, alle Kabel durch solche mit dreifachem Querschnitt ersetzen und bitte die Stecker nicht vergessen.

Meine Lösung ist praxiserprobt und in wenigen Minuten erfolgreich, sofern man eine gut bestückte Bastelkiste hat.

Beim nächsten Modell kann man es ja dann immer noch richtig machen :)

Gruß, Gunter
 
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