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Bücker Bü 131 "Jungmann" (FMT- Bauplan): Flugeigenschaften?

Hallo,

Hat jemand schon mal eine Bücker Jungmann nach dem FMT-Bauplan von Willi Staub Best. Nr.: 320.0752 gebaut und kann etwas zu den Flugeigenschaften berichten?

Das Modell soll elektrisch angetrieben werden und diese Bücker Jungmann scheint mir dafür die richtige Größe zu haben. In unserem Museum www.buecker-museum.de haben wir ja etliche Standmodelle, aber ich suche eine Jungmann die auch fliegt und die zu besonderen Anlässen vorgeflogen werden kann.

Viele Grüße, Rüdiger
 

Oli_L

Vereinsmitglied
Hallo,

ich hab das Modell vor gut 15 Jahren tatsächlich gebaut. Sehr lehrreich, was soviel heisst, dass ich die Bücker genauso nicht nochmal bauen würde.

Ich will den Plan nicht schlecht machen, er ist sogar sehr gut gemacht, aber die Konstruktion ist von 1977, und das merkt man....

Meine größten Kritikpunkte:
Das Tragflächenprofil ist viel zu dick, 17,5 bis 18%iges halbsymmetrisches, wahrscheinlich NACA24xx. Und dazu hat die untere Fläche nach Plan eine fürchterliche Schränkung von 23mm, fast 6°. Aufgrund dessen sieht das Bückertragwerk trotz ansonsten korrekter Abstände im Flug irgendwie zu massig und von hinten betrachtet schief aus. Die Original-Doppeldecker hatten ja höchstens 10%ige Profile.

Das Fahrwerk nach Plan ist zu hoch und zu breit und zu schwer.

Auch sonstige Konstruktionsdetails sind für heutige Verhältnisse überholt, wie z.B. 2-fache Flachstahlsteckung am unteren Flügel.

Passgenauigkeit der gezeichneten Teile an sich ist aber als gut zu bezeichnen.
Die Umrisse / Konturen des Modells sind recht nahe am Original, wenn ich das so mit einschlägigen 3-Seitenansichten vergleiche.

Bei der Motorhaube muss man viel Eigeninitiative ergreifen. Ich hab meine komplett als Positiv-Gfk Haube gebaut, laut Plan ist es ein Alublech / GfK-Gemisch.

Ich habe zusätzlich noch den Fehler gemacht, den Rumpf mit Kiefern- statt Balsaleisten zu bauen, nur bestes (schweres) Sperrholz zu verwenden und statt eines 15ers einen 25ccm Suppentiger Methanoler mit im Rumpf liegenden Schalldämpfer einzubauen. Ein Paar Scalegimmicks ohne Blick aufs Endgewicht kamen auch noch hinzu. :rolleyes: Resulat: 7,8kg Fluggewicht, und das merke ich an der zu schnellen Fluggeschwindigkeit und den etwas schwierigen weil zu schnellen) Landeeigenschaften.
Tränen in den Augen hatte ich, als es Ende der 90er "meine" Bücker D-EOUT Wolf Hirth als ARF von Graupner in derselben Größe, dünnen Flächen und traumhaften Langsamflugeigenschaften mit 15ccm 4-Takter gab.:cry: Nagut, von nahem darf man nicht vergleichen.;)

Trotzdem, meine lebt noch, und wird ein-zweimal im Jahr ausgelüftet;).

Wenn du den Plan kaufen möchtest, dann solltest du ihn als Grundlage zum Bau ansehen. Viele Modifikationen bzgl. Elektrifizierung, Profilierung, Fahrwerk etc. wären aber meiner Meinung nach angeraten. Wenn du sagen wir mal 5kg nicht überschreitest, was möglich sein sollte, dann wirst du auch eine gut fliegende Bücker auf Basis dieses alten Bauplans erhalten. Der Bauaufwand ist jedoch nicht zu unterschätzen, Doppeldecker eben;).

Viele Grüße,
Oliver

PS: Mit einer zum Modell passenden scaligeren Fahrwerkszeichnung könnte ich ggf. aushelfen, müsste ich aber erst einscannen.
PPS: Oh, ich hatte überlesen dass du diesbezüglich ja an der Quelle sitzt! Beste Voraussetzungen!
 
Hallo Oliver,

vielen Dank für die umfassende Antwort.

5 kg wäre auch mein Zielgewicht, mehr dürfen wir z.Z. leider nicht.:cry: und das in Sichtweite zu den Bücker Werkshallen. Nach dem FMT Bauplan scheint es mit deinen vorgeschlagenen Änderungen und einigen Scale Gimmicks doch ein gutes Stück Arbeit zu sein. Ich habe noch den verkleinerten Heftbeilagenbauplan und bei den ganzen Änderungen braucht man sich eigentlich die große Ausgabe nicht noch holen.

Eine andere Möglichkeit wäre ein Bausatz von Roskothen, wobei ich nicht weiß ob diese noch erhältlich sind. Beim E-Meeting in Aspach habe ich mich mit Jens Dormann unterhalten der diese auch mit zahlreichen Änderungen gebaut hat.
DSC03342_klein.jpg

Also auch einiges an Arbeit. Vielleicht kann ich ja noch irgendwo eine von Graupner auftreiben.

Viele Grüße, Rüdiger
 

wolly

User
Hi.
Gibt es inzwischen neue Erfahrungen mit den Bauplan aus der FMT?
Ich möchte ganz gern dieses Modell bauen, aber mit E-Antrieb.
 
Hallo wolly,

wenns nicht unbedingt der Jungmann nach dem Plan aus der FMT sein muss kannst du dir auch mal den Plan von Paul Stamm anschauen. Wird auch mit guter und leichter GFK-Motorhaube geliefert. Der Plan selber ist allerdings eine schlechte Kopie (dicke Linien).
Es handelt sich dabei um eine Konstruktion von Hugh Taylor. Der im Artikel vorher von Rüdiger erwähnte Bausatz von Roskothen (hersgestellt von "complete a pac") basiert auf diesem Plan.

Wenn auch dieser Plan für dich in Frage kommt kann ich dir gerne mehr Infos liefern. Habe das Modell bereits 2mal gebaut, zuletzt vergangenen Winter. Die Erinnerungen an den Bau sind also noch gut ;). Habe auch weit über 100 Baustufenfotos gemacht.

Servus
Manni
 

HRW1

User
Bücker Jungmann

Bücker Jungmann

Hallo Balsaschnipfler,

bitte laß uns mit ein paar Bildern und Info´s teilhaben an dem schönen Modell...

Gruß
Hans
 
Hallo HRW1,

hast du (oder ihr?) ebenfalls vor einen Bücker Jungmann nach Plan zu bauen?
An welche Infos oder Bilder habt ihr speziell gedacht?

Servus
Manni
 

HRW1

User
Bü Jungmann

Bü Jungmann

...ein paar Bilder quer durch den Bau wären schön....

Ob das ein Projekt für mich werden kann weiß ich nicht aber man ist ja immer nach allen Seiten offen...:)

Gruß Hans
 
Hatte auch eine

Hatte auch eine

Meine wog knapp 6 kg und wurde mit einem Webra 10ccm Speed mit Reso geflogen..
Flog damit recht vorbildgetreu. Hatta das Modell auch noch in Semi-Scale Wettbewerben geflogen. Nachdem die <6kg Klasse abgekündigt wurde konnte man mit dem Flieger in der bis 25kg Klasse keinen Stich mehr machen.
Sie lag dann lange herum bis ich sie einem Vereinskollegen zur Deko im Treppenhaus geschenkt hatte.

Start u. Landung waren ok... sie brauchte halt etwas fahrt bis sie abhob... eben vorbildgetreu. Im Looping gab es auch eine Unart... wird der oben zu langsam geflogen, dann ging das Modell trotz voll gezogenem HR negativ (nach oben weg) Da half dann nur noch Gas raus... damit es wie ein Looping aussah. Den Oberflügel hatte ich erheblich hinten unterlegt, damit er halbwegs flog. Sonst ist der Vogel immer gestiegen.

Optisch kam der Flieger aber immer gut an. Das Profil ist leider etwas zu dick...

Wenn ich noch eine Bauen würde dann die von Engel https://www.engelmt.de/mtflugmodell...annweite/ms-buecker-jungmann-bue131spw-2000mm
Die sieht recht stimmig aus und man kann da schön mit einem 30ccm 4Takter rumtuckern.
der Bauaufwand hält sich auch in Grenzen.

Gruß
Eberhard
 

Anhänge

wolly

User
Hi
vielen dank für eure Antworten.
Es muss nicht der Plan aus der FMT sein, ich bin beim sortieren der alten FMT auf den verkleinerten Plan gestoßen und mir viel gleich mein Onkel ein, der die Bü 131 fliegen durfte in Orginal, habe leider kein Bilder.
Die Baupläne von Paul Stamm kante ich nicht, obwohl ich nun schon über 50 Jahre mit 10 und mehr Jahren Unterbrechung ( Familie, Beruf und so) Flugzeuge baue.
Es waren aber immer nur Modelle der einfachen Art wie Taxi, Eon 600, Thermy und so.
Ich habe mir den Plan bei Paul angeschaut, sieht ganz gut aus, man soll ja im alter Kopf und Geist trainieren. Dieses Jahr nicht mehr,
( Mosquito von Graupner ist erst mal dran), Dann im Januar müsste es Klappen, mal sehen.

Wolfgang
 
Hallo zusammen,

hier nun ein paar Bilder meiner Bücker Jungmann nach der Konstruktion von Hugh Taylor (Plan von Paul Stamm).
Motorisiert habe ich sie mit einem 30 ccm Laser 180. Vollgetankt wiegt sie 7,2 kg. Den Motor ist allerdings fast zu schwer, ich habe hinten 200 g Blei drin. Mit einem Laser 155, der 300g leichter ist, könnte man so etwa 500g am Gesamtgewicht sparen.

Das schöne an dem Jungmann ist die Möglichkeit ihn sehr schnell aufzubauen ... wenn man einen Kombi besitzt. Ich lasse beide Tragflächen (inkl. Fahrwerk und kompletter Verspannung) ständig verbunden und schiebe zur Montage das Ganze von hinten über das Leitwerk. So sind für den Aufbau am Flugplatz nur 7 Kunststoffschrauben (3 untere Tragflächen, 4 obere Tragfläche) einzudrehen.

Den Motor habe ich, wie im Plan angegeben ohne Sturz und Seitenzug gebaut. Sturz ist keiner nötig aber Seitenzug schon! Als Ersatzlösung habe ich einen Mischer angelegt der bei Vollgas 10% Seitenruder beisteuert. Das klappt hervorragend, der Start wird zum Kinderspiel - einfach Augen zu und Gas rein ... ;)

01_vorderes Rumpfteil.JPG

02_hinteres Rumpfteil.JPG

03_Einbau der Baldachinstreben.JPG

04_Verbinden der beiden Rumpfteile.JPG

05_nach dem Beplanken.JPG

06_Einbau des Motors.JPG

07_Leitwerksmontage und Ruderanlenkungen.JPG

08_Einbau der Tragflächenstreben.JPG

09_vor dem Erstflug.JPG

10_ Sie oder Er fliegt.JPG

11_im Turn - die Spezialität des Jungmann.JPG

12_Landeanflug.JPG

Servus
Manni
 
mehr Bilder bitte...

mehr Bilder bitte...

Hallo, kannst du bitte Bilder von deiner Konstruktion des Tragwerkes einstellen. Da bin ich gerade eine wenig einfallslos.......

Danke+Gruß
Markus
 
Hallo Markus,

bin auch etwas ratlos ... ;).
Um was genau geht es dir, was genau willst du sehen? Auf den Bildern ist doch eigentlich alles ganz gut sichtbar, oder?

Von den fertigen, ständig an den Stielen zusammenhängenden Tragflächen habe ich kein Bild parat. Wenn es das ist was dich interessiert kann ich gerne am nächsten Flugtag ein paar Bilder machen. Da gibts aber nicht viel zu sehen ... :confused:

Servus
Mannni
 
Hallo Manni,
es geht mir um das mittlere Tragwerk zur oberen Fläche, da hast du quasi Beschläge zur Verschraubeung angelötet.
Bei mir sind da Alurohre eingebaut, wie soll das denn funktionieren ? Meine Frage: Wie hat sich das der Zeichner den
früher gedacht ? Befestigung der oben offenen Rohre mit der Fläche ?

Und noch eine für mich wichtige Frage: Welche EWD hast du an der oberen und unteren Fläche ?

Danke für deine Mühe
Gruß
Markus
 
Hallo Markus,

das mit den offenen Rohrenden oben ist schon ok.

Ich habe statt den Alurohren (wie im Plan vorgesehen) allerdings Messingrohre verwendet um die Streben untereinander Hartlöten zu können. Die Laschen habe ich jedoch nicht verlötet sondern gut aufgeraut sowei ein paar Kerben eingefeilt und mit "uhu plus endfest 300" eingeklebt. Zusätzlich habe ich sie mit einer M2-Schraube gesichert (auf den Fotos ist das gut zu sehen). Das dritte Foto zeigt die Abwicklung der Lasche.

Ich habe das Modell exakt nach Plan gebaut. Wenn ich richtig gemessen habe beträgt die EWD oben -1 Grad und unten 0 Grad bezogen auf die Profilsehne. Das Tragflächenprofil hat eine völlig gerade Unterseite. Allerdings habe ich inzwischen, während des Einfliegen, den Anstellwinkel der oberen Flächen leicht erhöht. Ich habs nicht nachgemessen aber das dürften jetzt ebenso etwa 0 Grad sein wie unten. Den Schwerpunkt habe ich auch etwas nach hinten verlegt.

13_Baldachin - Tragflächenbefestigungslaschen.JPG

14_Baldachin - Tragflächenbefestigungslaschen.JPG

15_Laschen_Abwicklung_Messing_1mm.jpg

Servus
Manni
 
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