Der RES Modelle Fred

Hallo,

ich gründe hier mal einen Fred zur Diskussion über RES Modelle - Wettbewerbsklasse (siehe auch jene in der Türkei) für einfache Zweimeter-Segler, die in der genaueren Auslegung noch in der Diskussion ist. Einen Fred darüber gibt es hier auch schon unter Wettbewerbe F3B, F3J ... .

Ich eröffne hier einen neuen Fred, weil ich glaube, dass es in dieser allgemeinen Rubrik vielmehr Leser mit geeigneten Modellen gibt - also vielmehr Modellflieger auf diese Klasse aufmerksam gemacht werden. Bei F3B und F3J lesen ja eher die Experten, die sich damit beschäftigen und genau von dieser Hightechsparte will sich die RES-Klasse ja "distanzieren". Ich finde nur weil Stefan Eder eines der bestimmt besten RES-Modelle konstruiert hat (Miles), muss die Diskussion nicht in F3-Rubrik.

Zudem glaube ich, dass es sinnvoll ist, dass diese Diskussion endlich einen zentralen Fred erhält. Der Fred ist bei Wettbewerben F3 meines Erachtens nicht gut aufgehoben, da er mit diesen Klassen eigentlich fast nichts zu tun und somit eher darin gut versteckt ist (fürs zufällige Lesen - also Laufkundschaft sozusagen). Der Pilot, der "Durchschnittsmodelle" fliegt ist dort wohl eher selten unterwegs. Eine eigene Rubrik Wettbewerbe RES gibt es leider nicht.

Wenn ich hier zuviel in Bewegung bringe, mögen die Moderatoren mich bremsen.

Viele Grüße

Uli
 
so, und nun stelle ich erst einmal einen ellenlangen eigenen Text zum Thema hier ein, den ich soeben in die F3 Rubrik gepflanzt habe. Danach wurde mir klar, dass ich glaube, dass ein neuer und eigener Fred in dieser Rubrik geeigneter ist.

gestern auf unserem Flugplatz hörte ich, dass zwei unserer Vereinsmitglieder gerade mit der Entwicklung eines guten Holzmodells für diese Klasse beschäftigt sind. Nun gebe ich auch mal meinen Senf zu den Diskussionen dazu, da ich nach 30 Jahren Modellflug immer wieder merke, dass mich das Wettrüsten auf den Flugplätzen doch sehr wenig reizt. Und immer, wenn eine neue Wettbewerbsklasse dazu kommt (bei den Seglern) ist es irgendwann so weit, dass der finanzielle Aufwand immer höher wird und die Geräte immer komplizierter (siehe z.B. F3K oder ganz extrem die Modellzerbröselungsstartregeln bei F3J – „sei Industrieller, von Beruf Sohn oder Verkauf dein Haus und mach bei F3J mit …“).

Genug gelästert: Ich erinnere mich noch, wie glücklich ich manchmal war, wenn vor 30 Jahren mein Amigo oder mein Björn BS 1 oder der Robbe Condor von meinem Kumpel Markus Kehle… nach einem Gummiseilstart mit der Thermik davon stieg. Oder der rot transparent bespannte Habicht von Krick vom Werner – sah der geil aus. Als Jugendlicher habe ich dann viel geübt und flog die Dinger recht gut. Die Folge war, dass ich beim Vereinswettbewerb in der Jugendwertung beim RC 4- Wettbewerb (genau 120 Sekunden fliegen und im Kreis landen ohne das Teile abfielen) gewann und auch im Rahmen der Erwachsenenwertung Zweiter wurde. Beim Dauerflugpokal hatte ich einmal Schwierigkeiten, wieder nach Hause zu kommen – ich musste nämlich den Jugendlichenpokal und auch den der Erwachsenen zu mir transportieren. Die meisten Erwachsenen haben es mir gegönnt, ein paar glaub ich auch nicht, denen ging es nicht so gut. Falls sich von denen welche in den hiesigen RES-Diskussionen aufhalten, stellen sie möglicherweise einen Teil der Gruppe, die sich aufregen, dass ein Modell 80 Gramm weniger wiegt, weil es Rohrholme hat und somit zusätzlich oft stabiler ist. Das vergrößert die Chance nicht zu gewinnen und das war früher schon hart. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass die Jungs aber damals die besseren und teureren Modelle, zum Teil bereits mit Landeklappen hatten und ich eher die preisgünstigeren Kisten mit einer Robbe Compakt 2-Kanal flog. Soviel zu den Gewinnchancen mit schlechterem Material. Schon wieder gelästert.

Auf diesem Hintergrund möchte ich gerne zu den Bestimmungen bezüglich des Modellaufbaus Stellung nehmen:

Wenn wir ein paar Leute zusammenkriegen wollen, bzw. ein paar Wettbewerbe hinkriegen wollen, an denen auch mehr als 3 Kollegen teilnehmen, sollte diese Klasse für möglichst viele Modellflieger – vom Anfänger bis zum Experten (der z.B. mal wieder seinen Amigo fliegen will) – zugänglich sein. Gleichzeit soll es Holz sein, nicht zu hightechmäßig werden und preisgünstig bleiben.

In den Foren gibt es Diskussionspunkte, über die Einigkeit herrscht und solche, wo unterschiedliche Vorschläge gemacht werden. Ich fasse ohne Anspruch auf totale Korrektheit und Vollständigkeit zusammen:

Einig scheinen sich bezüglich der Modellkonstruktion fast alle zu sein dass,

-die Spannweite kleiner, gleich 2 Meter beträgt,
- das Modell vornehmlich oder ganz aus Holz aufgebaut sein soll,
- es also keine teuren Schalentiere oder Balsa-Kohle-Kevlar… Verbundfiligranisten sein sollen,
- das Modell 4 Servos haben darf,
- das Modell Landeklappen haben darf.

Diskutiert wird am häufigsten (seltener lasse ich weg, sonst wird’s unübersichtlich) über:

- darf das Modell einen Heckausleger oder Holme aus Kohlerohr haben,
- wollen wir nicht Querruder zulassen, aber bei 4 Servos bleiben,
- dürfen Nurflügler mitmachen.

Ich möchte dazu ermuntern, alle letztgenannten Varianten zuzulassen, um ausreichend Interessenten / Teilnehmer zu gewinnen. Wir wollen kein teueres Highttech, es sollten aber durch zu penible Beschränkungen nicht zu viele Interessierte wegfallen. Für diese Vorgehensweise (möglichst wenige durch penible Beschränkungen abzuschrecken) möchte ich im Folgenden Argumente liefern:

CNC-gefräste oder gelaserte Bausätze, wie die von Höllein haben die Holzbausätze wieder beliebt gemacht – viele dieser Bausätze beinhalten CFK-Rohre, manche Querruder. Wenn wir diese Modelle erlauben spricht dafür:

Die Modell sind state of art bei Holzbausätzen ohne teuer zu sein und somit beliebt und verbreitet - viele haben bereits so ein Modell und könnten damit teilnehmen -
Jugendliche, die eins haben können sich vielleicht kein weiteres leisten -
Erwachsene und Nichtanfänger die eins haben, haben vielleicht keine Lust auf noch einen Zweiachser.

Die Modelle sind schnell gebaut, Baufehler passieren seltener bei dieser Bauart -auch weniger versierten Modellbauern und Jugendlichen.

Die Modelle fliegen sehr gut und machen deshalb viel Spaß.

Ein Miles (nur Holz) ist einem Höllein Callistik nicht unterlegen.

Wer mit dem Modell auch mal an den Hang will oder in Gegenden fliegt, wo oft viel Wind ist, kann Querruder gut gebrauchen – da wird’s mit nur Seite manchmal eng.
Querruder haben bei verschiedenen Bedingungen auch Nachteile: Deutliches Mehrgewicht (Servos, Kabel – wiegt mal die langen Kabel und Anlenkungen – ihr werdet euch vielleicht wundern – schlechtere Aerodynamik durch Anlenkungsteile und Ruderspalte, mehr Arbeit beim Bau).

Zudem ist es vielleicht hilfreich zu schauen, ob es nicht mehr um den Spaß, gemeinsam mit möglichst vielen Fliegerkumpels gehen sollte, statt um Haltungen wie: „Mist, wenn dessen Flieger weniger wiegt sinken meine Siegchancen.“ - Beim Wettbewerb geht es doch auch um Spaß, Gemeinsamkeit, Austausch, Kräftemessen. Hier fliegen doch auch Amigos und Co mit- die sind gegen einen Miles auch Steinzeitgeräte (gewinnen kann man damit aber trotzdem – ich habe mit meiner Libelle EVO, gerade bei schwachen Bedingungen schon oft 4-Klappensegler ausgekurbelt – und tschüss!). Und hat ein Miles mehr Leistung oder ein „Rohrholzflieger“ vom Höllein. Es gibt immer Unterschiede – damit müssen wir leben.

Das solche Erlaubnisse (Rohrteile, Querruder) schnell zu Wettrüsten führen wird oft gesagt, gleichzeitig aber selten ausführlich begründet – es wird oft einfach in den Raum gestellt. Deshalb sollte man das genauer untersuchen. Ich glaube das nämlich nicht:

Wer Querruder hat, hat noch keine Wölbklappen – zumindest am Innenflügel nicht – man könnte die erlaubte Querruderlänge auf 50 Prozent der Spanweite begrenzen – dann könnten fast alle Serienmodelle mit Querrudern (z.B. auch der Climaxx Compakt) auch mitfliegen. Eine weitere Begrenzung gibt es ja durch die Servoanzahl (4) und dadurch, dass das Seitenruder angesteuert werden soll.
Und wie die Rohrholmbauweise zu Schalen-oder Balsa-Kohle-Verbundtieren gelangen soll, ist mir sowieso schleierhaft.

Ich habe die Entwicklung der ferngesteuerten Holz- HLGs bishin zu den heutige Kohleschalen-DLGs (SALs) komplett verfolgt und einige der einschlägigen Modelle gebaut und geflogen. Hier war es so: Am Anfang standen Holz-Rippenmodelle, es folgten einige mit GFK-Rumpf, mit Stüro-Balsaflächen und irgendwann kamen die ersten Rohrholme und Rohrleitwerksträger ins Spiel. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte ein guter Pilot mit einem guten Holzmodell etwas Glück einen Wettbewerb gegen die „modernere“ Konkurrenz gewinnen. Dann kamen ersten Schalentier-HLGs – z.B. der Daiquiri oder das Wurmäusle. Diese Modelle waren den meisten Holzmodellen aufgrund von Gewicht, Festigkeit und Profiltreue dann doch sehr spürbar überlegen. Bei den Drehwurf-HLGs – als DLG / SAL Modellen wurde die Verbund- bzw. Schalenbauweise dann immer weiter perfektioniert. Da hat der Holzsegler wirklich kaum noch Chancen (außer vielleicht einer wie der Schulte fliegt eine Libelle und ich einen Stobel). Aber der Hauptunterschied in der Leistung lag nicht zwischen Holz und Holz und ein bis drei Kohle- oder GFK-Teile. Der extreme Leistungssprung kam als ganz viele Verbundwerkstoffe mit Balsa gemischt wurden (z.B. Kohle-D-Box und Balsarippen, diese mit Prepregs beschichtet und wieder eine spitze Kohleendleiste) und natürlich bei der Schalenbauweise.

Ich fasse noch einmal mein Anliegen zusammen: Lasst uns doch einfach mit möglichst vielen Modellfliegern, mit Freiraum für viele Modelle ähnlicher Art Spaß haben und das Gewinnenwollen etwas hinten anstellen. Das scheint nämlich der wichtigste Grund zu sein, dass so vieles reglementiert werden könnte. Die Kosten jedenfalls sind es nicht unbedingt. Ein Modell mit Kohlerohren und 4 Rudern, angelenkt durch 4 HS 55 ist preisgünstig zu kaufen oder zu bauen.

Wem seine Gewinnchancen extrem wichtig sind, der kann ja auch einen Rohrholmflieger mit Querrudern bauen – oder einfach mit seinem Amigo gewinnen – was durchaus geht, wenn man fliegen kann (und etwas Glück hat).

Unkompliziertheit wird ein einer Wettbewerbsklasse nicht nur durch Verhinderung von Hightech erreicht. Auch bestimmte, aus meiner Sicht zu enge Einstellungen, bei denen Leistung oder Erfolg überbewertet werden machen die Sache kompliziert. Wenn viele der heutigen Kaufmodelle oder Eigenbauten, die für die heutige Holzbauweise auf normale Standards (Rohrholme, Querruder) zurückgreifen nicht zugelassen sind, schrumpft die Interessenten- und Teilnehmerzahl enorm. Ich bezweifele, ob so überhaupt ein Wettbewerb zustande kommt. Zumal sich die Interessenten hier ja wahrscheinlich über das gesamte Bundesgebiet verteilen.

Ich möchte hier anregen hier eine Interessensgemeinschaft RES-Modelle zu gründen – unkompliziert, kein Verein aber mit Mitgliedern, die sich vielleicht in eine Liste eintragen, die Jemand von uns hier verwaltet (wer dazu Lust hat - ich nicht). Dann hätten wir die Möglichkeit einfach über das Reglement abzustimmen und die ausführenden Vereine könnten sich wirklich nach etwas richten (wenn auch nicht zwingend – aber man wüsste, was die meisten von uns wollen und darum geht’s ja).


Wenn es schon so was und feste Regelungen geben sollte – sorry – ich habe noch nicht alle Freds gelesen.

Viele Grüße

Uli
 
RES-Modell Fred

RES-Modell Fred

Hallo Uli

Bin auch am Thema interessiert. Das Thema breiter zu machen ist mit Sicherheit ein guter Ansatz! Ich stimme Dir in den meisten Punkten zu (was Wunder,denke wir sind fast gleichaltrig).Bin gespannt was sich hier entwickelt und bleib drann !

Gruss Peter
 
Hallo Peter,

vielleicht sehen wir uns dann ja mal auf einem der möglicherweise stattfindenden Wettbewerbe.

Viele Grüße

Uli
 
RES segler sind eine interessante kategorie.
Ich fliege ein Airtronics Sagitta 900 und es ist einer meiner lieblingsflugzeuge.
Das teil kann immer noch mithalten mit neuere flieger!
 
Hallo Marteen,

die Sagitta hat mich auch immer gereizt - sowohl die 600er als auch die 900er - beide sehr formschöne Modelle. Die 900 habe ich bei einem Freund gesehen - flog wirklich gut - der hatte eine modifizierte mit S 3021 statt Eppler 205.

@ Hänschen: Dein Link tut es (bei mir zumindest) nicht.

Viele Grüße

Uli
 
Hallo,

viele Rückmeldungen gibt es ja leider hier nicht. Na ja, ich habe auf jeden Fall in den letzten Tagen meine alte Höllein Libelle - die mit 180 cm Spannweite - von 1993, das war einer der ersten ausgelieferten Baukästen, restauriert und dabei so gut es ging abgespeckt. Ich bin jetzt bei 498 Gramm. Das ist für 29,6 Quadratdezimeter Flächeninhalt nicht übel - Flächenbelastung von knapp 17 g/dm.

Viele Grüße

Uli
 
Finde die RES-Klasse auch sehr interessant, habe mich aber bisher nur am Rande damit beschäftigt, wohl gerade auch da mir die Übersicht fehlte, diesen Thread hier finde ich also gut ;)
Bisher dachte ich eigentlich, der Witz sei genau dieser, dass keine Querruder erlaubt sind, resp. nur 2 Achsen?
Allerdings find ich deine Argumentation für Querruder eigentlich durchaus sinnvoll... Etwas vom Reiz für mich würde aber auch ausmachen, mit lediglich 2 Servos auszukommen.
Aus welchem Material nun der Holm besteht ist nicht so wichtig denke ich. Wobei ich es hier mal interessant fände 2 Flächen zu vergleichen, eine mit Rohrholm ganz ohne "Stolperstege", und eine konventionell, wo die Folie auch auf dem Holm aufliegt. Fraglich ist höchstens, ob ein Rohrholm eine wesentliche Gewichtsersparnis ermöglicht?
 
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