Digital - oder doch nedd?

Gast_20230

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Hallo,
wahrscheinlich müssen einige bei der Frage Grinsen - ich kann aber nichts dazu finden.
Also: Digitale Servos. Kennt jeder. Ich habe dazu vor längerer Zeit die pauschale Aussage bekommen: Läuft nur an digitalem Empfänger. Hhhmm..
Das klang irgendwie plausibel, und ich habe da keinen Gedanken mehr dran verschwendet.
Jetzt sagt mir aber jemand: So'n Quatsch, die geh'n an jedem Empfänger.
Was stimmt nun!?
 
Hallo,

Was meinst Du denn mit "Digitaler Empfänger"? Synthesizer oder Empfänger mit digitaler Signalaufbereitung?

Gruß,
Dankwart
 

Maistaucher

Vereinsmitglied, Offizieller 1. Avatarbeauftragter
Wenn ich das richtig sehe, ist das Interface zwischen Empfänger und Servo
immer noch das gute alte PWM mit den bekannten Tastverhältnissen.

Ob dies nun aus einer analogen oder digitalen Aufbereitung eines Empfängers kommt, sollte dabei egal sein.
Ob weiterhin das PWM im Servo direkt analog weiterverarbeitet wird
oder zunächst digital aufbereitet und dann ausgewertet, sollte dabei auch egal sein.

Das "egal" bezieht sich dabei immer auf die Schnittstelle zwischen den beiden.
 
Ich frag...

Ich frag...

...mich seit längerem schon was an einem Digitalservo eigentlich digital ist :confused:

Das Ausgangsignal des Empfängers ist zumindesten bei PPM (Puls Pause Modulation) eine anloge Größe (PWM).
Dies ist das Eingangssignal für das Servo, der Sollwert.
Den Istwert für die Servologik liefert das Poti, als Widerstandswert ebenfalls analog.
Selbst wenn beide Werte jetzt in der Servologik über A/D Wandler verwurstelt werden (?) ist die Ansteuerung der Endstufe für den Motor wieder PWM, also analog.
Soweit mein bisheriges Verständnis.
Wer weis es richtig?
 

udogigahertz

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Hier noch ein Link zur Futaba-Seite. Dort wird in einem kleinen PDF-Dokument sehr anschaulich sowie ausführlich der Unterschied zwischen "Analogservo" und "Digitalservo" erklärt. Leider sollte man etwas Englisch können. (Es sind aber auch Fotos dabei): http://www.futaba-rc.com/servos/digitalservos.pdf

Grüße
Udo
 
...und ... gibts da nun "Vorteile"? Und wenn ja, welche?

Die Frage ist absolut ernst gemeint, da ich da auch am rätseln bin, warum ein Servo, das ja analog arbeitet, digital sein soll. Geht es dabei nur um den Abgleich Soll/Istwert? (Wäre für mich die einzig verständliche Erklärung, da wohl hochintegrierte Schaltkreise verwendet werden können)

Bin mal gespannt, was die Experten nun antworten.

Ich muss sagen, daß ich noch aus der Generation bin, wo sich das digitale noch nicht breit machte. So z.B. NiCd Akkus... heute bin ich echt verwirrt... LiPo, NiMh usw...

Irgendwie fühle ich mich in dem Bereich als totalen Oldie und gleichzeitig Anfänger:rolleyes:

Gruß
Rainer
 

geko

User
Rainer Janz schrieb:
...und ... gibts da nun "Vorteile"? Und wenn ja, welche?
Gruß
Rainer
Ein immer wieder eingebrachter "Vorteil" soll sein: Höhere Rückstellgenauigkeit. Insbesondere da, wo es drauf ankommmt >Klappen<, werden also digitale empfohlen.

Wo es Vorteile gibt, gibt es natürlich auch Nachteile, soll z.B. sein: Höherer Stromverbrauch und ach ja, wohl auch der höhere Preis.

Aber die foreneigene Suchfunktion ist Dein Freund. IMHO wurde das schon mal ausführlich behandelt.

Gruß geko
Gerd Kosbab
 
In analogen Servos wurden die PWM Signale mit einem Spannungsvergleich ausgewertet. Der Impuls aus dem PWM Signal läd dabei im Grunde einen Kondensator auf. Je länger der Impuls, desto höher die Spannung am Kondensator. Das Poti liefert eine Referenzspannung die verglichen wird. Ist die Differenz niedriger, schaltet dreht sich der Motor in eine Richtung, ist die Differenz höher, dreht er in die andere. Sind beide Spannungen gleich, steht der Motor.

im Digitalservo wird die Potispannung an einem Analog/Digitalwandler gemessen und in einen digitalen Messwert umgewandelt. Die Dauer des PWM Impulses wird direkt per Timer gemessen und ergibt den zweiten Wert. Der Prozessor vergleicht beide Werte und steuert je nach Ergebnis den Motor.
Eigentlich passiert das heute in den meisten billigen Analogservos, da ein Microprozessor wesentlich billiger zu fertigen ist, als die aufwändige "alte" Analoge Steuerung. Während der Pausen zwischen den Impulsen kann äußere Krafteinwirkung das stromlose Servo verstellen, so daß bei der nächsten Messung nach 1/50 Sekunde die Stellung korrigiert werden muss.

Zum "Digitalservo" werden die Servos, wenn der Prozessor sich den Messwert des PWM Impulses auch noch speichert und mehr als 50mal die Sekunde das Poti misst und daraus das Steuersignal für den Motor erzeugt. Der wird viel häufiger korrigiert und hat dadurch höhere Halte und Stellkräfte. Da er öfters angesteuert wird, steigt auch der Strombedarf.

Im Grunde sind die Prozessorsteuerungen der Servos viel preiswerter als die alte Technik. Für "analoge" Servos wird einfach die Software vereinfacht, für teure "Digitalservos" wird einfach häufiger gemessen. Schon haben die Hersteller billige und teure Servos mit unterschiedlichen Eigenschaften. Der Rest ist Anpassung der Mechanik ( Motor, Getriebe, Gehäuse ) - wobei sich hier die Servos teilweise auch nicht mehr unterscheiden.
 
geko schrieb:
Aber die foreneigene Suchfunktion ist Dein Freund. IMHO wurde das schon mal ausführlich behandelt.

Gruß geko
Gerd Kosbab
Hallo Gerd,

das ist zwar generell und pauschal richtig. Doch wie so oft, ist eine Frage schneller formuliert, als ein "umständlicher" Klick auf die Suche bzw den oder die Begriff/e definieren.

Außerdem habe ich dann tatsächlich eine *persönliche* Antwort bekommen und fühle mich dadurch auch wahrgenommen. (So denkt der überwiegende Teil derer, die eben NICHT die SuFu nutzen - Freispruch also)

Genau das ist eben die Motivation: Man bekommt eine Antwort. Somit entwickelt sich daraus eine Unterhaltung... und die kann wieder noch mehr Infos ans Tageslicht bringen. Ich kenne aber das Problem und ehrlich gesagt, musste ich gerade echt schmunzeln. Denn in einem anderen Forum (Stichwort Webradio) hätte es statt einer erklärenden Antwort halt einen expliziten Rüffel gegeben, man solle doch die Forenregeln beachten und *zuerst* die SuFu bemühen. Dort gibts dann auch erst ellenlange Diskussionen darüber, daß halt nicht gesucht wurde... was dann schon teilweise echt lächerlich wirkt.

Aber zurück zum Thema:

Höhere Rückstellgenauigkeit? Also so extrem hab ich das noch nie beobachten können, daß ein analoges Servo ungenau wäre. Das mag sich nach vielen Betriebsstunden evtl mal auswirken. Doch meistens ist dann auch die Mechanik selber nicht mehr zu gebrauchen. Genau dieses dürfte dann aber auch bei digitalen Servos nichts mehr bringen und sogar eher nachteilig sein, da die Elektronik ständig nachregeln will und demzufolge der Stromverbrauch wohl eher mit zunehmendem Alter ansteigen wird durch ständiges nachregeln.

Oder ganz einfach gefragt: Sind frühere Modelle ohne Digitaltechnik denn schlechter geflogen? (Das bezieht sich nun rein auf die Servos... Komfortfunktionen im Sender/Empfänger lasse ich mal außen vor)

Gruß
Rainer
 
Hallo Rainer,
Oder ganz einfach gefragt: Sind frühere Modelle ohne Digitaltechnik denn schlechter geflogen?
NEIN, sind sie nicht. Manchmal wird davon berichtet das die (angeblich) höhere Rückstellgenauigkeit für den Piloten im Flug spürbar ist. Ich halte das für ein Märchen. Was der Pilot mit seinen Fingern am Knüppel als Eingabewert produziert ist weit weniger hoch aufgelöst als selbst bei Analogservos die Wiederholrate des Eingangsimpulses von ca. 20ms.

@alle
Wenn die µC Logik des Servos billiger ist als die "alte" Analoglogik, warum sind die Digitalen denn teurer?
 

Uwe Gartmann

Vereinsmitglied
Wenn die µC Logik des Servos billiger ist als die "alte" Analoglogik, warum sind die Digitalen denn teurer?
Diese Analogtechnik wird heute nicht mehr gefertigt. Ein Elektronikhersteller orientiert sich an den am Markt üblichen Produkten und Preisen. Alte Analog-ICs sind da sicher nicht dabei. Ausserdem spielt wie überall das Marketing und die Produktepolitik eine Rolle.

Es war schon vor zig Jahren so, dass dieselben Bremsklötze bei Audi das doppelte kosteten wie bei VW.

Gruss
Uwe
 

Gast_20230

User gesperrt
Hallo,
danke für die ganzen Infos.
Hintergrund der Frage ist eben dass die digitalen teilweise eben schon wesentlich billiger sind als analoge! Mglw. trifft das nur auf spezielle Teile zu, keine Ahnung, habe ich aber schon gesehen.
Ausserdem wollte ich's einfach wissen.

Zu Cucumber: Woher soll ich wissen was ich meine? :D
Als ich angefangen habe, so kurz nach dem letzten Krieg (kleiner Scherz, aber sind schon 30 Jahre) gabs das ganze Geraffels nicht. 35MHz, Sender, Empfänger, Servos, Ende. Enstprechend Informationsüberfrachtet bin ich mit dem aktuellen Zeugs zumal mich (Flug)Modelle interessieren und nicht Fernsteuerungen, die Programmierung derselben oder PPM, Soppelduper oder eben digital/analog. Funktionieren muss das als Mittel zum Zweck, Ende.
Deshalb bin ich auch mit ner kleinen Mx12 absolut ausreichend bedient.
Naja, es sei denn ich gehe doch noch das ASH 25 Projekt an....
 
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