Flächensteckung

Hallo zusammen.

Ich möchte bei einem Kult aus Gewichtsgründen den Flächenstahl ersetzen.
Nimmt man dafür einen Glasfaserstab oder besser einen Carbonstab?

Danke für die Hilfe.
 
Hallo.

Lass den Flächenstahl drinn. Und wenn, dann einen CFK-Stab. Der müsste aber bei gleicher Festigkeit einen größeren Durchmesser/Querschnitt haben als der Stahlstab.
Ausserdem hat Stahl den Vorteil das er bei Überlastung nicht gleich komplett durchbricht, sondern sich verbiegt. Wenn du einen CFK-Stab verwendest sollte der also dementsprechend dimensioniert sein, tauscht du 1:1, dann kann schon ein etwas stärkeres Abfangmanöver zum Bruch führen.

Gruß Andreas
 
Hallo,

bei meinem V-Kult der ersten Gen. habe ich nach der Elektrifizierung den 12-er Stahl gegen einen 10mm Kohlestab im 12-er Alurohr (eingeharzt) getauscht.
Mir war das Gewicht einfach zu heftig, nach dem Tausch wog der Kult mit Reisenauer Micro Ed. Getriebeantrieb und 3 Zellen 3000 mA nur noch ca. 3,2 Kg.

Hat sich aus meiner Sicht gelohnt, dieser Flächenstab macht nun schon viele Jahre alles mit, nehme das Modell aber auch nicht hart an die Sticks, sondern fliege eher flüssig.
Was total eklig war - das abschleifen des Kohlestabes, damit dieser satt in das Alu-Rohr gepasst hat.:eek:

Liebe Grüsse
Jürgen
 
Jürgen, wieso ist eine Kerbwirkung bei CFK bedenklich?

Habe den direkten Vergleich eines hochwertigen R&G CFK Vollstabes gegen Stahl mit 10mm Durchmesser bei einem 2.8m Segler. Mit CFK ist die Durchbiegung in der Luft höher als mit dem Stahlverbinder.

Besser statt Alu wäre ein Stahlrohr mit CFK Stab, wenn es nicht nur um die Gewichteinsparung geht.

David
 
Flächenstahl

Flächenstahl

Hallo in die Runde,

also ich benutze in allen Fliegern Titanstähle!
Sind nicht so teuer wie vermutet wenn man beim Eisenhändler seines Vetrauens nach Reststücken fragt!
Und verbogen habe ich sie auch bei extremen "Flugversuchen" noch nicht.
Leicht sind sie zudem auch ................

Gruß Holger
 
E-Modul, Festigkeit, Kerbwirkung

E-Modul, Festigkeit, Kerbwirkung

Hallo zusammen,

in diesem Faden erkennt man verschiedene Unkenntnisse zu Materialeigenschaften:

-die Zugfestigkeit verhindert das Brechen des Verbinders. Stahl: grob ca. 900 N/mm². Glasfasern an sich vielleicht doppelt so viel aber die Stäbe sind nur halb gefüllt, der Rest ist Harz. Also Nullsumme

-die Steifigkeit (=E-Modul) verhindert die Durchbiegung. Ein steifer Kohlestab mit 10 mm Durchmesser biegt sich kaum, aber dann bricht er plötzlich wenn seine Zugfestigkeit überschritten wurde. Je nach Faser kann dies bei Kohle und Glas bei einer ähnlichen Last sein. Glasfaser würde sich stark biegen, bevor sie bricht. Aber wann sie bricht, hängt von der o.g. Zugfestigkeit ab

-die Kerbschlagempfindlichkeit ist eine Aussage über die Aufnahme von mechanischer Energie. Aramid, z.B. Kevlar, nimmt viel Arbeit auf, bevor die Faser reißt. (Schusssichere Westen. Eine solche aus Kohlefaser würde kaum die Kugel abhalten, bei gleichem Faservolumen). Also muß der Kohlestab durch das Alurohr geschützt werden. Das Alurohr verringert den tragenden Durchmesser der Kohle, und trägt nicht zur Festigkeit bei, weil die Steifigkeit geringer ist als die von Kohle. Außerdem ist Alu schwerer. Ungünstig.

Ich würde keinen Kohleverbinder nehmen, sondern einen aus Glasfasern. Bei Last wird er sich mehr durchbiegen, als der Stahlstab.

Ich gebe keine genauen Werkstoffdaten an, da diese eine sehr hohe Streubreite haben. Aber die Grundprinzipien bleiben.

Gruß
Klaus.
 
Hallo Holger,

so mache ich es auch. Titan Concept sehr netter Kontakt.
Ich habe nicht nach dem Paßmaß h9 gefragt und der Stab war 2 hundertstel zu dick.
Der Stab ist nach fast einem Jahr kostenlos getauscht worden.

M. f. Gruß

Hannes
 
Ich möchte bei einem Kult aus Gewichtsgründen den Flächenstahl ersetzen.
Nimmt man dafür einen Glasfaserstab oder besser einen Carbonstab?


Hmmm...., mehr wollte der Treadstarter doch eigentlich nicht wissen :rolleyes: .

Back to the roots.

Gruß Andreas
 
Hmmm...., mehr wollte der Treadstarter doch eigentlich nicht wissen :rolleyes: .

Back to the roots.

Meine Erfahrung bei Modellen ähnlich dem Kult:
- Stahlverbinder ist fest, steif und schwer, kaum Biegung und bei Überlastung biegt sich der Stahl plastisch oder die Steckungshülse bricht aus der Fläche
- Vollkohleverbinder ist leicht, fest und biegt sich etwas mehr als der Stahlverbinder soweit man es mit Federstahl oder sonstigem hochfesten Stahl vergleicht, aber Kohlebiegung ist nur elastisch oder "knack". Kerbwirkung bekommt man sehr gut in den Griff wenn man die Enden der Steckungsrohre beidseitig vom Flächenanschluß ordentlich entgratet und etwas anfast oder rundet.
- Glasverbinder ist leicht und fest, aber biegeweich. Das schont die Flächen im Weicheierbetrieb und ein Glasverbinder wird ohne Absturz kaum jemals brechen, denn was sich biegt das bricht nicht und vor dem Verbinder bricht die Fläche oder montiert ab. Für den dynamischen Flug ist ein Glasverbinder aber blöd weil er sich so stark biegt und die Fläche sich bei Rudereingaben bewegt oder beim extremen Abfangen sogar abmontieren kann. Fürs Thermikfliegen ist das aber Supi.
- Faserwerkstoffe in Metallrohren funktionieren gut, bevorzugt ein kohlegefülltes, dünnwandiges Edelstahlrohr.
- Titan ist geil, aber als Verbinder hab ich das noch nie benutzt weil Faserverbund besser ist wenn ich Gewicht sparen will und Stahl besser ist wenn ich Gewicht haben möchte.

Gruß,

Uwe.
 
ich würde komplette Modelle aus Aluminium empfehlen. Diese haben dann nicht all die negativen Eigenschaften wie sie Faserverbundwerkstoffe mit sich bringen. Und das EModul erst mal... (einen hohen Emodul hat hier jemand ganz anders). Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier ein Forentroll um den Weg ist.
 
Hallo,

auch wenn hier in einem sehr zweifelhaften Ton diskutiert wird - leider! -, möchte ich doch etwas zum Thema "Alu-Verbinder" sagen:

Diese ganze Diskussion dreht sich um den Wunsch einer Gewichtsverringerung und die Lösung hängt doch im wesentlichen von den "Betriebsbedingungen" ab - und nicht von theoretischen Streitigkeiten.
Hierzu mein Beispiel:
Vor ca. 12 Jahren habe ich noch einmal eine "Holzbauphase" gestartet, in der ich u.a. drei Scalemodelle der Schweitzer 1-23 in drei verschiedenen Größen (Fluggewichte zwischen 3 kg und 5,5 kg) gebaut habe. Hierzu wurden mir aus den USA entsprechende "half-kits" geliefert, einschließlich Alu-Flächenverbinder (mit vergleichbaren Durchmessern zu Stählen: knapp 10 mm für 3 m Spw. und 12 mm für 4 m Spw.) aus einer hochzähen Materialtype, deren Bezeichnung ich nicht mehr weiß. "Naturgemäß" war meine Skepsis sehr groß und mein Versuch (laut Anleitung), die V-Form durch (kontrolliertes!) Biegen herzustellen schlug mit meinen Werkstattmitteln wegen der Rückstellkräfte fehl. (Ich habe die Aufgabe durch Trennen des Verbinders und Einbau eines kräftigen Steckungskastens im Rumpf gelöst).
Beide Modelle wurden/werden ausschließlich im Schleppbetrieb in der Ebene betrieben und haben auch einen sporadischen Looping klaglos und ohne "Verbiegungen" überstanden.

Es geht also - es kommt (nur) auf die Betriebsbedingungen an.

Gruß
Herbert
 
Zuletzt bearbeitet:
Es geht also - es kommt (nur) auf die Betriebsbedingungen an.
Sag ich doch. Für untergeordnete Anforderungen. Alu war in den USA eine Zeit lang als Flächenverbinder populär. Ich hab mal so ein Ding an einem Themikschleicher in USA gesehen, Stil Amigo. Den haben die Jungs an ihre Powerwinde gehängt. 10 m vor, 5 m hoch. KRACK! Der Verbinder war durch. Der Kieferholm hat gehalten...

Guru, ich weiss ja nicht, wo Du Deine Weisheit her hast. Aber ich würde das Institut mal anfragen, womit sie ihre Studiengebühren rechtfertigen.
 
Allein schon, dass er nicht angibt, welches Aluminium ( Spezifikation 1xxx - 8xxx ) geeignet wäre lässt den Wert solcher "Tipps" erahnen.

Vielleicht hilft ein Blick auf diverse Anwendungen von Aluminium als Werkstoff auch ohne "wissenschaftliche" Betrachtung:

Vor 30 - 40 Jahren waren im (Rennrad ) - Fahrradbau Stahlrahmen das Maß der Dinge. Die Rahmen waren aus hochwertigem CrMoly - Stahl gefertigt, grazil aus dünnen und auch dünnwandigen Rohren aufgebaut, um Gewicht zu sparen. Dann kam die Aluminium -Ära - bis heute baut man auch noch Fahrradrahmen aus Alu aber die Rohrdurchmesser und auch die Wandstärken sind bedeutend größer, als bei Stahl.
Warum wohl ? Mittlerweile werden hochwertige Rennradrahmen aus Faserverbundwerkstoffen gefertigt.

Auch im Flugmodellbau werden Alu -Verbinder eingsetzt. Man denke an das bekannte "Petrausch - Rohr" bei den Motorfliegern. Aber auch hier : sehr große Durchmesser, die im Segelflugbereich in der Regel nicht zu realisieren sind.
Also: Einen 12er Rundstahl einfach durch einen Alu - Stab gleichen Durchmessers ersetzen? Womöglich noch einfach in den nächsten Baumarkt gehen, und das dort erhältliche Stangenmaterial kaufen?? - Da wäre es wohl einfacher, den Flieger gleich in die Tonne zu stecken. Macht weniger Arbeit und birgt kein Risiko !

Viele Grüße
Elmar
 
Flächensteckung

Guten Morgen.

Vielen Dank Dank an Alle die sich die Mühe gemacht haben freundlich und konstruktiv auf meine Frage zu antworten.
Ich finde es wirklich prima, wie man untereinander seine unterschiedlichen Erfahrungen und Meinungen austauschen und sich so gegenseitig unterstützen und helfen kann.

Eigentlich wäre es doch auch sehr angenehm wenn man den jeweils anders Denkenden ihre Meinung lässt, gegebenenfalls freundlich darüber diskutiert.
Schade ist es jedoch, dass bei einem simplen Thema wie einer Flächensteckung persönliche Beleidigungen ausgesprochen werden. Ich denke so etwas sollte hier doch eigentlich nicht vorkommen.

Auf jeden Fall gabt ihr mir sehr geholfen :-)

Ich wünsche allen ein schönes und "konstruktives" Wochenende.

Grüsse Charly.
 
Titan vs Stahl

Titan vs Stahl

Hallo,

ich habe vor Jahren einen Titanstab als Steckung in meiner Alpina 4001 elektro (Master edition, also mit Kohle unterlegt Fläche, 5 kg Fluggewicht) ausprobiert.
Im Original besteht die Flächensteckung aus einem 12 mm Stahl mit 323 mm Länge und 284 gr Gewicht. In Titan wiegt der Verbinder 170 gr.

Titan (Typ Grade 5) hat im Vergleich zu Federstahl Stahl ein geringeres E-Modul aber höhere Bruchdehnung. Die Bruchlast ist ähnlich oder höher wie bei Federstahl, je nach Stahltyp.
Das bedeutet, bei gleicher Belastung dehnt sich Titan stärker, kann aber andererseits auch viel weiter gedehnt werden bevor es sich bleibend verformt oder bricht.

Das habe ich im Flug gemerkt. Die Flächensteckung biegt sich selbst im vorsichtigen Looping sehr deutlich stärker als mit Stahlverbinder und die V-Form wächst heftig. Nach dem Looping wippt das ganze wieder zurück auf normale V-Form.
Richtig flott abturnen (soweit die Alpina das eben kann) mag ich mit dem Titanstab nicht, das ist mir zu wackelig. Also liegt der Titanstab zu Hause und ich fliege mit Stahl.

Für's reine Thermikfliegen ist der Titanstab prima.

Gruß,
Frank
 
Bearbeitung Titan

Bearbeitung Titan

Hallo, Titan als Steckung interessiert mich schon länger. Eine kurze Frage dazu: Kann man einen Titanstab mit einer normalen Eisensäge kürzen?
 
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