Gemischte Bauweise; 3D-Druck und klassisch in Holz

rubberduck

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Hallooo,
ich habe seit einem 3/4 Jahr einen 3D-Drucker und bereits einiges an Zubehör für den RC-Modellbau gedruckt.
Bislang recht zufriedenstellend.

Nun überlege ich, ob man ein RC-Flugmodell nicht in einer gemischten Bauweise, 3D-Druck und klassisch in Holz, bauen kann.
Nervig finde ich z.B. das Rippenaussägen.



Tests mit dem Verkleben von 3D-Kunststoff, in meinem Fall PLA, und Holz (Kiefer, Buche, Balsa) waren ziehmlich gut.
Die Verklebung besonders mit Balsa und Kiefer waren einwandfrei.


Es muss doch nicht ein ganzes Modell aus Holz, GFK, Styro, oder PLA hergestellt werden?
Warum mischt man nicht einfach die Bauteile?
Bei GFK und Holz machen wir das schon lange.


Was haltet Ihr davon?


Hier meine ClarkY-Rippen aus PLA. In die verbaue ich als Mittel-Holm und Nasenleiste 2 CFK-Stangen, oben und unten als Holmgurte zwei Kiefernleisten und als Endleiste eine Balsaleiste.
Danach Folie drüber.

Daten: ClarkY 18cm, Dicke 3mm, Material PLA-Kunststoff

Bild_Rippe_3D.jpg

Jürgen
 
Carrera Primus wäre doch.....

Carrera Primus wäre doch.....

.....eine Option, die alten Retromodelle von CARRERA....

Carrera Primus Baukasten Teile.jpg

Primus Rumpf mini.jpg

nachbauen, Baupläne vorhanden und viele Bilder der Baukästen vorhanden.

Carrera Milan, Carrera Bora, Carrera Student

VG
Olaf
 
Was haltet Ihr davon?

Jürgen

Hallo Jürgen,

finde ich eine sehr gute Idee. Ich versuche auch etwas in dieser Richtung allerdings keine Tragfläche sondern einen Rumpf für einen kleinen Hangflieger. Wobei ich die Rippen aus PLA drucke. Aussteifung mit Kiefernleisten und außen Beplankung mit 1,5 mm Balsa. Ich verklebe PLA mit Kiefernleisten oder Balsa mit UHU plus endfest 300 und bin sehr zufrieden damit. Womit klebst Du?
Tragflächenrippen hab ich auch schon mal versuchsweise gedruckt und mal daneben aus Balsa eine ausgeschnitten und die Gewichte verglichen. Die PLA-Rippe war ein vielfaches schwerer. Hier muß mit der Konstruktion der Rippen sicherlich darauf eingegangen werden um die Massen zu reduzieren. Hast Du das bei Deiner Rippe schon mal getestet?
Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg und berichte

Liebe Grüße
Xare
 
Hallo Jürgen,

finde ich eine sehr gute Idee. Ich versuche auch etwas in dieser Richtung allerdings keine Tragfläche sondern einen Rumpf für einen kleinen Hangflieger. Wobei ich die Rippen aus PLA drucke. Aussteifung mit Kiefernleisten und außen Beplankung mit 1,5 mm Balsa. Ich verklebe PLA mit Kiefernleisten oder Balsa mit UHU plus endfest 300 und bin sehr zufrieden damit. Womit klebst Du?

Liebe Grüße
Xare

Ich klebe PLA vorwiegend mit mitteldickem Sekundenkleber.
Übrigens, so viel an Mehrgewicht kommt auch mit PLA-Rippen nicht zusammen. Ich mache ja Aussparungen in die Rippen. Und dann experimentiere ich noch mit der Auflösung der Teile, bin momentan bei 50 % Infill.

Deinen Rumpf könnte man auch als Ganzes drucken.
O.K, die Konstruktion in CAD muss man lernen, da steckt eine Menge an Zeitaufwand drin.
Das habe ich auch ziehmlich unterschätzt.

PS: Ich versuche mal eine kleine Rumpfform

gruss
Jürgen
 
Halte ich auch für eine gute Idee, und bin gerade am Zeichnen eines entsprechenden Modells :) Der Drucker soll das machen, was er am besten kann, nämlich komplizierte Formen. Alles Simple geht gewichtsmäßig leichter in herkömmlicher Bauweise.

Grüße
Andi
 
Mache ich für komplexere Formteile schon eine ganze Weile, zuerst PLA inzwischen fast nur noch in PETG.

UltraEZ_15b.jpg


verbaut (Originalnase und Leitwerk ersetzt):

UltraEZ_13.JPG
 
.....eine Option, die alten Retromodelle von CARRERA....

nachbauen, Baupläne vorhanden und viele Bilder der Baukästen vorhanden.

Carrera Milan, Carrera Bora, Carrera Student

VG
Olaf

...und damit den einzigen Nachteil dieser Modelle in die Neuzeit “retten“? Wer weiss, wie dauerhaft das Zeug aus dem Drucker ist, und die Carrera Flieger sind dank ABS nach 30 Jahren für die Vitrine.

Es ist bestimmt eine interessante Spielerei mit der 3D Druckerei, aber wenn es ein Modell sein soll, das nicht nur für einen Sommer gedacht ist, dann geht nix über die bekannten Bauweisen, sei es Holz oder Faserkunststoff.

Alles andere ist RtD: ready to dispose.

Und Jürgen, tu uns einen Gefallen: Keine Rechteckfläche, ok? Dafür braucht man kein HiTech.;)
H.
 
Es ist bestimmt eine interessante Spielerei mit der 3D Druckerei, aber wenn es ein Modell sein soll, das nicht nur für einen Sommer gedacht ist, dann geht nix über die bekannten Bauweisen, sei es Holz oder Faserkunststoff.

Du schreibst selber, dass du nicht weisst, wie haltbar das alles ist und rätst daher davon ab? Du hast schon recht, Innovation sollte man immer schön im Keim ersticken. Mit solch einer Einstellung wär es nie zu Faserverbundstoffen etc. gekommen.

Ich setze seit über 3 Jahren Teile aus dem 3D Druck in unterschiedlichen Teilen meines Lebens ein. Im Arbeitszimmer, im Musik-Bereich, im Campingbus, selbst der Halter für Shampoo in der Dusche kommt aus dem 3D Drucker. Damit hab ich den Teilen Erschütterungen, Sonnenlicht, Nässe, Vibrationen und Erschütterungen zugeführt etc. Das einzige Teil, weil Strukturelle Veränderung durchgemacht hat, in all den Jahren, ist der Shampoo Halter. Der Riss, den das Teil seit Druck hat (Zu groß, warping etc) ist minimal größer geworden über die Zeit. Ein Verhalten, was Holz an der Stelle genauso gebracht hat.
 
...und rätst daher davon ab...

Nein, ich rate nicht davon ab. Ich würde nur keine tragenden Teile daraus machen, zumindest bis klar ist, wie es um die Dauerhaltbarkeit bestellt ist.

Mag sein: diese Haltung ist nicht gerade visionär.
Aber: Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.

Man kann Fortschritt auch dosiert angehen, ohne gleich rückschrittlich zu sein.
H.
 
...und damit den einzigen Nachteil dieser Modelle in die Neuzeit “retten“? Wer weiss, wie dauerhaft das Zeug aus dem Drucker ist, und die Carrera Flieger sind dank ABS nach 30 Jahren für die Vitrine.

Es ist bestimmt eine interessante Spielerei mit der 3D Druckerei, aber wenn es ein Modell sein soll, das nicht nur für einen Sommer gedacht ist, dann geht nix über die bekannten Bauweisen, sei es Holz oder Faserkunststoff.

Alles andere ist RtD: ready to dispose.

Und Jürgen, tu uns einen Gefallen: Keine Rechteckfläche, ok? Dafür braucht man kein HiTech.;)
H.

Da muss ich widersprechen...ich habe einige Teile, sogar aus PLA, für den Außeneinsatz gedruckt.
Das erste vor ungefähr 3 Jahren. Trotz permanentem Witterungseinfluss, Regen, UV Bestrahlung, Hitze, Kälte und was weiß ich, bisher keine Veränderung.
Und es wird wohl niemand sein Modell 3 Jahre in den Garten stellen.

Ich würde persönlich nie komplette Modelle drucken, alleine schon wegen der Druckzeit aber es ist überaus interessant, die Bauweisen zu kombinieren.
Mein letzter größerer Druckeinsatz für den Modellbaubereich war für eine Krick Piper. Kabinenhaube verloren und bei Krick kein Ersatz mehr zu bekommen. Da habe ich die nicht aus Holz nachgebaut sondern gedruckt.
Hat dann auch den Vorteil der problemlosen Reproduzierbarkeit. Wenn man die 3D Konstruktion einmal auf dem Rechner hat, dann kann man sowas in wenigen Stunden wieder ausdrucken.
 
Hallo

Ich drucke ebenfalls nur in PETG. Drucker läuft gerade. :)
Die Haltbarkeit kann ich zwar nicht beurteilen, allerdings würde ich die höher ansetzen als die Haltbarkeit manchen Modells. Zumal Kunststoffe noch Jahrhunderte in unseren Ozeanen schwimmen werden. :cry:

Zu Thema:
Super interessant was es da schon gibt. Mir schwebt Ähnliches vor. Allerdings in Kombination mit CFK. Ein Versuch wäre es wert, andere Materialien in den 3D-Druck zu integrieren. Z.B. ein Kohlerohr direkt einzudrucken.
Was die Konstruktionen angeht ist der 3D-Druck nicht überall sinnvoll. Ein weites Betätigungsfeld für Experimente.
 
Die Gemischtbauweise hat schon was. Allerdings sind Rippen usw. für mich keine Option. Der Druck dauert einfach zu lange. Für die klassische Bauweise mit Styropor und Holz bin ich dank CNC Fräse und Schneide besser aufgestellt.

Neben dem reinen Zeitaspekt ist das auch ein Kostenfaktor. Das Material ist immer teurer als jedes Holz, was man dafür nimmt.

Was hervorragend funktioniert ist das Drucken von Laminierformen für Motorhauben etc. Die behandle ich nach dem Druck mit einem Surfacer und werden dann mit feinen Schleifpapier glatt geschliffen. Die Löcher für Passstifte bei geteilten Formen werden direkt mit gedruckt, das funktioniert bestens. In der Summe geht das schneller als jede klassische Abformung.

Haubenform1_.png

Auch Details wie Maschinengewehre und Pilotenpuppen lassen sich prima drucken.

Gruß
Thomas
 
... bin ich dank CNC Fräse und Schneide besser aufgestellt.
Das dürfte der entscheidende Grund sein. Wenn man entsprechende Geräte (und die dazu gehörigen Räumlichkeiten) hat, dann kann man sicher oft die "optimalen" Geräte und Arbeitsweisen einsetzen. Wer aber in der Beziehung mehr oder weniger bei Null anfängt und womöglich in einer Gegend wohnt, wo Wohnraum teuer ist, für den kann der 3D-Druck das Mittel der ersten Wahl sein. Selbst wenn es für Rippen ist.
Grundsätzlich finde ich das Thema hochspannend und beobachte gerne , wie sich das entwickelt. Da ist sicher noch einiges drin. Ich sehe das ähnlich wie bei Depron und Co. Am Anfang gab es auch ein Geschrei, dass damit der Modellbau kaputt geht, die Modelle grundsätzlich Sch*** sein usw.
Und heute? Da sind Schaum/Depron-Modelle gang und gäbe und keiner regt sich mehr auf. Ich würde sogar behaupten, dass einige Bereich in der Modellfliegerei ohne die Materialien kaum so verbreitet wären wie sie es jetzt sind (z.B. Indoor oder Wasserflug)
 
Ich sehe das ähnlich wie bei Depron und Co. Am Anfang gab es auch ein Geschrei, dass damit der Modellbau kaputt geht, die Modelle grundsätzlich Sch*** sein usw.
Und heute? Da sind Schaum/Depron-Modelle gang und gäbe und keiner regt sich mehr auf. Ich würde sogar behaupten, dass einige Bereich in der Modellfliegerei ohne die Materialien kaum so verbreitet wären wie sie es jetzt sind (z.B. Indoor oder Wasserflug)

Geschrei hat es immer gegeben, vor kurzem noch wegen der Kopter.
Auch das Thema hat sich beruhigt.#

Und nun? Treffen sich hier beim Thema 3D-Druck so einige "Kontrahenten" wieder mit einem gleichen Interesse. HAhA... ;)

Übrigens, meine Entscheidung für den 3D-Drucker ist anfangs eher wegen der fehlenden Ersatzteil-Beschaffungsmöglichkeit gefallen. Ich drucke mir nun etliches, was ich sonst mühselig suchen müsste, selber.

Vom Gehäuse für ein kleines Netzteil, über Servorahmen bis zum Türstopper.

Jürgen
 
Wer aber in der Beziehung mehr oder weniger bei Null anfängt und womöglich in einer Gegend wohnt, wo Wohnraum teuer ist, für den kann der 3D-Druck das Mittel der ersten Wahl sein. Selbst wenn es für Rippen ist.
Letztendlich ist das eine Ressourcen-Frage. Und da zählt für MICH sehr wohl auch die Ressource Zeit. In der Zeit, in der ein 3D Drucker eine ordentlich stabile aber leichte Rippe druckt, hab ich etliche Rippen mit der Hand ausgesägt/ausgeschnitten und sauber geschliffen. Ich hab für solchen Einsatz (meistens Flächen ohne Schränkung etc). eine Rippe gedruckt und als Schablone genutzt. Früher hab ich die Ausgedruckt und mir dann eine Schablone selbst gebaut.
Ich persönlich drucke vor allem Dinge, die ich anders nicht, oder nur sehr schwer herstellen kann. Sowas wie Scale-Applikationen usw. Toll sind auch Bohr- und Winkel-Lehren usw. Sobald der Drucker wirklich präzise eingestellt ist, vereinfacht sowas die Arbeit enorm.
 
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