Gewicht der Tragflächenschale

Hallo,

ich habe aus der Tragflächenschale des Amethyst ein Stück der Abmessung 80mmx273mm herausgeschnitten und auf einer Laborwaage gewogen: 9,35g. Das ergibt ein Flächengewicht von 4,28 g/dm².

Die Schale hat innen und außen Glasgewebe, dazwischen liegt eine Hartschaumschicht, ca. 1,2mm. Innen sieht es nach 25g/m² aus und außen nach 80 g/m², beides diagonal.

Was sagt ihr zu dem Gewicht? Ist das OK? Ich habe keinerlei Vergleichswerte.

Gruß
Gerald
 
Sääävus,

gib doch mal die Daten für die Spannweite uns so weiter durch, dann können wir dir vieleicht besser helfen, 4-5 gramm pro dm² hört sich doch gut an!!
 
Hallo!

4,28 g/dm^2 = 428 g/m^2.

Ausgehend von der Vermutung der verwendeten Gewebe ergibt sich folgende Bilanz (ausgehend vom Faser / Epoxi - Gewichtsanteil von 50%):
25er Glas + Epoxi: etwa 50g/m^2
80er Glas + Epoxi: etwa 160g/m^2
Stützstoff: etwa 100g/m^2
---------------------------------------------
Zusammen etwa 310g/m^2

Betrachtet man die Messgenauigkeit der Waage und der bestimmten Fläche, und, dass in die Bilanz keine Farbe mitberücksichtigt wurde, so passt das ganz gut.

Cascada, was hat denn "die Spannweite uns so weiter" damit zu tun??

Gruß
Andreas
 
Hi Gerald,

Du kannst davon ausgehen, daß für das Benetzen des Gewebes das gleiche Gewicht wie das Gewebegewicht an Harz-/Härtermischung notwendig ist (ganz grobe Faustformel für Handlaminate). Glas, Aramid und Carbon verhalten sich da aber unterschiedlich, auch in Abhängigkeit von der Webart (Gewebe, Gelege) und wie dicht die Fasern gewebt sind. Ich glaube bei R&G gibt es technische Produktbeschreibungen, denen diese Anteile in der Matrix zu entnehmen sind.
Stützstoff: PVC 80 = 80kg/kbm, bei 1,2mm ca. 96g/qm.

Bis Sonntag
Gruß Jörn
 
Lack nicht vergessen!

Lack nicht vergessen!

Ich habe leider keinen Ansatz, wie hoch der in/auf der Form verbleibende nichtflüchtige Teil des Gemisches Lack+Härter+Verdünner ist.
Für 0,3qm setzen wir ohne Verdünner 42g blau, 70g gelb an. Weiß liegt etwas unter gelb. Da bleiben dann noch Reste in der Spritzpistole. Uns genügt eine geringe Deckung, ein kommerzieller Hersteller würde so kein Modell verkaufen können. Mein Tipp: je nach Farbe so ca. 80-90g/qm?

Jörn
 
Hallo,

danke für die Antworten. Das hat mir schon sehr weitergeholfen.

Die Messungenauigkeit würde ich mal mit +-1% schätzen. Die verwendete Waage ist ein professionelles Gerät für Präzisionsmessungen im Labor. Man kann davon ausgehen, dass da auch das hundertstel Gramm stimmt. Der gemessene Wert stimmt ja auch gut mit euren Berechnungen überein.

Was würde eine reine Balsabeplankung mit Folienbespannung wiegen? Annahme: Die Balsabrettchen sind 1,5 mm stark und wiegen pro Stück 25g. Das ergibt ein Flächengewicht von 2,5 g/dm². Hinzu kommt die Folie mit einem Flächengewicht von 0,8 g/dm² (Oracover). Das macht zusammen ca. 3,3 g/dm². Also gar nicht mal so schlecht. Um fair zu vergleichen, müsste man noch die Rippen in die Bilanz einbeziehen. Grob geschätzt ergäbe sich dann das gleiche Flächengewicht wie bei einer Kunststoffschale. Erstaunlich.

Gruß
Gerald
 
Tach,

eigentlich fand ich das Thema nicht so spannend, aber ich habe eben dochmal genau einen dm² Flügelschale aus einem kaputten F3B-Flügel aus eigener Produktion geschnitten. Wiegt auf einer Waage (mit 0,1g-Teilung) 4,2 g. Aufbau ist Lack, 93er Kohle, 1mm Balsa ausgewogen, 49er Glas. Schnell abgeschält entfallen dabei 2,3 g auf Lack und Kohle, 0,8 g auf´s Balsa und 1 g auf die Glasinnenlage.
Das passt recht gut zu meinen Erfahrungen. Ich lackiere mit Vorgelat. Dünn gespritzt ist man da etwa 0,8g/dm². Abhängig von der Deckung und der Farbe. Passt zu Jörns Erfahrungen.
In meinem gewogenen Schalensegment Segment ist das gelb dünn gespritzt und dünn weiß hintergespritzt. Die Kohle ist sparsam getränkt, Fasergehalt des Laminats dürfte über 50% liegen. Trotzdem einwndfrei mit dem Blasa verklebt. Würde auch passen. Falls der Lack 0,8 wiegt, vielleicht auch 0,7, bleiben von den 2,3 g noch 1,5 bis 1,6 g für die Kohle mit Harz.
Das verwendete Balsa hat so 80-90 kg/m³, das passt also auch recht gut ins Bild.
Den Fehler der Waage tippe ich auf max. 0,1-0,2g, was natürlich relativ gesehen schon nicht ganz wenig ist

Gruß Arne
 
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