Jet im Landeanflug langsamer machen

Hallo Zusammen,

ich bin jetzt auch in den Kreis der Jet-Piloten aufgestiegen und habe mir einen Flieger (ähnlich Boomerang bzw. Bobcat) mit einer Jet-Cat p-60 zugelegt.
Der Jet fleigt wie auf schienen und ist äußerst gutmütig.
Spannweite 1,95m bei 7,5 kg Abfluggewicht.

Das Problem:
Der jet hat extreme Gleiteigenschaften und ich bekomme ihn nur schwierig auf kurzen Plätzen runter...

Was ich bis jetzt probiert habe, ist die Querruder nach unten zu stellen, was ihn aber dazu bringt, bei Bodenkontakt wieder hochzuspringen...

Hat schon einmal jemand versucht die beiden Seitenruder gegensinnig laufen zu lassen und quasi als Speedbrakes zu nutzen?? Ist das überhaupt machbar??

Vielen Dank für eure Antworten
Grüße

Dirk
 

matzito

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Hallo Dirk, ich hatte mal einen Turbotrainer Marke "Rainer Eckstein". Das mit den Seitenrudern kannst Du getrost machen, ob man das dann auch als Bremse merkt haengt natuerlich von der Groesse ab.

Querruder sollte man aber immer nach oben fahren, da sie aussen am Fluegel sind wirken sie sonst wie eine positive Schraenkung und die Stroemung reisst aussen dann als erstes ab. besser du faehrst sie maximal nach oben, das koennen ruhig 45 grad und mehr sein. Wichtig ist das die Steuerbarkeit des Querruders erhalten bleibt, also wenn sie ausgefahren sind und du steuerst muss das nachoben stehende noch hoeher fahren und das andere um einen relativ grossen Betrag nach unten. daduch kannst Du mit sehr grossem Anstellwinkel fliegen und baust grossen winderstand auf, die Stroemung im nnnenfluegel kann dann auch schon im Bereich des Abreissens liegen, der Flieger sackt aber hoechstens durch, da der aussenfluegel durch die effektiv geringere Anstellung noch voll traegt und damit die steuerbarkeit ermoeglicht. Berichte Mal von Deinen Erfolgen, noetigenfalls auch mit Bildern.

Gruss Matthias
 
Hallo Nochmals!

das mit den Querrudern nach oben werde ich nochmal ausprobieren.

@ Sandor: Es handelt sich übrigens um den Jet Formost 150, daher auch keine Landeklappen...

Wenn das mit den Querrudern nicht wirkt, versuche ich die Seitenruder gegensinnig zu stellen.

Grüße

Dirk
 
Hallo Dirk,

was generell bei Jets hilft ist eine vernünftige Landeeinteilung. Ohne jetzt irgendweche flugstile attakieren zu wollen, aber die mehrheit der Jets sieht man in einem schnellen gegen/queranflug, mit angestochener nase im endanflug und einem sehr ausgedehnten "flare" in dem die fahrt abgebaut wird.

Der Induzierte Wiederstand eines Jets (bzw. generell eines Flugzeuges) steigt mit dem Anstellwinkel. Daraus resultiert die erste Grundregel der power curve: "the slower you go, the faster you go slower". Zu deutsch: je langsamer du wirst deso schneller wirst du noch langsamer. (Die "ultimative endstufe" ist der berühmte sabre-dance der F-100. Hier war der wiederstand größer als die zur verfügung stehende Leistung).

Bei einem jet der generell schwer zum abbremsen ist hilft es also ungemein den anflug schon im gegenanflug sehr langsam zu beginnen, und den gesamten anflug mit hohem anstellwinkel (5-6°) zu fliegen. Das Höhenruder sollte hierbei grob auf einem wert "festgenagelt" werden, die sinkrate wird dann rein mit dem schub geregelt.

Das ganze erfordert etwas übung, stelle dich also mal drauf ein das du 2-3 flüge komplett mit anflügen und durchstarten verbringen wirst, aber so bekommst du dann auch sehr wiederstands-arme modelle gut in den griff ohne so stark tricksen zu müssen.

Viele grüße
Hank
 
Hm, das mit der Landeeinteilung werde ich dann mal weitergeben...

Ich persönlich habe den Jet noch nicht gelandet, sondern auf die Fähigkeiten von Jetfink zurückgegriffen.

Er hat mir halt gesagt, dass man irgendwas machen müsste, um dem Flieger das ewige gleiten abzugewöhnen...

Aber vielleicht hast du Recht. Ich sag ihm einfach mal bei Gelegenheit, dass seine Landeeinteilungen einfach scheiße sind.... :)

Immerhin habe ich jetzt schon mal den Tipp, dass die Querruder nach oben zeigen sollten. Ich werde dann mal testen (lassen), ob man den Jet in so einem Anstellwinkel dann auch landen kann.

Grüße

Dirk
 
Hallo,
natürlich kannste einen Jet mit einem hohen Anstellwinkel landen.
Die Gefahr dabei besteht und darum üben, üben und nochmals üben (beim Landen gehen die meisten Modelle kaputt) die Geschwindigkeit im Anflug richtig einzuschätzen, zumal es dann ja gegen den Wind geht.
Es hängt aber auch sehr viel vom Flieger ab.
Meinen ES ziehe ich mit hoher Anstellung und Gas rein, meine Albatros kommt vom Himmel hoch, das Näschen nach unten zeigend (ohne schnell zu werden) um dann kurz vor dem Einschlag auszuflaren und bis zum Aufsetzen auszuschweben.
Querruder nach oben bringt wohl keine hohe Geschwindigkeitsverringerung, hilft aber den Gleitwinkel zu erhöhen.
Probier alles mal in ausreichender Höhe im Vorbeiflug aus, dann sieht man auch am besten, ob etwas zugemischt werden muß.

Christian
 
Hallo, habe selbst einen Boomerang geflogen. Nase nach oben ist bei diesem Flieger nicht zu empfehlen, da kommst Du sicher irgendwann zum Strömungsabriss. Das funktioniert nur bei Fliegern in Deltakonfiguration oder Kampjets mit Deltaeigenschaften. QR nach oben ist OK, hast dann weniger Auftrieb außen und der Jet sinkt schneller, aber die Fahrt kriegst Du so nicht heraus. Mein Boomerang hatte eine Landeklappe mittig welche ich um 90° nach unten gefahren habe - wirkt super. Die SR beide nach innen funktioniert sicher auch sehr gut, habe das bei meiner F 18 auch so. Brauchst aber mindestens ca. 30° nach innen je Ruder. Je mehr desto besser. Paß auf das die SR gleichmäßig nach innen fahren. Geschwindigkeitsunterschiede wirken sich ungut aus. Dann hast Du alle Möglichkeiten genutzt. Aufpassen das Du nicht zu langsam wirst.

Gruß - Michi
 
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" ... Aber vielleicht hast du Recht. Ich sag ihm einfach mal bei Gelegenheit, dass seine Landeeinteilungen einfach scheiße sind.... "


Hallo Dirk!

Wenn Du so weiter machst, werde ich Deinen, Dir bei uns verliehenen, Rufnamen veröffentlichen!;)

Außerdem kenne ich deinen Kanal...:D

Denk an meine Empfehlung mit den Seitenrudern nach innen und so! Glaubs mir einfach!

Grüße
Andreas
 

matzito

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Hallo Andreas, die Seitenruder muessen natuerlich nach aussen,nicht nach Innen, sonst wird der Flieger instabiler, man erhoeht also die Vorspur und wenn der Flieger langsamer ist ist er empfindlcher auf stoerungen, also auf jeden fall nach aussen.
Das von Michi mit dem Nase hoch geht nicht kann man nicht generell sagen, bei meinen Fliegern ging das bisher immer sehr gut.

Also berichte mal von Deinen Erfolgen oder komm am WE mal zum MSV-Melle, dann gucken wir mal gemeinsam, das ist doch bei Dir umme Ecke;-)
Gruss Matze
 
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Hallo!

Matzito: Nach innen - glaube mir, mehr als ein Flugzeug hat´s mir durch Test´s bewiesen! Erst recht bei Seitenwind, etc. - da wirken die nach außen gestellten Seitenruder nur als Angriffsfläche und der Flieger watschelt sich auf!

Peter Feix: Sorry, aber auch nicht ganz korrekt! Ich habe auch eine F-18 und benutze die Seitenruder sehr viel als Speedbrake! Jedoch stellt sich hierbei eine andere Situation dar! Der "Nose-Up" effekt ist bei der F-18 da, weil die Seitenruder V-Förmig sind und sich dadurch eine leichte Höhenruderwirkung einschleicht! Außerdem sind die Seitenflossen ganz hinten und weit über dem Rumpf stehend! Selbst wenn es keine V-Form gäbe, würde die F-18 leicht dabei steigen - halt wegen dem hohen Kipppunkt!

Das hat mit dem Formost 150 nix zu tun!

Seinenruder stark nach innen, mit Schleppgas zum Platz, Gas raus, aufsetzen, fertig!


Grüße
Andreas
 

matzito

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Das mit der F18 ist klar, um die Nase oben zu halten und die hat ja auch einen Computer, der kann das Flugzeug steuern wenn es schoon gar nicht mehr steuerbar ist.
Bei einem Normalmodell mit 2 SR sollten diese aber immer Vorspur haben. Betrachten wir die Sache in der Draufsicht:

hc_066.jpg

Eine Leichte Störung zeigt schnell ob Stabil oder Instabil. Also anstatt das modell zu drehen, drehen wir den Wind ein bischen von seitlich her (wat ne Formulierung). Man kann die Windkraefte am Leitwerk förmlich spüren, das mit positiver Vorspur dreht den Flieger in den Wind, das andere dreht ihn mit der Nase aus dem Wind.

Bei der F18 funktioniert das, weil die gesamte Stabilitaet des Fliegers dennoch groesser ist und weil das "Nose-up" gewuenscht ist. Hier bei uns stehen die SR senkrecht, also haben wir 100% laterale Kraftrichtung.
 
Hui!

nu wirds aber kompliziert :) Am besten teste ich beide Varianten einmal durch...

Das mit den Flaps nach oben teste ich auch nochmal, wäre die einfachste Lösung... Habe ne MX 12 und die stößt bei solchen Sachen schon an die Grenzen des Machbaren.

Die Geschwindigkeit ist nicht das größte Problem, sondern das ewige dahingleiten. Korrigier mich ruhig, Andreas, wenn ich was falsches schreibe.

@ Matze: Ich komme gerne mal nach Melle. Wollte das auch schon längst mal gemacht haben! Meine Flieger stehen allerdings nicht hier in OS sondern in der "Heimat". Ich nehme mir den Flieger einfach mal mit nach Osna. Allerdings werde ich erst mit Andreas die Varianten durchtesten und auf dem eigenen Platz ein paar Flüge komplett alleine absolvieren. Kennst das ja bestimmt selber: vor fremden Publikum, neuer Flieger und dazu noch ein fremder Platz.... Ich muss erstmal mit dem Flieger ein bisschen warm werden, dann komme ich damit nach Melle.

In der Zwischenzeit kann ich aber mal mit meiner YAK vorbeischauen. Ist auch ein netter Flieger mit nem ZG20...

Viele Grüße

Dirk
 

Steffen

User
Moin,

Matzito, vertu Dich da mal nicht.

Die Vorspur-Betrachtung funktioniert schon mal nur bei großen Hebelarmen. Dabei geht es in erster Linie um den höheren Induzierten widerstand des jeweiligen Seitenleitwerkes.

Aber ein nach innen stehendes Ruder wird durch die "falsche Wölbung" halt den Profilwiderstand erhöhen. Damit ist widerum die Variante Ruder nach innen die interessantere.

Hat man zuguterletzt ein Flugzeug mit sehr hoher Seitenstabilität, kann die Erhöhung der Stabilität zur dynamischen Instabilität führen (der Flieger schwänzelt).

Alles in allem also: es ist sehr vom Flugzeug abhängig, ob man die eine oder andere Variante verwenden muss.

Pauschal gibt es da gar nix.

Ciao, Steffen
 
Hm, gab doch mal in nem paralleluniversum darüber eine diskussion.....die uferte do weit aus dass argumentiert wurde die nach innen gestellten ruder hätten eine düsenwirkung, würden die luft beschleunigen und somit den flieger schneller machen....? Bin gespannt wann so was aufkommt :-)

Matzitos argumentation macht sinn und ist theoretisch richtig, nur fraglich ob nicht Steffens auch korrekte argumentation überwiegt. Das muss wohl von modell zu modell erprobt werden.

Theoretisch sehe ich in der "nach innen" variante aufgrund des "luftstaus" ein höheres wiederstands-potential bei twin-leitwerken...

Andererseits, fliegt doch einfach langsamer an *gg*
 

matzito

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Naja ein bischen ueberzeugt habt Ihr mich schon, letzten Endes, schaut man sichden Flieger an, sieht man, dass es wohl egal sein wird und nman die Aenderung im Stabilitaetsmass wohl in beide Richtungen nicht merken wird.
Dirk, jetzt musst Du es unbedingt ausprobieren. Ich hatte bei meinem turbotrainer SR nach aussen, wuerde aber fast behaupten dass man die Bremswirkung nicht so merkt, ist eher psychologisch ;-)
Bis bald mal Matze
 
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