Membranpumpe geeignet?

Servus,
habe von einem Freund diese Membranpumpe bekommen und wollte kurz nachfragen, ob sie sich als Vakuumpumpe eignet.
Habe eben kurze Tests an 12V probiert. Der Stromverbrauch liegt bei 9W (Leerlauf und abgedichteter Einlass).

Kann mir noch jemand sagen, wieviel so eine Pumpe eigentlich wert ist? (grobe Schätzung reicht). Habe auf dem Gebiet der Pumpen leider wenig Ahnung.

Gruß Martin
 
Hallo Martin,

grundsätzlich ist es der Luft egal, wie sie abgesaugt wird!

Somit sollte Deine Pumpe auch als Vakuumpumpe funktionieren.

Für Anwendungen im Modellbau (Flächenherstellung etc.) glaub ich aber nicht, dass Du damit glücklich wirst, da die Luftmenge schon recht gering ist!

Da man einen Unterdrucksack eigentlich niemals absolut dicht bekommt, strömt immer Luft nach!

Somit muss diese Luft abermals abgesaugt werden!

Wenn Du diese Pumpe für das Modellbauen einsetzen willst, lass die Finger davon - spar die die Enttäuschung!;

Größenordnung 40 .. 150 W sollten es schon sein! Diese zieht dann die notwendige Luftmenge nach!

AndreasH
 
Hi Andreas,
vielen Dank für dein Statement.

Eigentlich schade....
Hätte nich gedacht, dass da so viel Luft nachkommt und die Pumpe zu klein ist.
Soeben habe ich es 25V probiert. Da sind es 26W Leistung.
Laut Rietschle soll sie ja 7L/min bringen... dass das nicht reicht :eek:

Nächster Einsatzzweck sollte eigentlich bei der Herstellung von 1,2m Flügeln in Positivbauweise sein.

Gruß Martin
 

migru

User
Veto, Andreas!

Ich habe den Tip des Users 'Merlin' in diesem Thread http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=85746 (Beitrag 11) in die Tat umgesetzt und mir die empfohlene Pumpe (5 Watt, regelbar, max. -0,35 bar Unterdruck) gekauft. Ich habe damit erfolgreich neue Tragflächen für meine ASW 27 (4,5m) gepresst. Bis die überschüssige Luft aus dem Sack raus ist, läuft die Pumpe auf maximaler Leistung. Nach etwa 5 Minuten ist die Luft raus und es reicht etwa 2/3 der Pumpenleistung, um einen Unterdruck von -0,15 bar zu halten. Bei mehr als -0,2 bar besteht die Gefahr, dass das Styro zusammengepresst wird.

Bin absolut zufrieden mit der low-cost-Variante :)
 

Martin Petrich

Moderator
Teammitglied
Moin,
ich, und viele andere auch, verwende(n) einen Kühlschrankkompressor... ich kenne keine genauen Angaben zum Luftdurchsatz (der wirklich gering ist zu vergleichbaren anderen Pumpen die Unterdruck bis 0,2bar abs schaffen), aber ich erreiche auch bei großen Bauteilen (bisher getestet bis etwa 1,5m am Stück) ein Vakuum von bis zu -0,8bar. Dabei nutze ich den R&G Folienschlauch, welcher einfach beidseitig ein Stück aufgerollt wird... keine Probleme bisher! Ebenso funktionieren Malerfolien ("extra stark") und eine Acrylraupe um das Bauteil herum, womit wir z.B. unsere SAL-Flächen gebaut haben.
Ich finde das ist alles keine Hexerei, Luftdurchsatz kann manchmal nicht schaden (sollte sich mal ein Loch in den Sack fressen wenn das Harz fest wird zB) aber bei sorgsamer Arbeit ist eigentlich alles ausreichend dicht zu bekommen...
 
Volumenstrom: Ich hatte bisher Pumpen mit 3 m3/h, 6 m3/h und aktuell eine richtig große mit 10 m3/h im Einsatz.

Zum Vergleich: Die kleine R&G-Pumpe hat 6 Liter/min, also 0.36 m3/h, und die geht auch. Es ist halt nur wesentlich leichter, mit einer großen Pumpe auf Lochsuche zu gehen, denn man hört die Löcher dann schon zischen, die Fingerprobe (drücken) zeigt am Loch sofort Erfolg, usw.

Fazit: Es geht sicher auch mit der kleinen Pumpe, wenn man sauber abdichtet. Eine saubere Abdichtung ist übrigens im Sack einfacher als bei Acrylabdichtung am Formenrand, weil die abzudichtende Länge geringer ist. Eine leistungsstarke Pumpe ist aber auf jeden Fall eine wesentliche Arbeitserleichterung. Nachteil ist der Stromverbrauch (meine große hat 400W!)
 

migru

User
Ich habe ebenfalls den Folienschlauch von R&G. Zum Abdichten einfach an jedem Ende 2 oder 3 mal falten und mit Paketklebeband zukleben. Ist einwandfrei dicht und meine kleine 5-Watt-Pumpe hat da keine Probleme. Immerhin habe ich damit Flächen von 2,2m Länge gepresst.
Ich denke, der Folienschlauch ist schon eher eine Arbeitserleichterung als eine starke Pumpe.
 

migru

User
Besenstiel? Einfach genial, genial einfach!
Danke für den Tipp, werd' ich mal ausprobieren :)
 

Gideon

Vereinsmitglied
20l/min reicht völlig aus für das Absaugen von Tragflächen - die

Stromaufnahme allein ist absolut kein Kriterium für die Leistungsfähigkeit

Die P1 von R&G (KNF) hat 7l/min im Vergleich - der erzielbare Restdruck dürfte mit 250 mbar in ähnlichen Breiten liegen
 
Habe nun endlich Zeit gefunden, die Pumpe zu probieren. Auf dem Bild ist eine Styroporecke zu sehen. Nach 20sek war die Luft raus und die Pumpe hatte eigentlich nix mehr zu tun. Ich habe abgestellt und 2h gewartet. Passiert ist nix, alles war dicht und sehr fest. Nochmaliges Einschalten brachte keine sichtbaren Veränderungen. Bin mit der Pumpe also sehr zufrieden. Nachher wird mein Leitwerk gepresst :)

Gruß Martin
 

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