Profilentwurf in grauer Vorzeit...

würde mich mal interessieren:

Wie konnten Herr Eppler mit seinen Studenten und Kollegen damals ohne Computer eigentlich Profile entwerfen und zeichnen?
 
Durch seine Tätigkeit an der Uni Stuttgart ab 1968 hatte er da sicher irgendwann Zugang, aber seine ersten Arbeiten stammen ja aus den 50er?: FS 24 Phoenix ...
 
Ich denke mal, dass das wohl "try and error" war. Evtl. wurden ja auch Versuche in einem kleinen Windkanal durchgeführt.
Auf alle Fälle war es, für die damalige Zeit, eine sehr große Leistung solche Profile zu entwickeln.

Michael
 
Na ja rechnen konnte man auch schon in der Zeit vor Großrechnern und Rechenzentren. Dauerte halt nur länger und man musste sich auf weniger Optimierungsschritte beschränken und benötigte eventuell einige Hilfskräfte mit spitzen Bleistiften.;)

Zur Entwicklung von Prototypen reichte erheblich weniger, als heute zur Optimierung, zum Feintuning und grafischen Darstellung aller Ergebnisse.

Für "Computational Fluid Dynamics" Simulationen steigt man heute eher von Großrechnern auf Grafikkarten um.
Für Rechnungen, die sich gut parallelisieren lassen, haben Grafikkarten - wie sie für Computerspieler entwickelt wurden- ein phantastisches gutes Preis/Rechenleistung Verhältnis. Für manchen Großrechner Betreiber ist das schon peinlich.
Ich selber verwende für 3D Simulationen aus einem ganz anderen Bereich 2 Grafikkarten, was etwa 100x schneller ist als ein Number Cruncher mit 16 Prozessoren die aktuellen PC Intel Prozessoren entsprechen.

Cheers
Walter
 
References for the Eppler Program...

References for the Eppler Program...

noch was gefunden,

die erste Veröffentlichung für einen Profilentwurf mittels Rechner- Programm stammt wohl aus dem Jahr 1980

NASA Technical Memorandum 80210, August 1980

http://www.pdas.com/epplerrefs.html

davor wurde bestimmt auch schon gerechnet. nur nicht mit Rechner, sondern "zu Fuß"...

Gruß Rolf
 
Das man auch noch von Hand rechnen kann, hat mir mal Hernan Posnansky (ehem. NASA Mitarbeiter in Diensten von Northrop) so nebenbei eindrucksvoll bewiesen, ohne Papier, nur im Kopf. Er ist so in seinem Metier drin, dass er wirklich auf die Schnelle z.B. Antriebsauslegungen und Grundkonzeptionen rechnet. Ansonsten arbeitet er wirklich mit spitzem Bleistift.
 
Hallo Hans,
Schon lange vor Eppler sind Profile entworfen und im 'Windkanal untersucht worden
z.b. NACA Reihen und Göttinger Profile.
Übrigends hat Henschel in Kassel während des ll.Weltkrieges die ersten Rechnergesteuerten Maschinen im
Flugzeugbau eingesetzt.

Raymund
 
.....ja, soll eines dieser ersten "Rechner-Profile" gewesen sein. Ich sehe die Tage mal nach was ich dir dazu kopieren/scannen kann.

Gruß
Hans-Jürgen

Hans,

hier mal etwas aus: "Bölkow-Sportflugzeuge" Autor Kyrill von Gersdorf

Zitat:

"Neue Rechenverfahren für Tragflächenprofile und Optimierungsmethoden zur Ermittlung
günstigster Reisefluggeschwindigkeiten bei verschiedenen Spannweiten und
Flächenbelastungen wurden von Dr. rer.nat. Richard Eppler, heute Professor an der
Universität Stuttgart, entwickelt und für elektronische Rechner programmiert.

Für den Phönix kam ein nach diesen mathematischen Verfahren berechnetes Laminarprofil mit der
Bezeichnung EC 86 (-3) -918 (später in Eppler 91 modifiziert) zur Anwendung
."


Gruß
Hans-Jürgen

PS; ....watt ist Phönix........?

Das ist Fs-24 Phönix T....
http://www.flickr.com/photos/49681893@N05/8521062785/in/photostream

http://www.flickr.com/photos/49681893@N05/8544810633/in/photostream
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Erstflug des Phoenix war am 27.11.1957 :eek:

Ich habe um 1976 rum eine Mappe mit Modellflugprofilen von Prof. Eppler gekauft und meine, dass dafür auch damit geworben wurde, dass dies rechneroptimierte Entwürfe seien.

Hans
 
Hallo!

Hallo Hans,
...
Übrigends hat Henschel in Kassel während des ll.Weltkrieges die ersten Rechnergesteuerten Maschinen im
Flugzeugbau eingesetzt.

Raymund

Vor etlicher Zeit fand ich im Netz hochinteressantes Lesematerial über Konrad Zuse. Anfangs der '40er Jahre, während des WKII., hat er bei Henschel Rechnungen zu Luftschrauben/Propellern ausgeführt. Wie ich mich so erinnere, war da eine Aussage von Konrad Zuse, dass er zu faul war um die vielen Rechnungen (mit Rechenschiebern wohl; und von solchen hab ich selbst auch noch einige:eek:) auszuführen, und baute sich deshalb einen mechanischen Komputer um schneller voran zu kommen. Das waren dann die Z1 bis Z3 Maschinen. Die Z4, oder wars die Z5, wurde mit Elektronen Röhren gebaut, um höhere Rechnergeschwindigkeiten zu erreichen. Und dann ist noch die 'Nacht und Nebel' Geschichte, wo am Ende des WK.II einer der Z Rechners von Kassel, oder wars Berlin, zu einer Bauernhütte im Allgäu verschleppt wurde, um etwas später diese über die Grenze zu der ETH Zürich zu schmuggeln. Alles sehr interessant; im Netz kann man dazu etliches finden.

Hier ein paar Links dazu - sind allerdings in Englisch, bestimmt wird sich auch was in Deutscher Sprache finden:

http://inventors.about.com/library/weekly/aa050298.htm

http://en.wikipedia.org/wiki/Konrad_Zuse

http://www.idsia.ch/~juergen/zuse.html

Gruss Eppo

P.S. Irgendwo las ich mal dass der Name, bzw. Bezeichnung, Komputer aus dem 18ten Jahrhundert stammt, und die Bezeichnung von vielen jungen Damen in Frankreich war, die sehr gut im Rechnen waren, und dies den gazen Tag lang für die Wissenschaftler machen konnten. Diese begabten jungen Damen nannte man 'Computeurs' oder vielleicht auch 'Computeuressen', oder so wie (Bitte um Entschuldigung wenn ich dies irgendwie falsch geschrieben hab.)

Das alles nur so nebenbei.
 
Sehr interessant, euere Ausführungen!

"Phoenix T" war der Serienstand...vielen Dank für das Bild vom Prototyp.

Dass man bereits in den 40er rechnergesteuerte Maschinen benutzte:eek:, der Komputer war ja schon da...wurde zuvor nur für andere Dinge missbraucht...:rolleyes:
 
schon bemerkt, warst wieder sehr fleissig!!!
Danke.
 
Hallo!



Vor etlicher Zeit fand ich im Netz hochinteressantes Lesematerial über Konrad Zuse. Anfangs der '40er Jahre, während des WKII., hat er bei Henschel Rechnungen zu Luftschrauben/Propellern ausgeführt. Wie ich mich so erinnere, war da eine Aussage von Konrad Zuse, dass er zu faul war um die vielen Rechnungen (mit Rechenschiebern wohl; und von solchen hab ich selbst auch noch einige:eek:) auszuführen, und baute sich deshalb einen mechanischen Komputer um schneller voran zu kommen. Das waren dann die Z1 bis Z3 Maschinen. Die Z4, oder wars die Z5, wurde mit Elektronen Röhren gebaut, um höhere Rechnergeschwindigkeiten zu erreichen. Und dann ist noch die 'Nacht und Nebel' Geschichte, wo am Ende des WK.II einer der Z Rechners von Kassel, oder wars Berlin, zu einer Bauernhütte im Allgäu verschleppt wurde, um etwas später diese über die Grenze zu der ETH Zürich zu schmuggeln. Alles sehr interessant; im Netz kann man dazu etliches finden.

Hier ein paar Links dazu - sind allerdings in Englisch, bestimmt wird sich auch was in Deutscher Sprache finden:

http://inventors.about.com/library/weekly/aa050298.htm

http://en.wikipedia.org/wiki/Konrad_Zuse

http://www.idsia.ch/~juergen/zuse.html

Gruss Eppo

P.S. Irgendwo las ich mal dass der Name, bzw. Bezeichnung, Komputer aus dem 18ten Jahrhundert stammt, und die Bezeichnung von vielen jungen Damen in Frankreich war, die sehr gut im Rechnen waren, und dies den gazen Tag lang für die Wissenschaftler machen konnten. Diese begabten jungen Damen nannte man 'Computeurs' oder vielleicht auch 'Computeuressen', oder so wie (Bitte um Entschuldigung wenn ich dies irgendwie falsch geschrieben hab.)

Das alles nur so nebenbei.

Na, das war ja bestimmt ein tolles Arbeitsklima, so richtig zum "brüderlen" ...

Bei der NASA sahen die Computermäuschen z.B. so aus:

human_computers_1.jpghuman_computers_2.jpg

Irgendwo habe ich noch einen Wartime Report über die Entwicklung der Mustang mit den NACA Profilen, da wurden die Fourier-Reihen noch von Hand gerechnet!


Das Eppler Programm kenne ich noch zu gut aus meiner Studienzeit! Die Lochkarten mit den Profileingaben verwende ich immer noch, aber nur, um darauf 5 Minuten Epoxy anzurühren.
 
Hallo Rainer,

schöne Bilder vom "Human Computer" , da haben also tatsächlich bereits 1947 die Computermäuschen mit "Maschinen" gerechnet.

...Das Eppler Programm kenne ich noch zu gut aus meiner Studienzeit! Die Lochkarten mit den Profileingaben verwende ich immer noch, aber nur, um darauf 5 Minuten Epoxy anzurühren.

Du "Banause", das ist historisch technisches Kulturgut...:D

Aus welcher Zeit stammen die Lochkarten?

Ich habe eine NASA - Angabe zum Eppler-Programm gefunden aus dem Jahr 1980, post # 8.
Hans Rupp weist in post # 12 zu recht darauf hin, das der Erstflug der FS-24 bereits 1957 war.

Und es ist wohl richtig, Zitat aus post # 11 vom Hans-Jürgen Fischer:

Für den Phönix kam ein nach diesen mathematischen Verfahren berechnetes Laminarprofil mit der
Bezeichnung EC 86 (-3) -918 (später in Eppler 91 modifiziert) zur Anwendung."
Weist Du da eventuell etwas näheres wie da vor 1957 gerechnet wurde?

Und ich nehme an, dass das Programm derart gestaltet war, das zu einer gegebenen Profilkontur die Druck- und Geschwindigkeitsverhältnisse längs der Strömung gerechnet werden konnten, was bei einem Flügelprofil letzlich zur Polare führt.

Gruß Rolf
 
Eppler hat schon Anfang der 60er sein Programm in den USA entwickelt, 1980 kam die erste Publikation mit Quellcode raus.

Lies doch einfach mal sein Buch: Airfoil Design and Data (http://www.airfoils.com/eppler.htm)

Der Entwurfsteil "passt" auf 2 Lochkarten - die Theorie dazu hat es schon in sich, aber das macht dann der Computer!

Ich habe ab 1977 in Stuttgart studiert, seine Profilvorlesungen gehört und dabei zum ersten Mal Profile gerechnet. Diese Vorlesung gibt es immer noch, die macht allerdings jetzt Thorsten Lutz am IAG, der war vorher Epplers Mitarbeiter und hat auch das Buch zusammengestückelt.

Rainer
 
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