Styro Abachi Fläche Reparatur

m0p3d

User
Servus kann mir wer nen Tipp zur fachgerechten Reparatur von folgendem Schaden geben?

thumb_IMG_4110_1024.jpg

Ich würde die Bruchkanten abtrennen- anschließend 2 Kohleleisten einarbeiten.
Styro sauber rausschneiden ein Füllprofil einkleben und das ganze neu beplanken....

Danke und Gruss Marco
 
Schön sauber und gerade mit Harz oder PU Leim zusammenkleben und mit 2 eingesetzten Sperrholzleisten, ca 15cm lang, nach dem Aushärten des Klebers verstärken. Man kann dann noch mit dünner Matte als Bandage, das Furnier an der Bruchstelle verstärken. Nur das beschädigte Furnier entfernen und dann mit Furnier oder Balsa ersetzen. Mit beschädigten Teil meine ich das rückwärtige Stück vom im Bild oberen Flächenteil, dies sieht mir geknickt aus. Die Furnier trug ja bei dieser Fläche an der Stelle schon vor dem Bruch die Hauptlast. Wenn die Negativschalen der Fläche noch vorhanden sind erleichtert das das genaue Ausrichten des Flügels enorm. Aber unbedingt zwischen Schale und Furnier eine dünne Plastikfolie als Schutz gegen ungewolltes Verkleben beilegen.

Franz
 

heikop

User
Irgendwelche Spuren von Glasgewebe sind nicht zu finden?
Schon interessant wie stabil die Flächen bei diesem einfachen Aufbau sind.
 

GC

User
Für eine solche Reparatur habe ich einmal 2 Buchenrundstäbe (6 oder 8mm dick) 30 cm lang mit einem Bleistiftspitzer angespitzt. Danach je zur Hälfte die beiden Stäbe ins Styropor so gesteckt, dass kein Flächenverzug entstand. Anschließend die Stäbe mit Weißleim eingeklebt und die Beplankung auf der Styro-Seite ebenfalls mit Weissleim eingestrichen. Darüber ein 5cmm breites Tesaband geklebt. Eine Woche trocknen lassen und dann das Tesaband entfernen. Dies geht, wenn der Bruch weit außen ist. Je nach Flugstil noch eine Glasgewebe Bandage drumepoxinieren.
 

Dieter B

User
Es gibt ja hier schon zahlreiche Beiträge zum Thema. Aber trotzdem ist wohl jeder Bruch anders und auch anders zu bearbeiten. Ich hänge mich daher einfach einmal hier an.

Mir ist am Fr. bei 50km/h Wind ;-) bereits beim werfen eine Fläche gebrochen (ich weiß jetzt auch, dass dieser Flieger für den Wind wohl nicht geeignet ist, die Versuchung war zu groß ...). Der Flieger wurde kürzlich gebraucht und sehr billig erworben und er flog auch sehr schön, weshalb ich die Reparatur trotzdem durchführen möchte, wenn ich den Aufwand in Grenzen halten kann. Gewicht und Aussehen spielen für mich hier keine Rolle, da der Flieger als reines Trainingsgerät am Hang dient.

Ich habe noch nie eine Abachi/Styro Fläche repariert, geschweige denn hergestellt. Es scheinen keine Holme vorhanden zu sein. Allerdings war der Bereich in dem das Servo montiert wurde innen laminiert. Der Bruch scheint dann (natürlich) am Ende der Laminierung aufgetreten zu sein. Es ist auch kein einfacher gerader Bruch, sondern er verzweigt sich sich auf mehrere Bruchstellen.

Folgend einige Bilder mit der Bitte um Ratschläge für speziell diese Reparatur.

Fläche von oben:
2016-10-16 19.22.08.jpg

Detail (von oben)
2016-10-16 19.21.26.jpg

Fläche von unten:
2016-10-16 19.22.17.jpg

Blick aus Richtung des Servokasten:
2016-10-16 19.24.19.jpg

Blick auf die Nasenleiste:
2016-10-16 19.25.04.jpg
 
Servus

Kurz meine Technik erklärt.

Da einfach zusammenkleben nix wird, das Holz ist zu stark verformt.

Als erstes Apachifurnier besorgen.

Fläche exakt ausrichten, zur Not an der Bruchstelle das Styro abtrennen.
Aus Apachi längliche Rauten auschneiden( ca 12-15cm mal 3 cm)
Faserrichtung längs.
Eine Raute auf die Bruchstelle pinnen, breiteste Stelle genau am Bruch.
Mindestens 4-5 Nadeln.
Dann mit scharfem Messer rundum das alte Furnier durchschneiden.
Nadeln raus, neues Furnier weglegen und das Alte vorsichtig rauspfriemeln.
Zum Reinkleben gibts zwei Wege.
Der einfachere ist Pu-Leim auftragen und Furnier reindrücken, muss ja exakt passen da es beim Schneiden kopiert worden ist.
Pressen und gut.
Da der Pu-Leim ein bisschen aufquillt werden fehlende Styroteile automatisch ersetzt.
Nachteil: sollte überlaminiert werden da sonst wieder eine Sollbruchstelle entsteht.

Die perfekte Methode:

Nach dem rauspfriemeln der alten Beplankung das Styro ergänzen.
Geht mit sekundenkleber.
Dann sauber verputzen, darf ein bisschen tiefer sein, so etwa 0,5 bis 1 mm.
Dann um die Musterroute, die man zum rausschneiden verwendet hat einen
Mattenflicken schneiden.
So um die 80g/m2 Ein Fitzel in etwa 1cm größer wie das Holz und einen gleichgroß.
Ein Cuttermesser um das Maß abkleben das der große Fitzel größer ist wie das Holz
Also wenn der Fitzel rundrum 1 cm größer ist an der Klinge nach 1 cm ein Tesaband kleben.
Jetzt mit diesem Messer rund um die Schnittstelle, wo die alte Beplankung rausgetrennt wurde,
Die noch an der Fläche befindliche Beplankung lösen.
An dem Klebeband am Messer sieht man wie weit man rein muss.
Jetzt den großen Flicken auf die Fläche legen und mit Harz tränken.
Mit dem Cuttermesser unter die gelöste Beplankung stecken.
Geht am besten mit der stumpfen vorderen Kante an Messer.
Alles schön glatt schieben, hört sich schwer an, aber geht eigentlich ganz einfach.
Dann den zweiten Fitzel auflegen, der ja genauso groß ist wie die neue Beplankung
und auch mit Harz tränken.
Beplankung trocken auflegen und leicht andrücken, darf ein bisschen überstehen.
Nochmal langsam abnehmen, wenn mans schnell macht zieht man die Matte mit raus, also 'Zeitlupe.
Die Beplankung an der aufgelegten Seite auf Benetzung prüfen.
Normal ist das ganze schön gleicmäßig voll Harz.
Sollten trockenen Stellen sein hat man eine Delle ins Styro geschliffen.
Dort mit kleinen Mattenstücken nachfüllen.
Dann Beplankung einsetzen und Folie drauf.
Telefonbuch drüber und trocknen lassen.
Nach der Trocknung verschleifen und gut.
Durch die innenliegende Glasverstärkung kann man die Reperaturstelle völlig unsichtbar machen.
Das etwas größere erste Fitzel überbrückt ja die Stöße in der Beplankung.

Am Anfang nur einzelne Rauten einsetzen, wenn mans dann "draufhat" kann eine ganze Flächenseite auf einen Satz repariert werden.

Beim Umdrehen auf die Unterseite kann man nochmal kontrollieren obs schön gerade ist.
Leichte Amigotendenzen kann man noch nachrichten.

Dann Unterseite wie oben.

Bügeln
Fertig.


Gruss Franz
 

Dieter B

User
Hallo,

vielen Dank für die ausführliche Beschreibung deiner Methode.
Habe ich das richtig verstanden, dass du die Rauten in etwa so anordnest

2016-10-16 19.22.08.jpg

Warum verwendest du eigentlich 2 Lagen Glasfaser, reicht hier nicht die größere?
Wie machst du die Überlappungen der Glasfaserschichten an den Stellen an denen sich die Rauten treffen?
 
Servus

Anordnung der Rauten ist richtig gezeigt.

Überlappung geht leicht wenn man es besser drauf hat und mehrere Rauten auf einmal macht.

Bei Einzelrauten entweder das Glas im Überschneidungsbereich bei der 2. Raute nicht ausschneiden, hier nur das Holz wegschnippeln.
Dann die erste Lage Glas drunter, wie unter Holz und die 2. Lage drüber schon ist die Überschneidung fest.

Wenn das Glas durchtrennt, wird beim Auschneiden der 2. Raute aus dem Holz, kann man ja auch mit dem einen Zentimeter wieder drunter gehen.

Selbst wenn an der Schnittstelle der Rauten kein Glas ist geht die Welt nicht unter, durch das hinterlegte Glas wird die Reperaturstelle fester wie der Rest des Flügels.

Also kann man kleine Fehlstellen festigkeitsmäßig verschmerzen.


Warum 2 Lagen Glas ?

Erfahrung :-))

Beim Nacharbeiten des Styros geht immer was verloren, also Styro zu tief.
Also eine Lage zu wenig, da nur 80er Glas.
Dickeres Glas kriegt man nicht so gut unter die vorhandene Beplankung, es stopft sich hier leichter wird verzogen und wellig.
Dadurch zu viele Fehlstellen in der Verklebung des Apachi--Sollbruchstelle.
Nur ein dünnes Glas---auch zu viele Fehlstellen.
Dickeres Holz, drückt das Glas unter der alten Beplankung zu tief, hier keine saubere Verklebung mehr--Fehlstelle--Bruch

Alle diese Fehler hab ich schon gemacht, da ich ja schon mehrere solcher Flächen repariert hab, so um die 50 sicher in den letzten 30 Jahren.

Also ist die obige Beschreibung eben die Summe aus meinen Erfahrungen.
So hälts, auch wenn ein paar Fehlstellen beim Arbeiten immer drin sind.
Das Mehrgewicht ist auch erträglich.

Gruss Franz
 

Dieter B

User
Danke noch einmal, da es sich wie bereits gesagt nur um ein Trainingsflugzeug handelt, werde ich wohl die einfachere Methode testen. Jetzt habe ich aber noch ein Problem mit dem Kleber. Unter PU-Leim finde ich eigentlich gar nichts bei meinen Händlern, in anderen Themen wird auch immer wieder Fermacell erwähnt, das ist aber eine Firma mit vielen verschiedenen Klebern.
Könnt ihr mir hier bitte noch kurz genauere Produktdaten zu empfehlenswerten Klebern, die ein wenig aufquellen sagen.
 
Hallo,

dies ist mein Lieblingskleber für so was, schäumt, lückenfüllend. Schaumbildung kann durch Wasserzugabe stark erhöht werden.
Überstände lassen sich leicht entfernen und schleifen ohne Kollateralschäden im Balsa.Kann nach 10-15 Min weiterverarbeitet werden.
Mein Favorit auch für Depron kleben.
Leider nicht normal im Geschäft zu kaufen wg. Giftigkeit, am besten bei ebay.
soudal.png
 

Relaxr

User
Hallo,
Überstände lassen sich leicht entfernen und schleifen ohne Kollateralschäden im Balsa.Kann nach 10-15 Min weiterverarbeitet werden.
Anhang anzeigen 1681073

Das bezweifele ich, daß der Soudal sich "leicht Entfernen und Schleifen" lässt. Es wird auch zumindest eine Stunde Härtungszeit benötigt. Man tut sehr gut daran, bereits beim Härten/Schäumen überquellendes Material laufend zu entfernen, da es sich später sehr schlecht Wegschleifen lässt, da noch leicht elastisch und sehr viel zäher als Balsaholz. Da ich in letzter Zeit einiges damit geklebt habe, hier meine Erfahrungen :)
 

Relaxr

User
das wäre mein Tipp:
Microballon-Mumpe + Schaumtreibmittel.
z.B. https://www.emc-vega.de/de/werkstoffe/epoxydharze/schaumtreibmittel

/Bernd

Welche Rolle sollen denn die Microballons hier übernehmen?. Sehr erstaunlich wofür alles Microballons empfohlen und beigemischt werden. Ich sehe in dem Zeug gar keinen Nutzen. Man kann evtl. die Dichte des Harzgemisches damit reduzieren - aber zu welchem Zweck(?). Da erscheint Aufschäumen mit Luft/Gas sinnvoller !
 

PIK 20

User
Bilderfolge

Bilderfolge

Es wurden hier schon einige gute Vorschläge vorgestellt. Nun will ich auch meinen Senf dazu geben und stelle mal eine Bildfolge ein, die selbsterklärend ist und eigentlich keiner weiteren Erklärung bedarf.

Nur ein paar Stichworte:
Die zu reparierende Fläche war ein Eigenbau,
-- zuerst die Fläche in den vorhandenen Styro-Negativschalen ausrichten, erst die Oberseite reparieren (oder Unterseite, ist egal),
--den Styrokern habe ich selbst hergestellt und den erforderlichen Teil herausgeschnitten,
-- der Holmgurt war oben und unten noch völlig in Ordnung, wurde nur noch etwas verstärkt, man kann ja nie wissen,
-- das Reparatur-Styroteil zwischen die Gurte geschoben und Styro-Styro verklebt, -- Balsastück (0,5mm dicker als ursprüngliche Beplankung) mit Zackung
versehen,
-- auflegen und fixieren,
-- einschneiden nur in Holzdicke,
-- vorsichtig die noch zu entfernende Beplankung vom Styro ablösen,
-- das Beplankungsteil mit Harz einkleben,
-- die gleiche Prozedur mit der anderen Flächenseite durchführen,
-- das Ganze später schleifen und und (bei mir wurden die Oberflächen mit 49er Glas beglast) und fertig.

Ist ja alles ein Kinderspiel, viel Spaß dabei
 

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Welche Rolle sollen denn die Microballons hier übernehmen?. Sehr erstaunlich wofür alles Microballons empfohlen und beigemischt werden. Ich sehe in dem Zeug gar keinen Nutzen. Man kann evtl. die Dichte des Harzgemisches damit reduzieren - aber zu welchem Zweck(?).
Wenn Harz als Ersatz für Styro eingesetzt werden soll, wie hier vorgeschlagen, dann hat die "canned air" sehr wohl ihre Berechtigung. Ist kontrollierter als aufschäumen.
 

Merlin

User
Meine Antwort bezog sich ausschließlich auf den PU-Kleber zum Verbinden zweier Flächenstücke. Für das Beispiel von PIK20 passt das natürlich nicht.
Im übrigen ist es keine schlechte Idee die Dichte zu reduzieren wenn man noch schleifen will. Schaumtreibmittel mit Micro-Mumpe habe ich probiert. Ohne Füllmittel nimmt man das Gemsich zum Verkleben von Furnier auf Styro.

Entspann Dich, Relaxr ;)
 
Das bezweifele ich, daß der Soudal sich "leicht Entfernen und Schleifen" lässt. Es wird auch zumindest eine Stunde Härtungszeit benötigt. Man tut sehr gut daran, bereits beim Härten/Schäumen überquellendes Material laufend zu entfernen, da es sich später sehr schlecht Wegschleifen lässt, da noch leicht elastisch und sehr viel zäher als Balsaholz. Da ich in letzter Zeit einiges damit geklebt habe, hier meine Erfahrungen :)
Dann scheinen wir sehr verschiedenes Zeug zu haben, klar , Überstände ständig abwischen hilft solange das Zeug noch gärt, wenn es fest ist kann man Überstände prima mit dem Cutter schneiden, wegschleifen geht sogar bei Depron. Und ne Stunde hab ich nie gewartet zum Weiterarbeiten ist erst mal keine Endfestigkeit nötig.
 

PIK 20

User
Meine Antwort bezog sich ausschließlich auf den PU-Kleber zum Verbinden zweier Flächenstücke. Für das Beispiel von PIK20 passt das natürlich nicht.
Im übrigen ist es keine schlechte Idee die Dichte zu reduzieren wenn man noch schleifen will. Schaumtreibmittel mit Micro-Mumpe habe ich probiert. Ohne Füllmittel nimmt man das Gemsich zum Verkleben von Furnier auf Styro.

Entspann Dich, Relaxr ;)

@Merlin: Nach meiner in der Bildfolge vorgestellten Methode lässt sich das genau so mit Fermacell o. ä. machen.
Ich habe vergessen dass die Beplankungsteile natürlich in den Negativschalen verpresst werden und so wird die Verbindung Holz/Styro genau so innig wie mit Harz allein. Schaumtreibmittel habe ich noch nie probiert.
 
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